Dort, wo einst die ehemalige innerdeutsche Grenze verlief, ist ein einzigartiger Naturraum entstanden. Vom Ostseestrand am Priwall bis zum Dreiländereck bei Hof im Vogtland erstreckt sich das Grüne Band auf 1.393 Kilometern, dort, wo in Deutschland der Eiserne Vorhang die Welt in Hemisphären teilte.
Einzigartige Natur und Geschichte
Das Grüne Band ist eine Vegetationszone entlang der einstigen deutsch-deutschen Grenze, die die alte Bundesrepublik von der DDR über 40 Jahre trennte. Es patrouillierten 44.000 Soldaten, ein Metallgitterzaun markierte die politische Zäsur. Es gab fast 600 Wachtürme sowie Tausende Landminen, Selbstschussanlagen. Fluchtversuche - viele gescheiterte.
Im Amtsdeutsch der DDR sprach man vom „Kontrollstreifen“, im Westen wurde die Grenze „Todesstreifen“ genannt. Doch das ganze ehemalige Sperrgebiet, das man nur mit Passierschein durchqueren durfte, hat sich längst zu einer Lebenslinie gewandelt, die jeder betreten darf. Mit Ausnahme des Hochgebirges kommen alle deutschen Landschaftsformen vor, vom Mittelgebirge bis zu den norddeutschen Niederungen.
Zahlreiche bedrohte Arten leben in Wäldern und Mooren, Wiesen und Heideland, Bächen, Binnendünen und Orchideenwiesen, darunter Fischotter, Eisvogel, Schwarzstorch, Wildkatzen und Arten, die als ausgestorben galten wie der Kurzschwänzige Bläuling in Thüringen, ein Schmetterling.
Verlauf und Bundesländer
Insgesamt neun Bundesländer berührt das Grüne Band. Der Hauptanteil mit 763 Kilometern liegt in Thüringen, gefolgt von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen.
Aktiv unterwegs: Wandern und Radfahren
Aktivurlauber können das Grüne Band komplett entlang wandern oder radeln. Unterwegs sind sie dann auf dem so genannten Kolonnenweg, dem mit zweireihigen Lochbetonplatten ausgelegten Weg, der auf Ostseite parallel zum Zaun angelegt wurde. Hier patrouillierten die DDR-Grenztruppen.
Eine der beliebtesten Strecken an der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist der 90 Kilometer lange beschilderte Harzer Grenzweg. Hier vergeht kaum ein Kilometer, ohne dass man auf ein Relikt der Teilung stößt. Gleich zu Beginn entdeckt man den Grenzturm bei Rhoden, der Weg führt über den 300 Tage im Nebel liegenden Brocken, höchster Berg im Harz (1.141 Meter).
Den Brocken erklommen schon Heinrich Heine und Goethe, bevor er in der DDR zum Sperrgebiet und Standort einer Stasi-Abhöranlage wurde, die im Volksmund „Stasi-Moschee“ genannt wurde - wegen des Kuppelaufbaus auf einem quaderförmigen Sockel. Heute dient das Gebäude als Besucherzentrum des Nationalparks Harz. Später des Weges erreicht man das Freilichtgrenzmuseum Sorge, eines der vielen Museen am Grünen Band, die anhand von Relikten wie Wachtürmen und Grenzzäunen die Geschichte oft auch anhand von Einzelschicksalen dokumentieren.
Das Angebot an Wanderwegen auch rund um das Grüne Band ist riesig. Es gibt beispielsweise den Zweiländerweg Rodachtal zwischen Bayern und Thüringen, den Grenzlandweg in der Eichsfelder Schweiz und mit der Burgruine Hanstein im westlichsten Zipfel von Thüringen sogar eine mittelalterliche Festung, die zwischen 1952 und 1989 im Sperrgebiet lag. Eine Fahrradtour bietet sich nahe der Grenzregion auch in der Naturlandschaft des Frankenwaldes an.
Und überall hat man sich dem sanften Tourismus verschrieben - zum Schutz des buchstäblich historisch gewachsenen Naturraums.
