In den letzten Jahren hat das E-Mountainbike eine rasante Entwicklung durchlebt. Denn zu den klassischen E-MTBs mit Powermotoren und dicken Akkus hat sich die Kategorie der Light-Bikes etabliert. Vor allem die sportliche Klientel will sich nicht passiv vom Rad den Berg rauf shutteln lassen, sondern ein fahraktives E-Bike, mit dem man sich sportlich und agil durchs Terrain bewegen kann. Feinfühlige Motoren sind dafür ebenso gefragt wie geringes Gesamtgewicht und sportliche Geometrien. Und die neue Generation der Minimal-Assist-Motoren macht genau das möglich.
Was ist ein Light E-MTB?
Ein Light E-MTB ist ein besonders leichtes E-Mountainbike, das durch sein geringes Gewicht und eine dezente, aber effiziente Motorunterstützung überzeugt. Diese Bikes wiegen meist zwischen 16 und 20 Kilogramm und bieten ein natürliches, agiles Fahrgefühl, das dem klassischen Mountainbiken sehr nahekommt. Möglich wird das durch High-End-Materialien wie Carbon sowie leichte Motoren und Akkus.
Light E-MTBs sind ideal für sportliche Fahrer, die mit fitteren Freunden mithalten möchten, aber auch für Solo-Biker, die längere Strecken oder mehr Höhenmeter in gleicher Zeit bewältigen wollen. Besonders praktisch sind Modelle mit herausnehmbarem Akku, die das Laden flexibler gestalten. Für sehr lange Touren oder Gruppen mit Full-Power-E-MTBs kann die geringere Akkukapazität jedoch ein Nachteil sein.
Die beliebtesten Motoren im Light E-MTB-Segment
Die beliebtesten Motoren im Light E-MTB-Segment sind der TQ HPR-50, Fazua Ride 60 und Bosch Performance Line SX. Sie sind kompakt, leicht und bieten eine harmonische, intuitive Unterstützung. Diese Motoren sind so konzipiert, dass sie das Gesamtgewicht niedrig halten und ein natürliches Fahrgefühl ermöglichen.
Bis 2022 hatte sich das Light- oder Minimal-Assist-Segment eher zaghaft Anteile am Gesamtmarkt erarbeitet. So richtig Fahrt aufgenommen hat das Thema, als 2022 der Fazua Ride 60 und der TQ HPR 50 vorgestellt wurden. Beide Motoren hoben die Light-Kategorie auf ein neues Level. TQ in Sachen Unauffälligkeit, Fazua beim Thema Vielseitigkeit. Beide machen seither mit kompakten Maßen ungeahnt schlanke Bikes möglich.
Im Frühjahr 2023 hat Specialized, einer der Vorreiter der Light-Sparte, sein neues Aggregat vorgestellt: den SL 1.2. Und natürlich ist auch Motoren-Weltmarktführer Bosch dieses Jahr in den Light-Ring gestiegen: Mit dem Performance SX haben die Schwaben dafür gesorgt, dass der Trend noch mehr in die Breite geht.
Leichte Materialien und Komponenten
Light E-MTBs wiegen zwischen 16 und 20 Kilogramm. Sie nutzen leichte Materialien und kompakte, effiziente Antriebseinheiten. Die Akkukapazität liegt meist zwischen 360 und 430 Wh und kann bei vielen Modellen mit Range Extendern erweitert werden.
Kompakte, leichte Batterien sorgen nicht nur für eine schlanke Bauform, mit ihnen lässt sich auch das Gesamtgewicht der E-Mountainbikes erheblich reduzieren. Und da die entsprechenden Light-Motoren aufgrund der geringeren Leistungswerte weniger energiehungrig sind, kann man auch mit kleinen Akkus ordentliche Reichweiten erzielen. Zudem gibt es die Möglichkeit, das Energiereservoir mit einem externen Range Extender aufzupeppen. Wieviel Wattstunden letztendlich zur Verfügung stehen, hängt vom Hersteller ab. Und am Ende ist es immer die Suche nach dem bestmöglichen Kompromiss aus Gewicht und Reichweite.
