Nicht jedes Getriebeöl ist gleich zusammengesetzt, denn jedes Getriebe hat unterschiedliche Ansprüche an den Schmierstoff. Daher werden Getriebeöle in verschiedene Klassen eingeteilt oder mit Herstellerfreigaben versehen, ähnlich den Spezifikationen für Motorenöle. Schauen Sie stets in das Handbuch Ihres Fahrzeugs und richten Sie sich nach den Herstellerangaben. Nutzen Sie zur Suche nach dem passenden Getriebeöl auch gern unseren Ölfinder.
Viskosität von Getriebeölen nach SAE
Die richtige Viskosität eines Getriebeöls trägt maßgeblich dazu bei, die erforderliche Schmierfilmdicke im Getriebe aufrechtzuerhalten. Sie beschreibt vereinfacht den inneren Widerstand, den ein Öl dem Fließen entgegensetzt. Für KFZ-Getriebeöle wird sie weltweit nach dem amerikanischen Standard SAE J306 (Society of Automotive Engineers) in Viskositätsklassen eingestuft. Es gibt Viskositätsklassen von SAE 65 bis SAE 250. Die Einstufung erfolgt dabei anhand der kinematischen Viskosität (gemessen in mm²/s) bei 100°C. Je höher die Zahl, desto dickflüssiger ist das Öl.
Ähnlich den Motorenölen gibt es auch hier Viskositätsklassen für den Tieftemperatureinsatz, gekennzeichnet mit dem Buchstaben „W“ von 70W bis 85W (fließfähig bis -55°C bzw. -12°C). Diese „W“- oder Winter-Klassen stufen die Öle nach Fließfähigkeit bei niedrigen Temperaturen ein. Die Einstufung erfolgt anhand der Temperatur, bei der die dynamische Viskosität, die mit einem Brookfield-Viskosimeter gemessen wird, den Wert von 150.000 mPa*s nicht überschreitet.
Folglich darf bei einem KFZ-Getriebeöl SAE 80W bei -26°C der Brookfield-Wert nicht höher als 150.000 Millipascalsekunden sein. Bei Mehrbereichsölen wie 80W-90 beschreibt dann die „80W“ die Tieftemperatureigenschaften, die „90“ die Dicke des Öles. Die Grenzwerte beider Klassen müssen eingehalten werden.
Noch immer sehr weit verbreitet sind Getriebeöle mit SAE 80W-90 und 85W-90, die hauptsächlich aus mineralischen Grundölen hergestellt werden. Dickere Öle wie 80W-140 benötigen zusätzlich einen scherstabilen Viskositätsindexverbesserer um die Kälteanforderungen bis -26°C zu erreichen. Begibt man sich in niedrigere Temperaturbereiche mit 75W oder 70W bei einer Viskositätslage von SAE 90 oder höher, dann steigt der Formulierungsaufwand schnell an.
API-Klassifikationen für Getriebeöle
Das American Petroleum Institute (API) legt nicht nur internationale Spezifikationen für Motorenöle fest. Die API hat mit der Einordnung von Automotive-Getriebeölen in sechs GL-Klassen die gebräuchlichste Klassifizierung vorgegeben, die je nach Einsatzbereich die entsprechenden grundlegenden Anforderungen definiert. Das "GL" steht im Zusammenhang mit Öl für "Gear Lubricant", also Getriebeschmierstoff. Je nach Belastung, die im Getriebe vorherrschend ist, wird eine andere Zusammensetzung der Additive erforderlich.
Die API-Klassen GL-1, GL-2, GL-3 und GL-6 sind 1995 als „inaktiv“ eingestuft worden.
Wichtiger Hinweis zur Vermischung von Getriebeölen:
Es ist nicht empfehlenswert, Getriebeöle unterschiedlicher API-Klassen untereinander zu vermischen. Auch sollten Herstellerangaben nicht ignoriert werden. Wenn Ihr KFZ ein Öl der API-Klasse GL-5 benötigt, sollte kein Öl der Klassen GL-3 oder GL-4 eingefüllt werden. Die Öle GL-3/4 sind mit ihrer Additivierung den hohen Belastungen nicht gewachsen und können beschleunigten Verschleiß nicht verhindern.
Füllen Sie wiederum ein Öl mit Klasse GL-5 in ein Schaltgetriebe, welches für GL-3 oder GL-4 ausgelegt ist, kann die meist geringere Reibung zu einem Durchrutschen der Synchronisierung in der Schaltung führen.
Herstellerfreigaben für Getriebeöle
Die Einstufung nach SAE und API bildet nur eine sehr einfache Grundlage. Die tatsächliche Leistungsfähigkeit von Getriebeölen wird durch das Erfüllen zusätzlicher Spezifikationen bestimmt, die direkt von Getriebe- oder Fahrzeugherstellern (OEMs = Original Equipment Manufacturers) vorgegeben werden. OEMs legen Anforderungen für spezielle Getriebe- oder Fahrzeugtypen einer Marke fest. Achten Sie beim Kauf von Getriebeölen daher auf entsprechend geforderte Spezifikationen oder Freigaben. Richten Sie sich nach den Vorgaben in Ihrer Betriebsanleitung.
