Sie wollen mit einem Motorrad fahren? Der A1-Führerschein macht dies möglich. Wer den Fahrtwind und die Unebenheiten der Straße spüren möchte, ohne selbst in die Pedale treten zu müssen, kommt mit dem Motorrad auf seine Kosten. Der Umgang mit einem solchen Kraftrad will aber gelernt sein, weshalb der Gesetzgeber verschiedene sogenannte Motorradführerscheine vorsieht. Als Einsteigermodell für die Welt der richtigen Biker gilt dabei nicht selten der A1-Führerschein.
Motorradführerschein: Die Klasse A1 ist eine Option
Doch was dürfen Personen fahren, die die Klasse A1 im Führerschein verzeichnet haben? Wie viele Fahrstunden sind für den Erwerb vorgeschrieben? Was kann der Führerschein der Klasse A1 kosten? Und gibt es eine Möglichkeit, die Klasse A1 mit dem Autoführerschein zu erwerben? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.
FAQ: A1-Führerschein
Welche Fahrzeuge beinhaltet die Führerscheinklasse A1?
Was Sie mit einer Fahrerlaubnis der Klasse A1 fahren dürfen, erfahren Sie hier.
Was kostet ein 125-ccm-Führerschein fürs Motorrad?
Die Führerscheinkosten der Klasse A1 belaufen sich im Durchschnitt auf 1.300 Euro. Beachten Sie dabei, dass sich die Preise regional unterscheiden können und auch das Können des Fahrschülers die Ausgaben beeinflussen.
Lassen sich Motorräder der Klasse A1 mit einem Führerschein fürs Auto führen?
Der Pkw-Führerschein schließt nur die Klasse AM ein. Wer darüber hinaus leistungsstärkere Krafträder führen will, muss eine entsprechende Fahrerlaubnis erwerben. So können Sie zum Beispiel mit der Schlüsselzahl B196 Motorräder, die dem A1-Führerschein entsprechen, mit der Klasse B führen. Näheres dazu finden Sie hier.
Führerschein der Klasse A1: Was darf ich damit fahren?
Beim Führerschein der Klasse A1 liegt die Höchstgeschwindigkeit der Motorräder meist bauartbedingt bei 110 km/h.
Der A1-Führerschein berechtigt zum Führen von Krafträdern, die über einen Hubraum von maximal 125 ccm und eine Motorleistung von höchstens 11 kW verfügen. Zusätzlich dazu schreibt der Gesetzgeber ein Verhältnis von Leistung und Leermasse vor, welches 0,1 kW je Kilogramm nicht überschreiten darf. Aufgrund der Hubraumbeschränkung wird diese Fahrerlaubnis im allgemeinen Sprachgebrauch auch als 125er-Führerschein bezeichnet.
Allerdings ist es nicht richtig, die Klasse A1 nur als Motorradführerschein zu bezeichnen, denn sie berechtigt auch zum Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen (Trikes). Verfügen diese über einen Verbrennungsmotor, muss der Hubraum mindestens 50 ccm umfassen oder eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 km/h bei einer Leistung von bis zu 15 kW erreichen.
Um ein Trike oder Motorrad der Klasse A1 führen zu dürfen, muss die entsprechende Fahrerlaubnis erworben werden. Hierfür gilt es verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen. So verlangt der Gesetzgeber beim A1-Führerschein ein Alter von mindestens 16 Jahren.
Darüber hinaus ist ein Besuch der Fahrschule vorgeschrieben, bei dem sowohl die theoretischen als auch die praktischen Grundlagen geschaffen werden. Welche Ausbildungsinhalte dabei vorgeschrieben sind, zeigt die nachfolgende Auflistung:
- 12 Theoriestunden zum Grundstoff (je 90 Minuten)
- 4 Theoriestunden zum Zusatzstoff (je 90 Minuten)
- 5 Fahrstunden Überland (je 45 Minuten)
- 4 Fahrstunden auf der Autobahn (je 45 Minuten)
- 3 Fahrstunden bei Dunkelheit (je 45 Minuten)
Darüber hinaus sind beim Führerschein A1 reguläre Fahrstunden vorgeschrieben, allerdings gibt es keine konkreten Vorgaben bei der Anzahl. Diese hängt somit vor allem von den Fähigkeiten des Fahrschülers und dessen Lernfortschritten ab.
