Ghost Mountainbikes GmbH: Eine Erfolgsgeschichte aus Waldsassen

Die Ghost Mountainbikes GmbH ist ein bekannter Wettbewerber im deutschen Fahrradmarkt seit dem Jahr 2001. Seit über 20 Jahren werden bei GHOST Fahrräder gebaut. Angefangen hat alles mit 2 Freunden, einer kleinen Garage und der Idee, genau die Räder zu bauen, die Spass machen und besser als alle Anderen sind. Uwe Kalliwoda und Klaus Möhwald, die beiden Firmengründer, konnten damals nicht im kühnsten Traum erahnen, dass ihre Firma sich zum internationalen Hersteller mit über 330 Beschäftigten weltweit entwickeln würde.

Die Anfänge und ersten Erfolge

GHOST-Bikes wurde 1993 von den jungen Bike Enthusiasten Uwe Kalliwoda und Klaus Möhwald im nordbayerischen Waldsassen/Oberpfalz gegründet. Die Leidenschaft zum Beruf zu machen? Wer von uns möchte sich nicht diesen Luxus leisten können? Diesen Traum haben wir sich, Klaus Möhwald und Uwe Kalliwoda, 1993 mit Ghost Bikes verwirklicht. Aus Ghost Fahrräder entwickelte sich von einer Hinterhofschmiede zu einen einem global agierenden Unternehmen - der Ghost Bikes GmbH aus Waldsassen.

Mit dem LECTOR stellten Uwe Kalliwoda und Klaus Möhwald 1993 unter ihrer frisch gegründeten Marke GHOST Bikes ihr erstes Bike vor: Ein edles, leichtes Hardtail Mountainbike, dass für damalige Standards ein echter Gamechanger war. Inspiriert vom Film rund um den „hungrigen“ Hannibal Lecter wollten sie ihrem ersten Bike, welches gierig nach Kilometern und Höhenmetern war, den gleichen Namen geben. Fakt ist jedoch, dass das LECTOR ein legendäres Rad und der Grundstein zum Erfolg wurde. Später trugen alle Top-Produkte den Zusatz LECTOR. 2016 präsentierte GHOST dann die sehnlichst erwartete Neuauflage des LECTOR - diesmal in Carbon.

In Waldsassen (Nordbayern) kreierte Ghost Bikes, die dem Anspruch neue Maßstäbe zu setzen genügen mussten. Einfach immer ein bisschen besser zu sein und zu werden war das erklärte Ziel. Dabei war der Anspruch von Ghost Bikes schon immer, mit den Produkten neue Maßstäbe zu setzen. Im Jahr 1994 startet Ghost Bikes mit einer Palette von 3 Bikes. Darunter fällt auch das legendäre Ghost Lector mit nur 8.5 kg. Das Montagewerk wird im benachbarten Tschechien errichtet und der Aufbau eines Vertriebsnetzes trägt langsam Früchte.

Zwei Jahre später werden mit großem Erfolg die ersten Fully Mountainbikes auf den Markt gebracht - das Ghost FSP 1 & 2. Da die Familie der Ghost Fahrräder immer weiter wächst muss schon 1996 der Umzug in neue Lager und Büroräume geplant werden. 1998 umfasst die Produktrange von Ghost Bikes mittlerweile 12 Modelle. Darunter fallen zu diesem Zeitpunkt von 5 Ghost Mountainbike Fullys. Im darauffolgenden Jahr sind schon mehr als 25 Bikes im Programm von Ghost. Dabei fallen jetzt auch eine Reihe an Kinderfahrräder, Trekkingbikes und Rennräder.

Innovation und Wachstum

Im Jahr 2001 werden neue Werkstoffe an den Fahrradrahmen verwendet - die große Zeit der Scandium Rahmen scheint gekommen. In diesem Jahr produzierte das Unternehmen ein Fahrrad mit Scandium-Legierung. Bei Ghost erkennt man langsam das auch Frauen eine immer größere Zielgruppe werden. Die logische Konsequenz sind die ersten Ghost Mountainbikes für Damen. Dabei werden die Ghost Mountainbikes für Ladys speziell auf deren Bedürfnisse zugeschnitten - niedrigerer Einstieg, schmaler Lenker, kürzere Kurbel, weicher abgestimmte Federgabel und Dämpferelemente.

