Was an der Wursttheke im Supermarkt vielleicht noch gut ankommt, ist beim Radkauf nicht unbedingt erwünscht: noch ein bisschen mehr Gewicht. Hier wird nicht nur auf den Preis geschielt, sondern oft auch auf das Gewicht. Was im Radrennsport schon lange üblich ist, spielt im Gravelbike-Bereich gar keine so entscheidende Rolle. Oder doch?
Neben der Auswahl der Leichtgewichte, die wir dir hier vorstellen, sind wir auch der Frage nachgegangen, wie wichtig das Gewicht eines Gravelbikes sein kann und was dies bedeutet. Alle wichtigen Informationen findest du unten.
Warum eine "magische" Grenze von 9 Kilogramm?
Wer sich einmal näher mit den verfügbaren Gravelbikes auf dem Markt beschäftigt, wird schnell feststellen, dass die meisten Bikes vom Gewicht im 9- oder 10-Kilogramm-Bereich oder sogar darüber liegen. Sie sind dadurch definitiv nicht schlechter oder besser als die hier vorgestellten Leichtgewichte. Der Einsatzzweck ist entscheidend.
Deutlich zu erkennen in unserer bunten Vorstellung ist der überwiegende Einsatzzweck auf Race und schnelles, sehr sportliches Fahren, welches man quasi als Grenze zu einem Allrounder sehen könnte. Sitzgeometrie und Komponentenauswahl weisen darauf hin. Dennoch besitzen auch sie einige Voraussetzungen für längere Touren und bieten unter anderem Befestigungen fürs Gepäck an oder haben einen robusteren Reifen aufgezogen. Die Grenzen können durchaus verschwimmen, was wiederum dem Kunden durch eine größere Auswahl und noch bessere individuelle Anpassung zugutekommen kann.
Das Gewicht bei Gravelbikes: Bedeutung, Einfluss und Abwägung
Ganz klar: Das Gewicht eines Gravelbikes spielt ebenfalls eine zentrale Rolle, wenn es um Performance und Vielseitigkeit geht. Sie sind so konzipiert, dass sie sich sowohl auf der Straße als auch im Gelände bewähren. Dabei stellt das Gewicht einen entscheidenden Faktor dar, der sowohl die Effizienz als auch den Fahrkomfort beeinflusst. Dabei gilt es, folgende Aspekte zu beachten.
Warum ist das Gewicht wichtig?
Ein leichteres Gravelbike ermöglicht besseren Vortrieb und eine höhere Effizienz beim Klettern. Besonders auf längeren Anstiegen und in technischem Gelände wird jedes eingesparte Kilogramm spürbar. Gleichzeitig reduziert ein geringes Gewicht die Gesamtbelastung, was vor allem bei mehrtägigen Bikepacking-Touren ein Vorteil sein kann. Auch bei Rennen oder ambitionierten Runden, bei denen jede Sekunde zählt, kann sich ein geringeres Gewicht auszahlen.
Leichte Gravelbikes setzen meist auf einen Rahmen aus Carbon. Doch selbst bei den Carbonfasern gibt es noch Unterschiede in der Qualität und Verarbeitung, was zusätzlich aufs Gewicht drücken kann.
Die Wahl der Komponenten
Das Gewicht steigt oder sinkt durch die verwendeten Materialien und Komponenten. Rahmen aus Carbon sind in der Regel leichter als welche aus Aluminium und Stahl. Aber selbst hier gibt es noch wesentliche Unterschiede bei den verwendeten Carbonfasern, die je nach Ausführung zusätzlich einige Gramm einsparen können. Das treibt die Kosten natürlich in die Höhe, da das Material Carbon teurer ist.
Ebenso beeinflusst etwa die Wahl der Laufräder samt Reifen, die gewählte Schaltgruppe und andere Anbauteile das Gesamtgewicht. Tubeless-Bereifung kann beispielsweise das Gewicht reduzieren. Ein Aluminium-Lenker ist wahrscheinlich schwerer als einer aus Carbon. Beim Sattel gilt das genauso.