Wichtige OEM-Leistungsklassen von Getriebeölen sind:
- Mercedes-Benz Betriebsvorschriften
- MAN-Werknormen
- BMW-Normen
- VW-Normen
- Scania STO
- Volvo STD
Bei Fahrzeugen mit Automatikgetrieben sind General Motors und Ford führende Hersteller. Ihre Systeme rund um die Spezifikationen GM DEXRON und FORD MERCON waren wegweisend und werden auch heute noch von anderen Automobilherstellern adaptiert. Allerdings wurden sie vielfach durch individuelle Spezifikationen von OEMs abgelöst. Individuelle Leistungsklassen für ATFs werden u.a. auch von Mercedes-Benz, VW und vielen asiatischen Herstellern herausgegeben.
2-Takt-Öl für Mofa und Moped
Ein Mofa oder Moped ist ein typisches Fahrzeug, für das man 2-Takt Öl benötigt. In dieser Fahrzeugklasse sind die meisten Maschinen Zweitakter. Oft hat man ein älteres Fahrzeug, wenn man ein Mofa oder Moped fährt, wie zum Beispiel eine ältere Simson. Oder ein modernes Schaltmoped von Derbi, Rieju oder Beta.Welches 2-Takt Öl für diese Fahrzeuge am besten geeignet ist, beantworten wir hier.
Da mit den Bezeichnungen Mofa und Moped meist sehr allgemein umgegangen wird, müssen wir zunächst klären um was für ein Fahrzeug es sich genau handelt. Nur dann kann man eine genaue Empfehlung für ein 2-Takt-Öl abgeben.
2-Takt-Öl im Mofa
Mit der Bezeichnung „Mofa“ meinen wir ein Fahrzeug in der klassischen Bauweise von früher. Zum Beispiel eine Hercules oder ältere Zündapp. Solltest du hingegen einen Mofaroller besitzen, dann ist für dich der Artikel 2-Takt Öl für Roller der richtige.
An sich ist ein Mofamotor relativ anspruchslos. Gerade früher hat es auch noch gar nicht so viele verschiedene spezielle 2-Takt-Öle gegeben, und trotzdem haben alle Fahrzeuge diese Zeit problemlos überstanden. Deswegen darf es für ein Mofa auch ein sehr günstiges Öl sein. Da das Mofa (ungetunt) geringe Drehzahlen hat, wäre ein teures vollsynthetisches 2-Takt-Öl sogar eher schädlich, da es im Mofa nicht so gut verbrennen kann und der Auspuff mit der Zeit verölt.
Daher empfiehlt sich für das Mofa ein günstiges teilsynthetisches oder auch mineralisches 2-Takt-Öl. Für Oldtimer ist mineralisches Öl außerdem besser verträglich.
2-Takt-Öl im Moped
Mit der Bezeichnung „Moped“ werden einerseits ältere Zweiräder der 60er, 70er und 80er Jahre bezeichnet, worunter beispielsweise eine Kreidler oder ein Simson Moped fällt. Andererseits gibt es auch moderne Schaltmopeds von Herstellern wie Derbi, Rieju, Beta und weitere. Für beide Moped-Typen werden wir nun Empfehlungen für ein 2-Takt-Öl geben.
Für ein älteres Moped gilt ähnliches wie oben genanntes für ein Mofa. Viele der älteren Mopeds sind heute Oldtimer. Zu der Zeit ihrer Herstellung wurde mineralisches Öl verwendet und darauf wurden diese Fahrzeuge auch ausgelegt. Für die Dichtungen und ähnliches sind Syntheseöle nicht immer die beste Wahl. Deswegen ist ein günstiges mineralisches Öl empfehlenswert. Wer möchte, kann aber auch teilsynthetisches 2-Takt-Öl verwenden. Das hat bei höheren Verbrennungstemperaturen einen stabileren Schmierfilm und ist deshalb vor allem dann, wenn das Moped bis in höhere Drehzahlen dreht, eine gute Wahl.
Bei einem modernen Schaltmoped sieht die Sache ganz anders aus. Hier kommt eine ganz andere Motorengeneration zum Einsatz. Das sind moderne Motoren, die (vor allem ungedrosselt) sehr hoch drehen. Ein mineralisches Öl ist hier absolut ungeeignet, da der Schmierfilm bei hohen Drehzahlen eventuell nicht stabil genug sein kann.
Für ein modernes Moped muss es mindestens ein teilsynthetisches Öl sein. Hat man sein Moped sogar noch leistungstechnisch getunt, so dass die Drehzahlen noch höher sind, dann sollte man auf ein vollsynthetisches Öl setzen, auch wenn dies nochmal etwas teurer ist. Dieses bietet jedoch bei diesen Voraussetzungen die beste Leistung hinsichtlich einer guten Verbrennung und sicheren Schmierung.
