Goliath Dreirad: Technische Daten und Geschichte

Der Goliath Goli (1955-1961) ist vielen älteren Menschen noch ein Begriff und gehörte damals in allen Städten zum allgemeinen Stadtbild. Der deutsche Transportesel schlechthin… für den Obst- und Gemüsehändler und dem kleinen Handwerker um die Ecke sowieso.

Mit dem „Blitzkarren“, ein dreirädriges Lastenfahrzeug mit 2,2 PS Leistung aus den 1920er Jahren begann übrigens der Ursprung für die spätere erfolgreiche Borgward Autoproduktion. Nach dem zweiten Weltkrieg mussten im Borgward-Konzern erstmal viele Bombenschäden beseitigt werden, aber schon 1949 konnte bei Goliath mit der Produktion eines kleinen Dreirad Lieferwagens begonnen werden.

1928 gründete Borgward schließlich die Goliath Werke Borgward & Co., in denen ab 1931 der dreirädrige Personenwagen „Goliath „Pionier“ gebaut wurde. Es war ein Zweisitzer mit einem 200ccm Ilo Zweitaktmotor mit einer Leistung von 5,5 PS. In den Jahren 1931 und 1932 war der Pionier sogar das meist produzierte Personenfahrzeug in Deutschland.

Der Verkaufserfolg hatte sogar einen wirtschaftlichen Hintergrund. Denn nach einem Gesetz aus dem Jahre 1928 durften alle Fahrzeuge mit weniger als vier Rädern und weniger als 350 Kubikzentimeter Hubraum ohne Führerschein gefahren werden und waren zudem auch noch steuerfrei.

Goliath GD 750 (1949-1955)

1949 stellte Goliath eine Weiterentwicklung vor, den Dreirad-Transporter GD-750 mit 750 Kilogram Nutzlast vor. In der Zeit des Wirtschaftwunders erlangte dieses Fahrzeug bei kleinen Gewerbetreibenden großen Anklang. Gerade bei kleineren gewerblichen Betrieben fand dieser Transporter durch seinen günstigen Pries und durch die Auswahl von fast 40 verschiedenen Aufbauten viele Käufer.

Der neue Goliath GD750 war eine Weiterentwicklung der beliebten Vorkriegsmodelle FW200 bzw. Ein stabiler Dreckrahmen bildete das Rückgrat des GD750, das einzelne Vorderrad wurde an einem Schwingarm geschoben. Der Antrieb erfolgte im Gegensatz zur Konkurrenz (z.B. Tempo A400) über die Hinterachse.

Goliath Dreirad-Transporter GD 750 (750 kg Nutzlast), gebaut von 1949 bis 1955, der Preis betrug damals ca. Hauptsächlich wurden Pritschenwagen verkauft, aber die Modellvielfalt war groß. So gab es Hoch- und Tiefpritsche, Kasten- und Kofferwagen, Woody und viele Sonderkarossen wie Viehwagen oder Verkaufswagen. Das Dreirad passte gut in die damalige Zeit, in der viele kleine Unternehmen wirtschaftliche Transportmöglichkeiten suchten.

Hergestellt wurden insgesamt 30.093 Exemplare des GD750, davon 779 als Kastenwagen oder Woody. Die Fahrzeuge verfügen über sogenannte Winker die zur damaligen Zeit an Stelle der Blinker die Fahrtrichtung angezeigt haben. Alle Modelle dieses Artikels unterstützen die LOD-Funktion ab EEP 8.0.

Der Goliath Rekordwagen "Banane"

Ruhm erlangte auch ein ganz besonderes Modell des dreirädrigen GD750. Am 7. August 1951 fuhr der Goliath Rekordwagen, auch „Banane“ genannt, mehrere Geschwindigkeitsrekorde ein. Am Steuer damals der technische Direktor des Bremer Stammwerks, August Momberger.

Allerdings wurden die Rekordfahrten von der FIA aberkannt, da der Goliath nicht als Automobil anerkannt wurde. 1951 begann das “Goliath-Projekt” nicht mit dem Bau des Fahrzeuges, sondern mit dem Studium der Rekordlisten. konzipierte ein entsprechendes Fahrzeug. Verwendet wurde der 700ccm-Motor aus dem Goliath-Personenwagen, erhöhte die Verdichtung und verwendete einen größeren Vergaser. Zweitakter nun 42PS.

