Sind Sie es satt, sich dem mitunter gefährlichen Straßenverkehr auszusetzen? Sehnen Sie sich nach Fahrten in der Abgeschiedenheit? Wollen Sie sich vielleicht einfach nicht (mehr) auf das eine oder andere festlegen? Oder suchen Sie womöglich ein Zweitrad?
Keine Sorge: Auch wenn die Fragen vielleicht nach Werbekampagne klingen, wollen wir Ihnen hier natürlich kein Gravelbike aufschwatzen. Doch wenn Sie das Thema anspricht, lohnt ein genauer Blick auf die Bikes in unserem großen Vergleichstest: Zu Preisen zwischen 1499 und 1999 Euro sind die Räder relativ günstig und können eine Alternative - oder Ergänzung - zum Straßenrenner darstellen. Manche sind deutlicher als andere auf den Einsatz im Gelände ausgerichtet, andere mehr auf Asphalttouren getrimmt, wieder andere empfehlen sich für die epische Bikepacking-Tour, um den Abenteuerdurst zu stillen.
Welches Rad sich wofür am besten eignet, enthüllen die folgenden Seiten. Nur so viel vorweg: Sie werden eine ganze Menge grundsolider und treuer Begleiter für Abenteuer und Sport kennenlernen. Die Gravelbikes im Test sind eine solide Basis für Abenteuer und Touren auf und abseits asphaltierter Wege; viele lassen sich zudem unkompliziert zu einem Reise- oder Pendlerrad aufrüsten und bewähren sich als robuste Allrounder.
Aluminiumrahmen dominieren die Preisklasse
Angesichts des von uns vorgegebenen Preisrahmens bis 2000 Euro rollen fast ausnahmslos Räder mit Aluminiumrahmen ins Testlabor. Zwar ist die Anschaffung eines Carbonrahmens inzwischen wesentlich günstiger als noch vor einigen Jahren, nahezu jedes wettkampftaugliche Straßenrad basiert auf dem Verbundwerkstoff.
Allerdings ist die Weiterverarbeitung zu einem fertigen Rahmen weiterhin aufwendiger und kostenintensiver als die eines Chassis aus Alu. Dessen Rohre werden in der Regel unter Druck in Form gebracht, dem sogenannten Hydroforming, und miteinander verschweißt. Dank der physikalischen Eigenschaften des Leichtmetalls ist es einfacher und günstiger, fahrstabile, verwindungssteife Konstruktionen auf die Reifen zu stellen.
Soll der Alu-Rahmen aber auch noch möglichst leicht sein, steigt der Aufwand wieder, und der Preisvorteil gegenüber Carbon schrumpft. Folglich behandeln fast alle namhaften Marken den Alu-Rahmenbau inzwischen eher stiefmütterlich und investieren kaum noch in Innovationen. Die günstigen Gravelbikes machen da keine Ausnahme.
Voluminöse Alu-Rohre machen die Rahmen fast durchweg unerschütterlich steif und fahrstabil - aber eben recht schwer. Mit durchschnittlich fast elf Kilogramm Gesamtgewicht treten die Schotterflitzer jedenfalls nicht in der Fliegengewichts-Klasse an, im Gegenteil: Die Räder werden insgesamt immer schwerer - was auch an der Gravelbike-Evolution liegt: Immer breitere Reifen, breitere Felgen, breitere Lenker und riesige Ritzel wiegen eben auch mehr.
Dass der langlebige Werkstoff Aluminium nicht zwangsläufig hohes Gewicht zur Folge haben muss, zeigt sich andererseits am Radon. Dessen Rahmen ist vergleichsweise filigran und zählt mit rund 1800 Gramm zu den leichteren Alu-Gestellen auf dem Markt. Das neue Specialized Crux DSW ist nach unserer Kenntnis das aktuell leichteste Alu-Gravelbike (Rahmen-Set 1530 Gramm, Gesamtgewicht 9,6 Kilogramm), dafür aber teurer (2700 Euro).
