Gravel Bike Selbst Zusammenstellen: Eine Detaillierte Anleitung

Gravel Bikes sind mehr als nur Fahrräder - sie sind dein Ticket zu neuen Abenteuern und Erlebnissen. Und was könnte besser sein, als ein Gravel Rad mit einem Rahmen zu fahren, den du selbst gebaut hast? Ein maßgefertigter Gravel Rahmen bietet dir die Freiheit, die Geometrie, die Materialien und die Ausstattungsoptionen genau nach deinen Vorstellungen zu wählen. Stell dir vor, wie es sich anfühlt, auf deinem eigenen selbstgebauten Gravel Bike dein nächstes Offroad-Abenteuer zu erleben - ein Bike, das du nach deinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen gebaut hast.

Warum ein Gravel Bike selbst aufbauen?

Viele Biker haben einfach Freude daran, jedes Einzelteil ihres Traumbikes selbst auszusuchen. Aber auch technisch kann der Selbstbau Vorteile haben, gerade für „Out-of-the-box-Denker“ mit spezifischen Vorlieben. Schließlich beeinflusst kaum ein Bauteil das Fahrverhalten eines Rads so drastisch wie die Laufräder.

Vorbereitung ist das A und O

Bevor du dein eigenes Gravel Bike zusammenbaust, ist es wichtig, dich gut vorzubereiten und die richtigen Komponenten auszuwählen. Nimm dir Zeit, um verschiedene Gravel Bike Modelle, Rahmenmaterialien und Komponentenoptionen zu recherchieren. Überlege dir, welche Art von Fahrten du mit dem Bike unternehmen möchtest und welche spezifischen Eigenschaften dir wichtig sind.

Die Richtige Rahmengröße

Die Rahmengröße ist ein entscheidender Faktor für den Komfort und die Leistung deines Gravel Bikes.

Komponentenauswahl

Wähle Komponenten aus, die zu deinem Fahrstil und deinem Budget passen. Achte auf Kompatibilität der Teile untereinander und mit dem Rahmensetup.

Werkzeuge und Materialien

Um dein Gravel Bike erfolgreich zusammenzubauen, benötigst du einige spezifische Werkzeuge. Neben den Werkzeugen benötigst du auch einige Materialien, um dein Gravel Bike erfolgreich zusammenzubauen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Zusammenbau

  1. Überprüfe den Rahmen auf Beschädigungen und reinige ihn gründlich.
  2. Montiere anschließend die Gabel gemäß den Herstelleranweisungen.
  3. Montiere die Kurbelgarnitur, das Schaltwerk, den Umwerfer, die Kassette und die Kette gemäß den Herstelleranweisungen. Achte darauf, dass die Schalt- und Bremszüge richtig verlegt und korrekt eingestellt sind.
  4. Installiere die Bremshebel, Bremssättel und Bremsscheiben gemäß den Herstelleranweisungen.
  5. Nimm dir Zeit, um den Lenker, die Vorbauhöhe und die Sattelposition nach deinen Vorlieben einzustellen.
  6. Überprüfe alle Schrauben und Muttern auf festen Sitz.

Laufradbau für Gravel Bikes

Ein Gravel-Laufradsatz muss viel einstecken und zu Deinem Fahrstil passen. Du findest nicht den Richtigen? Bau ihn selbst! Ein paar Tipps von uns.

Laufradgröße: 650B oder 700C

Viele moderne Gravelbikes erlauben die Verwendung von 650B- und 700C-Laufrädern. 650B entspricht dabei 27,5 Zoll in der Mountainbike-Welt, zur Verwendung von Reifen mit einem ETRTO von 584 Millimetern. Das klassische Rennradmaß 700C entspricht 28 Zoll in der Straßen-, bzw. 29 Zoll in der Mountainbikewelt, zur Verwendung von Reifen mit einem ETRTO von 622 Millimetern. Die kleineren Laufräder fahren sich agiler und erlauben oft den Einbau breiterer Reifen - was nicht nur beim Geländeeinsatz von Vorteil sein kann.

