Rennradschuhe mit Klickpedal-Kompatibilität sind bei Rennrädern schon vor vielen Jahren zur Norm geworden, spezielle Rennradschuhe gibt es seit Jahrzehnten. Waren vor 40 Jahren noch Lederschuhe erhältlich, die in sogenannten Hakenpedalen gefahren wurden, sind inzwischen sensibel auslösende Klickpedale der Standard - und Rennradschuhe, die aus raffinierten Kunstfaser-Kombinationen hergestellt werden und mit zahlreichen technischen Funktionen ausgestattet sind.
Was macht gute Rennradschuhe aus?
Neben den individuellen Anforderungen an den Schuh gibt es auch einige allgemeine Qualitätskriterien an Rennradschuhe:
- Die Schuhe sollten insgesamt gut verarbeitet sein, sich angenehm belüftet anfühlen und das Verschlusssystem sauber schließen.
- An Stellen der Kraftübertragung sollte der Oberschuh möglichst fest sein, an empfindlichen Fußbereichen dagegen weich gepolstert.
- Ob eine steife oder eine weichere Sohle bevorzugt wird, ist Geschmackssache.
- Mit Schuhen der großen Marken wie Shimano, Giro, Scott oder Fizik machst du in Sachen Qualität nichts falsch.
Rennradschuhe müssen spezielle Anforderungen erfüllen. Rennradschuhe sind ausschließlich zum Rennradfahren gedacht, das spiegelt sich auch im Profil wider. Für den kurzen Weg von der Haustür zum Rennrad, zum Getränkeholen im Supermarkt oder zum Café nach der Tour sind Rennradschuhe geeignet.
Klickpedal-Systeme
Im Rennradsektor haben sich einige wenige Pedaltypen durchgesetzt: Shimano SPD-SL, Look, Time und Speedplay. Zwar gibt es noch einige andere Hersteller, diese spielen jedoch auf dem Massenmarkt eine untergeordnete Rolle. Die vier genannten zeichnet eines aus: Die Kraft wird über recht voluminöse Plastikelemente übertragen, die Pedalplatten oder Cleats genannt werden. Im Gegensatz zu den kleinen Metallcleats für Mountainbikes bestehen die größeren Rennrad-Cleats zum Großteil aus Plastik. Sie stützen den Schuh auf einer größeren Fläche auf dem Pedal ab, um die Kraft flächiger übertragen zu können.
Passform und Komfort
Rennradschuhe sollten relativ passgenau sitzen. Im Gegensatz zu Wanderschuhen, wo durchaus ein wenig »Luft« sein kann, sind Rennradschuhe Teil des Antriebs. Man sollte stets im Hinterkopf behalten, dass man beim Rennradfahren nicht nur nach unten auf die Fahrradkurbel drückt, sondern der Antriebsvorgang auch das »Ziehen« bei der Aufwärtsbewegung der Kurbel beinhaltet.
BOA-Schnellschnürsystem
Das BOA-Schnellschnürsystem hat sich in den vergangenen Jahren in den verschiedensten Sportarten etabliert. Ein filigran wirkender, aber hochfester Nylonfaden wird hierbei auf eine in einem Drehknopf untergebrachte Spule aufgerollt. Zieht man am Drehknopf, wird die Rasterung ausgeklinkt und die BOA-Schnürung lässt sich mühelos öffnen.
Egal ob 80 oder 300 Euro - das Wichtigste bei der Entscheidung für einen neuen Schuh ist der Komfort. Drückende oder rutschende Schuhe sind ein No-Go. Deshalb gilt: Wenn möglich, Schuhe anprobieren.
Worauf solltest du außerdem achten?
- Passen die Schuhe zu deinen Pedalen? Bei Radschuhen gibt’s verschiedene Sohlenstandards, die sich in der Anzahl der Löcher in der Schuhsohle unterscheiden. Die Schuhe, die du auswählst, müssen also zum System deiner Pedale passen.