Neben den Rahmen-Sets haben die größtenteils einfachen Laufräder entscheidenden Anteil an den pfundigen Bikes. Die Kombi aus schlichten Alu-Felgen, breiten Stollenreifen, großer Kassette und einfachen Bremsscheiben macht bei fast allen Testrädern knapp die Hälfte des Gesamtgewichts aus. Auch innerhalb der Preisklasse eröffnen sich Qualitätsunterschiede.
Hervorzuheben sind die Laufräder bei Giant und Rose, die kaum schwerer als günstige Carbonlaufräder ausfallen. Die schweren Modelle in den Bikes von Bulls, Carver oder Megamo servieren den Tuning-Tipp hingegen auf dem Silbertablett. Diese sind zwar unkaputtbar und halten ein ganzes Fahrradleben lang, machen sich aber auf der Waage und vor allem im Sattel bemerkbar.
Das Cube Nuroad: Eine Ausnahmeerscheinung
Streng genommen gelingt es nur dem Cube als einzigem Modell, das Speed-Gefühl eines Rennrads auf die Schotterpiste zu übernehmen. Aus einem einfachen Grund: Der deutsche Hersteller schafft es wieder einmal, sein Bike überdurchschnittlich gut auszustatten und trotzdem mit einem leichten Carbonrahmen in den Handel zu stellen; gegenüber dem schwersten Modell im Test von Carver ist es zwei Kilogramm leichter. Dafür ist das Carver das mit Abstand günstigste Rad.
Doch auch Carvers Top-Modell, das die Frankfurter im Testzeitraum nicht vorrätig hatten, lässt wegen des vergleichbaren Set-ups eine deutliche Lücke. Bis auf das Radon kommen auch die weiteren Konkurrenten nicht an das agile Fahrverhalten des Preiskrachers von Cube heran, der mit dem niedrigen Gewicht auch teurere Modelle in den Schatten stellt.
Komfort und Reifenfreiheit
Beim Federkomfort, der als wichtigstes Gravelbike-Kriterium mit 30 Prozent in die TOUR-Note einfließt, wechseln Licht und Schatten. Auf dem Prüfstand können zwei Räder ergiebig punkten: Das Canyon profitiert von einer flexiblen Carbonsattelstütze, das Giant von einer speziellen Alu-Version mit aufwendiger Klemmung.
Auf der Schotterpiste zehren die Räder von ihren hochwertigen Reifen, womit die meisten Modelle den geringen Rahmenkomfort ganz gut kompensieren können. Viele Hersteller wählen dafür vergleichsweise breite Gummis mit 45 Millimetern. Alle Räder rollen auf tubeless-fähigen Pneus, das komfortbetonte Giant kommt bereits ab Werk mit Dichtmilch. Die Reifen lassen sich dadurch mit weniger Druck fahren und bügeln Unebenheiten spürbar glatt.
Mit teils üppigen Reifenfreiheiten können die Bikes noch geländegängiger abgestimmt werden. Spitzenreiter ist das Giant, das dank eines verstellbaren Radstands Platz für bis zu 53 Millimeter breite Schlappen lässt. Das Focus geht noch ein Stück weiter, erfordert aber den Wechsel auf Laufräder im kleineren 650B-Format.
Wichtig: Mit der Wahl breiterer Pneus ändert sich das Fahrverhalten, die ohnehin schon laufruhigen Graveler reagieren noch etwas träger auf Lenkbefehle.
Geometrie und Fahrverhalten
Bei den Rahmengeometrien zeigt sich eine Zweiteilung in die eher komfortable oder relativ sportliche Richtung, wobei die Betonung einer vergleichsweise gestreckten Sitzposition im Test überwiegt. Wissen muss man: Die Geometrie von Gravelbikes fällt im Vergleich zum Straßenrenner grundsätzlich etwas gemäßigter aus. Selbst wettkampftaugliche Schotterfräsen grenzen sich zum Teil deutlich von aggressiven Straßenboliden ab.
