Die GoPro ist die leistungsstärkste Action-Cam auf dem Markt. Doch nur wer ihre mächtigen Waffen richtig einsetzt und die passende GoPro-Einstellung wählt, wird gestochen scharfe Bildqualität und Zeitlupen erhalten, die einem den Atem rauben. Und genau darum geht es auf dieser Seite: Wie du deine GoPro richtig einstellst, um aus jeder Aufnahmesituation das Optimum rauszuholen. Im Anschluss erhältst du dann noch konkrete Empfehlungen, sodass du nicht unnötig viel Zeit mit der Bedienung deiner Kamera verschwendest, sondern dich mehr auf deine Erlebnisse und das Filmen konzentrieren kannst. Legen wir los.
Die Bestandteile der GoPro Einstellungen
Um die Frage nach der richtigen Einstellung beantworten zu können, musst du erstmal die verschiedenen Stellschrauben kennen. Schauen wir uns mal eine typische GoPro Videoeinstellung an: 1080p, 50fps, wide. Was bedeutet das nun im Einzelnen? Gehen wir es der Reihe nach durch.
GoPro Auflösung
Ein digitales Bild besteht aus vielen klitzekleinen Bildpunkten, den Pixeln. Das kannst du gut erkennen, wenn du ein Bild mal extrem vergrößerst: Die Auflösung gibt an, aus wie vielen solcher Bildpunkte das Bild besteht. Die genaue Angabe erfolgt dabei in der Form „Breite*Höhe“ (z.B. 1920×1080). In der gekürzten Variante „1080p“ wird nur die Höhe angegeben. (Das „p“ steht übrigens nicht für Pixel, sondern für „progressive“ und bezieht sich auf das genutzte Bildaufbauverfahren. Damit brauchst du dich aber nicht weiter beschäftigen, da wir da eh keinen Einfluss drauf haben.)
Hier ein Überblick über die gängigen Auflösungen, die uns die GoPro Kamera zur Verfügung stellt:
| Bezeichnung | Auflösung | Seitenverhältnis |
|---|---|---|
| 4k 4:3 | 3840×3072 | 4:3 |
| 4k Cin | 4069×2160 | 17:9 |
| 4k | 3840×2160 | 16:9 |
| 2,7k 4:3 | 2704×2028 | 4:3 |
| 2,7k | 2704×1520 | 16:9 |
| 2,7k Cin | 2716×1524 | 17:9 |
| 1440p | 1920×1440 | 4:3 |
| 1080p | 1920×1080 | 16:9 |
| 960p | 1280×960 | 4:3 |
| 720p | 1280×720 | 16:9 |
| WVGA | 848×480 | 16:9 |
(Achtung: Nicht jede Einstellungen ist bei jedem Modell verfügbar.) Je höher die Auflösung ist, desto schärfer oder detailreicher ist in der Regel das Bild. Das wird vor allem deutlich, wenn man sich die Dimensionen der verschiedenen Auflösungen mal im direkten Vergleich anschaut: Die 4k Auflösung ist zum Beispiel knapp 4mal so groß wie 1080p. Vereinfacht gesagt heißt das also, dass du ein 4k Video auf einem 4mal größeren Bildschirm anschauen könntest, und die Schärfe noch genauso gut wäre wie bei dem 1080p Video auf dem kleinen Bildschirm. Würdest du hingegen das 1080p Video auf dem großen Bildschirm gucken, müsste es enorm gestreckt werden (also im Prinzip 4mal rangezoomt werden). Dadurch geht natürlich einiges an Schärfe verloren.
Übrigens: Die Auflösung bestimmt gleichzeitig auch das Seitenverhältnis der Aufnahme.
GoPro Seitenverhältnis
Je nachdem, welche Auflösung du wählst, ändert sich das Seitenverhältnis der Aufnahmen. In der Regel hast du die Wahl zwischen dem 16:9 und dem 4:3 Format. Oben in der Tabelle siehst du, welche Auflösung welches Format erzeugt. 16:9 ist dabei etwas „schmaler“. Jetzt stellt sich die Frage: Wann eignet sich welches Seitenverhältnis?
