Stürze gehören zum Radsport. Und Helme retten dabei Leben. Radsportler gehen deshalb heutzutage selten oben ohne aufs Rad. Zumal Helme nicht nur dem Unfallschutz dienen. Sie bewirken Sichtbarkeit, bieten Sonnen- und Wetterschutz und setzen modische Statements. Moderne Helme sind leicht, gut belüftet, schmiegen sich hervorragend an den Kopf und sind im Idealfall kaum zu spüren.
Überblick
Der Aether™ MIPS® vereint ein luftiges, offenes Design und eine revolutionäre Art, Rotationskräfte beim Aufprall zu mindern, was den Schutz für den Kopf erhöht.
Sein auffälliges Belüftungssystem fällt sofort ins Auge: Giros "Aether"-Helm kombiniert Funktionalität mit Design auf besondere Weise. Dabei spart er nicht an der Sicherheit, er ist mit MIPS ausgestattet und bietet zusätzlich bei den verwendeten Materialien eine stoßabsorbierende Ausrüstung.
Der neue Aether Rennradhelm ist der brandneue Top-Helm aus dem Hause Giro. Die Entwicklung hat laut eigenen Angaben drei Jahre in Anspruch genommen, denn Giro hatte sich zum Ziel gesetzt, einen neuen Maßstab in Sachen Sicherheit zu setzen. Der Aether MIPS Helm glänzt mit vielen Features, die man vielleicht auf den ersten Blick nicht sieht, aber gerade das macht ihn so besonders.
Design und Komfort
Der Helm macht erstmal einen unscheinbaren, aber hochwertigen Eindruck.
Die Ventilationsöffnungen fallen mir als erstens ins Auge, da die Zwischenräume sehr groß ausfallen und eine gute Belüftung versprechen. Zudem ist die erste Reihe der Kunststoff-Zwischenstege transparent und unterstützen somit die luftige Optik.
Mit gewogenen 270 Gramm ist der Helm relativ leicht und vergleichbar mit anderen Helmen in dem Preisbereich wie z.B. dem Giro Synthe MIPS. Wie üblich wird der Sitz per Drehrad am Hinterkopf an den Kopfumfang angepasst. Ausgeklügelte Details wie das waschbare, antibakterielle Polster für bessere Hygiene oder das Größenverstellsystem für individuelle Anpassung sorgen für Komfort.
Belüftung
Früher konnten Fahrradhelme zum Beispiel nicht luftig genug sein, 20, 30 und mehr Luftdurchlässe waren keine Seltenheit.
Die Eliminierung des MIPS Liners hat den versprochenen Effekt: Die Belüftung des Helms ist hervorragend. Dank der viele Kanäle auf der Helminnenseite wird es auch bei niedrigen Geschwindigkeiten nie zu warm.
Passform
Die Helme von Giro sind bei vielen Fahrern für ihre satte Passform beliebt. Der Aether MIPS ist da keine Ausnahme: Im Test saß er perfekt! Zudem ist es super, dass auch eine Mütze sehr gut unter den Helm passt. Der Helm sitzt bei mir, wie bereits andere Giro-Helme zuvor, gut und im positiven Sinne unauffällig. MIPS spürt man bei diesem Helm nicht, da der Helm klassisch mit seinen Polstern und dem Styropor auf dem Kopf liegt.
Optik
Insbesondere bei Helm ist das Aussehen natürlich immer Geschmackssache und die Meinungen gehen hier oft stark auseinander. Außerdem sieht nicht jeder Helm auf jedem Kopf gut aus. Giro hat hier meiner Meinung nach enorm gute Arbeit geleistet und einen schnittigen, eleganten Helm gebaut, der trotzdem das gewisse Etwas nicht vermissen lässt. Optisch erinnert er an eine Mischung aus gut belüfteten, leichten Helmen und aerodynamischeren wie dem Synthe oder Cinder.
Sicherheit dank MIPS Spherical
Das wichtigste Qualitätskriterium für einen Radhelm ist und bleibt jedoch die Schutzfunktion - sie ist seine originäre Aufgabe. Auf den ersten Blick scheint es hier keine Unterschiede zu geben: Im Inneren aller Modelle unseres Testfeldes von 99 bis 330 Euro prangt ein Sticker, der besagt, dass sie die Europäische Sicherheitsnorm EN 1078 CE bestanden haben.Zentrales Feature ist die komplett neu entwickelte MIPS Spherical Technologie. Einfach gesagt soll MIPS (Multi Directional Impact Protection System) die bei einem Sturz auftretenden Rotationskräfte absorbieren und den Kopf bzw. das Gehirn zusätzlich schützen.