Zusammenfassung
Man muss im einzelnen unterscheiden, was man für ein Fahrzeug hat. Die Begriffe „Mofa“ und „Moped“ werden heute leider ziemlich unterschiedlich verwendet.
Zusammenfassend lässt sich für die einzelnen Fahrzeugtypen festhalten:
- Für ein älteres Mofa (25km/h, z.B. Hercules, etc.): mineralisches oder teilsynthetisches Öl (relativ anspruchslos).
- Für ein älteres Moped (z.B. Simson, etc.): mineralisches oder teilsynthetisches Öl (kann man an der erreichbaren Maximaldrehzahl festmachen).
- Für ein modernes Moped (z.B. Derbi, etc.): mindestens teilsynthetisches Öl, für getunte Mopeds besser ein vollsynthetisches Öl.
Empfehlungen
Im Folgenden gibt es empfehlenswerte 2-Takt-Öle für die einzelnen Ölsorten.
- Mineralisch: ADDINOL SUPER MIX MZ 405 (rot gefärbt) 2T, 5 Liter
- Mineralöl rot gefärbt
- Spezifikationen und Freigaben:API TC, JASO FB, ISO-L-EGB, Husquarna 266
- Geeignet auch für Oldtimer Simson Schwalbe usw.
- MZ 405 kann mit Normal- und Superkraftstoffen gemischt werden
- Made in Germany
- Teilsynthetisch: Liqui Moly 1189 2-Takt-Motoröl selbstmischend 5 Liter
- von Liqui Moly GmbH
- Spezifikationen und Freigaben:ISO L-EGC, API TC, JASO FC, TISI (Thailand Int. Standard Inst.)
- 2-Takt-Motoroil besteht aus ausgewählten mineralischen und synthetischen Grundölen mit speziellen Additiven, abgestimmt auf den Einsatz in 2-Takt-Motoren mit Getrennt- oder Gemischschmierung
- Verschleiß- und Korrosionsschützend; Garantiert ein sauberes Zündkerzenbild
- Rückstandslose, aschefreie Verbrennung
- Vollsynthetisch: Liqui Moly 1505 Racing Synth 2T, 1 Liter
- von Liqui Moly GmbH
- Spezifikationen und Freigaben:API TC, ISO L-EGD, JASO FD, Husqvarna
- 2-Takt-Motorenöl mit modernen, speziell ausgewählten, hochwertigen Additiven
- Rückstandsfreie Verbrennung, Verschleiß- und korrosionsschützend
- Thermisch hochstabil, Selbstmischend; Schützt Motor und Auspuffsystem vor Ablagerungen
Getriebeöl 75W90 Vergleich
Hier ist eine Übersicht der besten Getriebeöle 75W90 im Vergleich:
| Modell | Einsatzgebiet lt. Hersteller | API-Klassifikation | Vorteile |
|---|---|---|---|
| Liqui Moly High Performance 75w90 | Universell für Schalt- und Transaxlegetriebe | GL-4+ | Guter Verschleißschutz, ermöglicht leichtes Schalten |
| Liqui Moly Getriebeöl-75w90 | Hochbelastete Schalt- und Nebengetriebe, besonders für Achsenantriebe ohne Sperrdifferential | GL-5 | Guter Verschleißschutz, ermöglicht leichtes Schalten, vielseitig einsetzbar |
| Liqui Moly Getriebeöl 75w90 | Nutzfahrzeuge, Schalt-, Neben- und Differentialgetriebe ohne Sperrdifferential | GL-4+5 | Vielseitig einsetzbar |
| Wagner Hypoid-Getriebeöl | Antriebsachsen mit Hypoidverzahnung, Kegel-,Lenk-,Stirnrad- und nicht synchronisierte Schaltgetriebe | GL-5 | Auch für hohe Temperaturen geeignet, guter Verschleißschutz, vielseitig einsetzbar |
| Motul 105777 | Hochbelastete Schalt- und Nebengetriebe, besonders für Achsenantriebe ohne Sperrdifferential | GL-5 | Guter Verschleißschutz, ermöglicht leichtes Schalten, vielseitig einsetzbar |
| Castrol Syntrax Longlife 75w90 | PKWs, Nutzfahrzeuge und Traktoren | GL-5 | Vielseitig einsetzbar |
| LIQUI MOLY 3825 Motorbike Gear Oil 75W-90 1 l | Motorrad-getriebe | GL-5 | Guter Verschleißschutz, Für höchstbelastete Motorradgetriebe |
| ADDINOL GETRIEBEÖL GH 75W-90 74300625 | Hypoidachsgetrieben mit großem Achsversatz | GL-4 + 5 | Guter Verschleißschutz |
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