Felgen und Reifen

Die maximale Reifenfreiheit ist eines der wichtigsten Merkmale eines Gravelbikes. Rennrad-orientierte Räder liegen hier ab Werk meist zwischen 30 und 40 Millimetern Reifenbreite. Das verspricht v. a. aerodynamische Vorteile, schränkt aber Dämpfung und Grip ein - und damit die Off-Road-Tauglichkeit. Für Deinen persönlichen Gravel-Laufradsatz solltest Du zunächst ungefähr Deine gewünschte Reifenbreite festlegen.

Es gibt zwei einfache Zusammenhänge zwischen der Innenbreite der Felge (auch Maulweite genannt) und der Reifenbreite. Erstens: Ein und derselbe Reifen besitzt auf einer breiteren Felge ein größeres Volumen und eine höhere tatsächliche Breite. Zweitens: Je größer die Maulweite bei gleichbleibender Reifenbreite ist, desto „eckiger“ wird die Form des Reifens auf der Felge; je kleiner die Maulweite, desto „runder“.

Felgenform und -material

Neben der Felgenbreite ist die Felgenhöhe beim Gravelbike ein wichtiges Kriterium. Es gibt also auch am Gravelbike gute Gründe für aerodynamische Hochprofilfelgen aus dem Rennradbereich. Egal ob Du Dich im MTB-, Road- oder Gravelregal bedienst, grundsätzlich kannst Du sowohl mit Alu-, als auch mit Carbonfelgen jede gewünschte Eigenschaft realisieren, wenn auch nicht immer in Kombination.

Naben

Gravelbikes gibt es - je nach Grundausrichtung - mit verschiedenen Maßen für Nabenbreiten und Achsdurchmesser. Die steiferen Steckachsen mit meist zwölf Millimetern Durchmesser in 100er bzw. 142er Naben dominieren den Markt. Bei den Off-Road-orientierten Gravelbikes kommen mitunter auch „Boost-Komponenten“ mit Einbaubreiten von 110 bzw. 148 mm und Achsdurchmessern von 15 bzw. 12 Millimetern zum Einsatz. Die Maße für Dein Laufrad geben natürlich grundsätzlich Dein Rahmen bzw. Deine Gabel vor.

Speichen

Gravel-Laufräder müssen ordentlich einstecken können. Bei der Anzahl der Speichen darfst Du Dich also getrost an XC-Mountainbikes orientieren und zu 28 oder 32 Speichen greifen. Der Gewichtsnachteil gegenüber 24 Speichen ist vernachlässigbar, die Stabilität dafür höher.

Nabendynamo

Für lange Runden auf verschiedensten Untergründen im unbekannten Hinterland oder epische Bikepacking-Abenteuer - hier ist Licht Pflicht, genauso wie hohe Stabilität und leichte Reparierbarkeit. Für Ersteres sorgt ein moderner Nabendynamo, der in Verbindung mit einem Ladegerät wie dem Plug5 Pure von cinq oder dem E-Werk von Busch & Müller sogar technische Geräte wie GPS oder Smartphone lädt.

Das fertige Bike einstellen

Bestellst du dein Fahrrad online, hast du wenige Tage später ein zusammengebautes Fahrrad, das nach wenigen Handgriffen einsatzbereit ist. Pedale anschrauben, Lenker und Sattel ausrichten - und los geht's.

Lenker einstellen

  1. Der Lenker ist in der Regel bereits eingebaut. Sollte das nicht der Fall sein, entferne den Vorbaudeckel, indem du die vier Schrauben am Lenker mit dem passenden Inbusschlüssel (Größe: vier, fünf oder sechs Millimeter) löst.
  2. Ist der Lenker bereits montiert, drehe den Vorbau nach vorn, sodass die Lichtanlage nach vorn zeigt.
  3. Danach ziehst du die Schrauben wieder fest: Ziehe erst die Lenkerschrauben links und rechts leicht an. Ziehe dann den Steuersatz an und anschließend den Lenker fest.
  4. Wenn du überprüfen willst, ob der Steuersatz fest genug sitzt, kannst du dein Fahrrad vor ein Hindernis (z. B. eine Wand stellen) stellen und mit etwas Druck nach vorne ruckeln, um zu testen, ob sich der Lenker noch weiter nach vorn bewegen kann. Bewegt er sich nicht, sitzt der Steuersatz gut.

