Gefederte Gravelbikes im Test: Komfort und Vielseitigkeit im Fokus

Canyon möchte mit dem Canyon Grizl:ONfly CF Daily zwei gegensätzliche Persönlichkeiten vereinen: Es soll Gene für wilde Abenteuer und für besonnene Alltagstouren enthalten. Ist Canyon die genetische Vielfalt gelungen? Und wie schlägt sich das E-Gravel-Bike gegen die Konkurrenz?

Das Canyon Grizl:ONfly CF Daily im Detail

Grizl - dabei denkt man sofort an einen wilden Bären, der in der malerischen Landschaft Kanadas seinen Lachs fängt. Dem gegenüber steht das „Daily“, das dem Canyon Grizl:ONfly CF Daily einen praktischen Charakter verleiht.

Für die Daily-Needs hat sich das Bike alle erdenklichen Details zugelegt. Dazu gehören unter anderem ein integriertes Lichtsystem, Aluminium-Schutzbleche, Gepäckträger-Rails und Diebstahlschutz. Hier will das Grizl seinen wilden Charakter entfalten - mit der 40-mm-Federgabel und 45 mm breiten Schwalbe Overland-Reifen bereit für Schotterpisten, Waldwege und mehrtägige Bikepacking-Abenteuer.

Was beide verbindet, ist der ON:Fly-Mode: „ON“ steht bei Canyon für E-Bike, „Fly“ für ein Lightweight-E-Bike. Dafür sorgen der Carbonrahmen - ableitbar aus dem Namenszusatz CF für Carbon Fiber - und der 2,05 kg leichte Bosch Performance Line SX-Motor, der mit einem 400 Wh Bosch CompactTube Akku kombiniert ist.

Die genannten Persönlichkeiten verschmelzen dann in einem Preisschild von 5.499 €. Ob riesige Wälder oder Großstadt - das Grizl fühlt sich in jedem Habitat wohl. Canyons E-Gravel-Bike macht keinen Unterschied, wenn es darum geht, komfortabel von A nach B zu kommen.

Komfort und Fahrverhalten

Die Kombination aus einer 40-mm-Federgabel, einer Sattelstütze mit Blattfederkonzept und 20 mm Federweg zusammen mit den 45 mm breiten Schwalbe Overland-Reifen bügelt grobe Schotterpisten glatt und lässt selbst Kopfsteinpflaster zur Nebensache werden. Doch im Vergleich zum R&M UBN Five commute und dem ROSE BACKROAD Plus EQ spürt man gerade auf holprigen Wegen deutlich weniger Vibrationen entlang der Wirbelsäule.

Ein entscheidender Faktor dafür ist die Sitzposition, die nicht so aufrecht ist wie beim Moustache Dimanche 29.4 EQ, aber auch nicht so sportlich wie beim Specialized Turbo Creo 2 - Canyon findet hier den ausgeglichenen Mittelweg. Entspannt genug, um den Europaradweg abzuradeln, und dennoch aktiv genug, um sich in den Windschatten vorbeiziehender Pelotons zu hängen.

Ob enger Slalom oder langgezogene Kurven in den Dolomiten - das Grizl meistert beides mit souveränem Handling. Die gute Balance zwischen direkter Lenkung und stabiler Laufruhe sorgt für ein intuitives Fahrgefühl Man setzt sich drauf und denkt: „Ja, das passt.“ Dieses harmonische Fahrverhalten teilt das Grizl mit dem Specialized Turbo Creo 2.

Um auf dem Heimweg vom Arbeitsplatz seinen Wocheneinkauf entspannt durch den Stadtpark zu transportieren, aktiviert das Grizl den Daily-Mode. Denn die Gepäckträger-Rails sind dafür bestens geeignet. Wer das Grizl vorwiegend zum Pendeln einsetzt, kann sich z.B. die Ortlieb-Taschen mit Quick-Lock3.1-System mal genauer anschauen.

Die sind mit den Gepäckträger-Rails von Canyon kompatibel, man muss lediglich die passenden Aufnahmen in die Rails schrauben. Das System bietet nicht nur besseren Halt, sondern auch eine kinderleichte Handhabung. Abgesehen von der maximalen Last von 15 kg ist man hier nicht eingeschränkt, egal ob Gepäckträgertaschen mit oder ohne Quick-Lock3.1-System.