Der kleinste ist der neueste im Bosch-Akku-Angebot: der Intube-Akku mit 400 Wattstunden kommt in er Regel in Light-Bikes mit Bosch-SX-Antrieb zum Einsatz. Light-Vorreiter Fazua bietet zu seinem Ride60 einen 430-Wattstunden-Akku mit zusätzlichem 210-Wh-Range-Extender. Bei Forestal, wo mit Motorenhersteller Bafang zusammengearbeitet wird, muss man standardmäßig mit 360 Wattstunden auskommen, kann diese aber über einen Range-Extender mit zusätzlichen 250 Wh aufpeppen. Die gleiche Wattstunden-Kombi gibt es bei Orbea. Der spanische Hersteller befeuert damit den Shimano EP8 RS. Minimalist TQ setzt beim HPR 50 auf zwei unterschiedliche Varianten: Das super kompakte Aggregat lässt sich entweder mit 360 oder 250 Wh kombinieren und zusätzlich mit einem 160 Wh kleinen Range-Extender ergänzen. Die größten Variationsmöglichkeiten bietet Motoren-Gigant Bosch: Der SX lässt sich im Prinzip mit allen Bosch-Intube-Akkus kombinieren - 400, 500, 625 oder 750 Wattstunden. In der Regel kommt an Light-Bikes aber der 400er Akku zum Einsatz. Für lange Ausflüge steht zusätzlich ein Range-Extender mit 250 Wattstunden bereit.
Light E-MTB Kategorien
Light-E-MTB ist nicht gleich Light-E-MTB. Wie bei klassischen Bikes gibt es die E-Minimalisten auch mit unterschiedlichem Federweg und Einsatzbereich. Im Prinzip kann man die Light-Modelle am E-MTB-Merkt derzeit nach drei Kategorien unterscheiden:
Light-Down-Country
In dieser Kategorie wird mit Federweg geknausert - mehr als 130 mm stehen in der Regel nicht zur Verfügung. Statt in wildem Gelände zu performen, geht es hier um maximale Effizienz - alles wird dem Thema Leichtbau untergeordnet. Denn durch den gemäßigten Einsatzbereich machen an Light-E-Bikes der Down-Country-Kategorie auch abgespeckte Komponenten Sinn. Reifen, Bremsen, Federelemente, Anbauteile - überall steht Leichtbau vor Robustheit und Komfort. Besonders glänzen diese Flitzer auf sportlichen, flachen Ausfahrten, die teilweise auch ohne Motor-Power und über der 25-km/h-Grenze gefahren werden. Hier spielen die spritzigen Bikes ihre Stärke aus. Zielgruppe sind sportliche und fitte Piloten, die auch mit E-Unterstützung noch kräftig in die Pedale treten wollen. Extremes Gelände und Fahrkomfort treten in den Hintergrund. Lange Touren sind möglich, wenn man bereit ist, selber ordentlich in die Pedale zu treten - was einem auf Bikes dieser Kategorie leichter fällt als in anderen E-Klassen.
Light-Trail/-All-Mountain
Das Beste aus allen Welten: Light-E-Bikes der Trail- und AM-Kategorie sind echte Alleskönner. Trails? Ja. Lange Touren? Gerne. Können und Einsatzbereich der Bikes sind breit. Die allermeisten E-Mountainbike-Modelle sind in dieser Klasse zu finden. Zu Recht, denn diese Bikes sprechen mit ihrem Einsatzbereich eine sehr breite Zielgruppe an. Ob längere Touren im Gelände oder spritzige Trail-Runden: Hier trumpfen die Kandidaten dieser Kategorie auf. Mit guten Gewichten und gemäßigten Geometrien wird die Minimal-Diät auf dem Trail besonders gut spürbar. Im Vergleich zu derben Light-Enduros sind diese Bikes leichtfüßiger unterwegs. Trotzdem bieten sie Reserven für ernste Trail-Ausflüge. Mit gemäßigter Ausstattung lassen sich diese Bikes auch noch gut ohne Motor-Power treten. Die Klasse ist, je nach Auslegung und Motorsystem, sehr breit: Vom Minimalisten bis zum leichten Power-E-Bike sind verschiedene Ansätze vertreten.
Light-Enduro
Bei Federwegen ab 160 Millimeter aufwärts muss man den Begriff Light etwas relativieren. Gewichts-Rekordler sind hier nicht zu finden. Die Minimalisten in dieser Kategorie erreichen Gewichte um 18 Kilo. Dafür haben diese Bikes Abfahrts-Qualitäten, die in anderen Kategorien nicht zu erwarten sind. Auf langen Ausfahrten muss man selber viel Energie aufwenden, damit der Akku nicht zu schnell zur Neige geht - denn insbesondere die breiten, schweren Reifen ziehen Strom.
