Google Maps Routenplaner für Fahrräder: Eine detaillierte Anleitung

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen alles, was Sie über die Karten-App von Google wissen müssen, sowohl auf dem PC/Mac als auch auf dem Smartphone. Wir gehen auf die Routenplanung ein, das Filtern nach Orten in Ihrer Nähe, die Verwendung von Google Street View und vieles mehr.

Was ist Google Maps?

Was im letzten Jahrhundert die Stadtkarte war, ist mittlerweile Google Maps geworden. Natürlich gibt es noch andere Anbieter wie Apple Karten, OpenStreetMap, Here WeGo und weitere. Maps gibt es sogar schon länger als den Übersetzer von Google, nämlich seit 2005. Anfangs nur als Desktop-Version vorhanden, hat sich auch dieses Google Produkt in den Jahren verbessert und erweitert. Über 220 Länder und Territorien sind mittlerweile vertreten, zu denen 200 Millionen Einträge zu finden sind, die monatlich insgesamt bis zu 4 Milliarden Mal aufgerufen werden.

Wie man Google Maps benutzt

Um Google Maps zu benutzen, benötigen Sie lediglich ein internetfähiges Endgerät, wie ein PC oder Mac, ein iPhone oder ein Android-Handy. Auf dem Android Smartphone ist die App meist sogar bereits vorinstalliert. Falls das nicht der Fall sein sollte, finden Sie diese im Play Store oder im Apple App Store. Google Maps ist gänzlich kostenlos.

Vorteile des Google Kontos sind u.a. die Speicherung des Suchverlaufs. Sie können also auf vorherige Strecken wieder zurückgreifen, was durchaus nützlich sein kann.

Die Desktop-Version

Oben rechts finden Sie das Profilbild Ihres Google Accounts. Daneben haben Sie Zugriff auf alle weiteren Google Applikationen. Wichtiger hingegen ist das Eingabefeld in der linken oberen Ecke. Hier können Sie sich entscheiden, ob Sie nach einer festen Adresse suchen oder eine Route eintragen möchten. Ist letzteres der Fall, klicken Sie auf den Routenplaner. Nun haben Sie die Möglichkeit zu entscheiden, wie Sie unterwegs sind: zu Fuß, mit dem Auto, den Öffentlichen Verkehrsmitteln, per Fahrrad oder mit dem Flugzeug.

Wir entscheiden uns fürs Auto und geben zum Test mal die Strecke Berlin - Koblenz ein. Am Ende auf diese blaue Lupe klicken. Nun werden uns einige Informationen angezeigt. Zum einen können wir uns für eine der drei möglichen Routen entscheiden. Zusätzlich dazu können Sie der Suche aber noch weitere Filteroptionen hinzufügen, wie das Vermeiden von Autobahnen, Mautstraßen oder Fähren. Des Weiteren wäre es möglich, seine Reiseroute auf dem Desktop zu planen und dann direkt an sein Smartphone zu senden.

Wenn es jedoch um einen spezifischen Ort geht, können wir diesen direkt in das Eingabefeld eintragen. Sie sehen bereits, dass hier mit einer Auto-Suggest Funktion gearbeitet wird. Das solltet Ihr auch nutzen, damit dadurch der genaue Ort klar wird. Nun haben wir wiederum andere Informationen, als zuvor. Ihr könnt diesen Ort als Punkt A nehmen und damit eine Route planen, wenn Ihr hier rauf drückt. Ihr könnt den Ort speichern, wenn Ihr angemeldet seid. Sehr praktisch ist der Punkt „In der Nähe“. Damit können Sie einen beliebigen Ort angeben und dann in der Nähe dieses Ortes Restaurants, Hotels, Bars etc. suchen lassen.

Wir könnten nun bei gehen und quasi unser eigenes Ranking erstellen, indem wir nach der Anzahl der Personen, dem Tag, der Preisrange oder aber dem Faktor Relevanz oder Bewertung filtern lassen. Detaillierte Filteroptionen findet ihr in der Karte selbst ganz am oberen Rand. Hier können dann bspw. nur bestimmte Ketten ausgesucht werden oder nur Hotels mit einer bestimmten Sternebewertung angezeigt werden oder nur Hotels in einem bestimmten Bezirk.