Um euer Bike nach dem Einkauf sicher vor der Wohnung am Kurfürstendamm zu parken, hat Canyon an alles gedacht und das Bosch ConnectModule verbaut. In Kombination mit der Bosch eBike Flow App könnt ihr euer E-Bike per GPS-Tracker auf dem Smartphone verfolgen.

Regnet es mal wieder im kalten Berlin oder ist die Straße noch von der Nacht durchnässt? Kein Problem! Damit man an nassen Tagen im Büro mit weitestgehend trockenen Beinen ankommt, halten die integrierten Schutzbleche Spritzwasser ab, die sich perfekt ins cleane Design einfügen.

Wenn Satteltaschen für den Weg zur Arbeit zu viel des Guten sind und man lieber schnell und leicht unterwegs ist, gibt es für das Grizl die eigens entwickelte Canyon LOAD FidLock QuickLoader-Rahmentasche. Mit einem Handgriff installiert und genauso schnell wieder entfernt, ist sie der ideale Begleiter - nicht nur für Geldbeutel und Garagenschlüssel, sondern auch für spontane Ausflüge ins Freibad.

Mit rund 18 kg ist das Canyon Grizl:ONfly CF Daily auf den ersten Blick nicht gerade die erste Wahl, um es mehrere Höhenmeter zu tragen. Doch mit basic Schrauberqualitäten lässt sich der Wild-Grizl-Mode aktivieren: Schutzbleche und Gepäckträger? Adieu! So transformiert sich das Canyon Grizl:ONfly CF Daily fast zu einem 2 kg leichteren Canyon Grizl:ONfly CF 9!

Allerdings kann man beim Daily ohne die Schutzbleche Reifen bis zu 50 mm Breite aufziehen, was zwar keine zusätzliche Gewichtsersparnis bringt, aber die Offroad-Eigenschaften für grobes Terrain, wie steinige Pisten und matschige Wege, verbessert.

ON:fly-Mode: Der Bosch Performance Line SX-Motor mit 55 Nm Drehmoment setzt harmonisch ein und aus und ist dabei nicht unangenehm laut. Er performt konstant und macht dabei keinen Unterschied, ob ihr pendelt oder eine Alpenüberquerung mit dem E-Gravel-Bike erlebt.

Allerdings entfaltet der SX seine Leistung am besten bei einer höheren Trittfrequenz - wer zu trittfaul oder schaltfaul ist, wird nicht das volle Potenzial ausschöpfen. Wer hingegen den Weg durch die Innenstadt zur Arbeit als Workout sieht, kann voll reintreten - dann verschmilzt die Motorleistung harmonisch mit der eigenen und rückt dezent in den Hintergrund.

Die Energieversorgung beim Canyon übernimmt der nicht entnehmbare 400 Wh Bosch CompactTube-Akku. Für längere Touren gibt es den optionalen Bosch PowerMore Range Extender, der die Akkukapazität um 250 Wh erhöht - perfekt für unerwartete Umwege auf Bikepacking-Abenteuern. Einziger Wermutstropfen: Das Grizl bietet keine Aufnahme für einen Ständer.

Gravelbikes im Vergleich

Das Segment differenziert sich zunehmend aus. Die Ansprüche, die Einsatzzwecke und die Gravelbikes werden immer spezifischer: Von Modellen für den Renneinsatz, über Alltags- und Pendlerbikes bis hin zu solchen für Mehrtagestouren und Radreisen.

Ein Indikator für den jeweiligen Einsatzzweck kann auch die Reifenbreite sein. An acht Rädern in diesem Testfeld sind 45 Millimeter breite Reifen verbaut - am Wilier Adlar, dem Kocmo Daytona-PI | Race IQ 50 und dem 8bar Tflsberg Steel V2 sogar 57-Millimeter-Modelle. Alle drei Räder sind stark auf den Bikepacking- und Offroad-Einsatz ausgerichtet.

Santa Cruz setzt bei seinem Modell Stigmata auf eine maximale Offroadtauglichkeit: Eine Rockshox-Gabel mit 70 Millimetern Federweg sowie eine funkgesteuerte und versenkbare AXS-XPLR-Sattelstütze boten im Testverlauf große Dämpfungsreserven, auch in sehr ruppigem Gelände.