Top 5 der leichtesten E-MTBs 2023
Hier ist eine Liste der Top 5 der leichtesten E-MTBs des Jahres 2023:
- Rotwild R.X 275 Ultra: 15,59 Kilo
- Scott Lumen eRide 900 SL: 15,88 Kilo
- Stevens E-Maverick AM 9.4.3: 17,17 Kilo
- KTM Macina Scarp SX Prime: 17,44 Kilo
- Specialized S-Works Turbo Levo SL: 17,68 Kilo
Detaillierte Betrachtung einiger Modelle
Rotwild R.X 275 Ultra: 15,59 Kilo
Extremer kann man ein E-Mountainbike momentan wohl nicht interpretieren. Maximale Reduktion ist das Konzept des R.X 275. Wie kein zweites Bike ist dieses E-MTB darauf ausgerichtet, über weite Strecken ohne Motorschub gefahren zu werden. Besonderheit des Leichtgewichts ist ein Boost-Knopf, über den kurzfristig die maximale Leistung freigeschaltet wird. Dieser situative Schub soll der Fahrt eine besondere Dynamik verleihen. Zum Beispiel beim Beschleunigen aus Kurven oder Wegdrücken kurzer Rampen. Einen klassischen Hebel für die U-Stufen gibt es nicht, stattdessen soll sich der Fahrer eher eine sehr dezente Grundunterstützung einstellen. So sollen selbst mit dem kleinen 250er-Akku lange Ausfahrten möglich sein. Die Option auf einen Range-Extender gibt es obendrein.
Dieses super leichte E-Bike fährt sich mit ausgeschaltetem TQ-Motor völlig natürlich und ist im Handling von einem normalen MTB kaum mehr zu unterscheiden. Für flowige Trailrunden mit leichtem Push ist so ein Bike ideal, eine ordentliche Fitness vorausgesetzt. Aber: Für ausgedehnte Abenteuer in alpinem Terrain ist das Konzept nur sehr bedingt und für sehr wenige Kunden tauglich. Dank magerem 250-Wattstunden-Akku ist die Reichhöhe selbst mit dem minimalistischen TQ-Motor sehr gering, selbst mit Range Extender - und dann wiegt das Bike auch ein Kilo mehr. Solidere, schwerere Reifen müssten für Bergtouren auch sein. Außerdem ist der TQ nicht wirklich kraftvoll und durchzugsstark - extreme Steigungen auf ausgesetzten Trails schafft man mit dem Motörchen nur mit sehr hohem Eigeneinsatz.
Die Fakten zum Rotwild R.X 275 Ultra
- Kategorie: Down-Country
- Motor: TQ HPR 50, 50 Nm, Modi begrenzt auf max. 200 W, Boost-Knopf für kurzzeitige 300 Watt
- Akku: 250 Wh fest im Unterrohr integriert, optionaler Range Extender mit 160 Wh
- Federweg: 130/120 Millimeter
- Gewicht: 15,59 Kilo (Größe M, EMTB-Messung)
- Preis: 12.499 Euro
Scott Lumen eRide 900 SL: 15,88 Kilo
Kein Dämpfer und kein Motor zu sehen - Scott hat dem Lumen eine super cleane Optik verpasst, und auf den ersten Blick sieht das Bike dem unmotorisierten Scott Genius zum Verwechseln ähnlich. Denn dank des superkompakten TQ HPR 50 können die Schweizer ihr prägendes Konzept mit integriertem Dämpfer fast eins zu eins aufs E-MTB übertragen. Doch nicht nur die Optik sticht heraus. Das sündhaft teure Top-Modell wiegt mit fest integriertem 360er-Akku schlanke 15,88 Kilo, zudem in Größe L. Und dafür haben die Schweizer wirklich alle Register gezogen. Mit den superleichten Carbon-Laufrädern tritt sich der Flitzer auch ohne Motor richtig leichtfüßig. Dazu passt auch das Fahrwerk, das sich vom Lenker aus verhärten lässt. So bleibt der Motor freiwillig auch mal länger aus. Schaltet man den dezenten TQ HPR 50 dann ein, erklettert das Lumen souverän auch knifflige Anstiege. Auch in der Abfahrt macht das Bike richtig Spaß. Auch wenn die Leichtbauausstattung, allen voran die Reifen, keine allzu harte Gangart erlaubt. Das ist typisch für die Down-Country-Kategorie. Brillieren kann das Lumen auf sportlichen Touren und welligen Trail-Rides. Starke Beschleunigung, spritziges Fahrgefühl, ausgewogenes Handling, das ist gelungen.