Sowohl die theoretische als auch die praktische Ausbildung werden mit einer Prüfung abgeschlossen. Bei der Theorie gilt es, einen Fragebogen mit 30 Fragen zu beantworten. Die praktische Prüfung für den A1-Führerschein dauert mindestens 45 Minuten.
A1-Führerschein: Welche Kosten sollten Sie einplanen?
Müssen Sie, um die Kosten für den A1-Führershcien zu stemmen, Ihr Sparschwein schlachten?
Der Führerschein für 125-ccm-Motorräder geht mit Kosten einher. Wie hoch diese im Einzelnen ausfällen, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Hierbei sind insbesondere die regionalen Preisunterschiede und das Können des Fahrschülers ausschlaggebend. Für die Ausbildung in der Fahrschule und die damit einhergehenden Kosten bietet die nachfolgende Übersicht eine grobe Orientierung:
- Anmeldung in der Fahrschule: 150 - 350 Euro
- Fahrstunde: je 35 - 65 Euro
- Sonderfahrt: je 40 - 70 Euro
- Vorstellungsgebühr zur theoretischen Prüfung: 50 - 100 Euro
- Vorstellungsgebühr zur praktischen Prüfung: 150 - 200 Euro
Darüber hinaus schlägt bei der Fahrerlaubnis der Klasse A1 die Prüfung der theoretischen Kenntnisse mit 22,49 Euro zu Buche, für die praktische Prüfung fallen zudem 91,75 Euro an. Diese Gebühren ergeben sich aus der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt).
Bedenken Sie darüber hinaus, dass zusätzlich zu den Kosten für den A1-Führerschein auch generelle Ausgaben anfallen. Hierzu gehören unter anderem der Sehtest, der Erste-Hilfe-Kurs und die Gebühr für die Ausstellung des Führerscheins. All diese Ausgaben läppern sich, sodass Sie grundsätzlich mit 1.300 Euro oder auch mehr für die Fahrerlaubnis kalkulieren sollten.
Für Autofahrer, die gerne Krafträder fahren wollen, die normalerweise dem A1-Führerschein unterliegen, gibt es seit dem 01. Januar 2020 eine neue Option. Denn wenn diese seit mindestens fünf Jahren den B-Führerschein besitzen und 25 Jahre oder älter sind, können sie die Schlüsselzahl 196 erwerben. Hierfür ist eine Fahrerschulung von mindestens vier Stunden Theorie und fünf Stunden Praxis vorgeschrieben, eine Prüfung erfolgt hingegen nicht. Dadurch ist der 125-ccm-Führerschein für alle Autofahrer leichter und kostengünstiger zu erlangen.
Neue 125er im Jahr 2025
Ab dem 1. Januar 2025 dürfen nur noch Motorräder neu zugelassen werden, die der Euro 5+ Norm entsprechen. Alle Hersteller werden - wie alle paar Jahre üblich - dazu verpflichtet, ihre Modellpalette an die gesetzlichen (Emissions)vorgaben anzupassen. Mit der geltenden Norm werden die Grenzwerte für Schadstoffe wie Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOx) und Kohlenwasserstoffe (HC) weiter gesenkt. Dadurch sind Motorräder zwar umweltfreundlicher, aber auch technisch anspruchsvoller.
Hier die Neuheiten, die die Hersteller im Jahr 2025 mit 125 cm³ Hubraum auf den Markt bringen:
Aprilia 125 SX/RX
Es sind fünf Modelle, von der Aprilia 125 SX/RX bis zur KTM 125 Enduro R. Der weiterhin 11 kW/15 PS starke Einzylindermotor wurde für die Abgasnorm Euro 5+ fit gemacht. Im Zuge der technischen Anpassungen wurde das Drehmoment von 11 auf 11,5 Newtonmeter erhöht. Statt wie bisher Edelstahl-Optik, trägt der Auspuffendtopf nun ein mattschwarzes Finish.
Zu den weiteren Neuerungen gehört eine Umstellung auf LED-Leuchten, die zusammen mit neuen Verkleidungsteilen und einem neuen Farbschema für optische Frische sorgen. Das Cockpit bietet künftig ein rechteckiges Farbdisplay. Das ABS wurde um eine Anti-Überschlag-Funktion erweitert. Für den Sozius gibt es Haltegriffe. Optional ist ein USB-Anschluss bestellbar. SX und RX unterscheiden sich vor allem hinsichtlich Radgrößen, Bereifung und Bremsen. Die Supermoto-Variante SX bietet Straßenbereifung, kleinere Räder und klassische Scheibenbremsen. Bei der Enduro-Version RX setzt Aprilia auf ein großes 21-Zoll-Vorderrad und ein 18-Zoll-Hinterrad, Stollenbereifung und Scheibenbremsen im Wave-Stil.