An elf Rädern in diesem Test sind Gruppen mit Einfachantrieb, an vier sind Zweifach-Systeme verbaut. Der Rahmen des Kocmo besteht wie der des Falkenjagd aus Titan. Der Werkstoff Stahl kommt am Rennstahl 853 Gravel und am 8bar Tflsberg zum Einsatz.

Gefederte Gravelbikes: Konzepte und Kompromisse

Wenn man im Wald mit seinem Gravelbike einen Mountainbiker nach dem anderen stehen lässt, liegt das nicht zuletzt daran, dass man am Gravel alles Unnötige für solche gemäßigten Strecken weggelassen hat. Es ist eine Fahrmaschine, bei der die Arme und Beine des Piloten die Dämpfungsarbeit zumindest bei gröberen Schlägen übernehmen. Um den Rest kümmern sich höchstens noch die voluminösen Reifen.

Je nach Terrain, Zeit im Sattel oder Komfortansprüchen des Fahrers reicht das aber nicht immer aus. Ganz vereinzelt tauchen hier und da Modelle auf, die doch wieder “echte” Federelemente tragen. Dazu gehören in erster Linie Federgabeln, aber auch Dämpfer zwischen Gabel und Rahmen sowie Elastomer-Pads, die in den Hinterbau integriert werden.

Nachträglich ist das nicht einfach. Eine gefederte Sattelstütze wäre die simpelste Lösung, wenn die originale Stütze denn rund ist. Eine Federgabel nachzurüsten ändert dagegen die komplette Geometrie des Rades.

Hersteller wie Giant, Canyon, Trek, Specialized, BMC oder YT haben wegen dieser Nachrüstproblematik ihre gefederten Gravelbikes von Grund auf neu konstruiert. Was ihnen zur Steigerung des Komforts eingefallen ist, reicht von innovativ bis genial.

Mit Absicht etwas flexibler konstruierte Standardkomponenten wie biegsame oder geteilte Sattelstützen, extradünne Streben im Hinterbau oder weichere Lenkerbügel haben wenig negativen Einfluss auf das Fahrverhalten des Rades, soften aber Bodenwellen auch nur ein wenig ab.

Sind echte Dämpfungselemente mit Luftbälgen oder Schraubenfedern verbaut, bedeutet das größere Federwege und mehr Ausgleich von Unebenheiten, dafür steigt das Gewicht, zusätzliche Bauteile können kaputtgehen und das Handling ändert sich.

Je nach Einsatzzweck ist der Komfort wichtiger oder die Dynamik des Rades. An der Masse der Modelle wird man Federgabeln wohl nicht finden, die meisten werden aber auch nie hartes Gelände sehen. Auf Touren mit ungewissem Terrain sind sie aber eine Alternative, genau wie an Pendlerbikes.

Spezielle Federungskonzepte im Detail

Konzeptionell sticht das Specialized Diverge STR heraus. Der Dämpfer unterm Steuerrohr funktioniert wie der erwähnte aus den 90ern. Komplett neu ist der auf den Sattel wirkende. Der Dämpfer liegt waagerecht und ist im Oberrohr verbaut.

Der Sattel federt also auf einer Kreisbahn nach unten wie nach hinten, wobei seine Entfernung zu den Pedalen stets gleich bleibt, man verliert keine Tretenergie. Genauso “prallen” ja beide Räder horizontal gegen eine Bodenwelle, Bordstein oder Wurzel. Die bidirektionale Dämpfung mildert den Schlag in beiden Richtungen ab.

Top-Vertreter: 6 gefederte Gravelbikes im Überblick

BMC Urs LT two

  • Preis: 6499 Euro
  • Gewicht: 9,1 Kilo

Der Urs ist das Abenteuerbike der Schweizer. Je nach Preisklasse sind ein bis alle drei Teile der hauseigenen Micro Travel-Technologie integriert. Kernstück ist der Elastomer-Puffer, der zwischen Sattelstreben und Hauptrahmen steckt und Erschütterungen vom Sattel weitestgehend fernhält. Zwischen Rahmen und Gabel sitzt eine steife Coil-Feder samt hydraulischem Dämpfer und 20 mm Federweg, die zusammen mit dem leicht federnden Vorbau für Lenkerkomfort sorgt.

