Ghost Elektro Mountainbike Test: Ein umfassender Überblick

Der Bike-Hersteller GHOST Bikes aus dem bayerischen Waldsassen ist vor allem Bikern im deutschsprachigen Raum ein Begriff. 1993 gegründet, hat die Marke einen festen Platz in der Bike-Branche und ist seit 2008 Teil der niederländischen Accell Group, zu der mehrere Fahrradmarken gehören. Seit 2011 gibt es auch E-Bikes unter der GHOST-Flagge und das E-RIOT ist schon lange fester Bestandteil im vollgefederten E-MTB-Portfolio der Bayern.

Design und Integration

Mit der Neuauflage 2024 ist das RIOT jetzt deutlich schlanker und die Formsprache aggressiver geworden. Dazu tragen die klare Linienführung und die Motor-Integration bei - das RIOT ist eines der am wenigsten klobig wirkenden Bosch-Bikes in diesem Test. Allerdings ist das Unterrohr mit 342 mm noch immer etwas klobig und zählt zu den breitesten drei in diesem Testfeld. Zuvor muss man das Kunststoff-Cover entfernen, das sich wenig hochwertig anfühlt und während der Fahrt klappert. Geladen werden kann der Akku aber auch direkt im Bike, der Ladeport dafür sitzt seitlich vor dem Motor. Entnehmbar, aber nicht so solide wie der Rest des Bikes.

Bosch-System Integration

Kommen wir jetzt zur Integration des Bosch-Systems: Bei keinem anderen Bike mit Bosch-Motor im Test ist sie so gut gelungen wie beim GHOST. Das verleiht dem Bike eine cleane Silhouette. Ebenso clean kommt das Cockpit daher: Die minimalistische, kabellose Mini Remote sitzt diskret am Lenker, während das Kiox 300-Display nahtlos ins Oberrohr integriert ist - das hat kein anderer Hersteller im Test so clean geschafft. Nice! So sind am sonst so sportlichen GHOST-E-Bike auch Zusatzinformation immer ablesbar und auch die Navigation übers Display ist möglich.

Wer sich etwas mit dem Bosch-System auskennt, weiß aber auch, dass ohne Bosch System Controller nichts geht. Und genau der sitzt am GHOST fast unsichtbar unter dem Oberrohr über dem Dämpfer. Hat man ihn einmal ertastet, geht das Einschalten ganz intuitiv, auch wenn man ihn nicht sehen kann.

Weitere Details

Am Unterrohr verfügt das GHOST über gut erreichbare Anschraubpunkte für einen Flaschenhalter und der Kettenstrebenschutz ist großzügig und dämpft jegliches Kettenklappern. Alle Kabel sind intern verlegt und verlaufen hinter dem Steuersatz in den Rahmen. Dort sind sie gut geklemmt, sodass auch hier keine nervigen Geräusche entstehen. Anstelle eines Toolmounts gibts am GHOST ein integriertes Multitool im Steuerrohr inklusive Kettennieter - praktisch!

Ausstattung

Bei der Ausstattung setzt das GHOST fast ausschließlich auf SRAM- oder RockShox-Komponenten. Bremsen, Schaltung und Fahrwerk kommen vom US-Giganten. Die RockShox ZEB Ultimate-Gabel mit 170 mm sorgt für Präzision an der Front und lässt sich vollumfänglich einstellen. Am Heck macht der VIVID Ultimate-Dämpfer nicht nur optisch was her, sondern punktet auch in Sachen Einstellbarkeit sowie mit Standfestigkeit auf langen Abfahrten.

Bei den Bremsen setzt GHOST standesgemäß auf die kräftigsten im SRAM-Portfolio: MAVEN Ultimate. Als würden die nicht schon genug zupacken, werden sie am RIOT sogar mit 220-mm-Bremsscheiben vorn und hinten kombiniert, was einen genauso herunterbremsen könnte wie ein Brückenpfeiler, der plötzlich im Weg steht. Das elektrische SRAM GX Eagle AXS Transmission-Schaltwerk, das die 12 Gänge durchwechselt, wird per Funksignal geschaltet und ist direkt am Rahmen montiert.

Nur bei der Dropper Post greift GHOST ins eigene Regal und hat die GHOST Alpha 1 Dropper mit 200 mm Hub verbaut - eine perfekte Lösung, die für gute Bewegungsfreiheit sorgt! Die HXC 1501-Laufräder kommen von DT Swiss und sind mit den Carbon-Felgen darauf ausgelegt, etwas Gewicht einzusparen. Bereift sind sie mit Continental Kryptotal-Reifen, vorn in der weichen Soft-Gummimischung mit Enduro-Karkasse und hinten mit robuster Downhill-Karkasse und derselben Gummimischung - top!