- Wie soll das Gehverhalten sein? Wenn du die Schuhe fürs sportlich-ambitionierte Fahren mit wenigen Stopps brauchst, sind klassische Rennradschuhe richtig für dich. Steigst du häufiger ab, schaue nach Schuhen, in denen der Cleat tiefer in der Sohle liegt (z.B. Gravel-Schuhe) - damit kannst du normal laufen.
- Richtige Passform? Bei der Größenauswahl muss man bei Radschuhen anders vorgehen als etwa bei Laufschuhen. Da es keine Abrollbewegung gibt, braucht der Fuß vorne keinen zusätzlichen Platz. Wichtig ist hingegen ein kleiner Puffer in der Breite - da sollte der Schuh auf keinen Fall drücken.
Kann man auch MTB- oder Gravel-Schuhe auf dem Rennrad nutzen?
Das kann man auf jeden Fall. Vor allem deshalb, weil Radschuhe für Mountainbiker nicht zwangsläufig wie derbe Wanderstiefel aussehen müssen. Es gibt auch sehr sportliche Racer-Modelle oder den Kompromiss Gravel-Schuhe. Der Hauptunterschied ist der Aufbau der Sohle. Bei reinen Rennradschuhen sind die Cleats unter der Sohle angebracht. Vorteil: Bessere Kraftübertragung. Nachteil: Man läuft wie ein Pinguin und verschleißt seine Schuhe schneller, je mehr man mit ihnen zu Fuß unterwegs ist.
Bei MTB- oder Gravel-Schuhen sind die Cleats in der Sohle versenkt. Die Laufeigenschaften sind so deutlich komfortabler. Das macht sie zur sinnvollen Alternative für Rennradfahrer, die öfter absteigen.
Wichtig: Immer vorab checken, ob euer Schuh mit dem jeweiligen Klickpedalsystem kompatibel ist.
Rennradschuhe im Test: Einzelmodelle unter der Lupe
Im Test haben wir uns 27 Modelle der verschiedensten Preisklassen angesehen, vom günstigen Einsteigerschuh bis hin zum teuren Luxusmodell.
Shimano RC702
Shimano ist mit dem RC702 ein speziell für ambitionierte Rennradfahrer toller Schuh gelungen. Im Hinblick auf Kraftübertragung und Einstellbarkeit erreicht der Schuh im Test Bestwerte. Mit knapp 600 Gramm Paargewicht ist der RC702 einer der leichteren Rennradschuhe im Test. Der Shimano RC702 richtet sich an leistungsorientierte Rennradler. Gleich bei der ersten Testrunde merken wir: Dieser Schuh hängt viele andere besonders hinsichtlich der Kraftübertragung ab. Mit einem zweifachen BOA-Schnellschnürsystem und einer Carbonsohle ausgestattet, kann man mit dem RC702 ausgezeichnet Druck aufbauen. Auch auf Zug erfüllen die Schuhe ihre Aufgabe als Teil des Antriebsstrangs ganz ausgezeichnet. Im Test nehmen wir den Schuh auf eine herausfordernde, 110 Kilometer lange, Rennradrunde in den spanischen Pyrenäen mit. Es ist sommerlich warm, gerade hier kann der Schuh aufgrund seines etwas dünneren Obermaterials und der guten Belüftung punkten. Nicht nur aufgrund des Gewichts fühlt man sich mit ihm angenehm »unbeschwert« und wir kurbeln die Kehren unserer Testrunde munter hinauf. Zudem macht sich die Sohle mit Carbonversteifung positiv bemerkbar. Für Komfortsuchende ist der Schuh indes nicht unbedingt geeignet, hier gibt es etwas dankbarere Modelle.