Insgesamt stellte der Goliath-Rekordwagen 38 Weltrekorde in den neu geschaffenen Klassen für Dreiradfahrzeuge bis 750ccm und bis 1200ccm Hubraum auf. Stunden mit einem Durchschnitt von 155km/h und die 2000-Meilen mit 130km/h. ab. Doch die FIA erkannte diese Rekorde nicht an, weil es Unklarheiten über den Fahrzeugtyp gab.

“Rekordfahrten” abbrechen, doch ein Teammitglied kam auf die glorreiche Idee, das ein dreirädriges Kraftfahrzeug, wenn schon kein Auto, dann doch wohl ein Motorradgespann sei. die FIA-Funktionäre nicht verschließen und das Fahrzeug wurde für diese Klasse zugelassen. Bei einer Wiederholung solcher Rekordfahrten auf dem deutschen Hockenheimring im Herbst 1951, überschlug sich der Wagen und wurde völlig zerstört.

Goliath Goli (1955-1961)

1955 stellte man bei Goliath den Nachfolger des GD750 vor, den Goliath Goli. Das Grundkonzept mit Dreikantrahmen und Hinterradantrieb waren zwar gleich geblieben, aber die optische Modifizierung verwandelte das äußere Erscheinungsbild sehr vorteilhaft.

Dem GD 750 folgte 1955 der “Goli”. Wie auch sein Vorgänger hatte dieser Lieferwagen einen 2 Zylinder 2 Takt-Motor mit einer Leistung von 14 PS und 396 ccm. Wahlweise konnte gegen Aufpreis ein 16 PS starker Motor mit 496 ccm eingebaut werden. Damit erreicht der “Goli” annähernd eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Ausgestattet mit einem 4-Gang Getriebe liegt der Antrieb auf der Hinterachse.

Die Hinterachse ist starr und lagert auf einer Blattfeder an jedem Rad. Das Vorderrad ist einseitig an einem Schwingarm aufgehängt und durch eine viertelelliptische Blattfeder abgedämpft. Die Lenkung spricht direkt über eine Lenkstange auf das Vorderrad an.

Um für optimale Stabilitäts- und bessere Antriebsverhältnisse zu sorgen, baute man den Motor tief angeordnet hinter dem Vorderrad ein. Der Hinterradantrieb wurde mit kleinen Rädern und großvolumigen Reifen (6,40 × 13) besorgt.

Auch der Motor war stärker, ein luftgekühlter Zweitakter mit zwei Zylindern in Reihe sorgte für Vortrieb. Aus knapp 500 ccm Hubraum wurden 16 PS Leistung zur Verfügung gestellt. Doch er erwies sich in der Praxis als nicht besonders standfest, ab 1957 kam wieder ein wassergekühlter Motor zum Einsatz, jetzt mit ca. Erst in den 50er Jahren kam dann der Goliath GD 750 (1949-1955) mit 13 bis 14,5 PS und danach der Goliath Goli dann mit 12 kW (17 PS), damit konnte man immerhin schon ca. 60 km/h schnell fahren.

Um weiterer Rufschädigung vorzubeugen, wurden kurze Zeit später bei Reparaturen sogar die alten Motoren kostenfrei gegen neue getauscht.

Die Karosserie wirkt dynamischer als bei seinem Vorgänger und überzeugte durch die Linienführung. Die vorderen Lampen wurden in den Kotflügel integriert und die Front ziert eine Kühlermaske, allerdings ohne Funktion, da der Motor unter dem Führerhaus sitzt.

Doch gingen ab 1957 die Verkaufszahlen der Dreiräder allgemein zurück, nicht nur bei Goliath. Da jedoch schon seit 1957 die Verkaufszahlen rückläufig waren, wurde nach 9.904 Golis die Produktion eingstellt und das ist einer der wenig übrig gebliebenen!

Laut Goliath Veteranen Club gibt es noch insgesamt 152 Goli. 37 Jahre stand dieser Goli Hochlader in einer größeren Halle und war schon fast vergessen. Alle Zierleisten, beide Scheinwerfer und verschiedene Blechteile um den Tagrahmen herum sind vorhanden. Die Holz-Pritsche ist leider durch ein Versehen bei einem früheren Hausabbruch in dem er kurzzeitig untergestellt war, gleich mit entsorgt worden.

Konkurrenten waren u.a. der Tempo Hanseat und Tempo Boy. Dann ein Piaggio Ape der seit 1947 heute noch gebaut wird und der Dreirad-Lastenroller Triro (1950-1954) mit Einzylinder-Zweitaktmotor mit 250 cm³, 9 PS, und fuhr 50 km/h von Agria GmbH in Möckmühl.

zul. Höchstgeschwindigkeit: ca. zul.Ges-Gew.

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