Fahreigenschaften

Der kraftvolle Bosch-Motor schiebt mit seinen 85 Nm souverän an. Zusammen mit der moderat sportlichen Sitzposition auf dem GHOST können so auch steile Anstiege spielerisch genommen werden, ohne dass sich das Vorderrad abhebt. Auf technischen Uphills bewährt sich das GHOST als Kletterprofi. Die griffigen Reifen und der traktionsstarke Hinterbau, der nicht zu tief einsinkt, lassen euch stets die Kontrolle und vor allem den Grip am Hinterrad behalten. Die sehr leichtgängige Dropper Post erlaubt schnelle Anpassungen im Uphill ohne viel Kraftaufwand, sodass ihr euch in jeder Situation optimal positionieren könnt.

Im direkten Vergleich ist das GHOST auf einer Höhe mit dem Santa Cruz Vala oder Orbea WILD - Nur der Testsieger und wenige Exoten können dem GHOST bergauf das Wasser reichen. Das Fahrwerk schluckt Unebenheiten souverän weg und sorgt für massig Traktion, die es auch auf grobem Untergrund stabil hält. Der tief integrierte Stand im Bike gepaart mit der hohen Front vermitteln viel Sicherheit, auch wenn es steil wird.

Für flowige Trails gibt es hingegen verspieltere Kandidaten, wie das FOCUS JAM² oder das YT DECOY SN. Auf flowigen Trails mit schnellen Richtungswechseln und Kanten zum Abziehen fehlt es dem RIOT etwas an Agilität und Gegenhalt aus dem langhubigen Chassis. Ballermann. Wer gerne über jede Bodenwelle abspringt und das Bike aktiv über den Trail tanzen lassen will, wird sich etwas mehr Pop aus dem Fahrwerk wünschen. Dafür glänzt es mit seiner Traktion und berechenbarem Handling, was es in technischen Sektionen zu einer echten Waffe macht.

Ist der Trail richtig grob und schnell, kann man mit dem GHOST alles plätten wie mit einer Planierraupe und muss kaum Hindernissen ausweichen. Dicke Schläge werden vom Fahrwerk easy geschluckt wie ein Pancake zum Frühstück und auch für verpasste Landungen und harte Hits hält der Federweg noch Reserven bereit. So braucht man sich auf groben Abfahrten auf dem GHOST nicht zurückzunehmen und kann die Bremse getrost lange offen lassen. Schnell, grob und steil? Das GHOST E-RIOT ist für abfahrtsorientierte E-Bike-Piloten, die gerne ordentlich Gas geben wollen und erst im letzten Moment die Bremse ziehen. Das Fahrwerk und die Geometrie vermitteln viel Sicherheit und Traktion, um es richtig krachen zu lassen. Auf flachen und flowigen Trails, wo es für ein Fahrwerk nicht viel zu tun gibt, ist das GHOST etwas gelangweilt … Wer hier Spaß erzwingen will, muss viel Input geben und kraftvoll pushen, um auf seine Kosten zu kommen.

Das neue GHOST E-RIOT 2025

Das neue GHOST E-RIOT besticht durch einen sportlichen, eleganten Look und wird vom Hersteller als „Bike für das Extreme“ bezeichnet. Das GHOST E-RIOT 2025, die dritte Generation des E-MTBs, bleibt optisch dem Vorgänger treu, wirkt jedoch moderner und sportlicher. Es rollt auf 29”/27,5”-Laufrädern und bietet mit 10 mm mehr Federweg an der Front nun 170 mm vorne und 160 mm hinten.

Die vom Vorgänger bekannte TractionLink-Kinematik besteht aus einem einteiligen Hinterbau, der über zwei kurze Links mit dem Hauptrahmen verbunden ist. Das GHOST E-RIOT 2025 präsentiert sich nicht nur äußerlich sichtbar überarbeitet mit seinen flachen, optisch schnellen Linien. Es stecken auch viele Neuerungen in den Details, die deutlich eleganter und sportlicher als beim Vorgänger wirken. Die intern verlegten Kabel verlaufen hinter dem Steuersatz sauber geklemmt durch den Rahmen, was störendes Klappern verhindert.