Auf den meisten - auch sportlichen - Gravelbikes in unserem Test sitzt man also wie auf einem Marathonrad, womit die Hersteller ein breites Publikum im Blick haben. Wer in der Preisklasse unter 2000 Euro hingegen einen Gravel-Racer mit tiefem Lenker sucht, wird - jedenfalls von der Stange - nichts finden.
Einigkeit herrscht beim Fahrverhalten. Durch lange Radstände, flache Lenkwinkel und viel Gabelnachlauf grenzen sich die Räder klar vom agilen Straßenrenner ab und liegen satt auf Feld- oder Waldweg. Weniger routinierte Radler dürften das einfache Handling zu schätzen wissen. Besonders spurtreu steuert das Merida durchs Gelände, dessen Radstand schon fast dem eines Mountainbikes entspricht.
Breite Lenker mit ausgestellten Enden fördern die Kontrolle über das Rad ebenfalls. Der sogenannte Flare, der den Ausstellwinkel des Unterlenkers beschreibt, fällt mit Ausnahme des Rose Backroad (24 Grad) bei den meisten Rädern jedoch moderat aus. Klassische Ahead-Vorbauten sowie frei zugängliche Bremsleitungen und Schaltzüge erleichtern Wartungs- und Montagearbeiten und erlauben die relativ unkomplizierte Anpassung der Sitzposition.
Dass man trotz des bewährten Systems nicht zwangsläufig auf eine moderne, aufgeräumte Optik verzichten muss, zeigt rund die Hälfte der Modelle. Bei Cube, Focus, Merida, Ridley, Rose und Scott werden die Kabel unter dem Vorbau ins Steuerrohr geführt, wodurch die Räder teureren Versionen mit integrierten Lenker-Vorbau-Einheiten ähnlich sehen.
Komponenten und Schaltung
Auch bei der Getriebewahl unterscheidet die günstigeren Räder auf den ersten Blick wenig von den Top-Modellen. Bis auf das Megamo ist an alle Räder Shimanos gravelspezifische GRX-Schaltgruppe geschraubt. Da sich hinter dem Kürzel allerdings ein Wust an Einzelteilen unterschiedlicher Qualität verbirgt, die wild kombiniert werden können, ergeben sich doch teils deutliche Unterschiede in der Performance.
Einigkeit herrscht in dem Punkt, dass die Gänge mechanisch gewechselt werden. Bei Schaltwerk und Kassette dominieren aktuelle Zwölffach-Versionen; immerhin fast ein Drittel der Testräder ist aber noch mit älteren Zehn- oder Elffach-Ritzelpaketen ausgestattet; die Kurbelgarnituren sind mit einem oder zwei Kettenblättern anzutreffen und entstammen durchweg der einfachsten, dafür aber auch etwas schwereren Produktlinie.
Die Antriebe mit Zweifach-Kettenblatt bieten ein größeres Übersetzungsspektrum mit kleineren Sprüngen zwischen den Gängen. Die Übersetzungen sind an allen Rädern auch für Einsteiger und weniger trainierte Gravelbiker tauglich und bieten Reserven für steile Anstiege.
Vorteil der Ein-Kettenblatt-Technik ist die einfachere Bedienung, außerdem ist sie weniger fehleranfällig und wartungsärmer als Schaltungen mit zwei Kettenblättern und Umwerfer.
Aber kein Vorteil ohne Nachteil: Riesige Mountainbike-Kassetten wie am Carver, Cube, Megamo und Radon kompensieren zwar das fehlende zweite Kettenblatt; die extreme Untersetzung im kleinsten Gang ist für typische Gravelbike-Touren aber zu krass. Hinzu kommen die teils sehr großen Sprünge von Gang zu Gang. Das führt zu großen Unterschieden in der Trittfrequenz beim Gangwechsel und kann beim gleichmäßigen Pedalieren stören.
Die Bremsen sind im besten Sinne solide; dass man mit den überwiegend einfachen Hebeleien die Bremsleistung etwas weniger genau dosieren kann als bei den Top-Modellen, merkt man nur im direkten Vergleich. Kritisieren darf man, dass an allen Rädern einfache Stahl-Bremsscheiben montiert sind, die bei Dauerbremsungen unter Volllast überhitzen und Leistung verlieren können. Einzig Merida und Rose ernten in dieser Disziplin dank riesiger 180-Millimeter-Scheiben am Vorderrad Top-Noten.