Empfehlung - 16:9 oder 4:3?
16:9 ist das gängige Videoformat. Es passt perfekt auf die meisten Bildschirme und ist angenehmer für das Auge. Beim 4:3 Format siehst du auf den meisten Bildschirmen links und rechts schwarze Balken. Das wirkt ziemlich unprofessionell und störend. Deshalb: Wenn du ein Video zusammenschneidest, dann exportier es in 16:9. … Das heißt aber nicht, dass du unbedingt auch in 16:9 filmen musst. Wenn du in 4:3 filmst, hast du nämlich den großen Vorteil, dass du nicht so genau „zielen“ musst.
Je nach Aufnahmesituation solltest du deshalb folgende Einstellungen wählen: Wenn du nicht genau siehst, was du filmst, dann solltest du in 4:3 filmen. Wenn du siehst, was du filmst (z.B. wenn du die Kamera in der Hand hältst und sie einen Bildschirm hat), dann kannst du in 16:9 filmen.
Pro-Tipp: Damit du in der Nachbearbeitung nicht jede 4:3 Aufnahme zu 16:9 umwandeln musst, kannst du alternativ auch im 16:9 Format mit dem Bildwinkel SuperView filmen. Dieser sorgt dafür, dass ein noch größerer Bereich aufs Bild kommt, staucht das Ganze aber sofort in der Kamera auf das 16:9 Format.
GoPro Bildrate (FPS)
Die Bildrate (fps = frames per second = Bilder pro Sekunde) gibt an, wie viele Einzelbilder pro Sekunde aufgenommen werden. Je höher die Bildrate ist, desto flüssiger ist das Video. Allerdings steigt dadurch auch die benötigte Speicherkapazität. Daher ist es wichtig, die richtige Balance zu finden.
Empfehlung - Welche Bildrate (fps) ist die richtige?
Die Wahl der Bildrate hängt stark vom Anwendungsfall ab. Hier sind einige Empfehlungen:
- Für normale Aufnahmen: 25/30 fps (entspricht den europäischen/amerikanischen Fernsehnormen)
- Für flüssige Aufnahmen: 50/60 fps
- Für Zeitlupen: 120/240 fps (je nach gewünschter Verlangsamung)
Wichtig: Achte darauf, die Bildrate nicht zu mischen, da es sonst Schwierigkeiten bei der Videobearbeitung gibt. In Europa wählst du am besten PAL.
GoPro Bildwinkel
GoPro Kameras bieten verschiedene Bildwinkel zur Auswahl: Weit, Medium, Linear und Eng. Typisch für Action Cams ist der extreme Weitwinkel. Dieser sorgt für starke Verzerrungen und es wirkt alles weiter weg. Daher spricht man oft vom Fischaugeneffekt. Der Bildwinkel SuperView legt da noch einen drauf und fängt sogar einen noch größeren Bereich ein. Im Gegensatz dazu simuliert die Einstellung Medium den Bildbereich in etwa einer „normalen“ Kamera. Linear ist ein Zwischending.
Eine Besonderheit stellt die Einstellung Linear dar. Sie korrigiert die Verzerrungen des Weitwinkels und sorgt für ein natürlicheres Bild. Dies ist besonders nützlich, wenn du viel in Bewegung bist. Hier solltest du entweder „weit“ oder „SuperView“ wählen. So stellst du sicher, dass alle wichtigen Bildbereiche eingefangen werden. Wenn es kein konkretes Motiv gibt (also z.B. andere neue Zusatzfunktion dazu, die das Einstellungs-Repertoire erweitert.
Zusatzfunktionen
Zu den wichtigsten und aktuell Zusatzfunktionen gehören: Protune, Bildstabilisation, Auto Low Light Modus, Spot Meter, Zoom, GPS. Keine dieser Funktionen ist zwingend notwendig. Sie bieten dir aber die Möglichkeit, die Qualität deiner Aufnahmen durch die Kamera selbst zu regulieren.