Im Gegensatz zu bisherigen Helmen mit diesem System, bei denen eine zusätzliche, dünne Innenschale beweglich eingesetzt wird und es meist auch eine Variante ohne MIPS gibt, integriert der Aether MIPS das System in die Gesamtkonstruktion.Funktionsweise
Äußerlich erkennt man das Feature daran, dass die Außenschale des Helmes in zwei Teile geteilt ist, die über Elastomere miteinander verbunden sind.
Mit den Händen lassen sich diese Teile deutlich und mit relativ wenig Krafteinsatz gegeneinander verschieben - diese Flexibilität an einem Helm zu beobachten ist etwas Ungewohntes und zugleich sehr Eindrucksvolles. Und diese Beweglichkeit soll den Helm stabiler und sicherer machen?
Kommt es zu einem Sturz, können die beim Aufprall auf den Kopf wirkenden Rotationskräfte durch die Verschiebung der beiden Schalen stark abgebremst werden. Durch die Zwei-Schalen-Konstruktion spart sich Giro die MIPS-Schicht zwischen Helmschale und Polstern.
Testergebnisse
Die Auswertung der Daten zeigt, dass durchweg alle 20 Helme einen vernünftigen Schlagschutz bieten.
Allerdings funktionieren die Lösungen nicht alle gleich gut. Auch sehr gut schneidet der besonders aufwendig konstruierte Giro Aries Spherical ab, der zwei gegeneinander bewegliche Helmschalen besitzt.
Vor- und Nachteile
Insbesondere an (hoch)sommerlichen Tagen, mit Temperaturen von über 30 Grad Celsius, macht ein Helm wie der Aether Spherical von Giro sehr viel Sinn. Fährt man bei Hitze einen längeren Anstieg, trägt er sich deutlich angenehmer als irgendein Aero-Helm und ist daher vor allem für Bergfahrer zu empfehlen. Durch das MIPS Spherical Konzept punktet der Aether aber vor allem auch im Sicherheitsbereich.
Abstriche muss man im Bereich der Aerodynamik machen. Außerdem kann es sein, dass - je nach Frisur und Haartyp - bereits nach wenigen Minuten die Haare - in Pogacar Manier - aus den großen Belüftungsöffnungen herausschauen. Je nachdem, wie lange man fährt, wirkt sich das womöglich sehr stark auf die Frisur danach aus. Zum Pendeln ist der Aether daher eventuell nur bedingt zu empfehlen.
Brillenhalterung
Erstmals habe ich an einem Helm auch die Möglichkeit genutzt, die Radbrille zu „verstauen“. Dafür bietet der Helm zwei Gummierungen, die ein Verrutschen der Brille sehr effektiv verhindern - einfach die gerade nicht benötigte Brille mit einer Bewegung in die dafür vorgesehenen Öffnungen schieben. Die Brillenhalterung hat im Test super funktioniert.
Fazit
Mit dem Aether MIPS hat Giro einen optisch sehr schönen, leichten und gut belüfteten Helm gebaut. Zentral und doch so unscheinbar ist das weiter entwickelte MIPS Spherical, das perfekt für alle ist, die ihren Kopf besonders gut schützen wollen und denen die bisherigen Lösungen noch nicht sicher genug waren. Ich bin begeistert von meinem neuen Helm und würde diesen allen ambitionierten Fahrern empfehlen denen die Sicherheit besonders wichtig ist.Ein Knackpunkt ist allerdings der Preis, denn das Modell schlägt mit im Schnitt 270 Euro zu Buche. Das ist selbst für Rennradsportler, an die sich der Helm richtet, eine ziemliche Hausnummer.
Überblick über getestete Helme
| Helm | Preis | Gewicht (58 cm) | Sicherheit Rotation | Sicherheit Beschleunigung | Belüftung | Gesamtnote |
|---|
| Abus AirBreaker | 250 Euro | 214 Gramm | 2,7 | 2,0 | 1,3 | 1,8 |
| Abus Power Dome | 120 Euro | 210 Gramm | 2,7 | 2,7 | 2,0 | 2,1 |
| Cube Heron | 250 Euro | 258 Gramm | 1,0 | 1,7 | 2,3 | 1,7 |
| Cube Road Race | 100 Euro | 230 Gramm | 2,3 | 3,0 | 1,3 | 2,0 |
| Giro Aries Spherical | 320 Euro | 267 Gramm | 1,0 | 2,0 | 1,7 | 1,7 |
| Giro Agilis Mips | 115 Euro | 281 Gramm | 2,3 | 2,3 | 1,7 | 2,0 |
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