Gravel Bike mit Nabendynamo im Test: Bulls Daily Grinder 3

Das Bulls Daily Grinder 3 ist ganz weit vorn, wenn es um die alltäglichen Wege mit einer Prise sportlicher Betätigung geht: Entspannt mit dem Gravelbike zur Arbeit fahren und auf dem Nachhauseweg noch schnell ein paar Schleifen über die heimischen Schotterpisten in die Feierabend-Runde einbauen.

Gravelbikes lassen sich nicht nur in der Freizeit über Schotter- und Waldwege jagen, sondern können auch im Alltag ein flinkes Fortbewegungsmittel mit breitem Einsatzzweck sein. Das Bulls Daily Grinder 3 ist genau für diesen Zweck konzipiert und soll alles mitbringen, was die Fahrt ins Büro und der anschließenden sportlichen Feierabendrunde schmackhaft machen kann.

Kurz & Knapp

  • Alu-Rahmen mit Carbon-Gabel
  • Erhältliche Größen: S / M / L / XL
  • Shimano GRX-Schaltgruppe
  • Hinterrad Schnellspanner-Achse
  • zulässiges Systemgewicht: 125 kg
  • diverse Anschraubpunkte für Packtaschen
  • Fuxon-Beleuchtung, Nabendynamo von Shimano
  • Gepäckträger
  • Bulls Duroflex-Sattelstütze
  • Preis: € 2.299,-

Das Bulls Daily Grinder bringt alles mit, was es für den Alltagseinsatz braucht.

Vorgestellt: Bulls Daily Grinder 3

Für den tagtäglichen Einsatz des Gravelbikes setzt Bulls auf einen robusten und hochwertigen Aluminiumrahmen. Die Formensprache bedient ein klassisch-modernes Design, bei der die Schaltzüge oben ins Unterrohr geführt werden und erst unterhalb des Tretlagers dezent wieder auftauchen. Der Vorteil: eine cleane Optik des Rahmens. Des Weiteren versieht Bulls diesen mit zahlreichen Montageösen. So lassen sich selbst unter dem Oberrohr alleine vier Stück zählen. Am Unterrohr sowie der Carbon-Gabel und den Sitzstreben sind weitere zu finden. Eine Aufnahme für die mögliche Montage eines Fahrradständers gibt es nicht.

Da sorgloses Schalten ein wesentlicher Aspekt im alltäglichen Einsatz ist, montiert Bulls beim Daily Grinder 3 Shimanos 12-Gang GRX-Schaltgruppe mit einer 40er-Kurbelgarnitur und 10-45er Kassette. Zwei 160 mm Bremsscheiben sollen für sicheres Bremsen auch mit Gepäck sorgen.

Für den Komfort sorgen soll unter anderem der Selle Royal-Sattel mit Duroflex Sattelstütze, dem Bulls Gravel SL-Lenker und Schwalbes G-One Allround-Pneus mit 40 mm Reifenbreite. Die werden auf den hauseigenen Bulls XC21-Laufrädern aufgezogen.

Für Pendler und Abenteurer gleichermaßen praktisch ist die Ausstattung: ein fest installierter Gepäckträger, Schutzbleche und eine LED-Lichtanlage mit Nabendynamo von Shimano sollen das Bike alltagstauglich machen, ohne auf Offroad-Tauglichkeit verzichten zu müssen.

Die Komponentenauswahl ist wohldurchdacht und zeigte uns im Test, wie ein Gravelbike wunderbar auch im Alltag integriert werden kann.

Aufgesattelt und losgefahren - der Praxistest

Das Bulls Daily Grinder 3 schaut nicht nur auf den ersten Blick durch sein schlankes Design modern aus. Es bringt alles mit, was ein Zugpferd im alltäglichen Einsatz braucht. Fest integrierte Lichtanlage mit Nabendynamo, lang gezogene Schutzbleche, ein schmal designter Gepäckträger und zahlreiche Montageösen für Gepäck und anderweitige Dinge, die keine Wünsche offenlassen: unterhalb des Oberrohrs, an Unter- und Sitzrohr, so wie selbstverständlich an der Gabel.