Besondere Orte entlang des Grünen Bandes
Mödlareuth: "Little Berlin"
Ein ganz besonderer Ort ist Mödlareuth, auch bekannt als „Little Berlin“. Jahrzehntelang teilte wie die heutige gesamtdeutsche Hauptstadt die deutsch-deutsche Grenze das Dörfchen, das zu Teilen in Bayern und Thüringen liegt. Den Tannbach, der mitten durchs Dorf läuft, darf man seit nunmehr über 30 Jahren wieder überqueren. Das hiesige „Deutsch-Deutsche Museum“ ist ebenfalls ein Freilichtmuseum mit altem Grenzabschnitt samt Befestigungsanlagen.
Point Alpha: Erinnerung an den Kalten Krieg
Ein weiterer Tipp ist eine Wanderung bei Geisa im Ulstertal in der thüringischen Rhön, Ziel: Point Alpha, früher heißester Punkt des kalten Krieges, heute Gedenkstätte. Point Alpha auf hessischer Rhönseite war einer der wichtigsten Beobachtungsstützpunkte der NATO. Er lag mitten in der „Fulda Gap“, eine Verteidigungslinie, in der die NATO im Fall der Fälle die Invasion der Truppen des Warschauer Pakts erwartet hätte. Hier kommt auch vorbei, wer den Iron Curtain Trail entlang radelt, ein Radweg, der von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer verläuft.
Das Grüne Band als Nationales Naturmonument und UNESCO-Welterbe
Das Zusammenspiel von konservierter Natur und Spuren der Weltgeschichte als Erinnerungskultur ist einzigartig. „Ich kann mir kein besseres Denkmal für eine überwundene deutsch-deutsche Grenze vorstellen, als einen großen Nationalpark von der Ostsee bis zum Thüringer Wald“, sagte 1989 der berühmte deutsche Naturfilmer Heinz Sielmann, der sich früh für den Schutz des Grünen Bandes einsetzte. Als erstes Bundesland wies Thüringen das Grüne Band 2018 als Nationales Naturmonument aus. Aktuell gibt es nicht nur Bestrebungen, das Band auf ganzer Länge zum Naturmonument zu erklären, sondern auch zum Unesco-Weltnatur- und Weltkulturerbe.
Übrigens: Für einen guten Überblick müssen Sie nicht zwingend ins Segelflugzeug steigen. Den Hügel rauf und wieder runter geht es auf der historisch geprägten Radtour ohne Grenzen zwischen Bayern und Thüringen. Die Route führt 30 km entlang des Grünes Bandes, der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Gestartet wird in Bad Rodach, das direkt einiges zu bieten hat. Nicht nur das Jagdschloss lädt zum Verweilen ein, auch die ThermeNatur lockt mit ihrem Heilwasser und der Saunalandschaft. Wer seine Tour mit einer stärkenden Radler-Massage beginnt, schafft später die Fahrt auf den Straufhain, einen erloschenen Vulkan, mühelos. Neben einer Burgruine ist hier auch ein atemberaubender Ausblick auf die Täler zu bestaunen. Die Strecke entlang des Grenzstreifens führt Richtung Thüringen bis hin zur Veste Heldburg, die sich mit dem Deutschen Burgmuseum zu einem richtigen Must-see entwickelt hat.
Auch der rund 64 km lange Werra-Obermain-Radweg bringt eine abwechslungsreiche Route mit sich. Ein Blick nach rechts und links lohnt sich aber auf dem ganzen Weg, sonst übersieht man die reizvollen Natureindrücke: Hügel, Bäche und unberührtes Grün erwarten die Radfahrer, vorbei an Einöd und Lindenau, entlang des bayerischen Radnetzwerks bis hin nach Bad Staffelstein. Sportliche Strecken hält die BikeArena Sonneberg mit mehreren Touren in verschiedenen Schwierigkeitsstufen parat. Vor allem steile Anstiege, raue Natur und viel Spaß machen die Routen aus. Wer ein bisschen Unterstützung benötigt, leiht sich an einer der fünf Mietstationen ein E-Bike aus.