Protune
Protune ist eine erweiterte Einstellung, die es dir ermöglicht, manuelle Anpassungen an Farbe, Belichtung, ISO und Schärfe vorzunehmen. Dies gibt dir mehr Kontrolle über das endgültige Ergebnis, erfordert aber auch ein gewisses Maß an Erfahrung. Wenn du dich mit den Einstellungen nicht auskennst, solltest du Protune deaktiviert lassen.
Bildstabilisation
Die Bildstabilisation, auch bekannt als „EIS“ (Electronic Image Stabilisation), reduziert Verwacklungen und sorgt für ruhigere Aufnahmen. GoPro hat die Bildstabilisation mit der „Hypersmooth“-Funktion auf ein neues Level gehoben. Die sogenannte „Hypersmooth“ Funktion hat selbst erfahrene Filmer vom Hocker gehauen. Sie liefert beeindruckend ruhige Ergebnisse, selbst bei extremen Bedingungen.
Auto Low Light Modus
Der Auto Low Light Modus erkennt automatisch, wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind und regelt die Bildrate dann automatisch runter. Dies sorgt für hellere Aufnahmen, kann aber auch zu weniger flüssigen Videos führen. Es empfiehlt sich, den Auto Low Light Modus zu deaktivieren, wenn du die volle Kontrolle über die Bildrate haben möchtest.
Spot Meter
Der Spot Meter ist eine Belichtungsmessungsfunktion. Mit ihr kannst du einen bestimmten Punkt im Bild auswählen, der für die Belichtungsmessung verwendet wird. Dies ist nützlich, wenn du in einer Situation filmst, in der es große Helligkeitsunterschiede gibt.
GPS
Die GPS-Funktion zeichnet die geografischen Daten deiner Aufnahmen auf. Diese Funktion hat allerdings keinerlei Einfluss auf die Aufnahme selbst. Wenn du GoPro Quik zur Nachbearbeitung nutzt, kannst du dank der GPS Funktion aber eine kleine Auswahl an Messdaten im Video einblenden lassen. Dazu zählen beispielsweise die Geschwindigkeit oder G-Kräfte. Die GPS Funktion kannst du einschalten wenn du diese Bearbeitungsmöglichkeiten möchtest.
Die Qual der Wahl - Welche Einstellung ist die richtige?
Nachdem wir nun die wichtigsten Einstellungen kennengelernt haben, stellt sich natürlich die Frage: Welche ist die richtige für mich? Hier gibt es keine pauschale Antwort, da die optimale Einstellung von verschiedenen Faktoren abhängt. Du solltest dir vor jeder Aufnahme folgende Fragen stellen:
- Wie sind die Lichtverhältnisse?
- Was möchte ich filmen?
- Wie möchte ich das Video später bearbeiten?
Oder natürlich sagen: „Super! mir in der jeweiligen Situation die Bildrate oder die Auflösung wichtiger? Das gleiche gilt auch für den Bildwinkel. an deinen persönlichen Anforderungen an die Aufnahme.
1. Belichtungssituation
In speziellen Situation, wie in der Dämmerung, Unterwasser, bei besonders regnerischen, düsterem Wetter, in dunklen Räumen, usw. du die Einstellungen etwas runtersetzen. Das heißt z.B. dabei zu haben. Entscheidung einbeziehen solltest.
2.
machst und wie du sie später in einem Video verarbeiten möchtest. Erst dann kannst du die richtige Einstellung finden. Hier spielen z.B. in der Lage ist, 4k Videos zu verarbeiten. Rechenleistung und bringt die meisten Computer zum Haken. angesprochenen Ausnahmesituationen. Anpassungen vornehmen: Wenig Licht? = Bildrate (fps) reduzieren Super Zeitlupen? = Bildrate hochschrauben Motiv größer im Bild?