Die Smartphone-Version

Die Smartphone-Version ist der Desktop Variante sehr ähnlich. Wir können uns ebenfalls frei auf der Karte bewegen, mit typischen Zoom Gesten ranzoomen und wieder raus zoomen. Mit einem Tipp auf eine bestimmte Stelle einen Ort festlegen und zu diesem dann auch nähere Informationen erhalten.

Testen wir das doch mal wie eben mit dem Brandenburger Tor und geben dieses als Ort in die Suchleiste ein. Das Ganze ist vom Layout her etwas anders aufgebaut, enthält aber inhaltlich alles, was auch die Desktop Variante bietet, plus ein wichtiges Feature, das der Desktop Variante fehlt, nämlich den Button „Start“. Wir können nun von unserem aktuellen Standort aus eine Navigation starten. Das heißt auf dem Handy dient Google Maps nicht nur als Onlinekarte, sondern auch als Navigationssystem.

Wir können auch hier wieder eine beliebige Route eingeben und unsere Fortbewegungsmethode auswählen. Wollt Ihr, wie zuvor einen Zwischenstopp einfügen, dann müsst Ihr mit den 3 Punkten das Menü ausfahren und auf „Stop einfügen“ klicken. Um die Reihenfolge anzupassen, muss diesmal auf die rechte Seite des Eingabefeldes gedrückt werden und dieses dann beliebig verschoben werden. Diese ist sehr simpel aufgebaut. Wollt Ihr parallel etwas suchen, klickt auf die Lupe. Möchtet Ihr die Navigationsstimme ausstellen, klickt auf das Lautsprecher Symbol und wählt „stumm“ aus.

Ein Problem das ich persönlich oft hatte und dessen Lösung ich nun gefunden habe ist die Ausrichtung. Ihr kennt das vermutlich auch, wenn die Ausrichtung der Karte genau umgekehrt, also um 180 Grad gedreht ist, sodass Ihr beim Abbiegen immer umdenken müsst, da Links Rechts ist und Rechts Links. Ist das der Fall, klickt einfach auf diese Kompassnadel und die Ausrichtung wird gedreht. Wollt Ihr aus der Nahansicht raus und euch die gesamte Strecke anzeigen lassen, dann klickt auf dieses Streckensymbol. Ein erneuter Klick darauf sorgt dafür, dass Ihr wieder in die Nahansicht wechselt. Wollt Ihr von der Navigation zurück zur normalen Map, klickt auf das rote „Abbrechen“-Symbol.

Google Maps als Fahrrad-Navi

Wenn ihr den Google-Maps-Routenplaner nutzt, könnt ihr dort einen Fahrmodus einstellen, der eurem Fahrzeug entspricht. Im Gegensatz zu vielen kommerziellen Navis könnt ihr mit Google-Maps Fahrrad-Touren unternehmen. Die App kann eine spezielle Fahrrad-Route berechnen, die euch über Wege führt, die ihr mit dem Auto nicht befahren könnt. Allerdings solltet ihr vorher einige Einstellungen vornehmen, um die Google Maps-Fahrrad-Navigation zu optimieren.

Ebenso wie bei der normalen Autonavigation, berechnet die App nach Möglichkeit mehrere Touren und überlässt euch die Auswahl, welche ihr nehmen wollt.

Offline-Karten für Fahrradtouren

Das Kartenmaterial solltet ihr euch mit der oben stehenden Anleitung aufs Handy herunterladen. Tippt auf den zutreffenden Ort und schon beginnt Google Maps mit der Berechnung. Ihr bekommt nun bis zu drei verschiedene Routen angezeigt. Allerdings befindet sich Google Maps beim Start im Auto-Modus und ihr müsst erst unterhalb der Zielangabe auf das Fahrrad-Icon tippen, um Google Maps zur Fahrradnavigation zu bringen.