Der Radweg Grünes Band Deutschland existiert an vielen Stellen noch eher als Idee auf dem Papier, als dass es sich schon um einen nach Beschilderung fahrbaren Rad(fern)weg handelt. Auch gibt es unterschiedliche Konzepte für den Verlauf des Radweges, die Ausschilderung Grünes Band Deutschland, soweit schon vorhanden (z.B. nördlich des Harzes und an der Elbe), und der ebenfalls viel beworbene Radweg Eiserner Vorhang sind nicht immer identisch.
Mit dem hier vorliegenden Track und der entsprechenden Streckenbeschreibung wird versucht, einen möglichst grenznahen Verlauf einer Srecke zu dokumentieren, die auch mit Rädern mit normaler Tourenbereifung gut gefahren werden kann. Es sei darauf hingewiesen, dass der Kolonnenweg entlang der ehemaligen Grenze an vielen Stellen nicht mehr befahrbar ist oder befahren werden sollte, da vielerorts Wildschutzgebiete am Grünen Band eingerichtet wurde. Soweit der Kolonnenweg aber noch befahrbar ist, wurde damit begonnen, diese Abschnitte mit in den Streckenverlauf aufzunehmen.
Diese Strecke ist größtenteils nicht rennradtauglich! Für Kinderanhänger ist es nicht die Strecke der Wahl, bei einem gut gefederten Anhänger und nicht allzu kleinen Kindern sind aber viele Abschnitte gut fahrbar. Dreispurige Gespanne holperfrei auf den Kolonnenwegen zu fahren, ist allerdings unmöglich, daher scheint es angeraten, diese mit Kinderanhängern zu umgehen.
Neben schöner Natur und pittoresken Orten warten entlang der Strecke viele spannende Überreste der DDR-Grenzanlagen. Trotz 30 Jahren Mauerfall hat die Region noch ein Flair vom „Ende der Welt“ - ideal, um Menschenmassen zu vermeiden.
Dem gesamten Verlauf der ehemaligen Grenze zu folgen, ist die Idee dieser Radtour: Vom Dreiländereck mit Tschechien bis zur Halbinsel Privall an der Ostsee. Die Strecke zieht den Besucher bald unwiderstehlich in ihren Bann - durch ihre landschaftliche Schönheit und die zahlreichen Details zur Grenzgeschichte.
Etappen und Highlights entlang der Route
Startpunkt ist Hof, von wo nach 16 hügeligen Kilometern bald das Dreiländereck bei Oberzech erreicht ist. Im Wald markieren Schilder die Grenze zwischen Sachsen, Bayern und der tschechischen Republik.
Auf dem folgenden Abschnitt bekommt man bereits einen Eindruck vom „Flair“ der Strecke: Das ehemalige Grenzgebiet wirkt vielerorts immer noch abgelegen. Die hübschen Dörfer sind oft menschenleer, manche Gebäude sehen noch aus wie in DDR-Zeiten und die schmalen Landstraßen sind nahezu autofrei. Ein ungewohntes Bild im dicht besiedelten Deutschland - und ein Plus in Corona-Zeiten.
Nach ein paar Kilometern auf holprigem Lochplattenweg erreicht man den ersten Höhepunkt der Tour: Das ehemals geteilte Dorf Mödlareuth, auch bekannt als „Klein-Berlin“. Hier verliefen Zäune und Mauer mitten durch den Ort - ausschlaggebend für den Grenzverlauf war ein winziger Bach.
Ein Teil der Grenzanlagen ist noch gut erhalten: Betonsperrmauer, Beobachtungstürme, Warnschilder, Suchscheinwerfer und Hundelaufanlagen vermitteln ein eindrucksvolles Bild der lücken- und gnadenlosen Überwachung des DDR-Regimes. Das deutsch-deutsche Museum daneben zeigt historische Fotos und hält zahlreiche Informationen bereit.
Weiter geht es bergauf und bergab, am hügeligen Ufer der Saale entlang bis in den hübschen Ort Blankenstein. Hier trifft man auf einen Abschnitt des Rennsteigs - was zunächst eine längere Steigung bedeutet.
Doch dann hat man man das idyllische, saftig-grüne Hochland des thüringischen Schiefergebirges erreicht und durchquert malerische Orte wie Brennersgrün oder Lehesten, die mit ihren grau-getäfelten Schieferhäusern und pittoresken Kirchen wie kleine Freilichtmuseen wirken.