Der integrierte Dämpfer hat übrigens nicht nur optische Auswirkungen. Der Platz im Hauptrahmen wird für eine zweite Flaschenhalteraufnahme genutzt. So passen der optionale Range-Extender (160 Wh) und eine große Trinkflasche gleichzeitig ans Bike. Weniger positiver Aspekt: Der Dämpfer ist fürs Setup deutlich schwieriger zu erreichen.
Fazit: Das Lumen ist ein Wegbereiter der leichten Down-Country-Kategorie. Das natürliche Fahrgefühl begeistert, das Handling ist spaßig, die Geräuschkulisse richtig angenehm. Ebenso rekordverdächtig wie das Gewicht ist allerdings der Preis von 15999 Euro für das Top-Modell.
Die Fakten zum Scott Lumen eRide 900 SL
- Kategorie: Down-Country
- Motor: TQ HPR 50, 50 Nm, max. 300 W
- Akku: 360 Wh, fest integriert, optionaler Range Extender mit 160 Wh
- Federweg: 130/130 Millimeter
- Gewicht: 15,88 Kilo (Größe L, EMTB-Messung)
- Preis: 15.999 Euro
Stevens E-Maverick AM 9.4.3: 17,17 Kilo
Leicht, leise, kurvengierig: Das E-Maverick ist das erste Light E-MTB von Stevens. Auch die Hanseaten setzen den TQ HPR50 für minimalistische E-Bike-Power und ein Fahrgefühl ein, das möglichst nah am Mountainbike ohne Motor liegt. Das E-Maverick gibt es in zwei Federwegsklassen. Als AM mit 140 Millimetern oder als ED mit 160 Millimetern an Front und Heck. In Sachen Gewicht hat natürlich das All-Mountain-Modell die Nase vorn.
Im EMTB-Test überzeugte das E-Maverick AM mit unbeschwertem Mountainbike-Feeling ohne Störgeräusche. Mit einem leichten Vollcarbonrahmen und Laufrädern in 29 Zoll ist das Stevens E-Maverick voll auf Performance ausgelegt. Entsprechend punktet das E-Bike auch beim Gewicht: 17,17 Kilogramm sind ein starker Wert in dieser Federwegsklasse, zumal sich der Akku wenigstens mit etwas Aufwand entnehmen lässt. Nur die Down-Country-Bikes von Scott und Rotwild sind bei gleichwertiger Bereifung nochmal deutlich leichter, haben aber einen Zentimeter weniger Federweg und sind zudem erheblich teurer. Auf sportlichen Runden und flowigen Trails ist das leichte E-Maverick AM in seinem Element und taugt dank schneller Reifen auch zum Strecke-Machen über 25 km/h. Das Handling ist spaßig und direkt, das Fahrwerk komfortabel. Super: Der Motor ist sehr leise bergauf, und auch bergab klappert nichts. Zum idealen Trail-Räuber fürs Mittelgebirge fehlt aber etwas mehr Fahrsicherheit in schwerem Gelände. Hier limitieren die Reifen, der knappe Hub und die straffe Gabel.
Der TQ HPR 50 ist mit seinen 50 Newtonmetern und 300 Watt auch in der Light-Klasse verhältnismäßig schwach. Wer bisher ohne Motor gefahren ist, wird den Schub dennoch als kräftig empfinden. Aber: Einfach Beine fallen lassen, während der Motor einen den Berg hinaufschiebt, dafür ist das Motörchen nicht ausgelegt. Dafür ist das Aggregat nur faustgroß und kommt kompakt unauffällig im Tretlagerbereich des E-Maverick unter. Auch im Stevens wird der TQ-Motor mit dem 360-Wh-Akku kombiniert - das reicht für ungefähr 1000 Höhenmeter. Optional steht der Range-Extender mit 160 Wattstunden zur Verfügung. Damit der Akku nicht nur in der Werkstatt ausgebaut werden kann, hat Stevens eine Service-Klappe im Unterrohr eingebaut. Hier kann man nach dem Lösen von drei Schrauben und dem Abstecken des Haupt-Kabels den Akku bei Bedarf entnehmen.