Dennoch gibt es bei Gravelbikes eine nicht zu vernachlässigende Besonderheit: Aufgrund ihres Einsatzbereichs müssen sie robuster und belastbarer sein als reine Rennräder. Diese Robustheit bringt oft ein höheres Gewicht mit sich, sei es durch verstärkte Rahmen oder breitere Reifen. Die Kunst ist es, einen guten Kompromiss zwischen Leichtbau und Stabilität zu finden.
High End: Top-Schaltgruppen, wie hier die Sram Red XPLR, sind meist leichter als "günstigere" Schaltgruppen, da z. B. bei Kassette oder Schaltwerk Carbon anstatt Aluminium zum Einsatz kommt. Das treibt leider auch den Preis hoch.
Gewicht vs. Vielseitigkeit
Ist ein besonders leichtes Gravelbike immer die beste Wahl? Nicht unbedingt. Die Vielseitigkeit und die Funktionalität spielen ebenso eine große Rolle. Deshalb sollte zunächst immer die Frage gestellt werden, welchem Einsatzzweck das Gravelbike dienen soll. Zusätzliche Befestigungsmöglichkeiten für Taschen, Schutzblech und Co, eine größere Reifenfreiheit und Komfortmerkmale wie gefederte Sattelstützen oder Lenker erhöhen das Gesamtgewicht und verbessern die Alltagstauglichkeit. Das Mehrgewicht kann für Bikepacking-Fans und Alltagsradler somit akzeptabel sein, solange die Fahreigenschaften und die Haltbarkeit überzeugen.
Persönliche Vorlieben und der Einsatzzweck
Wie bereits erwähnt, hängt die Bedeutung des Gewichts von den individuellen Bedürfnissen eines jeden einzelnen Fahrers ab. Daher ist die Definition des persönlichen Einsatzzwecks des Gravelbikes essenziell, um nach dem Kauf nicht frustriert festzustellen, dass die Wahl des Bikes doch verkehrt war. Wer sein Gravelbike vor allem für Rennen oder schnelle Ausfahrten nutzen möchte, sollte ein möglichst leichtes Modell wählen. Für Tourenfahrer oder Abenteurer, die mehr Wert auf Komfort und Zuverlässigkeit legen, kann das Gravelbike mit den etwas schweren Komponenten möglicherweise die bessere Wahl sein. Am Ende ist es aber zusätzlich eine Frage des Geldes. Denn leider verhält es sich so, dass leichteres Gewicht erkauft werden muss, der Preis des Gravelbikes dadurch steigen kann.
Gravelbikes unter 9 Kilogramm: Eine Übersicht
Im Folgenden präsentieren wir eine Auswahl von Gravelbikes, die die 9-Kilogramm-Marke unterbieten, zusammen mit ihren wichtigsten Eigenschaften und Preisen:
- Wilier Triestina Rave SLR ID2
- Gewicht: 7,85 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Red XPLR 40T, 10-46T
- Laufrad: Miche Graff Aero 48
- Bereifung: Vittoria Terreno T50, 50 mm
- Preis: 9900 Euro
- 1OF1 Aerogravel
- Gewicht: 8,0 kg (Größe M)
- Antrieb: Shimano Dura-Ace Di2, 50/34T x 11-34T
- Laufrad: 1OF1 C.45 Disc SL Ceramic