Gravelbikes mit Vollausstattung im Test
Das Gravelbike ist auch deshalb so beliebt, weil es als “SUV unter den Fahrrädern” gleich mehrere Spezialisten wenn nicht ersetzen, dann aber doch kompetent vertreten kann. Wer nicht unbedingt Radrennen fährt, kann damit die sportliche Feierabendrunde ebenso bestreiten wie einen Familienausflug auf Waldwegen, eine ausgedehnte Radreise oder die täglichen Wege zur Arbeit.
Für den Alltag und den Winter sehen viele Modelle auch die Montage von Schutzblechen vor, für Reisen die Aufnahme von Gepäck, und manche Hersteller haben bei der Konstruktion des Rahmens sogar eine Lichtanlage im Blick.
Gravelbikes, die mit all dem schon ab Werk ausgestattet sind, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, wie das Straßenbild in den vergangenen Jahren zeigt. Ist das Zubehör von vornherein vom Hersteller montiert, hat das den Vorteil, dass alle Bauteile aufeinander abgestimmt sind und besser funktionieren sollten als nachträglich adaptierte Lösungen. Meist ist es in Summe auch günstiger und spart viel Bastelarbeit - und nicht zuletzt sieht es besser aus.
Fünf besonders beliebte, aktuelle Beispiele solcher Räder haben wir uns genauer angeschaut. Maßgabe war für uns ein stabiler Alu-Rahmen und eine zeitgemäße Antriebsgruppe mit hydraulischen Scheibenbremsen. Das Preisfenster dafür öffnet sich zwischen 1599 Euro (Cube) und 2499 Euro (Rose). Das ist in Anbetracht der auf den ersten Blick sehr vergleichbaren Ausstattung eine erstaunlich große Spanne - Antriebskomponenten und Bremsen kommen an den Testrädern fast durchweg aus der Gravel-Gruppe GRX von Shimano.
In unserem Test offenbaren sich bei genauerem Blick, dem Gang durchs Testlabor und in der Praxis aber noch mehr Überraschungen. Eine davon ist, dass in diesem Testfeld ein höheres Budget nicht automatisch ein leichteres Rad bedeutet. Die meisten Kandidaten liegen preisunabhängig um zwölf Kilogramm, Bergamont wird mit einem sehr schweren Rahmen-Set in dieser Wertung deutlich abgehängt. Auch bei den Ausstattungen finden wir bei genauerem Blick Unterschiede.
Grundsätzlich sind Shimanos GRX-Teile für die Räder eine gute Wahl, robust und die Ersatzteile günstig. Im Detail bekommt man von den Radmarken jedoch nicht immer den neuesten Stand der Technik serviert. So sind nur bei Cube und auch Stevens moderne Zwölffach-Schaltungen verbaut. Bergamont, Radon und Rose schalten mit elf Ritzeln, was entweder einen leichten Berggang weniger oder eine gröbere Abstufung bedeutet.
Bei den Bremsen gibt es ebenfalls Unterschiede: Häufig wird an den Bremsscheiben gespart, nur Rose holt mit einer hochwertigen Scheibe alles aus den hydraulischen Systemen heraus.
Schutzbleche und Beleuchtung
Auch in Sachen Zubehör funktioniert nicht alles so geschmeidig, wie die Testfahrten zeigen. Beispiel Schutzbleche: Damit sie ihren Zweck optimal erfüllen, müssen sie lang und breit genug sein, ein Zentimeter mehr als Reifenbreite wäre gut. Hier fallen Cube und Radon negativ auf, weil die Bleche die 40 Millimeter breite Gravel-Bereifung nur knapp abdecken und Spritzwasser daran vorbeifliegt.