Auffällig ist der sehr kurze Vorbau. Aus Erfahrung wissen wir, das Lenkverhalten könnte dadurch nervös werden. Doch wir werden eines Besseren belehrt. Im Zusammenspiel mit dem 420 mm breiten Bulls Gravel SL-Lenker lässt sich das Grinder auf allen Untergründen sicher handhaben. Von Nervosität keine Spur. Im Obergriff lassen sich die verlaufenden Schaltkabel unterhalb des Tapes spüren, der Lenker wirkt etwas "dünn". Er bietet ansonsten aber ein sehr angenehmes Griffgefühl, sowohl im Unterlenker als auch an den Brems- und Schalthebeln.

Beim Daily Grinder 3 sitzt man wesentlich aufrechter und entspannter, ohne dass dies als unpassend empfunden wird. Im Gegenteil. Auf Nachfrage erklärt uns Bulls, dass der kurze Vorbau bewusst gewählt wurde, denn so fällt es spürbar einfacher, den Überblick im Straßenverkehr zu behalten. Die nicht-aggressiv-sportliche Sitzposition ist stimmig und kommt dem angedachten Einsatzzweck sehr entgegen. Wer es detailliert wissen möchte: Der Stack to Reach beträgt 1,5 und bietet somit einen guten Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit. Ermüdungserscheinungen gab es auch auf längeren Pendlerstrecken, wie wir es zwischen Essen und Düsseldorf auf einer satten Mischung aus Wald-, Schotter- und Asphaltwegen getestet haben, nicht zu verzeichnen und überzeugte uns gänzlich.

Daily Grinder 3: Ein Rad mit gut durchdachter Ausstattung, die viel Freiheiten bietet und dazu mit einer komfortablen Sitzposition aufwartet.

Wer gedacht hat, der Alurenner sei dadurch jetzt ein lahmer Esel, der täuscht sich. Erstaunlich flott lässt sich der 12,1 kg wiegende Grinder 3 durch die Stadt und durchs Gelände jagen. Shimanos GRX-Schaltung lässt die Gänge angenehm knackig wechseln, Steigungen in gewohnter Manier dank 10-45er-Kassette gut meistern. Prima. Genauso, wie die bissig zupackenden Scheibenbremsen, die konsequent das Rad zum Stillstand bringen. Dass die robusten Laufräder nicht die leichtesten sind, geschenkt. Wer dennoch Tuning-Potenzial sucht, der könnte an dieser Stelle fündig werden.

Den Sattel empfinden wir als bequem, der Komfort am Gravelbike insgesamt ist gut. Wobei es sich am Heck etwas härter anfühlt, was jedoch auch der aufrechten Sitzposition geschuldet ist. Schläge von unten kommen dadurch naturgemäß direkter durch. Zwar lassen sich breitere Reifen als die 40 mm Schwalbe G-One Allround montieren, um noch etwas mehr Fahrkomfort zu gewinnen. Sie würden dann jedoch seitlich über die Schutzbleche hinausragen. Apropos Schutzbleche: sie halten Dreck und Spritzwasser von unten effektiv ab und hinterließen einen rundherum soliden Eindruck.

Schnell eine Tasche für den Einkauf oder das Büro an den Gepäckträger geklemmt und weiter geht’s. So der Plan. Jedoch haben wir festgestellt, dass dies mit etwas Vorsicht bewerkstelligt werden sollte. Die Montagestreben des hinteren Schutzblechs ragen ein minimales Stück über dem eigentlichen Gepäckträger hinaus. So kann es je nach Art und Größe der Tasche sowie der Konstruktion der Taschenbefestigung passieren, dass sie unter Umständen an den Befestigungsschrauben dieser Streben oder auch an den Sitzstreben selbst scheuern können.

Dazu sollte man wissen, dass prinzipiell irgendwann an den Kontaktstellen von Taschen, Gepäckträger oder Rahmen immer Spuren hinterlassen werden. Daher macht es Sinn, diese Stellen generell mit Schutzfolie zu versehen.

Dennoch: der Gepäckträger ist stabil und nimmt die meisten Fahrradtaschen in unterschiedlichen Positionen auf. Durch den einigermaßen tiefen Schwerpunkt wird - Achtung: Wortspiel - das Gepäck nicht zur Last. Prima: Fersen und Taschen kommen sich beim Pedalieren nicht ins Gehege.

Gut geschützt ist das helle und gut sichtbare Rücklicht, was leicht eingebettet im Gepäckträgerrahmen liegt. Ragen Taschen zu weit nach hinten, ist das Rücklicht unter Umständen von der Seite jedoch nur schwer zu erkennen. Darauf solle man beim Anklemmen von Taschen achten. Das Fuxon FS-70-Frontlicht bietet mit 70 Lux ein ausreichend starkes sowie breites Lichtbild und führte uns in unseren Testfahrten sicher durch die Dunkelheit.