Empfohlene Einstellungen für verschiedene Situationen
- 4k, 60/50fps, Weit, mit HyperSmooth: Bietet allerbeste Bildqualität und zur Not auch etwas Zeitlupen Potenzial (halbe Abspielgeschwindigkeit locker möglich). Mit dem Bildwinkel „Weit“ kommt zu dem ein großer Bereich aufs Bild. Zusätzlich kannst du die hervorragende Bildstabilisierung „HyperSmooth“ nutzen. Die Einstellung eignet sich somit beispielweise für jegliche Sport- und Action Aufnahmen, aber gleichermaßen auch für ruhigere Urlaubsvideos, Feste oder Städtetrips. Nur wenn du besonders langsame Zeitlupen oder einen besonders großen Bildwinkel möchtest, solltest du eine der anderen empfohlenen Einstellungen wählen. (Achtung: Du solltest außerdem darauf achten, dass dein Computer und dein Videobearbeitungsprogramm dazu in der Lage sind, Videos mit einer so hohen Qualität überhaupt zu verarbeiten.)
- 2,7k, 60/50fps, SuperView, mit HyperSmooth: Im Vergleich zur vorherigen Einstellung ist hier die Bildqualität etwas niedriger, dafür bekommst du mit SuperView einen noch größeren Bereich aufs Bild. Das ist vor allem hilfreich, wenn du die Kamera so befestigt hast, dass du den Bildschirm nicht sehen kannst, sondern nur ungefähr in die richtige Richtung filmst.
- 1080p, 240/200fps, Weit: Diese Einstellung solltest du wählen, wenn du besonders flüssige Zeitlupen erstellen möchtest. Mit 240fps ist eine 10-fache Verlangsamung der Abspielgeschwindigkeit absolut machbar.
- 1080p, 120/100fps, SuperView: Wenn du nicht unbedingt eine 4k Auflösung brauchst, eignet sich diese Einstellung aufgrund des großen Bildbereichs und des sehr guten Zeitlupen Potenzial sehr gut als Standard-Einstellung.
Spezielle Motorrad-Einstellungen
Für Motorradaufnahmen sind einige spezielle Aspekte zu beachten:
- Horizontstabilisierung: Die in der Hero 9 implementierte Horizontstabilisierung ist fürs Motorradfahren eine tolle Sache. Trotz Schräglage in der Kurve bleibt das Bild gerade und die Aufnahme wirkt deutlich dynamischer. Abhängig von der Grundpositionierung der Kamera, sowie der durch die Fahrt verursachten Schräglage, ist man schnell am Maximum von etwa 40° angelangt.
- Max Lens Mod: Wir haben uns daher für den optionalen Max Lens Mod entschieden, mitdem sich die Kamera 360° im Kreis drehen lässt, ohne dass der Horizont verloren geht. Ermöglicht wird das durch einen Softwarealgorithmus der aus der 5K Auflösung der Kamera mittig ein 2,7K Bild schneidet, dass sich dann „frei“ in der größeren Auflösung drehen kann.
- Windgeräuschreduzierung: Die vom Marketing versprochene Windgeräuschreduzierung konnten wir mit der „nackten“ Hero 9 nicht feststellen. Durch den Einsatz des Media Mod, den wir beim Motorradfahren als Option zum dauerhaften Laden während der Fahrt nutzen, da sich die USB-C Ladebuchse bei der Kamera hinter der Akkuabdeckung befindet, kommen wir in den Genuss eines zusätzlich verbauten, direktionalen Mikrofons, sowie einen 3,5-mm-Mikrofonanschluss für externe Mikrofone. Mit diesem integrierten Mikrofon und dem aufgesetzten Windschutz aus Schaumstoff, lässt sich - bei guter, einigermaßen windgeschützer Positionierung - eine annehmbare Audiospur erzeugen.
Weitere Tipps und Tricks
- Sprachsteuerung aktivieren
- QuikCapture nutzen
- Automatische Abschaltung einstellen
- Antiflimmern beachten (50Hz in Europa)
- ISO-Werte begrenzen
- Schärfe auf Mittel stellen
- Videokompression auf H264 + HEVC
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