Gesteuert wird das Bike über die kabellose Mini Remote am Lenker. Da die Steuereinheit, der Bosch System Controller, unterhalb des Oberrohrs angebracht ist, konnte GHOST das Kiox 300-Display oben in das Oberrohr einlassen. Das GHOST E-RIOT 2025 ist mit der RockShox ZEB Ultimate-Federgabel und dem RockShox Vivid Ultimate-Luftdämpfer ausgestattet, die wie gewohnt für erstklassige Trail-Performance und hohe Einstellbarkeit sorgen.

Um den Rahmen bei einem Sturz zu schützen, ist ein Knock Block verbaut, der den Lenkeinschlag begrenzt. Die GHOST Alpha 1-Dropperpost bietet mit 200 mm Hub viel Bewegungsfreiheit und sorgt in Kombination mit der Kind Shock-Remote für eine gute Ergonomie. Die elektronische SRAM GX Eagle Transmission-Schaltung, direkt am Rahmen montiert, ermöglicht präzise Schaltvorgänge, auch unter Last.

Die SRAM MAVEN Ultimate-Bremsen mit 220-mm-Scheiben vorne und hinten versprechen brachiale Bremskraft - ideal für das abfahrtsorientierte Bike. Passend dazu gesellen sich die Continental-Reifen: An der Front ist der Kryptotal Fr mit Enduro-Karkasse und SuperSoft-Gummimischung aufgezogen, während am Heck der Kryptotal Re mit Downhill-Karkasse und Soft-Gummimischung montiert ist.

Modellvarianten und Preise

Das Einstiegsmodell Advanced ist mit einer SRAM NX-Schaltung, einem RockShox-Fahrwerk auf Einstiegsniveau und SRAM DB8-Bremsen ausgestattet. Diese Variante richtet sich an Fahrer, die ein solides Setup zu einem attraktiven Preis suchen. Die Pro-Variante bietet ein deutliches Upgrade mit einer Shimano XT-Schaltung, DEORE-Bremsen und einem FOX Performance-Fahrwerk. Für das Full Party-Modell liefert ein Feuerwerk an Komponenten mit dem FOX Factory-Fahrwerk, den SRAM MAVEN Silver-Bremsen und dem neuen SRAM S1000 Transmission-Schaltwerk - unser klarer Preis-Leistungs-Tipp!

Das GHOST E-RIOT 2025 ist in vier Größen erhältlich: S, M, L und XL. In Größe L bietet es mit einem Reach von 490 mm eine für ein modernes E-MTB eher lange Geometrie.

Fahreindruck des E-RIOT 2025

Startet man mit dem GHOST E-RIOT seine Tour, fühlt man sich sofort wohl und nimmt eine zentrale Sitzposition ein, die eine effiziente Kraftübertragung ermöglicht. Die Sitzposition ist weder zu sportlich noch zu frontlastig, und selbst bei maximaler Motorunterstützung im Turbo-Modus bleibt das Vorderrad ruhig auf dem Boden - ohne die Gefahr, unfreiwillig einen Wheelie zu machen. Auch bergab macht der Motor keinen Mucks - Klappern oder ähnliche störende Geräusche gibt es hier nicht, top!

Mit seinem hohen Gewicht und dem üppigen Federweg fühlt sich das GHOST E-RIOT an wie ein Rallye-Auto: Es schluckt Unebenheiten und Hindernisse problemlos weg, während ihr schön zentral zwischen den Reifen bleibt. Das gibt mächtig Selbstvertrauen und verleitet dazu, neue Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen. In engen Kurven oder auf verwinkelten Trails zeigt sich allerdings die Kehrseite: Das Bike wirkt etwas behäbig und erfordert Nachdruck, um es durch enge Anlieger zu manövrieren.

Es ist jedoch nicht sperrig und lässt sich auch hier problemlos handeln - das starke Fahrwerk trägt seinen Teil dazu bei. Es bietet guten Gegenhalt, sodass man mit dem Bike arbeiten, durch Wellen pushen und an Kanten abziehen kann. Gleichzeitig ist es sensibel genug, um gute Traktion am Heck zu generieren, und bietet auch bei harten Einschlägen noch genügend Reserven. Das kleinere Hinterrad sorgt für zusätzliche Agilität, insbesondere wenn man sich in Kurven legt - hier kann man das Heck schön hineindrücken.

Wer ein schickes Bike sucht und mit viel Selbstvertrauen die Trails runter moshen möchte, ohne dabei auf das letzte Quäntchen Agilität angewiesen zu sein, liegt mit dem GHOST E-RIOT 2025 genau richtig.