Auch könnten die vorderen Bleche bei Rose und Stevens gern fünf Zentimeter länger sein, damit Füße und Antrieb besser vor Schmutz geschützt sind; bei Cube dagegen werden direkt Hinterherfahrende ordentlich nass.
Gute Nachrichten von der Beleuchtung: Alle Räder sind mit hochwertigen Nabendynamos und LED-Beleuchtung samt Standlichtfunktion ausgestattet. Die Lampen von Supernova (Stevens) und Busch&Müller (Rose) markieren den aktuellen Stand der Lichttechnik. Lediglich die Lampe von Radon wirkt etwas billig verarbeitet, strahlt aber auch ordentlich.
Bei den Rücklichtern ist vornehme Zurückhaltung angesagt: Die hochwertige Busch&Müller-Heckleuchte des Rose fällt minimalistisch aus, macht aber im Dunkeln ordentlich Ballett. Bei Stevens und Cube sind die kleinen Heckleuchten ins Schutzblech integriert - beim Stevens so weit, dass es von der Seite kaum sichtbar ist. Immerhin: Eine LED-Sattelstütze entkräftet den Schwachpunkt.
An passiver Sicherheit haben die Kandidaten wenig zu bieten: Nur Stevens verbaut Reifen mit Reflexstreifen und einen großen Reflektor hinten. Bei allen anderen müssten, streng genommen, Heck- und Speichenreflektoren nachgerüstet werden, damit die Räder gemäß StVZO auf die Straße dürfen.
Die IMTEST-Favoriten im Überblick
Wie gut sich fünf aktuelle Gravelbikes auf unterschiedlichem Terrain behaupten, haben die E-Bike- und Fahrrad-Experten von IMTEST auf ausgedehnten Testfahrten in Stadt und Land überprüft und bewertet. Im Labor des akkreditieren Testunternehmen Qima mussten die Gravelbikes dann im wahrsten Sinne des Wortes an ihre Grenzen gehen. Denn dort standen normierte Bremsenprüfungen an.
1. Platz & Testsieger: Liv Devote Advanced 1 M
Perfekt geeignet für Radfahrer, die lange Touren mit maximalem Komfort fahren möchten - das ideale Rad für Bikepacking und Langstrecken. Das Liv ermöglicht durch seinen etwas höher gestellten und kompakter nach hinten positionierten Lenker auch sportlich-aufrechtes Biken über unbefestigte Wege.
So hat das Devote Advanced beispielsweise solides Abfedern bei Fahrten über Kopfsteinpflaster, sicheres Spurhalten auf Schotterpisten sowie eine angenehme Lenker- und Sitzhaltung im Programm. Dabei bietet es eine angenehme Sitzhaltung, denn dank der absenkbaren Sattelstütze kann jeder im Nu seine bevorzugte Haltung finden.
Vorteile:
- Absenkbare Sattelstütze sorgt für tollen Komfort
- Sehr angenehme Sitzhaltung auch bei längeren Fahrten
Nachteile:
- Teuerstes Gravelbike im Testfeld
3. Platz & Preis-Leistungssieger: Stevens Prestige Generation 2
Optimal für Einsteiger oder Tourenfahrer, die ein robustes und stabiles Gravelbike für lange Strecken oder Bikepacking suchen. Auf ein ausreichendes Maß an Dämpfung muss der Fahrer beim Prestige Generation 2 nicht verzichten, die dicken Schwalbe G-One Bite-Reifen schlucken Unebenheiten gut weg.
Als Rahmenmaterial setzen die Hamburger voll auf Aluminium, was das Rad zwar auf der einen Seite etwas schwerer und träger macht, ihm aber auch eine gewisse Steifigkeit mitgibt. Das Gravelbike von Stevens bietet eine hohe Laufruhe. Während der Testfahrten überzeugte die Schaltung mit schneller und reibungsloser Reaktion.
Vorteile:
- Solides, stabiles Langstreckenrad mit hoher Laufruhe
Nachteile:
- Mit 11 kg (ohne Pedale) verhältnismäßig etwas schwer
Weitere empfehlenswerte Gravelbikes
Auch die anderen drei Testkandidaten machen Lust auf eine Feierabendrund oder Bikepacking-Tour.