- Bereifung: Schwalbe G-One Allround, 45 mm
- Preis: 9999 Euro
- Megamo Silk 05 AXS
- Gewicht: 8,7 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Apex/X1 Eagle AXS, 10-52
- Laufrad: Fulcrum Rapid Red 300
- Bereifung: Pirelli Cinturato, 40 mm
- Preis: 3999 Euro
- Specialized Crux Expert
- Gewicht: 8,07 kg (Größe 56)
- Antrieb: Sram Rival XPLR eTap AXS, 1x12, 40T, 10-44T
- Laufrad: Roval Terra C
- Bereifung: Pathfinder Pro 2BR, 38 mm
- Preis: 6000 Euro
- Stevens Camino AXS
- Gewicht: 8,5 kg (Größe L)
- Antrieb: Sram Force AXS 1x12, 40T x 10-44T
- Laufrad: Zipp 303S
- Bereifung: Continental Terra Speed, 40 mm
- Preis: 4399 Euro
- Rose Backroad FF GRX RX825 Di2
- Gewicht: 8,2 kg (Größe M)
- Antrieb: Shimano GRX Di2 2x12, 31/48T x 12-36T
- Laufrad: Rose GC50
- Bereifung: Schwalbe G-One RS
- Preis: 4799 Euro
- Mondraker Arid Carbon RR
- Gewicht: 8,6 kg (Größe M/L)
- Antrieb: Sram Force AXS 1x12, 40T x 10-44T
- Laufrad: Mavic Allroad Pro Carbon SL
- Bereifung: Maxxis Reaver, 45 mm
- Preis: 6499 Euro
- Giant Revolt Advanced 0
- Gewicht: 8,3 kg (Größe M)
- Antrieb: Shimano GRX820, 2x12, 48-31T x 11-36
- Laufrad: Giant CXR 2
- Bereifung: Cadex GX, 40 mm
- Preis: 4499 Euro
- Trek Checkpoint SLR 9 AXS
- Gewicht: 8,1 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Red AXS 1x12, 40T x 10-44T
- Laufrad: Bontrager Aeolus RSL 37V
- Bereifung: Bontrager GR1 Team Issue, 40 mm
- Preis: 12.999 Euro
- Pinarello Grevil F7
- Gewicht: 8,6 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Force AXS XPLR, 42T x 10-36T
- Laufrad: Most Gravel Carbon 45
- Bereifung: Vittoria Terreno T50, 45 mm
- Preis: 7200 Euro
- Cervélo Aspero-5 Ekar
- Gewicht: 8,5 kg (Größe M)
- Antrieb: Campagnolo Ekar 1x13, 38T x 9-42T
- Laufrad: Fulcrum Rapid Red 300
- Bereifung: Panaracer Gravelking SK, 38 mm
- Preis: 5999 Euro
- Canyon Grail CF SLX 8 eTap
- Gewicht: 8,14 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Force XPLR eTap AXS/ 1x12, 40T x 10-44T
- Laufrad: Zipp 303 Firecrest Hookless
- Bereifung: Pirelli Cinturato Gravel RC, 40 mm
- Preis: 5299 Euro
- Orbea Terra M21e Team 1x
- Gewicht: 8,4 kg (Größe L)
- Antrieb: Sram Force AXS 1x12, 40T x 10-44T
- Laufrad: Oquo RC25
- Bereifung: Pirelli Cinturato Gravel H, 40 mm
- Preis: 5999 Euro
- BMC Urs 01 One
- Gewicht: 8,9 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Red XPLR AXS 1x12, 38T x 10-52T Sram XX SL Eagle
- Laufrad: Zipp 101 XPLR
- Bereifung: WTB Raddler, 44 mm
- Preis: 11.999 Euro
- Cube Nuroad C:62 SLX
- Gewicht: 8,1 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Force AXS & XX SL Eagle 1×12, 40T x 10-52T
- Laufrad: Newman Advanced SL X.R.25
- Bereifung: Schwalbe G-One R, 45 mm