2003 eröffnet die Ghost Bikes GmbH die ersten Niederlassungen in China und Taiwan. Im Jahr 2006 wird das - nach heutigem Kenntnisstand sehr erfolgreiche - Ghost AMR Mountainbike eingeführt. Mit diesem All Mountainbike schafft Ghost Bikes nun den Durchbruch in ganz Europa. Die ersten Carbon Hardtail sowie das wiederauferstandene Ghost Lector werden 2007 der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Ghost Bikes ist heute in einem großen Angebot an Hobby-Radler wie Profis gleichermaßen beständig. Die Größe des Unternehmens machte bereits mehrmals Umzüge in größere Standorte erforderlich. Die Marke entwickelt und produziert hochwertige Fahrräder für Profifahrer wie Freizeitsportler: Das Sortiment umfasst Mountainbikes, Rennräder, Trekking und E-Bikes sowie urbane Modelle. Auch Tourenräder, Rennräder, Gravelbikes sowie e-Bikes verschiedener Kategorien sind erhältlich. Diese gehören zu 20 Produktfamilien unterschiedlicher Fahrräder.

Engagement im Radsport

Mit Sabine Spitz wird die erfolgreichste deutsche Mountainbikerin als Team-Fahrerin verpflichtet. Keiner konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, das Sabine Spitz im darauffolgenden Jahr auf einem Ghost Fahrrad olympisches Gold gewinnen würde. Ghost Bikes beliefert auch Profi-Sportler bei olympischen und anderen Wettkämpfen. Sabine Spitz, die 2008 auf einem Ghost-Bike olympisches Gold gewann, ist involviert. Ghost ist als engagierter Sponsor einiger der weltbesten MTB-Teams und Athleten bekannt. Spitzen-Radfahrern sind in verschiedenen Disziplinen anzutreffen.

Ghost Fahrräder werden bis ins allerkleinste Detail durchdacht und ausgestattet. Aber die ganze innovative Technik bringt nichts, wenn Fahrräder nicht mit Herzblut gebaut werden. Dieser Wert lässt sich zwar nicht mittels Messtechnik ermitteln, doch kann man das spüren. Die hohe Nachfrage nach Ghost Fahrräder und vor allem nach Ghost Mountainbike bestätigt, das die Jungs von Ghost den richtigen Weg gegangen sind und damit heute den verdienten Erfolg einfahren können. Der Erfolg eines Ghost Fahrrad liegt mit Sicherheit auch an dem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis - trotz aller technischen Finessen oder der kompromisslosen Qualität. Das auch Profis gern mit einem Ghost Fahrrad unterwegs sind, bewies Sabine Spitz 2008.

Übernahme durch die Accell Group

2008 offerierten Uwe Kalliwoda und Klaus Möhwald ihr bis dato eigentümergeführtes Unternehmen an die holländische Accell-Gruppe. Die Übernahme fand im Jahr 2008 statt. Zum niederländischen Unternehmen Accell gehören Fahrradmarken wie Sparta, Batavus, Koga, Ghost und Babboe. Die Accell Group ist ein führendes Unternehmen im Bereich Fahrräder und ist weltweit tätig.

Innovationen und Technologien

Ideen und Technologie verschmelzen bei Ghost zu einer hochwertigen Einheit. Bei Ghost kommen fortschrittliche Technologien wie Tapered Headtube zum Einsatz. Diese Technologie trägt zu einer erhöhten Stabilität bei. Tapered Headtube ist die Bezeichnung für ein konisches Steuerrohrs, das sich nach hinten verbreitert. Dadurch kann die Kraft der Gabel besser in Richtung des Rahmens zu leiten. Das Ergebnis ist ein Maximum an Stabilität und agiles Lenkverhalten.

Ein weiteres Beispiel ist die interne Zugführung, bei der die Schaltzüge durch Außenhüllen geschützt sind, die durchgehend verlaufen. Dies minimiert den Einfluss von Witterungseinflüssen bei.

20 Jahre Ghost: Jubiläumsfeier in Waldsassen

Mit einer rauschenden Party hat Fahrradhersteller Ghost am vergangenen Wochenende auf dem Firmengelände in Waldsassen sein 20. Firmenjubiläum gefeiert. Das Unternehmen konnte dabei neben einer Vielzahl von Geschäftspartnern, Fachhandelspartnern und Fans auch zahlreiche Prominenz nicht nur aus dem Radsport begrüßen.

Der Freitag und Samstag gehörte insbesondere den Händlern und Importeuren. Ihnen wurde bereits vor der Eurobike in Friedrichshafen die Produktneuheiten für die kommende Saison 2014 präsentiert. Am Sonntag war das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich und tausende von Fans folgten bei strahlendem Sonnenschein der Einladung nach Waldsassen. „Ich bin begeistert, dass so viele Fans den Weg zu uns gefunden haben und mit uns unser 20jähriges Jubiläum gefeiert haben“, so Ghost-Geschäftsführer Klaus Möhwald.