Durch ein abgelegenes Tal, das früher von der Grenze in zwei Hälften geteilt wurde, gelangt man ins bayrische Lauenstein. Hier gilt es, einen heftigen Anstieg zu überwinden, bis man sich auf Höhe der wuchtigen Burg befindet. Dahinter quert man mitten im Wald die ehemalige Grenze und folgt zwischen Tannen und dichtem Gesträuch dem ehemaligen Kolonnenweg.
Ab Tettau geht es dann flott bergab, in einem langen Taleinschnitt am Flüsschen Tettau entlang bis ins bayrische Haßlach. Auf der Weiterfahrt trifft man immer wieder auf Überbleibsel der Grenze: etwa das verlassene Hotel „Grenzgasthof“, alte Wachtürme oder den Gedenkstein für das geschleifte Dorf Liebau: Es lag wie zahlreiche andere Dörfer der DDR „zu nah“ an der Grenze und wurde vollständig abgerissen, seine Bewohner umgesiedelt.
Von Neustadt bei Coburg geht es auf Feld-, Wald- und Wiesenwegen und winzigen Sträßchen mal auf der West-, mal auf der Ost-Seite der „Grenze“ entlang. Nach einem scharfen Knick nach Süden gelangt man ins „Viereck“ des thüringischen Rodachtals: Es war zu DDR-Zeiten auf drei Seiten von der Grenze umschlossen und gehörte vollständig zum Grenzsperrgebiet. Das Zweiländermuseum Rodachtal im malerischen Streufdorf beschreibt anschaulich den Alltag im Sperrgebiet. Aber auch die nahegelegenen Orte Bad Colberg, Heldburg und Ummerstadt lohnen mit ihren gut erhaltenen Fachwerkhäusern, Kirchen und Brunnen einen Zwischenstopp.
Im bayrischen Zimmerau erreicht man wieder bayrisches Terrain. Hoch über dem Ort ragt wie ein Ufo der 38 Meter hohen Bayernturm auf. 1966 erbaut, bot er Besuchern aus dem Westen einen eindrucksvollen Blick auf die Grenzanlagen der DDR - und auch heute lohnt sich der Aufstieg. Anschließend radelt man gemütlich durch die leicht wellige Landschaft der thüringischen und fränkischen Vorrhön - vorbei an Kleinoden wie dem Wasserschloss Irmelshausen, dem alten Judenfriedhof bei Berkach und der Schlossruine Henneberg. Ein weiteres spannendes Freilandmuseum mit Resten der Grenzanlagen, schwarz-rot-goldenen Grenzmarkern und Warnschildern auf Westseite erwartet den Besucher bei Behrungen.
Allmählich nähert man sich den kargen Höhenzügen der Rhön. Die erste längere Steigung wartet vor Fladungen, direkt hinter dem hübschen Städtchen geht es weiter stetig bergauf. Hinter dem abgelegenen Frankenheim hat man die Bergetappe geschafft und saust hunderte Höhenmeter durch den Wald bergab, bis man das hessische Batten erreicht.
Hier ändert sich der Charakter der Landschaft schlagartig: Über 175 Kilometer folgt die Route der Ulster und später der Werra. Die Gegend ist deutlich besiedelter, die Radwege belebter, dafür gibt es so gut wie keine Steigungen zu bewältigen.
Am Weg liegen zahlreiche historische Orte wie Tann vor der Rhön, Geisa oder das verschlafene Vacha, das mit seinen etwas verwitterten Bürgerhäusern fast noch wie eine Stadt zu DDR-Zeiten wirkt. Bei Geisa sollte man unbedingt einen Stopp an der Gedenkstätte „Point Alpha“ einlegen. Hier lagen sich der ehemalige US-Militärstützpunkt und die Überwachungsanlagen der DDR direkt gegenüber, die Vergangenheit ist noch hautnah zu spüren - und im „Haus auf der Grenze“ hervorragend dokumentiert.
Stetig der Werra folgend, radelt man vorbei an unwirklich großen, weißen Kali-Hügeln, die mit ihrem Geruch die Gegend prägen. Es folgen zahlreiche historische Orte wie Creuzburg mit seiner mittelalterlichen Brücke, Treffurt mit der Burg Normannstein, Wanfried mit seinen alten Handelshäusern und schließlich das etwas größere Eschwege, dessen alter Stadtkern von weißen Fachwerkhäusern, schönen Kirchen und dem Landgrafenschloss geprägt ist.
