Green's Fahrrad Testbericht

Green’s ist eine Markenschwester des niederländischen Traditionsherstellers Batavus, die ganz auf „britisches Understatement und zeitlose Eleganz“ setzt. Die Marke Greens wurde vor über 20 Jahren gegründet und steht für typisch britisches Design und höchste Qualität. Ursprünglich als kleine Manufaktur gestartet, hat sich Greens im Laufe der Jahre zu einem renommierten Hersteller entwickelt, der innovative Technik mit traditionellem Design vereint. Besonders wichtig sind dabei die Alltagstauglichkeit und Mobilität der Fahrerinnen und Fahrer. Es ist ein Statement. Die Fahrräder zeichnen sich durch ihre zeitlose Eleganz und den einzigartigen britischen Stil aus.

Jedes Greens Fahrrad wird mit größter Sorgfalt und Liebe zum Detail hergestellt. Die Kombination aus hochwertigen Materialien, präziser Verarbeitung und innovativer Technik sorgt für ein unvergleichliches Fahrerlebnis. Greens legt großen Wert auf Nachhaltigkeit. Die Fahrräder und E Bikes werden unter umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt, und es werden ausschließlich nachhaltige Materialien verwendet. Zudem setzt Greens auf langlebige Komponenten, die eine lange Lebensdauer der Fahrräder garantieren.

Green's Royal Ascot

Das Green’s Royal Ascot ist ein unkompliziertes Stadtrad für Frauen. Wie bei Rädern, die sich von der Geometrie her an klassischen Hollandrädern orientieren, ist die Sitzposition eher aufrecht. Die Ausstattung mit Schutzblechen, Nabengangschaltung und Lichtanlage ist für den täglichen Einsatz gut geeignet. Sie können die Lenkerhöhe dank des flexiblen Vorbaus verändern und damit Einfluss auf das Fahrgefühl nehmen. Der Test von Radfahren lobt die Ausstattung mit hydraulischen Felgenbremsen und der wartungsarmen 8-Gang-Nabenschaltung. Die einstellbare Federgabel sorgt für einen hohen Fahrkomfort. Der Rahmen ist stabil und vermittelt eine gute Kraftübertragung.

Minuspunkte sind die einfache Lichtanlage und der etwas umständliche Mittelbauständer.

Green's Leeds

Das Leeds ist dafür ein besonders schönes Beispiel: Mattschwarzer Rahmen, innenliegende Züge, Shimano Alfine-Achtgang-Nabentriebe, Gates-Riemenantrieb. Völlig zu Recht wird der Riemenantrieb immer beliebter, vor allem bei Alltags-Radlern: Er ist ölfrei, sauber, schont so Hosenbeine, zudem ist er witterungsunempfindlich und wartungsarm. Ideal ist der Riemen in Kombination mit einer Nabenschaltung, die speziell in der Stadt Vorteile hat: Schalten auch im Stand, unempfindlich bei Remplern (etwa im Radständer), pflegeleicht.

Das für ein vollausgestattetes Trekkingrad vergleichsweise niedrige Gewicht macht sich schon beim Start bemerkbar: Das Leeds beschleunigt richtig gut, auch dank der 35 mm breiten Marathon-Racer-Reifen, die dank Laufsteifen mit Mittelrille sehr gut laufen. Apropos: Der Geradeauslauf ist auch bei der von uns getesteten Trapez-Version untadelig, ohne eine Spur von Flatter-Neigung. Die Shimano Alfine-Nabe schaltet weich und selbst unter (nicht allzu starkem) Druck flott durch die acht Fahrstufen.

Die letzten beiden Gänge sind allerdings recht lang übersetzt; wer nicht wirklich fit und oft mit geringem Tempo unterwegs ist, der sollte über ein größeres Ritzel hinten nachdenken - ein Vorteil auch in Anstiegen. Sehr bequem und angenehm zu greifen sind die ergonomischen Velours-Griffe.

Green's Chester Plus

Das Green‘s Chester Plus ist auf Pendler-Einsätze getrimmt. Insgesamt gefällt das Chester mit klassischen Retro-Anleihen. Die Kraftübertragung übernimmt ein Riemen (top: mit Chainglider-Abdeckung). Für die nachträgliche Gepäckträger-Montage fehlen Ösen, aber es gibt gleich zwei Pärchen für Flaschenhalter und Faltschloss. Lässig stürmt das Chester vorwärts, liebt den Wiegetritt. Der steife Rahmen setzt ihn in lässigen Vortrieb um. Bestechend ist der Geradeauslauf, unterstrichen durch die leicht rollenden Slick-Pneus.

Kurbeln ist hier angenehm, nicht so unnachgiebig direkt wie bei einer Kette - der Riemenantrieb spielt seinen Komfort aus - ideal für die Langstrecke. Typisch für diese Schaltnabe: Sie braucht leichte Entlastung, um an Anstiegen in kleinere Gänge zu wechseln - schnell gelernt. Lob für den Sattel und die perfekt ausgewogene Sitzposition. Erfreulich lässiges Langstreckenrad mit überlegenen Fahrleistungen & attraktiver Optik.