Trek Checkpoint SL 5

  • Preis: 3999 Euro
  • Gewicht: 9,6 Kilo

Während wir beim Checkpoint ALR im Test noch den Fahrkomfort bemängelt haben, weisen seine Schwestermodelle aus Carbon statt Alu schon das recht neue IsoSpeed-Modul im Rahmen auf. Es funktioniert ganz ähnlich dem Dämpfer im Diverge STR, das Sattelrohr ist am Rahmenknoten entkoppelt, kann also über die komplette Länge vom Tretlager bis zum Sattel flexen, ein Mechanismus im Inneren begrenzt das auf wenige Millimeter.

YT Szepter Core 4

  • Preis: 3999 Euro
  • Gewicht: k.A.

Der Exot unter Exoten trägt klar Mountainbike-Gene. Die Rudy Ultimate-Federgabel ist die gleiche wie im Giant unten, nur steht sie mit 69 Grad steiler, das soll in ruppigem Gelände mehr Sicherheit verleihen. Ihre 40 mm Federweg wirken dafür sehr senkrecht, die Luftbälge sollten hier etwas weicher eingestellt sein. Der Hinterbau des Carbonrahmens ist auf seitliche Steifigkeit bei leichtem vertikalen Flex ausgelegt.

Specialized Diverge STR Expert

  • Preis: 7000 Euro
  • Gewicht: 9,86

Future-Shock 2.0 nennt Specialized die Kombination aus Dämpfer im Oberrohr und der Federung, die den Vorbau über 20 mm entlang des Gabelschaftes gleiten lässt. Videos zeigen, dass die Teile dabei nicht gegeneinander verkanten und leichtgängig einfedern. Wenn es nicht nötig ist, kann man den Dämpfer komplett sperren, das gilt auch für den im Heck.

Cinelli Nemo Gravel

  • Preis: 5200 Euro
  • Gewicht: k.A.

Die Stahlrahmen von Cinelli werden in Italien aus wertigen 3-fach konifizierten Columbusrohren gefertigt und sind echte Handwerkskunst. Sehr spezielle Kettenstreben und die laut Hersteller steifsten Gabelscheiden geben Platz für Reifen bis 47 mm Breite. Der Versatz von Hinterbaustreben und Oberrohr soll auch am Heck etwas Komfort bringen. Die Geometrie ist auf Langstrecken ausgerichtet, der Rahmen nicht extrem kurz, man sitz laut Datenblatt aber eher aufrecht.

Giant Revolt X Advanced pro

  • Preis: 5999 Euro
  • Gewicht: 10,2 kg

Das nagelneue Revolt mit Federgabel entspricht optisch sehr dem Schwestermodell in unserem Test. Zum standardmäßig komfortablen D-Fuse genannten Heck mit seinen dünnen, flexibleren Streben kommt hier der Komfort aus 40 mm Federweg der Rockshox Rudy Ultimate-Gabel. Es ist nicht der baugleiche Rahmen des Revolt, der STR-Wert weist trotz langer Gabelscheiden auf eine leicht gestrecktere Geometrie hin, man sitzt also sportlicher.

Weitere Federungselemente und Konzepte

Bei der BMC Urs arbeitet eines der leichtesten Dämpfungskonzepte. Elastische Materialien in den Rahmen einzulassen gab‘s früher schon, Hinterbau und Sattelrohr komplett zu entkoppeln, und zwar nur dort, ist neu. Die Kettenstreben sind nicht drehbar gelagert, können dank des Elastomers aber viel freier flexen als bei starren Dreiecksformen.

Das Canyon Grizl CF8 w/Rift im Test

Der Rahmen des Canyon Grizl ist bis ins letzte Detail durchdacht. Man weiß ja nie, was einem beim Gravel-Abenteuer vors Rad kommt. Deshalb haben die Entwickler dem Bike eine moderne Geometrie mit langem Radstand für hohe Laufruhe verpasst. Trotz robustem Carbonrahmen sind Gewichte ab 8,8 Kilo möglich. Unser Testbike Canyon Grizl CF8 w/Rift bringt es mit Federgabel und in Größe XL auf 10,6 Kilo. Dieses Bike kostet 3499 Euro und stammt aus der sogenannten “OG-Reihe”, was für Original Gravel steht.

Mit dem zusätzlich erhältlichen Fidlock-System können Taschen nämlich sekundenschnell an- und ab-geklippt werden. Das geht kinderleicht und sitzt bombenfest. Also wirklich cool, wenn ich am Sonntag eine schnelle Runde drehen und am Montag mit Wechselklamotten ins Büro pendeln will.

