Die besten voll ausgestatteten Gravelbikes im Test

Gravelbikes sind vielseitig und erfreuen sich großer Beliebtheit als sportliche Reise- und Alltagsräder. Viele Hersteller bieten Modelle mit Vollausstattung an, die sofort einsatzbereit sind. Die Redaktion des Magazins TOUR hat fünf solcher Gravelbikes getestet, die trotz Vollausstattung sportlich bleiben und alles mitbringen, um bei jedem Wetter unterwegs zu sein.

Voll im Trend: Gravelbikes mit Vollausstattung

Das Gravelbike ist beliebt, weil es als "SUV unter den Fahrrädern" mehrere Spezialisten kompetent vertreten kann. Es eignet sich sowohl für sportliche Feierabendrunden als auch für Familienausflüge, Radreisen oder den täglichen Arbeitsweg. Viele Modelle ermöglichen die Montage von Schutzblechen und Gepäckträgern, und einige Rahmen sind sogar für Lichtanlagen ausgelegt.

Gravelbikes mit werkseitiger Ausstattung erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die Vorteile liegen in der Abstimmung der Bauteile, der Kostenersparnis und der Optik. Das Zubehör ist vom Hersteller montiert, alle Bauteile sind aufeinander abgestimmt und funktionieren besser als nachträglich adaptierte Lösungen. Meist ist es in Summe auch günstiger und spart viel Bastelarbeit - und nicht zuletzt sieht es besser aus.

Radon: Seitenständer sind nicht immer serienmäßig, montieren lassen sie sich aber an allen Modellen.

Besonders beliebte Beispiele ab 1599 €

Fünf beliebte, aktuelle Modelle mit stabilem Alu-Rahmen und moderner Antriebsgruppe mit hydraulischen Scheibenbremsen wurden genauer untersucht. Das Preisfenster liegt zwischen 1599 Euro (Cube) und 2499 Euro (Rose). Antriebskomponenten und Bremsen stammen fast durchweg aus der Gravel-Gruppe GRX von Shimano. In diesem Testfeld bedeutet ein höheres Budget nicht automatisch ein leichteres Rad. Die meisten Kandidaten liegen preisunabhängig um zwölf Kilogramm, Bergamont wird mit einem sehr schweren Rahmen-Set in dieser Wertung deutlich abgehängt. Auch bei den Ausstattungen finden wir bei genauerem Blick Unterschiede.

Grundsätzlich sind Shimanos GRX-Teile für die Räder eine gute Wahl, robust und die Ersatzteile günstig. Im Detail bekommt man von den Radmarken jedoch nicht immer den neuesten Stand der Technik serviert. So sind nur bei Cube und auch Stevens moderne Zwölffach-Schaltungen verbaut. Bergamont, Radon und Rose schalten mit elf Ritzeln, was entweder einen leichten Berggang weniger oder eine gröbere Abstufung bedeutet. Bei den Bremsen gibt es ebenfalls Unterschiede: Häufig wird an den Bremsscheiben gespart, nur Rose holt mit einer hochwertigen Scheibe alles aus den hydraulischen Systemen heraus.

Tabelle: Übersicht der getesteten Gravelbikes

MarkePreisSchaltungBesonderheiten
Cube1599 €12-fachModerne Schaltung
Stevens[Preis]12-fachModerne Schaltung
Bergamont[Preis]11-fachSchwerer Rahmen
Radon[Preis]11-fach-
Rose2499 €11-fachHochwertige Bremsscheibe

Bärendienst Breitreifen - oder: Bleche mit zu wenig Schutz

Auch in Sachen Zubehör funktioniert nicht alles reibungslos. Schutzbleche müssen lang und breit genug sein, um ihren Zweck optimal zu erfüllen. Hier fallen Cube und Radon negativ auf, weil die Bleche die 40 Millimeter breite Gravel-Bereifung nur knapp abdecken und Spritzwasser daran vorbeifliegt. Auch könnten die vorderen Bleche bei Rose und Stevens gern fünf Zentimeter länger sein, damit Füße und Antrieb besser vor Schmutz geschützt sind; bei Cube dagegen werden direkt Hinterherfahrende ordentlich nass.

Cube: Schutzbleche sollten breit und lang genug sein, damit sie gut schützen. Am Nuroad wird der Reifen nur knapp abgedeckt.

Hell & ordentlich: das Licht der Gravelbikes

Alle Räder sind mit hochwertigen Nabendynamos und LED-Beleuchtung samt Standlichtfunktion ausgestattet. Die Lampen von Supernova (Stevens) und Busch&Müller (Rose) markieren den aktuellen Stand der Lichttechnik. Lediglich die Lampe von Radon wirkt etwas billig verarbeitet, strahlt aber auch ordentlich. Bei den Rücklichtern ist vornehme Zurückhaltung angesagt: Die hochwertige Busch&Müller-Heckleuchte des Rose fällt minimalistisch aus, macht aber im Dunkeln ordentlich Ballett. Bei Stevens und Cube sind die kleinen Heckleuchten ins Schutzblech integriert - beim Stevens so weit, dass es von der Seite kaum sichtbar ist. Immerhin: Eine LED-Sattelstütze entkräftet den Schwachpunkt.

Bergamont: Die Nabendynamos produzieren zuverlässig Strom, signifikante Qualitätsunterschiede zwischen den Herstellern sind nicht erkennbar.

An passiver Sicherheit haben die Kandidaten wenig zu bieten: Nur Stevens verbaut Reifen mit Reflexstreifen und einen großen Reflektor hinten. Bei allen anderen müssten, streng genommen, Heck- und Speichenreflektoren nachgerüstet werden, damit die Räder gemäß StVZO auf die Straße dürfen.

Rose: Das Backroad verfügt mit dem hochwertigen Busch & Müller-Scheinwerfer über das beste Licht.

Ergebnisse & TOUR-Noten der Gravelbikes mit Vollausstattung im Test

Die Einzel- und Gesamtnoten der Gravelbikes mit Vollausstattung.

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