Das 125er-Duo von Aprilia kommt voraussichtlich im Frühjahr auf den deutschen Markt. Die Preise dürften leicht steigen.
Benelli BKX 125 und BKX 125 S
Benelli erweitert seine Modellpalette für die Saison 2025 um die beiden Leichtkrafträder BKX 125 und BKX 125 S. Während erstere als Leicht-Enduro mit Speichenrädern, grobstolligen Reifen und 18 Zentimetern Federweg an den Start geht, ist die 125 S das Supermoto-Pendant mit sportlichen Onroad-Reifen, Gussfelgen, 15 Zentimetern Federweg und weniger Verkleidungsteilen.
In beiden Fällen schickt ein Einzylindermotor 11 kW/15 PS über ein Sechsgang-Schaltgetriebe und Kettenantrieb ans Hinterrad. Damit dürften die Fahrer der beiden Hochbeiner in dreistellige Geschwindigkeitsregionen vorstoßen können. Der wassergekühlte Single mit Einspritzung soll 2,4 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Der 12-Liter-Tank ermöglicht so eine theoretische Reichweite von 500 Kilometern. Zur Ausstattung der 142 bzw.
Honda Grom
Zu den Neuteilen der Saison 2025 gehören der Tank, die Seitenverkleidungen und der Motorspoiler. Erstmals zu haben sind eigens für die Grom konzipierte Zubehörteile. Optional oder im Paket sind Handprotektoren, Windschild, Satteltaschen, eine Gepäckbrücke sowie eine Rücksitztasche erhältlich.
Außerdem lassen sich bei der 2025er Grom einzelne Karosserieteile leicht abnehmen, wodurch sich die Fläche für individuelle Aufkleber, Grafiken und Folierungen vergrößert. An der Technik ändert sich nichts, der Verbrauch liegt nach wie vor bei moderaten 1,5 Litern pro 100 Kilometer. Der Preis für die 2025er-Grom beträgt 4000 Euro (zzgl.
KTM 125 Duke und 125 Enduro R
Trotz des kleinen Hubraums sind hochwertige Komponenten wie WP-Federung, Aluminiumgussräder, ABS und Traktionskontrolle an Bord. Das gleichzeitig moderne und minimalistische Design macht die beiden 125er zu einem stylishen Duo im Segment der Leichtkrafträder.
Die Rahmen der Bikes sind aus Stahl-Gitterrohr gefertigt und ermöglichen eine seitliche Positionierung des hinteren Federbeins, was die Absenkung der Sitzbank erlaubt. Alle Modelle erhielten Kurven-ABS, wurden leichter und sollen dank neuer Federelemente und neuer Aluschwinge sowie neuem Lenker besser fahrbar sein. Neu sind auch die Motoren, die jedoch bei einer Leistung von 11 kW/15 PS bleiben. Eine Easy-Shift-Funktion erlaubt kupplungslose Gangwechsel.
Im Cockpit warten die Bikes mit einem 5-Zoll-TFT-Display samt neuen Konnektivitätsfunktionen auf. Auch die neue LED-Beleuchtung und ein in Details modifiziertes Design prägen das neue Modelljahr. Die Preise liegen bei 5400 bzw.
Der Einzylinder ist eng mit der 125er-Duke verwandt, setzt allerdings auf eine Enduro-Aufmachung, größere Speichenräder mit Stollenbereifung sowie ein WP-Fahrwerk mit 23 Zentimetern Federweg.
Der flüssigkeitsgekühlte Single der 125er-Enduro leistet 11 kW/15 PS. Fahrwertig ist die Maschine 152 Kilogramm leicht, der Einstiegspreis liegt bei 5500 Euro. Bei der weitgehend nach gleichem Muster gestrickten 390 Enduro R sind es 159 Kilogramm versus 33 kW/45 PS.
Top 10 der besten 125er Motorräder
- KTM Duke 125: Aggressive Optik, herausragende Fahrdynamik, 15 PS starker Einzylindermotor, leichtem Gitterrohrrahmen, Upside-Down-Gabel von WP, TFT-Display und LED-Beleuchtung.