Die Fakten zum Stevens E-Maverick AM 9.4.3
- Kategorie: Trail / All Mountain
- Motor: TQ HPR 50, 50 Nm, max. 300 W
- Akku: 360 Wh, entnehmbar, optionaler Range Extender mit 160 Wh
- Federweg: 140/140 Millimeter
- Gewicht: 17,17 Kilo (Größe R4, EMTB-Messung)
- Preis: 9.999 Euro
KTM Macina Scarp SX Prime: 17,44 Kilo
Auch 17,4 Kilo sind eine Ansage bei 140 Millimeter Federweg! Insbesondere da im KTM der verhältnismäßig starke Bosch SX und ein leicht entnehmbarem 400er-Akku stecken. Und mit 8400 Euro driftet das Scarp SX Prime auch nicht in absurde Preisdimensionen ab wie andere Superleicht-E-MTBs. Dafür zieht das KTM bei der Ausstattung alle Diätregister: Carbon-Rahmen, Carbon-Laufräder, dazu eine XTR-Schaltung. Außerdem: ein schmaler Carbon-Lenker, eine XC-Tele-Stütze mit nur...
Weitere Aspekte des E-Bike-Gewichts
Ein E-Bike ist kein Leichtgewicht - damit hatte man sich in den letzten Jahren abgefunden. Ein E-Bike bis 20 Kilo Gewicht wie das Canyon Roadlite:ON 8 war beinahe unvorstellbar, die meisten Modelle waren und sind deutlich schwerer. Zum einen bringen die Komponenten des Antriebs Zusatzgewicht ans Rad. Der Motor, der Akku, Sensoren, Display und Kabel - sie alle tragen ihren Teil zum höheren Gewicht bei. Motoren unterschiedlicher Bauart und verschiedener Leistungsklassen unterscheiden sich beim Gewicht. Drei bis vier Kilo weniger sind das schnell einmal, so dass ein E-Bike ohne Akku statt 27 nur noch 23 Kilo wiegt.
Das Thema Reichweite wird oft groß geschrieben, als Konsequenz ist die Kapazität der Akkus in den letzten Jahren immer weiter gewachsen und mit ihr das Gewicht der Batterien. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Carbon-E-Bike wie das Rennrad Trek Domane+ SLR 9 oder ein Aluminium-E-Bike handelt. Die Bremsen müssen ausreichend dimensioniert sein, Laufräder und Reifen stabil und die Federelemente - falls vorhanden - an das höhere Systemgewicht angepasst sein.
Warum sind E-Bikes so schwer und wie kann man sie leichter machen?
Die Größe des Akkus hat enormen Einfluss auf das Gewicht eines E-Bikes, nicht unerheblich sind auch die Art und Größe des Motors und damit seine Leistungsfähigkeit. Sind das Drehmoment und die Leistung des Motors geringer, kann die Kapazität des Akkus weniger groß ausfallen und damit sinkt automatisch dessen Gewicht . Die Kategorie des Bikes hat ebenfalls Einfluss auf dessen Gewicht. So sind an einem schlanken Urban-E-Bike leichtere Komponenten montiert als an einem E-Mountainbike.
Handhabung, Fahrverhalten und Komfort, plus technischer Fortschritt - das sind wesentliche Punkte für den Erfolg der leichten E-Bikes. Keine Mini-E-Bikes, wie das Cube Compact Sport Hybrid, sondern leichte E-Bikes in herkömmlicher Dimension. Ein leichtes E-Bike für Damen, das unter 20 kg wiegt, wie das Ampler Juno, bietet dieselben Vorteile. Auch bei E-Bikes für Herren spielt das Gewicht eine Rolle. Wer den Akku nicht in einer Garage oder im Treppenhaus laden kann, freut sich über die Option diesen zu entnehmen und in der Wohnung an die Steckdose anzuschließen.