Scott Road Team BOA
Wer auf der Suche nach einem fair bepreisten, komfortablen und für viele Fußtypen geeigneten Rennradschuh ist, findet mit dem Scott Road Team BOA einen dankbaren Partner für Rennradaktivitäten aller Art. Langstreckenfahrer, die nicht auf jedes Gramm Gewicht Wert legen und einen komfortablen, fair bepreisten Schuh suchen, werden mit dem Scott Road Team BOA glücklich. Der Schuh ist mit einer Ergo-Logic-Einlegesohle ausgestattet. Die stützt den Fuß insbesondere im Mittelfußbereich - was wir auf unseren Testrunden auch sofort bemerken. Auch Scotts »Wrap Fit«-Technologie hat uns gefallen. Scott hat einen überzeugenden Mittelweg aus Komfort und Performance gefunden. Mit einem Steifigkeitsindex von acht auf der Scott-Skala (diese geht bis zehn) ist der Schuh nicht maximal hart, was speziell auf langen Ausfahrten einen Pluspunkt darstellt. Behagt hat uns auch die Kombination aus BOA-IP1-Schnellschnürung und Klettverschluss - der Schuh lässt sich so an viele Fußtypen anpassen. Man merkt schlichtweg, dass Scott schon früh damit begonnen hat, neben Mountainbikes und Rennrädern auch Radschuhe zu entwickeln.
Van Rysel RCR
Van Rysel aus dem Hause Decathlon hat mit dem RCR einen innovativen und optisch ansprechenden Rennradschuh entworfen, der sehr viel bietet - besonders eine tolle Kraftübertragung und einen komfortablen Sitz. Der Van Rysel RCR nimmt den wohl steilsten Einstieg in den Test. Wir nehmen ihn spontan auf den Imster Radmarathon mit 110 Kilometern und rund 2.400 Höhenmetern mit. Schon beim Auspacken hat uns das Design gefallen - beispielsweise ist die für eine ausgezeichnete Kraftübertragung sorgende Carbonsohle raffiniert in griffigere Hartplastik-Zonen eingebettet. Der für seine Leistungsklasse sehr fair bepreiste Schuh wendet sich an die leistungsorientierten Rennradfahrer. Während unseres Radmarathons merken wir bereits auf den ersten 40 Kilometern, dass ein Großteil der in den Schuh gesteckten Kraft auch in Vortrieb verwandelt wird. Komfortsucher werden mit der recht harten Sohle nicht unbedingt glücklich, Bestzeitenjäger schon eher. Van Rysel setzt auf einen eigenen Verschluss mit seiner Habu-Schnellschnürung. Trotzdem gehört der Schuh nicht zu den minimalistischsten Modellen im Test, was schon das Paargewicht von 605 Gramm unterstreicht. Dafür fällt die Polsterung etwas komfortabler aus als bei den leichtesten Modellen.
Sidi Ergo 6
Der Sidi Ergo 6 begeistert durch seine wertige, langlebige Verarbeitung und die sehr gutmütige Passform, durch die sich auch Rennradler mit etwas breiteren Füßen wohlfühlen. Der Sidi ist nicht der leichteste Schuh im Test - doch darum geht es dem italienischen Traditionshersteller auch gar nicht. Er ist vielmehr solider Bestandteil des »Antriebsstrangs« und macht bei Rennrad-Ausfahrten aller Art zuverlässig seinen Job. Der italienische Rennradschuh-Routinier Sidi liefert mit dem Ergo 6 ein Meisterstück ab. Er ist im Testvergleich zwar nicht ganz leicht, trotzdem reicht uns schon ein Blick auf den Schuh, um von der Qualität überzeugt zu sein - »Made in Italy« eben. In unseren Augen richtet sich der Schuh insbesondere an Rennradfahrer, die auf ihren Runden keine Kompromisse eingehen wollen. Auch was die Kraftübertragung angeht, kann der Sidi überzeugen. Sidi gibt auf der Steifheits-Skala eine 11 an. Ein schönes Stück Rennradschuhmacherkunst - so könnte man unseren Eindruck zusammenfassen. Das hat seinen Preis, doch dieser ist, betrachtet man das Gebotene genauer, gerechtfertigt.