2. Platz: Canyon Bicycles Grizl CF SL 6 AXS
Für sportlich ambitionierte Fahrer, die Wert auf eine präzise Schaltung und hohe Agilität legen. Die Sitzhaltung ist sportlich, aber trotzdem halbwegs aufrecht, der Lenker griffig, allerdings ist der Sattel recht hart.
Vorteile:
- Sehr präzise schaltende elektronische 12-Gangschaltung Sram Apex XPLR AXS
Nachteile:
- Etwas zu harter Sattel im Lieferumfang
4. Platz: Giant Revolt Advanced 3
Geeignet für Fahrer, die eine bequeme Sitzposition und ein vielseitiges Gravelbike für unterschiedliche Terrains suchen. Das Giant Revolt Advanced 3* bietet neben einer sportlich-aufrechte Sitzposition einen angenehmen, wenn auch etwas harten Sattel und ein leichtes Handling.
Vorteile:
- Sehr angenehme sportliche-aufrechte Sitzposition
Nachteile:
- Gangwahl teils etwas schwergängig
5. Platz: Rose Bikes Backroad GRX RX 820 1×12
Sportlich orientierte Fahrer, die schnelle und intensive Fahrten auf Asphalt und Schotter bevorzugen, finden mit dem Rad von Rose einen tollen Begleiter. Wenngleich sich das Backroad auf Asphalt im oberen Bereich des Testfeldes einordnete, ruckelte es gerade auf Kopfsteinpflasterpisten die Fahrenden deutlich durch.
Vorteile:
- Umfangreiche Bikepacking-Möglichkeiten
Nachteile:
- Etwas zu rauhes und steifes Fahrgefühl, Lenkerhaltung gewöhnungsbedürftig, zu geringes zulässiges Gesamtgewicht
Weitere Optionen und Modelle
Wer sich näher mit unserer Leidenschaft beschäftigt wird feststellen, dass Fahrradfahren nicht billig ist. Ganz im Gegenteil. Oft bewegen sich die Preise für “richtige” Räder oberhalb von 2.500/3.000 Euro. Aber gleichzeitig möchten viele von uns nicht gleich ein Vermögen ausgeben, um Spaß auf dem Fahrrad im Wald und auf Asphalt zu haben.
Daher gibt es auch für relativ wenig Geld durchaus viel Fahrrad. Einige davon habe ich nun mal für euch zusammen gestellt.
- Das Giant Toughroad gibt es schön länger und es ist ein Adventure-Bike mit Alu-Rahmen, Carbon Gabel, Scheibenbremsen und Vorderradträger.
- Das Giant Revolt 2 ist ein sportliches Gravelbike mit Alu-Rahmen, Carbon Gabel und einer 2x9fach Shimano Sora Schaltung.
- Das Marin Four Corners ist ein Allroad Bike, dass sich für sportliches Graveln, als auch Bikepacking eignet.
- Das Fuji Jari ist ein bekanntes Gravelbike/Allroad-Modell für Bikepacking oder normale Touren.
- Rock Machine ist eine Marke von Böttcher und mit dem Gravelride 200 bekommt man ein Gravelbike mit Alu-Rahmen und 1×8 Microshift/Shimano Sora Schaltung.
- An diesem sportlichen Gravelbike können an der Gabel noch Halter befestigt werden.
- Gebremst wird mit mechanischen Scheibenbremsen.
- Das Touring 520 von Riverside wurde ebenfalls von der Riverside Gruppe an erfahrenen Bikepacker/Reiseradler*innen entwickelt und ist für alle einen Blick wert, die mehr Radreisen machen wollen und nicht unbedingt auf einem Allroad Rad im Bikepacking-Stil unterwegs sind. Es hat einen Alu-Rahmen und hydraulische Scheibenbremsen. Geschaltet wird mit einer 1×11 Microshift.
- Das Trek ist ein sehr gutes Stahlrahmen-Fahrrad für lange Touren. Ich mag den klassischen Stil sehr gerne.