Bulls schafft mit dem Daily Grinder 3 den Spagat zwischen einem alltagstauglichen und dennoch sportlichen Gravelbike. Der robuste Alu-Flitzer, kombiniert mit der 12-Gang GRX-Schaltung, sorgt für ordentlichen Fahrspaß auf der Pendlerstrecke und der Feierabendrunde. Die gut gewählte und alltagstaugliche Ausstattung mit Nabendynamo, Schutzblechen und Gepäckträger macht es zum idealen Begleiter im Alltag. Wer ein vielseitiges, sportliches Fahrrad sucht, das einen auch gut durch den Alltag bringt, landet heutzutage schnell beim Gravelbike.

Gravelbikes als ideale Basis für Commuter Bikes

Die Gravelbikes entpuppen sich dabei als ideale Basis für ein verkehrssicheres Allwetter-Rennrad. Von der robusten Konstruktion, dem sicheren Fahrverhalten und der meist komfortablen Sitzposition profitieren RadlerInnen auch auf ihren täglichen Wegen durch den Großstadtdschungel. Die breiteren Reifen sind ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsplus, denn sie stecken nicht nur Bordsteine und Schlaglöcher besser weg. Sie sind wegen des geringeren Luftdrucks auch weniger pannenanfällig als typische Rennradreifen.

Die Commuter Bikes profitieren von weiterentwickelter Rennradtechnik und von hochwertigem Zubehör gleichermaßen. Wartungsarme Scheibenbremsen, helle LED-­Scheinwerfer mit Nabendynamo, breite und trotzdem schnelle Reifen - alles, was früher am Rennradeln im Winter nervte, wurde in den vergangenen Jahren ­radikal verbessert. ­Detailschwächen gibt es auch heute, aber insgesamt bieten die Bikes viel Fahrspaß für Pendler, selbst bei Mistwetter.

Die Reifen fallen meist etwas schmaler aus als beim klassischen Gravelbike (30-38 Millimeter), damit noch feste Schutzbleche in die Rahmen passen. Das Rad wird dadurch etwas straßenlastiger und weniger geländetauglich, auch das Profil der Reifen ist in der Regel nur schwach ausgeprägt. Aufgrund der schmalen Reifen wird das Fahrverhalten des Commuter Bikes etwas wendiger und ist näher am Rennrad.

Geprägt wird die Kategorie der Commuter Bikes vom umfangreichen, serienmäßig montierten Zubehör. Denn es macht die Pendler- und Schlechtwetter-Fahrräder zu wahren Sorglos-Paketen: Fest montierte Schutzbleche halten nicht nur den Fahrer trocken und sauber, sondern schützen auch Antrieb und Bremsen vor Spritzwasser von den Reifen. Wichtig ist, dass die Schutzbleche breit genug sind und die Reifen deutlich überlappen, sonst fliegt das Wasser an der Seite vorbei. Auch sollten sie lang genug sein, damit sie auch die Füße und den Antrieb vor Spritzwasser schützen. Die Halterungen sind stabil und auf den Rahmen bzw. die Gabel abgestimmt.

Die Beleuchtung funktioniert im Idealfall mit einem Nabendynamo, so muss man sich nicht um die Batterien kümmern. Leistungsstarke Frontstrahler mit LED-Technik leuchten die Fahrbahn perfekt aus, ohne entgegenkommende Verkehrsteilnehmer zu blenden. Ein gutes Rücklicht benötigt nicht mehr als drei rote Leuchtdioden, es sollte aber nicht nur von hinten, sondern auch von der Seite gut zu sehen sein.

Ein guter Gepäckträger muss keine hohe Traglast haben, das macht die Modelle nur unnötig schwer. Für die typischen Anwendungsfälle reichen 15 bis 20 Kilogramm locker aus. Wichtiger für ein gutes Fahrverhalten mit Gepäck ist eine möglichst seitensteife Konstruktion. An vielen modernen Trägern können Taschen mit Klicksystem einfach an der Seite eingehängt werden.

Statt klassischer Speichenstrahler empfehlen sich reflektierende Röhrchen, die man auf die Speichen klippt, und/oder Reifen mit einer reflektierenden Flanke. Auch Aufkleber aus Reflexfolie auf Rahmen oder Felgen erhöhen die Sichtbarkeit bei schlechten Verhältnissen.

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