Mavic Cosmic BOA
Der Mavic Cosmic BOA bringt so ziemlich alles mit, was Rennradfahrer benötigen: hoher Tragekomfort, Schnellschnürsystem und geradlinige Optik. Der Preis für dieses Gesamtpaket ist heiß - der Schuh geht je nach Händler schon für unter 100 Euro über die Ladentheke. Weiß in Weiß kommen die Mavic Cosmic BOA daher. Die Cosmic BOA sind so schnörkellos schön, dass es eine Freude ist. Im Test nehmen wir den Rennradschuh auf mehrere kleine Runden mit. Das Reinschlüpfen geht angenehm schnell. Ist der Schuh am Fuß, gibt es ein kleines Aha-Erlebnis: So muss sich ein Rennradschuh-Fußbett anfühlen! Daneben fällt ebenfalls auf, dass Mavic über eine Menge Knowhow im Rennradmetier verfügt - den sprichwörtlich »drückenden Schuh« suchen wir hier vergeblich, der Rennradschuh wirkt auf sympathische Weise wie aus einem Guss. Im Mavic fühlt man sich schlichtweg wohl - für uns stimmt hier das Gesamtpaket. Der französische Hersteller beweist, dass ein mit tollen technischen Features ausgestatteter Rennradschuh heutzutage nicht viel kosten muss.
Q36.5 Dottore Clima
Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Denn die Q36.5 Dottore Clima sind schlichtweg überwältigende Rennradschuhe. Das ist nicht nur so dahingesagt - schon beim Auspacken begeistern die Schuhe des Bozener Unternehmens durch ihre Haptik und Verarbeitung. So besteht der komplette Oberschuh bis auf wenige Zonen im Bereich der BOA Li2 Schnellschnürung aus Strickmaterial. Mit Omas Wollpulli hat dieses jedoch nur wenig zu tun. Der aufwendig in Italien hergestellte Schuh verblüfft auch durch die Steifigkeit der Carbonsohle. Zwar schweigt sich Q36.5 über den von vielen Herstellern übernommenen Steifigkeitsindex aus - wir würden dem Schuh jedoch mindestens eine 11-12 »andichten«, von Flex ist hier nichts zu spüren. Der durch den Schuh bedingte Kraftverlust dürfte hier extrem gering ausfallen - nicht nur beim Treten, sondern auch beim Ziehen. Würde Q36.5 auch im Bereich der Schnürung ausschließlich auf das Strick-Mischgewebe setzen, wäre unser Urteil vermutlich nicht so gut ausgefallen. Fast schämen wir uns, an dieses technische Wunderwerk unsere schon arg mitgenommenen Test-Cleats zu schrauben, das ist unter der Würde dieses Schuhs. Bleibt am Ende - der Preis. Für rund 400 Euro könnte man sich vier Paar schöne Einsteiger-Rennradschuhe kaufen. Auch das ist eine Diskussion, die unter dem Niveau des Q36.5 stattfindet. »Adel verpflichtet« möchte man analog einer hinlänglich bekannten Fernsehwerbung sagen. Ein Ferrari-Fahrer würde auf die Frage, warum er einen Ferrari fährt, vermutlich nur mit der Schulter zucken und auf den Fahrspaß verweisen. So ist es beim Q36.5 Dottore Clima auch.