Den Besuchern wurde dabei ein attraktives Rahmenprogramm mit zahlreicher Prominenz aus dem MTB-Sport geboten. Lohnenswert war ein Blick in die Historienecke. Dort konnten die Gäste die ersten Ghost-Bikes der Geschichte betrachten. Das erste Rad, welches 1993 gebaut wurde, hieß Psycho I.

Aktuelle Herausforderungen und Gerüchte

Sind die Ghost-Fahrräder bald Geschichte? Gerüchteweise soll die bekannte Fahrradmarke vor dem Aus stehen. Seit November 2023 werden in Waldsassen keine Ghost-Fahrräder mehr montiert. Uwe Kalliwoda und Klaus Möhwald werden die Entwicklung des von ihnen vor gut 30 Jahren gegründeten Unternehmens mit großer Besorgnis verfolgen. Und diese große Besorgnis teilen vor allem die noch 120 Mitarbeiter am Waldsassener Stamm-Standort.

Nach der Verlagerung der Produktion der hochwertigen Fahrradmarke von der nördlichen Oberpfalz nach Ungarn und in die Türkei im vergangenen Herbst könnte Gerüchte zufolge der Name Ghost bald ganz verschwunden sein und in der Marke Haibike aufgehen. Diese Fahrradmarke gehört ebenfalls zum Ghost-Mutterkonzern Accell-Group, der seit geraumer Zeit in der Krise steckt.

Zuerst berichteten das Magazin Fokus und Oberpfalz-Medien darüber. Unter der Überschrift “Gewinneinbußen und Rückrufaktionen - der Fahrradkonzern Accell steckt in der Krise” schrieb das Magazin Fokus vor einigen Tagen, dass das Unternehmen “jetzt umdenken muss und seine Produktion verändert”. Das habe Konsequenzen für zwei Werke.

Mit letzterem gab es in den vergangenen Monaten großen Ärger. Wegen der Gefahr eines Rahmenbruchs rief Accell die Lastenräder von Babboe zurück, wodurch das Unternehmen erhebliche Verluste hinnehmen musste. Zu den Problemen bei Babboe kommen weitere Gewinneinbußen hinzu. So erklärte im Gespräch mit der FAZ Vorstandschef Tjeerd Jegen, welche Auswirkungen das auf die Produktion und die Struktur des Unternehmens hat. 2023 sank der Umsatz von Accell um rund ein Zehntel auf 1,29 Milliarden Euro.

Jegen erklärt, dass die Schulden des Unternehmens mittlerweile bei mehr als einer Milliarde Euro liegen. Hinzu kommt, dass der Geschäftsplan in diesem und im kommenden Jahr ebenfalls nicht eingehalten werden kann. Das sind drei Jahre hintereinander, in denen die Ziele nicht erreicht werden. Neben Maßnahmen wie niedrigeren Zinszahlungen und einem Schuldenschnitt soll auch die Produktion verändert werden.

Üblicherweise baut Accell rund 150.000 Räder auf Vorrat, die innerhalb von drei Monaten verkauft werden. Zuletzt waren es jedoch bis zu 320.000 Räder. Das bedeutet nicht nur immense Mehrkosten bei der Produktion, sondern auch bei der Lagerung. Das Unternehmen wird deshalb zwei Werke schließen. Davon betroffen sind laut Fokus das Werk in Waldsassen und eines der zwei Werke am Hauptsitz im niederländischen Heerenveen.

In den Niederlassungen in der Türkei und in Ungarn seien die Lohnkosten deutlich geringer. Den Gerüchten in der Fahrradbranche zufolge soll der Standort Waldsassen weiter schrumpfen. Die Geschäfte sollen mehr und mehr von der Zentrale des Herstellers Haibike, der wie Ghost zur Accell-Group gehört, abgewickelt werden. Die Marke Ghost soll mittelfristig sogar in der Marke Haibike aufgehen.

Diese Gerüchte dementiert Ghost-Geschäftsführer Christoph Mannel entschieden. “Da ist nichts dran”, sagte er gegenüber Oberpfalz-Medien. Die Marke Ghost sei sehr wichtig für den europäischen und deutschen Markt. Auch ein weiterer Stellenabbau in Waldsassen sei derzeit nicht geplant.

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