Fazit zum GHOST E-RIOT 2025

Das GHOST E-RIOT 2025 hält sein Versprechen als robustes E-MTB für anspruchsvolle Trails. Mit starker Ausstattung, durchdachten Details und modernem Look bietet es viel Selbstvertrauen auf groben Strecken, ohne dabei zu träge zu sein. Das solide Fahrwerk sorgt für guten Gegenhalt und Kontrolle, auch wenn es nicht das agilste Bike ist.

Weitere E-Bike Modelle von Ghost

Ghost stellt Mountainbikes verschiedener Klassen her, die sich entweder als Allrounder definieren oder für ein bestimmtes Fahrverhalten (Tour, Trail, Enduro) vorgesehen sind. Zudem gibt es Stadträder und die sehr beliebten, da vielseitig einsetzbaren Trekking E Bikes.

Geschwindigkeit und Funktionsweise

Wie immer hat das ebike eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h - während schneller Abfahrten kann dein Tempo natürlich auch mal darüber liegen, allerdings wird dich der Motor dann nicht mehr unterstützen. Früher bezeichnete man das e Bike vorrangig als Pedelec - weil du nach wie vor in die Pedale treten musst, aber dank der Motorunterstützung das Gefühl hast, mächtig Rückenwind zu erhalten. Bergaufschieben gehört endlich der Vergangenheit an, denn das e Bike bringt dich über jeden Hügel!

Gewicht und Akku

Typischerweise hat ein e Bike ein Gewicht von etwa 26 kg, was an dem schweren Antriebssystem hängt. Mit dem Path Riot Enduro MTB hat Ghost aber ein 22 kg leichtes e bike mit Fazua Motor und großzügiger Federung entwickelt, das für Downhill-Fahrspaß sorgt. Bei den meisten ebikes wird der kompakte 2 Ah Charger mitgeliefert, der je nach Akku-Kapazität zwischen 5 und 7,5 Stunden braucht, um die Batterie voll aufzuladen. Die 4 Ah Ladestation hat eine durchschnittliche Ladezeit von 4,5 Stunden.

Reichweite

Im Test hatten die Mountain E Bikes von Ghost eine tatsächliche Reichweite von 35 bis 48 km, was im Mittelfeld liegt.

Preisgestaltung

Die Preise für ein alltagstaugliches Trekkingrad beginnen bei etwa 2.399 €, was im Normalbereich für diese e Bike Kategorie liegt. Es gibt aber auch einige Hardtail Mountainbikes, die du für unter 3.000 € kaufen kannst, wie z.B. das Ghost E-Teru B Essential für 2.699 €. Für das Ghost E-Square Trekking Advanced e-bike musst du 2.999 € einberechnen, wobei du abgesehen von der E Bike Versicherung erstmal keine weiteren Ausgaben haben wirst. Am teuersten sind natürlich die vollgefederten Fully E Bikes, die auch mal über 4.000 € kosten können. Im Vergleich zu anderen Marken ist Ghost günstig bis mittelpreisig. So ist die Preisgestaltung sehr ähnlich zu den MTB E Bikes von KTM. Die Marke Haibike hat ein paar günstigere, aber auch viel teurere Angebote im MTB-Bereich.

Alternativen

Es gibt 2 Modelle von Jeep E Bikes, mit denen Ihr die Ghost E Bikes vergleichen könnt. Zum einen das Jeep Trekking TLR 7010, das gerade im Angebot ist und somit günstiger als Ghost. Und zum anderen das SUV Jeep ULM 7000, das schon etwas teurer ist. Beide bringen aber eine ähnliche Qualität mit. Das SUV ist ein echter Allrounder mit höherer Traglast, sehr stabil und trotzdem leicht gebaut.

Das Eskute Wayfarer ist im Vergleich zu den Ghost E Bikes wesentlich günstiger, aber dennoch vernünftig ausgestattet. Es erreicht immerhin auch 100 Km Reichweite. Wem das weit genug ist, der spart hier Geld. Die Ausstattung des Eskute ist Mittelklasse, also nichts zu meckern.

Testsieger ist ein Hepha E Bike geworden, das im Vergleich zu Ghost E Bikes recht günstig ist, obwohl die meisten Leistungsparameter sogar besser sind. Die Reichweite ist höher, das Drehmoment und damit die Beschleunigung und die Steigleistung am Berg. Wir stellen auch das Hepha in unserem Testbericht vor.

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