Specialized Torch 2.0
Das Testszenario für den Specialized Torch 2.0: Eine schnelle Ausfahrt am Abend, der Schnitt sollte nicht unter 30 km/h sinken, mehr als 300 Höhenmeter werden auch eingebaut. Schon beim Anziehen fällt auf, dass Specialized bei Details wie der Fersen- und Zungenpolsterung seine Hausaufgaben gemacht hat. Entgegen vieler anderer Hersteller, bei denen es am Übergang von Zunge zur Fußbeuge gerne mal reibt bzw. Auf unserer Testrunde verblüfft uns der Rennradschuh mit seiner tollen Kraftübertragung. Bleibt die Verarbeitung des rund 100 Euro teuren Rennradschuhs, an der es nichts zu bemängeln gibt. Vernähung, Obermaterial, Belüftungsöffnungen - auch hier merkt man schnell, dass sich Specialized in den letzten Jahren auch bei Radschuhen zum Top-Hersteller gemausert hat.
Bontrager Circuit
Es gibt diese Schuhe, die man auf Anhieb gerne hat - die Bontrager Circuit gehören definitiv dazu. Allein schon durch ihre relativ breite Passform kommen sie unserem Tester entgegen - Rennradler mit schmaleren Füßen könnten sie allerdings etwas zu breit finden. Was uns besonders gut gefallen hat, ist das schnörkellose Design ohne allzu viel Nähte. Es verleiht dem Rennradschuh eine aufgeräumte Optik. Auch vom Komfort her reiht sich der Schuh weit oben ein. Der Circuit ist sozusagen der Birkenstock unter den getesteten Schuhen, die Füße fühlen sich auch auf langen Ausfahrten gut aufgehoben. Dank der griffigen Gummielemente schafft man es mit dem Circuit (im Vergleich zu anderen Schuhmodellen) auch noch recht gut, zum Bäcker oder ins Eiscafé zu stöckeln, ohne dass man sich gleich auf den Allerwertesten setzt.
Fizik Vento Omna
Beim Vento Omna kombiniert Fizik ein elegantes, schnörkelloses italienisches Design mit einer einfachen Bedienung per BOA-Schnellschnürung und einem komfortablen Fußbett. Auch die Belüftung hat uns behagt - und in allererster Linie, das geringe Gewicht. In der von uns getesteten Größe EUR 44,5 wiegt der Schuh lediglich 556 Gramm. Ein Manko hat der Vento Omna allerdings - das Obermaterial ist relativ empfindlich. Obwohl wir den Schuh beileibe nicht überstrapazieren, zeigten sich nach dem Test hier und da kleine »Abplatzer«. Was das Preisniveau angeht, siedelt sich der Vento Omna angenehm zwischen Ober- und Einstiegsklasse an und wendet sich somit an ambitionierte Einsteiger und Fortgeschrittene, die auch mit gelegentlichen Wettbewerbsteilnahmen liebäugeln.
Shimano SH-RC502
Die SH-RC502 von Shimano sind mit nur 540 Gramm eine der leichtesten Rennradschuhe im Test! Was gleich bei der ersten Ausfahrt auffällt, ist die direkte Kraftübertragung. Durch die carbonfaserverstärkte Zwischensohle verpufft auf dem Weg Richtung Pedal wenig Energie, gerade bei langen, kräftezehrenden Anstiegen kann der Shimano voll überzeugen. Durch den recht schmalen Schnitt sitzen die Füße fest in den Schuhen, da schlackert und wackelt nichts. Gut hat uns auch die Belüftung gefallen - auf der Unterseite an der Front befinden sich Lüftungsschlitze, die die Luft in den Schuhinnenraum führen und auch ausreichend groß sind, sodass man tatsächlich einen Lüftungs- bzw. Nicht zuletzt hat Shimano die Aufteilung der Sohle in unseren Augen einwandfrei gelöst. Ohne zu viel Material zu applizieren und damit das Gewicht in die Höhe zu treiben, hat Shimano die Sohle des Schuhs rutschsicher gemacht.