Pedale montieren

  1. Die Pedale sind in der Regel mit einem Kabelbinder an der Sattelstütze festgezurrt.
  2. Prüfe, ob die Gewinde eingefettet sind.
  3. Setz die Pedale auf die Pedalachse. Die Kennzeichnung auf den Pedalen (L und R) verrät dir, welches Pedal - mit Blick in Fahrtrichtung - auf die linke und welches auf die rechte Seite gehört.
  4. Achte auf das Gewinde, wenn du die Pedale anbringst: Das rechte Pedal hat ein Rechtsgewinde, das linke ein Linksgewinde. Das bedeutet, dass du das rechte Pedal nach rechts festdrehen musst und das linke Pedal nach links.
  5. Ziehe die Pedale von der Innenseite der Kurbel mit einem passenden Inbusschlüssel (Größe: sechs oder acht Millimeter) fest.

Sattel einstellen

  1. Ziehe die Schrauben wieder fest und achte dabei auf das Drehmoment (max.
  2. Teste bei einer Probefahrt, ob die Sattelhöhe stimmt.

Rahmenbaukurse

Du wolltest schon immer mal deinen eigenen Rahmen bauen? In nur fünf Tagen baust du deinen eigenen Rahmen in unserer Werkstatt in Potsdam-Babelsberg. In diesem 5-tägigen Rahmenbaukurs wirst du die Techniken des Schweißens und Löten lernen, die Geometrie und Optik deines Bikes bestimmen, die Rohre selbst schneiden, feilen und löten.

Der Montagmorgen beginnt mit einem Kaffee und einem Gespräch über das Fahrrad, welches du bauen möchtest, damit alle auf dem gleichen Stand sind. Dann werden wir die Abmessungen deines neuen Fahrrads am Frame-Sizer testen und vielleicht ein wenig Feinabstimmung vornehmen, damit es wirklich perfekt für dich ist.

Normalerweise beginnen wir am zweiten Tag mit deiner Einführung in das Löten. Wir werden zwei Rohre zusammenlöten und versuchen, die Verbindung zu brechen (was nie passiert!) Dies gibt dir das Vertrauen, dass das, was du baust, auch wirklich stabil ist.

Wenn die Hauptrohre geschnitten sind, legst du sie in die Rahmenvorrichtung und kümmerst dich um das Feintuning, damit alles genau passt.

So, jetzt wird es interessant! Wir beginnen mit den Kettenstreben. Sie müssen in der Regel gebogen werden für Kurbelarm-Freiheit, gepresst für Kettenblatt- und Reifen-Freiheit, und geschlitzt für die Ausfallenden. Vielleicht brauchen wir auch noch ein paar Löcher, wenn die Leitungen innen geführt werden sollen. Wenn das alles geschafft ist, werden wir die Kettenstreben mit den Ausfallenden zusammenlöten.

Dann schneiden wir die Kettenstreben und passen sie an das Tretlager an. Jetzt überprüfen wir die Passform des Kettenstreben-Tretlager-Schnitts, der möglicherweise ein wenig nachbearbeitet werden muss.

Zuerst löten wir den Rahmen. Danach müssen wir das Tretlager planfräsen, damit wir die Rahmenausrichtung überprüfen können. Die Hitze des Löten verzerrt alles ein bisschen, und der Rahmen muss begradigt werden.

Freitag, letzter Tag! Je nachdem, welche Art von Fahrrad du baust, musst oder möchtest du möglicherweise Stege zwischen dem Sitz und den Kettenstreben haben, um die Steifigkeit des Rahmens zu erhöhen, oder damit du leicht Schutzbleche montieren kannst. Vielleicht brauchst du auch Gewindeösen, um einen Gepäckträger zu befestigen. Das Sitzrohr und Steuerrohr müssen aus- und plan-gefräst werden, du benötigst einen Schlitz im Sitzrohr und ein Abflussloch unten im Tretlager.

Zuletzt kommt die Rahmennummer! Du kannst deine eigene Rahmennummer wählen, bis zu neun Buchstaben oder Zahlen.

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