Das spezielle Blattfeder-System der Sattelstütze soll einen gewissen Flex besitzen und dem Grizl so einen guten Sitzkomfort bescheren. Für noch mehr Komfort und Grip sind bis zu 54 Millimeter Reifenfreiheit erlaubt. Etwas ganz Besonderes ist die Federgabel-Lösung unseres Testbikes. Die DT Swiss F132 steckt in den Rift-Modellen des Grizl, wurde in direkter Zusammenarbeit mit Canyon entwickelt und stellt 40 Millimeter Federweg zur Verfügung. Mittels eines Lenker-Remotes lässt sich die Gabel sperren, um keine unnötige Kraft verpuffen zu lassen.

Fahreindruck und Handling

Canyon entschärft den langen Hauptrahmen mit einem kurzen Vorbau. So sitzt man nämlich weder zu gestreckt noch zu aufrecht, sondern relativ ausgewogen. 100 Kilometer und mehr sind an Bord des Grizl überhaupt kein Problem. Der Sitzkomfort kommt tatsächlich hauptsächlich von der Sattelstütze. Der Rahmen selbst ist nämlich robust konstruiert und relativ steif.

Vor allem, weil vorne die Federgabel einen verdammt guten Job macht. Sie filtert schön sensibel kleine Schläge aus dem Untergrund und gleitet geschmeidig auch über groben Schotter. So gut macht das aktuell keine andere Gravel-Federgabel. Ein Griff und zack! Keine Energie verpufft mehr in der Gabel. Das funktioniert schon nach kurzer Zeit super intuitiv und macht die DT Swiss zusammen mit dem guten Ansprechverhalten zu einem überlegenen Produkt.

Um dem Grizl trotz aller Laufruhe die Wendigkeit zu erhalten, ist der Lenkwinkel mit 71 Grad auf der steileren Seite und das Tretlager baut eher hoch. Bei Richtungswechseln geht diese Rechnung voll auf. Auch dank der guten Schwalbe-Reifen wuselt das Canyon gekonnt durch Kurven und besitzt dabei trotzdem ein hohes Maß an Sicherheit.

Das Duell: Gravel-Federgabel vs. Federvorbau

Im ersten Duell tritt die speziell für den Gravel-Einsatz entwickelte Rockshox-Rudy-Federgabel gegen den Federvorbau von Vecnum aus dem Allgäu an. Beide Nachrüstteile verfügen über 30 Milli­meter Federweg und verfolgen trotz unterschiedlicher Herangehensweise das gleiche Ziel: am Vorderrad auftretende Schläge zu minimieren und möglichst wenig davon an den Fahrer weiterzureichen.

Abseits der Straße können beide Konzepte überzeugen und vermitteln im Vergleich zum ungefederten Gravelbike ein Aha-Erlebnis. Unebenheiten und Schläge werden viel besser kompensiert und von den Händen des Fahrers ferngehalten. Dadurch steigt nicht nur der Komfort, sondern ganz entscheidend auch die Bike-Kontrolle. Da beide Systeme über den gleichen Federweg verfügen und auch die luftgefederte Rockshox-Gabel ab der ­Hälfte des Federwegs zusätzlich einen Elastomer komprimiert, fühlen sie sich im direkten Vergleich sehr ähnlich an.

Sowohl die Rockshox-Rudy-Federgabel als auch der Vecnum-Vorbau erhöhen den Fahrkomfort spürbar und sorgen so für mehr Sicherheit und weniger Ermüdung auf rauen Pisten. Preis, Gewicht und Kompatibilität sprechen aber klar für den Vecnum-Vorbau, der somit die smartere Lösung am Gravelbike ist.

Das Duell: Breite Reifen vs. Komfort-Laufrad

Der amerikanische Laufrad- und Komponentenhersteller Zipp zählt im Rennradbereich zu einer festen Größe. Mit den innovativen Moto-Felgen hat Zipp seit 2019 sein Engagement auch auf den MTB-Markt ausgedehnt. Um eine besonders flexible Felge zu realisieren, die Schlägen ausweichen und Vibrationen aufnehmen kann, verzichtet Zipp bei der speziellen Carbonfelge auf eine Hohlkammer. Dadurch soll sich die einwandige Felge nicht nur komfortabler fahren, sondern auch die Gefahr von Durchschlägen und damit Reifen- wie Felgendefekten reduzieren.

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