Nach einer Routen-Neuberechnung könnt ihr mit dem Finger in der Karte auf die gewünschte Route tippen, um sie auszusuchen. Unten im Fenster bekommt ihr unten die Länge und geschätzte Dauer der Route angezeigt. Außerdem eine Einschätzung des Geländes, wie beispielsweise „Überwiegend eben“. Gibt es Besonderheiten auf der gewählten Route, werdet ihr mit einem gelben Ausrufezeichen darauf hingewiesen. Das können etwa Privatstraßen sein.

Tippt auf „Starten“, um die Tour zu beginnen. Jetzt wird die Karte um euren Standort zentriert und eine Stimme sagt euch die nächste Kreuzung an. Wenn euch das zu nervig (oder peinlich) ist, könnt ihr in Google Maps bei der Fahrradtour die Sprachführung ausschalten.

Ihr seht auf der Karte jederzeit, wo ihr seid. Die gesamte Route ist in der Karte blau markiert. Gleichzeitig seht ihr oben eine Richtungsangabe und darunter die Richtung des nächsten Wechsels angezeigt. Ihr könnt euch die Ansage aber auch auf einen Kopfhörer liefern lassen, um nichts zu verpassen.

Geschwindigkeitseinstellungen für Fahrrad und Fußgänger

Google Maps schätzt beim Fahrrad fahren und zu Fuß gehen die Ankunftszeit auf Basis der Geschwindigkeit. Ab Werk werden 3 bis 6 km/h für Fußgänger und 16 km/h für Fahrradfahrer angesetzt. Abhängig von Wegbeschaffenheit und Steigung liegt die Laufgeschwindigkeit ungefähr zwischen drei und sechs Kilometern pro Stunde.

Hier legt Google Maps auf ebener und asphaltierter Strecke eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 16 Kilometern pro Stunde zu Grunde. Abhängig von Faktoren wie Steigung, Wegbeschaffenheit, Kreuzungen aber auch Messwerten für Fahrrad-Strecken anderer Google Maps-Nutzer wird die erwartete Geschwindigkeit auf bestimmten Wegabschnitten entsprechend nach unten oder oben angepasst.

GPX-Dateien und individuelle Routen

Eine beliebte Fahrradroute wie beispielsweise der Donauradweg lässt sich aus dem Internet in Form einer GPX-Datei (alternativ z.B. als KML-Datei) herunterladen. Die GPX- bzw. die KML-Datei enthält die Strecke, der Sie auf ihrem Smartphone mit einer App wie Google Maps folgen können.

Mit wenigen Klicks erstellen Sie in Google Maps eine neue Karte und setzen diese während ihrer Fahrradtour auf ihrem Smartphone ein:

  1. Öffnen Sie Google Maps im Browser und melden Sie sich bei Google an.
  2. Öffnen Sie über das Hamburger-Symbol oben links das Hauptmenü und wechseln Sie zu "Meine Orte".
  3. Klicken Sie auf "Karten", dann ganz unten auf "Karte erstellen".
  4. Im nächsten Fenster klicken Sie auf den Titel "Unbenannte Karte" und geben der Karte einen Namen wie "Donauradweg".
  5. Klicken Sie unten auf "Basiskarte" und wählen Sie z.B. den Kartentyp "Gelände" aus.
  6. Im nächsten Schritt importieren Sie über "Importieren" die auf dem Computer gespeicherte GPX-Datei (im Fall des Donauradwegs als KML-Datei, da die GPX-Datei zu groß ist!).
  7. Anschließend können Sie den Eintrag "Donauradweg" anklicken und ihrer Route über den Farbeimer eine individuelle Farbe und Linienbreite zuweisen.

Google My Maps für individuelle Reisekarten

Alle meine Reiserouten plane ich mit Google My Maps. Das ist eine Funktion von Google Maps, die du möglicherweise noch nicht kennst. Du kannst damit deine eigenen Karten erstellen und anpassen. Du kannst in deiner Karte Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels etc. markieren, sowie eigene Fotos und Kommentare hinzufügen. Auf diese Weise kannst du dir eine umfassende persönliche Reisekarte basteln, die speziell auf deine Wünsche angepasst ist. Außerdem hast du die Möglichkeit, deine Karten mit deinen Reisepartnern teilen.