- Mit dem Villiger hat Diamant ein 28 Zoll Reiserad im Angebot, mit Stahlrahmen, Alu-Gabel, Scheibenbremsen und einer 1×11 Shimano Deore Schaltung.
- Das Focus Atlas hat einen Alu-Rahmen und eine Carbon Gabel. Geschaltet wird mit einer 2×10 Shimano GRX. Das Modell 6.7 kostet normalerweise 1.900 Euro, ist aber bei einigen Händlern immer wieder für um die 1.500/1.600 Euro zu bekommen. Wer es sportlicher haben möchte, der sollte sich das Grandurance 6 anschauen.
- Wer Stahl liebt und ein Fahrrad für fast alles sucht, der ist beim Bridge Club genau richtig. Das Fahrrad ist ideal für längere Bikepacking Touren oder Radreisen und kommt mit seinen 27,5 Zoll Rädern auch in fast jedem Gelände gut klar. Dafür hat es Scheibenbremsen und eine 1×11 Shimano Schaltung mit ordentlich Kapazität auch mit Gepäck im Gelände.
- Der Wandergeselle von Salsa, das Journeyer, ist ein 650B Fahrrad mit Alu-Rahmen und Carbon Gabel und eignet sich als robustes Bikepacking Fahrrad wie auch als Allroad Flitzer. Im Kern ein Allrounder für alle, die nach einem Rad suchen, mit dem sie auf heimischen Tracks rumdüsen können, oder auf lange Abenteuer mit Gepäck aufbrechen möchten. Je nach Ausstattung gibt es das Journeyer mit Drop Bar oder Starrlenker. Und mit Microshift, Shimano oder SRAM Schaltung. Das Apex 1 kommt mit mechanischen Scheibenbremsen und einer 1×11 Schaltung. Der Preis: es geht bei ca 1.000 Dollar los.
Das Gravelbike-Segment differenziert sich aus
16 Räder - ein Rad-Segment: Gravel. Doch Gravel ist nicht gleich Gravel. Das Segment differenziert sich zunehmend aus. Die Ansprüche, die Einsatzzwecke und die Gravelbikes werden immer spezifischer: Von Modellen für den Renneinsatz, über Alltags- und Pendlerbikes bis hin zu solchen für Mehrtagestouren und Radreisen.
Ein Indikator für den jeweiligen Einsatzzweck kann auch die Reifenbreite sein. An acht Rädern in diesem Testfeld sind 45 Millimeter breite Reifen verbaut - am Wilier Adlar, dem Kocmo Daytona-PI | Race IQ 50 und dem 8bar Tflsberg Steel V2 sogar 57-Millimeter-Modelle. Alle drei Räder sind stark auf den Bikepacking- und Offroad-Einsatz ausgerichtet.
Santa Cruz setzt bei seinem Modell Stigmata auf eine maximale Offroadtauglichkeit: Eine Rockshox-Gabel mit 70 Millimetern Federweg sowie eine funkgesteuerte und versenkbare AXS-XPLR-Sattelstütze boten im Testverlauf große Dämpfungsreserven, auch in sehr ruppigem Gelände.
An elf Rädern in diesem Test sind Gruppen mit Einfachantrieb, an vier sind Zweifach-Systeme verbaut. Eine Besonderheit ist der Antrieb des Kocmo Daytona-Pi | Race IQ: Der Hersteller kombiniert einen Riemenantrieb mit einem 12-Gang-Pinion-Getriebe. In einem gekapselten Gehäuse greifen Stirnzahnräder - ähnlich wie in einem Autogetriebe - ineinander.
Der Werkstoff Stahl kommt am Rennstahl 853 Gravel und am 8bar Tflsberg zum Einsatz. Wobei auch eine bekannte Schwäche des Materials deutlich wird: Das 8bar Tflsberg Steel V2 wiegt 11,6 Kilogramm in der Größe M - und damit 3,3 Kilogramm mehr als das leichteste Carbon-Modell dieses Testfelds: das Basic Bikes Gravelbike.
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