Luck Evo
Im Netz sieht der Luck Evo nach einem Fernost-Produkt aus. Die Produktbilder suggerieren eine eher billige Verarbeitung, zumal sich der Rennradschuh auch unter den günstigsten im Test einreiht. Zwei Dinge fallen sofort auf: Zum einen bedient sich Luck bei Farbe und Design relativ unverhohlen bei der italienischen Marke Sidi - deren Stammfarben Weiß, Schwarz und Rot finden sich auch hier wieder. Zudem erinnert der Name Luck, der uns übrigens in unserer ca. 35 Jahre andauernden Radkarriere noch nie in die Quere gekommen ist, auffällig an die renommierte französische Fahrrad- und Zubehörmarke Look. Was uns am meisten verblüfft: Der je nach Größe nur 60 Euro teure Schuh ist tatsächlich in Spanien hergestellt. »Made in EU« - das bekommen die anderen Billigheimer im Test nicht hin. Also nichts wie auf zur ersten Testfahrt. Eins fällt auf: Der Schuh ist echt breit! Wie bei wenigen anderen Schuhen im Test hat der Fuß angenehm viel Bewegungsfreiheit. Es fühlt sich alles etwas lockerer an als beispielsweise im XLC. Dazu sind die drei Klettverschlüsse relativ steif, was sich aber mit der Zeit etwas gibt. Beim Fußbett haben sich die spanischen Schuhmacher mehr Mühe gegeben als die Billig-Konkurrenz in Form von Sundried und XLC. Es ist durchaus als bequem zu bezeichnen. Unsere 65-Kilometer-Testrunde macht Spaß mit dem Schuh, auch wenn man sich bei langen Anstiegen etwas mehr Festigkeit beim »Ziehen« wünschen würde. Die Klettverschlüsse neigen eben dazu, etwas nachzugeben. Insgesamt hinterlässt der Rennradschuh für diesen Preis einen absolut zufriedenstellenden Eindruck. Besonders was den Tragekomfort angeht, hat man hier im Gegensatz zur Konkurrenz eher das Gefühl, in einem ordentlich geschusterten Schuh zu stecken als bloß in einem lieblos produzierten Bestandteil des Fahrradantriebs. Wer allerdings schmale Füße hat, wird nicht sehr angetan sein - oder muss dicke Socken anziehen.
Preisklassen und was du erwarten kannst
Von günstig bis High-End: Das kannst du von den Preisklassen erwarten
Der Schuh ist die wichtigste Kontaktstelle zwischen Fahrer und Rad. Deshalb raten viele Experten dazu, hier nicht zu sparen. Trotzdem will nicht jeder direkt 300 Euro für ein Paar Schuhe ausgeben. Wir zeigen, was du von den einzelnen Preisklassen erwarten kannst.
Rennradschuhe um 100 Euro
Das ist auch die Kategorie, in der man solide Schuhe kaufen kann, mit denen man lange Spaß hat. Das macht Rennradschuhe der unteren Preisklasse aus:
- Solide Verarbeitung
- Einfache Materialien
- Grundlegende Funktionen
Rennradschuhe um 150 Euro
Für etwas mehr Geld bekommt man oft ein Plus an hochwertigen Materialien. Das kann sich positiv auf Langlebigkeit und Komfort auswirken. Das macht Rennradschuhe der Mittelklasse aus:
- Hochwertigere Materialien
- Besseren Komfort
- Höhere Langlebigkeit
Rennradschuhe um 250 Euro
In der gehobenen Mittelklasse kannst du bereits Top-Materialien und eine makellose Verarbeitung erwarten. Ein Schuh aus dieser Kategorie sollte dir bei guter Pflege sehr lange die Treue auf dem Rad halten. Das macht Radschuhe um 250 Euro aus:
- Top-Materialien
- Makellose Verarbeitung
- Hohe Langlebigkeit
Rennradschuhe um 300 Euro
Top-Schuhe kosten schnell 300 Euro oder mehr. Dafür bekommt man edelstes Material auf Profi-Niveau. Sie richten sich in erster Linie an sportlich Ambitionierte und Profis. Das macht Rennradschuhe der oberen Preisklasse aus:
- Edelste Materialien
- Profi-Niveau
- Ultraleicht
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