Das Beste an Google My Maps ist meiner Meinung nach, dass du deine Karten offline speichern und sie in der Google Maps App ansehen und nutzen kannst. So kommst du auch dann sicher ans Ziel, wenn du mal keine Internetverbindung hast.

Anleitung zur Erstellung einer individuellen Karte:

  1. Melde dich mit deinem Google-Konto bei Google My Maps an.
  2. Klicke im Menü auf der linken Seite des Bildschirms auf „Unbekannte Karte“.
  3. Tippe den Startpunkt deines Roadtrips ins Suchfeld ein.
  4. Drücke die Eingabetaste (Enter).
  5. Klicke auf „Routen hinzufügen“, um eine Bearbeitungs-Ebene für die Reiseroute zu erstellen.
  6. Füge über das Bearbeitungs-Menü auf der linken Bildschirmseite alle Etappenziele deines Roadtrips in die Karte ein.

Offline-Nutzung der Karte:

  1. In „Meine Orte“ klickst du auf „Karten“.
  2. Wähle die gewünschte Karte aus.
  3. Google fragt dich „Karte herunterladen“? Klicke unten rechts auf „Download“.

Die neuen Fahrradwege in Google Maps

Mit nur zwei Klicks aktivieren Sie das Radwegenetz in Google Maps:

  1. Bewegen Sie den Mauszeiger über das Feld "Satellit". Daraufhin öffnet sich ein Menü unterhalb. Klicken Sie auf das kleine, nach unten zeigende Dreieck, um weitere Optionen aufzuklappen.
  2. Den zweiten Klick setzen Sie bei "Mit dem Fahrrad". Fortan ist das Radwegenetz anhand grüner Linien ab einer gewissen Zoomstufe sichtbar.

Wie auch bei der gewohnten Straßenansicht erhöht sich der Detailreichtum bei stärkerer Zoomstufe. In tiefem Dunkelgrün sind die Radwege markiert, die für Pkw gesperrt sind. In diesem Beispiel ist die Promenade in Münster rund um die Innenstadt deutlich zu erkennen.

Alternativen zu Google Maps für Fahrradfahrer

Deutlich mehr Fahrradwege in der Bibliothek und optimiertes Fahrrad-Routing versprechen Apps, die sich auf die Routenplanung und Navigation mit dem Fahrrad spezialisiert haben. Hinzu kommen zahlreiche Features wie Offline-Karten, Sprachansagen, die Suche nach Ladestationen für E-Bikes und Optionen für bequeme, schnelle oder für Rennräder beziehungsweise Mountainbikes geeignete Routen.

Bikemap ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Kernstück der App ist die Karte, die Daten von OpenStreetMap, OpenCycleMap oder Google Maps nutzt und dabei auch über eine 3D-Ansicht sowie ein Höhenprofil verfügt. Über das Suchfeld lassen sich Orte und Adressen finden, aber auch einfache Stichworte wie "Ladestation" führen zu entsprechenden Zielen in der Nähe. Per Shortcut lassen sich außerdem Navigationen zur Heimat- und Arbeitsadresse starten.

Komoot bietet ebenfalls eine umfassende Navigation für Wanderer und Radfahrer. Die entsprechenden Karten sind auch offline verfügbar… allerdings nur gegen Bezahlung. Die erste Karte ist bei Komoot kostenlos. Falls ihr immer im selben Gebiet unterwegs seid, kostet euch das Offline-Kartenmaterial also nichts. Doch auch sonst kommt ihr mit Komoot noch relativ günstig davon:

Option Preis Enthalten
Weltweite Karten 29,99 Euro (teilweise reduziert auf 19,99 Euro) Karten der ganzen Welt inklusive Updates
Regionales Bundle 8,99 Euro Größeres Region-Bundle eurer Wahl
Einzelne Region 3,99 Euro Eine einzelne Region

Naviki bietet einen ähnlichen Funktionsumfang wie Komoot, jedoch mit mehreren unterschiedlichen einmaligen In-App-Käufen, die bestimmte Funktionen freischalten.

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