Ein geringeres Gewicht spielt jedoch nicht nur bei der Handhabung generell eine Rolle, sondern es nähert das Fahrverhalten des E-Bike dem eines „normalen“ Fahrrads an. Das ist nicht zuletzt sportlichen Fahrern willkommen, ob am Gravelbike, am Rennrad oder am Mountainbike.
Was kostet ein leichtes E-Bike?
Bis zu 15.000 Euro sind möglich. Die Preisspanne ist hier ähnlich weit gefächert wie bei „Biobikes“ und herkömmlichen E-Bikes. Je hochwertiger ausgestattet, desto teurer.
Neben den bereits genannten sportlichen und stylischen E-Bikes sollen auch Klappräder möglichst leicht sein. Klar, denn sie sollen gut zu transportieren sein und da ist es hochwillkommen, wenn ein E-Bike Klapprad wie das Woscat C1 unter 20 kg wiegt. Besser noch natürlich, das leichte Faltrad liegt sogar unter 10 kg. Es ist ein Abwägen, denn das geringere Gewicht bedeutet normalerweise schwächere Motorleistung und geringere Reichweite. Wer maximale Unterstützung sucht und ausgedehnte Touren plant, ist mit einem Standard-E-Bike besser beraten.
Gerade im E-Mountainbike-Sektor wächst das Angebot derzeit beinahe explosionsartig, wobei der im Sommer 2022 vorgestellt TQ HPR50-Motor einen großen Anteil hat. Immer mehr Marken bieten mit ihm ausgestattete E-Mountainbikes an.
Leichte E-Bikes im Alltag
Es gibt auch eine Reihe von leichten E-Bikes für den täglichen Gebrauch, die sich durch geringes Gewicht und praktische Eigenschaften auszeichnen. Hier einige Beispiele:
- Minimalistisches Stadtrad mit einem Gewicht von unter 20 Kilogramm, ausgestattet mit einem kompakten Heckmotor und ohne Schaltung.
- Sportliches Urban E-Bike, das mit einer wartungsfreien Nabenschaltung und einem sauberen Riemenantrieb punktet.
- Dynamisches Pendler-E-Bike mit Shimano Nexus 5-Gang-Schaltung, das mit einem leichten und leisen TQ-HPR50-Antrieb ausgestattet ist.
Das zulässige Gesamtgewicht von E-Bikes
Da E-Bikes selbst schon einige Kilos auf die Waage bringen, stellt sich Käufern auch die Frage nach dem zulässigen Gesamtgewicht. Das Gewicht des Pedelecs plus das Gewicht des Fahrers und gegebenenfalls Gepäck dürfen dieses nicht überschreiten.
Bei aktuellen E-Bikes liegt das zulässige Gesamtgewicht oft zwischen 120-130 Kilogramm. Rechnet man nun ein, dass das Pedelec selbst etwa 20-25 Kilogramm wiegt und bei den meisten Fahrten noch Gepäck hinzukommt, kommt ein solches E-Bike für Fahrer mit einem Gewicht über 90 kg kaum in Frage. Giant E-Bikes hingegen sind für ein Gesamtgewicht von 156-161 kg ausgelegt.
Hier eine kleine Auflistung einiger Hersteller mit verschiedenen Antrieben und einem höheren zulässigen Gesamtgewicht:
- Trek E-Bikes 136 kg Bosch Motor
- Raymon E-Bikes 130 kg Yamaha
- Ghost E-Bikes 140 kg Shimano Motor / Bosch Motor
- Giant E-Bikes 156-161 kg Giant SyncDrive Sport/Pro (Kooperation mit Yamaha)
- Kalkhoff E-Bikes 140-170 kg Bosch Motor
- Carver E-Bikes 140 kg Bosch Motor
Tipps für den Alltag mit schweren E-Bikes
Hier sind einige Tipps, wie man mit dem Gewicht von E-Bikes im Alltag umgehen kann:
- Treppe mit der Schiebehilfe überwinden: Falls das E-Bike eine Schiebehilfefunktion hat, kann diese zur Unterstützung genutzt werden. Schiebehilfe starten, den Lenker gut festhalten und das Vorderrad etwas anheben.
- Tragen, aber richtig: Muss das E-Bike doch einmal Stufen hinaufgetragen werden, auf die richtige Körperhaltung achten. Zum Anheben leicht in die Knie gehen und den Rücken gerade lassen.
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