Schließlich gelangt man in den Kurort Bad Sooden-Allendorf, der neben schöner Fachwerkarchitektur auch noch ein Gradierwerk, Kurparks und zahlreichen mondänen Hotels zu bieten hat.
Anschließend verlässt man die Werra wieder, durch eine hügelige Landschaft mit kleinen Orten geht es weiter bis ins niedersächsische Duderstadt. Hier lohnt sich ein längerer Spaziergang: Die zahlreichen Fachwerkhäuser sind mit bunten Figurengruppen verziert, der Wiedervereinigungsbrunnen symbolisiert eindrucksvoll die Unüberwindbarkeit der Grenze und vom Westerturm bietet sich ein schöner Rundblick über die ganze Stadt.
Aber auch das nahegelegene Grenzlandmuseum Eichsfeld sollte man nicht verpassen. Es ist in einer ehemaligen Grenzübergangsstelle (GüSt) untergebracht, ein Großteil der Grenzgebäude, die wuchtigen Kraftfahrzeug-Schnellsperren und die Büros der Grenzbeamten sind noch original erhalten. Passend dazu serviert der „Grenzlandgrill“ typische Ost-Gerichte wie Soljanka oder „DDR-Schnitzel“ (panierte Jagdwurstscheiben).
Nun nähert man sich einem der schönsten, aber auch anstrengendsten Abschnitte der Route: Hinter Walkenried mit seiner stimmungsvollen Klosterruine beginnt der schier endlose Anstieg in den Harz.
Schließlich erreicht man den kleinen Ort Hohegeiß, quert hinüber nach Sachsen-Anhalt und radelt im leichten Bergauf und Bergab an der Harzer Schmalspurbahn entlang - vorbei an Orten mit so vielsagenden Namen wie Sorge und Elend. Im winzigen Drei-Annen-Hohne hat man die Wahl: Entweder steigt man in die historische, kräftig rauchende Schmalspurbahn auf den Brocken oder man legt die knapp 600 Höhenmeter mit dem Rad zurück.
Der Abstecher zum 1142 Meter hohen Gipfel, der zu DDR-Zeiten komplett im Grenzsperrgebiet lag, lohnt sich auf jeden Fall: Von dem kargen, windigen Hochplateau bietet sich ein weiter Rundblick, und die gepanzerten Gebäude mit ihren Kuppeln und Sendemasten, die Militär- und Abhöranlagen der Stasi enthielten, sind nach wie vor eindrucksvoll. Anschließend rollt man in langen Serpentinen mühelos bergab bis ins historische Wernigerode oder ins hübsche Ilsenburg.
Praktische Tipps für Ihre Radtour
Beste Reisezeit
Gute Jahreszeiten für diese Radtour sind der Frühling, Sommer und Herbst, etwa von April oder Mai bis September oder Oktober.