- Husqvarna Svartpilen 125 und Vitpilen 125: Stylische, minimalistische Motorräder mit hochwertiger Technik, 15 PS starken Einzylindermotor der KTM Duke 125, leichten Gitterrohrrahmen, WP-Upside-Down-Gabel.
- Aprilia RS 125: Sportlichste 125er auf dem Markt, flüssigkeitsgekühlten Einzylindermotor, 15 PS, leichten Aluminiumrahmen, Upside-Down-Gabel, Scheibenbremsen mit ABS, digitales TFT-Display. Die Aprilia SX 125 ist eine leistungsstarke Supermoto mit einem gewissen Offroad-Charakter, 15-PS-Einzylindermotor, geringem Gewicht, straffem Fahrwerk.
- Yamaha MT-125 und YZF-R 125: Naked Bike mit aggressivem Design und vollverkleidete Supersport-Variante, drehmomentstarken 15-PS-Motor mit variabler Ventilsteuerung (Yamaha VVA-System), Upside-Down-Gabel, modernes TFT-Display.
- Suzuki GSX-R125: Sportliches Leichtkraftrad, aerodynamisches Design, geringe Gewicht, flüssigkeitsgekühlter Einzylindermotor, 15 PS, sportliche Sitzposition, Keyless-Go Startsystem.
- Fantic XMF 125 Performance: Italienisches Design, leistungsstarker Technik, 15-PS-Motor, stabilem Rahmen, hochwertigen Federelemente.
- Honda CB125R: Hochwertiges Naked Bike im Neo-Sports-Café-Design, flüssigkeitsgekühlter 15-PS-Einzylinder, Fahrwerk mit 41-mm-Upside-Down-Gabel von Showa, LED-Beleuchtung, digitales Display.
- Kawasaki Ninja 125: Supersportler, 15-PS-Motor, stabiler Gitterrohrrahmen, aerodynamische Verkleidung, angenehmes Handling.
- Brixton Cromwell 125: Klassisch gestyltes Retro-Bike, luftgekühlter Einzylinder, 11 PS, Speichenräder, runder LED-Scheinwerfer, bequeme “Bananen”-Sitzbank.
- Honda MSX 125 Grom: Kompakte Bauweise, spielerisches Handling, 125ccm-Einzylindermotor, 10 PS, geringem Gewicht, agil, LED-Scheinwerfer, Customizing-Optionen.
Elektromotorräder als Alternative
Wenn du auf der Suche nach einer umweltfreundlichen Alternative zu Verbrennern bist, aber nicht auf Fahrspaß verzichten willst, könnten diese drei Modelle genau das Richtige für dich sein: die Super Soco TCmax, die NIU RQi und die Kawasaki Ninja e-1.
- Super Soco TCmax: Klassisches Design, 3.900-Watt-Motor, Höchstgeschwindigkeit von bis zu 95 km/h, Reichweite liegt bei bis zu 110 Kilometern, herausnehmbare Akku (72V, 45Ah).
- NIU RQi: Smarte Technik und Konnektivität, 7,5-kW-Mittelmotor (entspricht ca. 10 PS), 110 km/h, Reichweite von etwa 120 Kilometern dank zweier herausnehmbarer Akkus mit insgesamt 5,2 kWh, Smartphone-Konnektivität, adaptiver Scheinwerfer, modernes Cockpit-Display, CBS-Bremssystem, Traktionskontrolle.
- Kawasaki Ninja e-1: Sportliches Design, 9 kW (12 PS) Leistung, 100 km/h, Reichweitenangaben betragen bei voller Ladung nur moderate 72 Kilometer.
Aufgrund der kleinen Batterie kannst du alle genannten Elektromotorräder problemlos zuhause aufladen, ohne dass du in eine Wandladestation (Wallbox) investieren musst - eine Haushaltssteckdose genügt.
Sicherheitsrisiken
- Motorräder sind gefährlicher als Autos, da sie weniger Schutz bei Unfällen bieten.
- Das Fahren eines Motorrads ist stark wetterabhängig.
- Die Entscheidung für einen Motorradführerschein sollte auf den persönlichen Vorlieben und dem Komfort beim Fahren basieren.
- Die Kosten für den Führerschein, Motorradschutzkleidung und Sicherheitsausrüstung sollten berücksichtigt werden.
- Überlegen Sie, ob das Motorradfahren eine langfristige Leidenschaft ist oder eher eine kurzfristige Phase.
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