- Preis: 4299 Euro
Tabellarische Übersicht der Gravelbikes
| Modell | Gewicht (Größe) | Antrieb | Laufräder | Bereifung | Preis (EUR) |
|---|---|---|---|---|---|
| Wilier Triestina Rave SLR ID2 | 7,85 kg (M) | Sram Red XPLR 40T, 10-46T | Miche Graff Aero 48 | Vittoria Terreno T50, 50 mm | 9900 |
| 1OF1 Aerogravel | 8,0 kg (M) | Shimano Dura-Ace Di2, 50/34T x 11-34T | 1OF1 C.45 Disc SL Ceramic | Schwalbe G-One Allround, 45 mm | 9999 |
| Megamo Silk 05 AXS | 8,7 kg (M) | Sram Apex/X1 Eagle AXS, 10-52 | Fulcrum Rapid Red 300 | Pirelli Cinturato, 40 mm | 3999 |
| Specialized Crux Expert | 8,07 kg (56) | Sram Rival XPLR eTap AXS, 1x12, 40T, 10-44T | Roval Terra C | Pathfinder Pro 2BR, 38 mm | 6000 |
| Stevens Camino AXS | 8,5 kg (L) | Sram Force AXS 1x12, 40T x 10-44T | Zipp 303S | Continental Terra Speed, 40 mm | 4399 |
| Rose Backroad FF GRX RX825 Di2 | 8,2 kg (M) | Shimano GRX Di2 2x12, 31/48T x 12-36T | Rose GC50 | Schwalbe G-One RS | 4799 |
| Mondraker Arid Carbon RR | 8,6 kg (M/L) | Sram Force AXS 1x12, 40T x 10-44T | Mavic Allroad Pro Carbon SL | Maxxis Reaver, 45 mm | 6499 |
| Giant Revolt Advanced 0 | 8,3 kg (M) | Shimano GRX820, 2x12, 48-31T x 11-36 | Giant CXR 2 | Cadex GX, 40 mm | 4499 |
| Trek Checkpoint SLR 9 AXS | 8,1 kg (M) | Sram Red AXS 1x12, 40T x 10-44T | Bontrager Aeolus RSL 37V | Bontrager GR1 Team Issue, 40 mm | 12999 |
| Pinarello Grevil F7 | 8,6 kg (M) | Sram Force AXS XPLR, 42T x 10-36T | Most Gravel Carbon 45 | Vittoria Terreno T50, 45 mm | 7200 |
| Cervélo Aspero-5 Ekar | 8,5 kg (M) | Campagnolo Ekar 1x13, 38T x 9-42T | Fulcrum Rapid Red 300 | Panaracer Gravelking SK, 38 mm | 5999 |
| Canyon Grail CF SLX 8 eTap | 8,14 kg (M) | Sram Force XPLR eTap AXS/ 1x12, 40T x 10-44T | Zipp 303 Firecrest Hookless | Pirelli Cinturato Gravel RC, 40 mm | 5299 |
| Orbea Terra M21e Team 1x | 8,4 kg (L) | Sram Force AXS 1x12, 40T x 10-44T | Oquo RC25 | Pirelli Cinturato Gravel H, 40 mm | 5999 |
| BMC Urs 01 One | 8,9 kg (M) | Sram Red XPLR AXS 1x12, 38T x 10-52T Sram XX SL Eagle | Zipp 101 XPLR | WTB Raddler, 44 mm | 11999 |
| Cube Nuroad C:62 SLX | 8,1 kg (M) | Sram Force AXS & XX SL Eagle 1×12, 40T x 10-52T | Newman Advanced SL X.R.25 | Schwalbe G-One R, 45 mm | 4299 |
Verwandte Beiträge:
- Unglaublicher Gravel Bike Systemgewicht Test – Entdecke die besten Leichtgewichte jetzt!
- Laufräder für Gravel Bikes: Kaufberatung, Modelle & Test
- Rennrad vs. Gravelbike: Welches Rad passt zu Ihnen?
- Mountainbike zum Gravel Bike umbauen: Anleitung & Tipps
- BMW Motorräder der 60er Jahre: Modelle, Geschichte & Wert
- Elektro Dreirad für Erwachsene mit Mittelmotor: Test & Kaufberatung
Kommentar schreiben