Radreiseführer
- bikeline Radtourenbuch. Europa-Radweg Eiserner Vorhang. Deutsch-deutscher Radweg. Am „Grünen Band“ von Lübeck nach Hof. Autor: Michael Cramer. Verlag Esterbauer GmbH, 5. Auflage 2017, ISBN: 978-3-85000-672-9
Öffentliche Verkehrsmittel
- In Hof: Bahnverbindungen nach ganz Deutschland
- In Ilsenburg: Bahnverbindungen nach ganz Deutschland
Sehenswürdigkeiten entlang der Route
- Deutsch-deutsches Museum Mödlareuth
- Zweiländermuseum Rodachtal: zweilaendermuseum.de
- Bad Colberg, Heldburg: Kultur und Sehenswürdigkeiten in Bad Colberg und Heldburg, Infos zu Heldburg und Bad Colberg
- Deutsch-deutsches Freilandmuseum Behrungen
- Gedenkstätte Point Alpha
- Eschwege: Kreisstadt Eschwege
- Bad Sooden-Allendorf: Stadt Bad Sooden-Allendorf
- Grenzlandmuseum Eichsfeld
- Duderstadt: Stadt Duderstadt
- Harz / Brocken: Harzer Tourismusverband e. V., Harzer Schmalspurbahn
- Wernigerode: Stadt Wernigerode
- Ilsenburg: Tourismus GmbH Ilsenburg
Übernachten
- In Hof: Hotel Akropolis Pension (gegenüber vom Hauptbahnhof), Sedanstraße 1 1/2, 95028 Hof
- In Blankenstein: Café & Pension Am Rennsteig, Rennsteig 3, 07366 Rosenthal am Rennsteig / Blankenstein
- In Haig (bei Kronach): Landgasthof Detsch, Coburger Str. 9, 96342 Haig / Stockheim
- In Bad Colberg: Landgasthof zum Seysingshof, Reussengasse 20, 98663 Bad Colberg
- In Heringen: Pension am Werraufer, Apothekerstr. 13, 36266 Heringen
- In Bad Sooden-Allendorf: Hotel Pension Haus Erika, Am Haintor 22, 37242 Bad Sooden-Allendorf
- In Drübeck (bei Ilsenburg): Landhaus Tonmühle, Kutschweg 1a, 38871 Drübeck / Ilsenburg
Änderungen aufgrund der aktuellen Situation sind möglich.
Das Grüne Band im Überblick
Das Grüne Band ist ein europaweites Naturschutzprojekt im Gebiet des ehemaligen "Eisernen Vorhangs", der während des Kalten Krieges Europa in zwei politische Blöcke trennte. Das Grüne Band hat eine Gesamtlänge von über 12.500 km und reicht dabei vom Eismeer im Norden Norwegens bis zum Schwarzen Meer an der Grenze zur Türkei. In Deutschland wurde das Grüne Band nach dem Mauerfall 1989 als gesamtdeutsches Naturschutzprojekt von Naturschützer:innen aus Ost- und Westdeutschland installiert. Der Teil des Grünen Bandes in Sachsen-Anhalt ist 343 km lang und seit 2019 unter dem Motto "Vom Todesstreifen zur Lebenslinie" als Nationales Naturmonument ausgewiesen.
Durch die Beschlüsse der Konferenz von Potsdam wurde Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Bereits früh wurde der Verkehr über die Zonengrenzen reglementiert und Grenzpolizeien aufgestellt. Aus den drei Westzonen entstand 1949 die Bundesrepublik Deutschland, aus der Sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik.
Beginnend mit einem Beschluss des Ministerrates der DDR vom 26. Mai 1952 wurde die Grenze zur Bundesrepublik nach und nach ausgebaut und militärisch bewacht. Spätestens mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurde die DDR-Grenze zu einem nahezu unüberwindlichen Hindernis. Den zeitlichen Höhepunkt der Grenzsicherung bildeten die 70er und frühen 80er Jahre. Zu dieser Zeit war die Grenze ein hochkomplexes Sicherheitssystem aus Streckmetall- und Signalzäunen, teilweise Sichtschutzmauern, Sperrstreifen, Wachtürmen, Hundelaufanlagen, Bodenminen und Selbstschussanlagen.
Das Grüne Band ist ein einzigartiger Verbund aus Erinnerungslandschaft und Naturschutzgebiet. Die militärisch bewachte Grenze war bis 1989 dazu da, Menschen mit Gewalt am Verlassen der DDR zu hindern. Es gab Todesopfer und Verletzte. Gleichzeitig war sie ein Ort, den Menschen nicht betreten konnten. Dadurch entwickelte sich dort eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Dieser Widerspruch eines einst tödlichen Grenzregimes und eines sich daraus entwickelten Rückzugsortes für Tiere und Pflanzen ist das, was das Grüne Band ausmacht.
Verwandte Beiträge:
- Grüne Band Radweg mit Komoot planen: Entdecken Sie die schönsten Touren!
- Radweg Grünes Band: Ultimative Etappenplanung für dein unvergessliches Abenteuer
- Grünes Kennzeichen Motorrad: Kosten, Vorteile & Antrag
- Motorradboxen Dachau: Übersicht & Preisvergleich
- Das perfekte Laufrad für Kleintiere: Ultimative Tipps & Kaufberatung
Kommentar schreiben