Green's Richmond

Ein Blick auf die Komponenten bestätigt den komfortablen Ersteindruck: Santori Lenker mit leichter Kröpfung, verstellbarer Vorbau und breiter DDK Sattel, speziell für E-Bikes. Die Suntour Federgabel (63 mm Federweg) entspricht der Preisklasse, die Shimano Alivi0-Schaltung erfüllt mit 9 Gängen die Ansprüche an gemäßigtes Terrain. Mit dem Active Line Plus (52 Nm Drehmoment) ist Boschs leicht-leiser Kompaktmotor verbaut. Der breite Durchstieg macht das Aufsteigen einfach, die anschließende Sitzposition ist angenehm aufrecht.

Die neu entwickelten Energizer Plus-Reifen von Schwalbe punkten mit ihrem dynamischen Tourenprofil, glatten Mittelteil und griffigen Seitenflächen auf Asphalt sowie loserem Untergrund. 25 Kilo Gepäckträgerzuladung machen das Richmond, zusammen mit SKS-Schutzblechen und guter Lichtanlage, tourentauglich, obgleich der Sattel für längere Fahrstunden etwas straffer sein könnte. Green’s Richmond steht für entspanntes Radfahren.

Die Fachzeitschrift ElektroRad hat unser Green's Richmond mit Gut ausgezeichnet. Das Fazit der Tester lautet:" Green's Richmond steht für ein entspanntes Radfahren.

Green's Dartmoor

Das Wetter im Dartmoor National Park kann rau und unvorhersehbar sein. Erst peitscht der Regen, dann scheint wieder die Sonne. Genau so ein Wetter herrschte in den zwei Wochen, als ich das Dartmoor von Green’s testete. Passend zum Namen des Rades. Sein Charakter ist aber anders. Beständig wäre ein passendes Adjektiv, um das Green’s Dartmoor zu charakterisieren - und zugleich ist es kein unscheinbares Rad. Mehr als einmal wurde ich auf das Rad angesprochen, vielleicht weil es so schön schlicht ist und zugleich mit den grün-metallenen Details auffällt. Bodenständig wäre vielleicht auch das richtige Wort.

Das Dartmoor ist ein Allrounder, der auf Tour besonders viel Spaß macht. Obwohl manche die immer breiteren Lenker an Trekkingrädern negativ bewerten, mag ich den etwas breiteren Griff, der zugleich bessere Kontrolle über die Lenkung gewährt. Es ist ein zuverlässiges Rad, auch weil man es relativ sorgenfrei fahren kann. Die wartungsarmen Magura HS-11 Felgenbremsen bringen das Green’s - auch vollbepackt - aus voller Fahrt sofort zum Stehen. Aus dem geringen Budget des Dartmoor hat Green’s an einigen Stellen das Optimum herausgeholt. Zum Beispiel mit dem Shimano-Nabendynamo, der ein relativ geringes Gewicht hat und dabei doch einen hohen Wirkungsgrad erzielt.

Das Dartmoor macht sowohl in der Stadt als auch auf längerer Tour eine gute Figur. Der Freccia-Sattel von Selle Royal wird auch nach einer langen Fahrt nicht unbequem. Die zwei Flaschenhalter-Ösen-Paare und die Lowrider-Ösen machen das Rad eigentlich zu einem potenziellen Reiserad. Kleinere Kritikpunkte gab es in Sachen Gepäcktransport. Befestigt man große Packtaschen auf der zweiten Packebene, dann hängen sie so tief, dass man auch mit kleinen Füßen (Gr. 41/42) dagegen stoßen kann. Ähnliches gilt für den (sonst sehr guten) Fahrradständer, der beim Treten je nach Fußstellung mit der Ferse kollidieren kann.

Fazit: Das Green’s Dartmoor ist ein gehoben ausgestattetes Trekkingrad, das mit seinen Qualitäten nicht dick aufträgt. Die ergonomischen Griffe bieten zwei alternative Handpositionen für längere Touren.

Green’s Dartmoor, 1.049,95 Euro:

  • Trekkingrad
  • Rahmen: Alu
  • Radstand: 1.090 mm
  • Gabel: Alu, starr
  • Gewicht: 15,13 kg
  • Größen: 50, 55, 60
  • Schaltung: Shimano XT 3×10 Kettenschaltung
  • Bremsen: Magura HS11 hydr. Felgenbremsen
  • Kurbel: Shimano Deore, 175 mm
  • Naben: vorne Shimano DH-3N72, hinten Shimano FH-TX800
  • Gepäckträger: 2 Packebenen, Federklappe, max. 25 kg
  • Zul. hydr.

Green's Ashford R625

Greens Ashford R625 im Test: Mit seinem klassischen Aufbau greift Batavus-Schwester Greens beim Tiefeinsteiger Ashford R625 auf ein bewährtes Konzept zurück. Seit 25 Jahren stecken in den in Rheine im Münsterland entwickelten Greens Fahrrädern und Pedelecs viel Know-how von Batavus, das die versierte Brandmanagerin Birgit Greif stets einfließen lässt. Beim Greens Ashford R625 kombiniert Greif geschickt den konventionellen Tiefeinsteiger-Rahmen mit Boschs "kleinem" Active Line Plus Aggregat zu einem handlichen Stadtrad mit Tourenattributen und zeigt, dass das eine (Citybike) das andere (Tourenrad) nicht prinzipiell ausschließen braucht.

Der einen bequemen Auf- und Abstieg ermöglichende Tiefeinsteiger- oder Schwanenhals-Rahmen des Ashford aus Aluminium inkludiert im zentralen Rahmenrohr den 625 Wh Akku von Bosch. Der Deckel des Akkuschachts kann mittels Entriegelung einfach abgenommen werden. Der Akku selbst muss zum Herausnehmen dagegen aufgeschlossen, also entsperrt werden, die Entnahme erfolgt ganz handlich einfach von oben. Ein weiteres cleveres Detail des Greens ist das MRS-System. An der Schiene am Sitzrohr lässt sich entweder ein Flaschenhalter oder z.B. auch eine Tasche + Schlosshalter, wie bildhaft dargestellt, an jedweder Stelle entlang der Schiene montieren. Echt clever!

Die Suntour-Federgabel komplettiert das Fahrwerk des Ashford, das mit seinen 27,5er-Laufrädern für die Fahrdynamik einen ausgewogenen Kompromiss zwischen absoluter Agilität und souveränem Geradeauslauf darstellt.

Bewährt: der kleine Bosch Active Line Plus

Seit mehreren Jahren setzt der kleine Dauerbrenner Active Line Plus der Stuttgarter gerade in City- oder Urban-Konzepten Akzente. Nicht ganz so kräftig wie der Performance Line oder der CX bietet der mit 50 Nm maximalem Drehmoment agierende Mittelmotor genügend Power, um beim Test im Stuttgarter Talkessel mit seinen Hängen gut bestehen zu können. Neu dagegen ist die Einbettung des Active Line Plus ins Smarte Bosch System, das das Antriebssystem um etliche zusätzliche Funktionen ergänzt. So gibt’s z.B. nun einen Automatik-Modus, der die Unterstützung stets in einem effizienten Bereich hält und Energie spart. Das Intuvia 100 Display ist übersichtlich und kann via Drehverschluss, sozusagen im Handumdrehen, abgezogen werden. Wer’s zu Hause liegen lässt: kein Problem, das Boschsystem lässt sich auch nur mit der LED Remote starten und steuern.

Antriebsstrang mit Kette und Nexus 8-Gang-Nabenschaltung

Eine Kette überträgt am Ashford Tret- und Motorleistung ans Hinterrad, in dessen Nabe Shimanos 8-Gang-Getriebe sitzt. Die Kombination der Nexus Nabe mit dem Active Line Mittelmotor und dem 625er-Akku ermöglicht es dem E-Bike-Fan auch über die bloße Nutzung in der Stadt hinaus schöne Touren im Umland genießen zu können. Hügel steckt der kleine Bosch locker weg, die Energie reicht für etliche Kilometer aus.

Praktisches Alltagsrad

Bei den Testfahrten durch den Stuttgarter Winter wusste das Ashford mit seiner bequemen Sitzhaltung und dem komfortablen Handling beim Auf- und Absteigen zu überzeugen. Anhalten, losfahren und zwischendurch eine Passage übers ruppige Pflaster an der Hauptfeuerwache, das macht dem Greens nichts aus. Die eher günstige Federgabel und die gefederte Sattelstütze dämpfen Unebenheiten solide heraus. Gut gefallen haben uns auch die Schwalbe Reifen, die sich mit ihrer großzügigen Breite und dem griffigen Profil überall wohlfühlen. Die Rücktrittbremse ist eine Reminiszenz an die klassischen Stadträder in Nord- und Westdeutschland und entfaltet, gerade für weniger Versierte und diejenigen früher geborenen Semester, die den Rücktritt noch kennen, eine wichtige Reserve beim Bremsen.

Fazit

Das 2024er Greens Ashord R625 offenbart sich als grundsolides und komfortables Stadtrad mit Tourenambitionen und pfiffigen Details. Im Test sammelt es in jedem Bereich eifrig Punkte und schafft es, im Ziel die "Sehr Gut"-Hürde zu nehmen.

Ergebnis

Punkte: 753 // Note: sehr gut👍

Das gefällt

  • komfortables und handliches City E-Bike
  • clevere Zubehörmontage am MRS-System
  • gute Bereifung für Asphalt und Feldwege
  • Rücktritt-Bremse

Das weniger

Eine 180 mm Bremsscheibe anstelle der verbauten 160er am Hinterrad würde die Bremsreserven erhöhen

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