Motorrad Haftpflichtversicherung Kosten Vergleich: So sparen Sie bei Ihrer Motorradversicherung

Freiheit, Leidenschaft und Fahrspaß - ein Motorrad ist mehr als nur ein Verkehrsmittel zur Fortbewegung. Es geht um die Verbundenheit zu Ihrer Maschine und das unbeschreibliche Gefühl, wenn Ihnen der Fahrtwind entgegenweht und sich das Motorrad dynamisch in die Kurven legt. Um zumindest die finanziellen Sorgen nach einem Unfall zu vermeiden, sollten Sie eine Motorrad-Versicherung abschließen. Ein Vergleich Deiner Motorradversicherung lohnt sich!

Die Ver­si­che­rung für ein Motor­rad ist mehr als nur ein not­wen­di­ges Übel oder ein büro­kra­ti­scher Akt. Sie ist das finan­zi­el­le Fun­da­ment, das zwi­schen einem ärger­li­chen Zwi­schen­fall und einem exis­ten­zi­el­len Ruin ent­schei­det. Bevor wir uns den Details von Tari­fen und Klau­seln wid­men, ist es uner­läss­lich, die grund­le­gen­den Prin­zi­pi­en zu ver­ste­hen.

Gesetzliche Grundlagen der Motorradversicherung

In Deutsch­land ist die Kfz-Haft­pflicht­ver­si­che­rung kei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung, son­dern eine gesetz­li­che Ver­pflich­tung, die im Pflicht­ver­si­che­rungs­ge­setz (PflVG) ver­an­kert ist. Der Grund­ge­dan­ke ist der Schutz der All­ge­mein­heit: Ein Motor­rad­un­fall kann, ins­be­son­de­re wenn Per­so­nen schwer ver­letzt wer­den, Kos­ten in Mil­lio­nen­hö­he ver­ur­sa­chen (Arzt­kos­ten, Reha, Schmer­zens­geld, lebens­lan­ge Ren­ten). Ohne den Nach­weis die­ser Ver­si­che­rung fürs Motor­rad - in Form der elek­tro­ni­schen Ver­si­che­rungs­be­stä­ti­gung (eVB-Num­mer) - ver­wei­gert die Zulas­sungs­stel­le die Anmel­dung Ihres Motor­rads kate­go­risch. Wer den­noch ohne gül­ti­gen Ver­si­che­rungs­schutz am öffent­li­chen Stra­ßen­ver­kehr teil­nimmt, begeht eine Straf­tat nach § 6 PflVG.

Versicherungsarten im Überblick

Die Ver­si­che­rungs­welt nutzt vie­le Fach­be­grif­fe. Nach­dem Sie die Grund­la­gen ken­nen, ist der nächs­te Schritt, die ver­schie­denen Schutz­ar­ten im Detail zu ver­ste­hen, um die rich­ti­ge Wahl für Ihr Bike zu tref­fen. Die rich­ti­ge Motor­rad­ver­si­che­rung ist kein Pro­dukt von der Stan­ge, son­dern ein Bau­kas­ten aus ver­schie­de­nen Schutz­stu­fen:

  • Haft­pflicht: Die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Basis­ver­si­che­rung. Sie deckt aus­schließ­lich Schä­den ab, die Sie mit Ihrem Motor­rad ande­ren Per­so­nen, deren Fahr­zeu­gen oder Eigen­tum zufü­gen. Eine wich­ti­ge, oft über­se­he­ne Leis­tung ist die Abwehr unbe­rech­tig­ter Ansprü­che.
  • Kas­ko (Teil- & Voll-): Dies ist der frei­wil­li­ge Schutz für Schä­den an Ihrem eige­nen Motor­rad.
  • eVB-Num­mer: Die Abkür­zung für “elek­tro­ni­sche Ver­si­che­rungs­be­stä­ti­gung”. Es ist ein 7‑stelliger Code aus Buch­sta­ben und Zah­len, den Sie von Ihrem Ver­si­che­rer erhal­ten, sobald Sie eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung abge­schlos­sen haben.

Die verschiedenen Schutzstufen

  • Das gesetz­li­che Mini­mum: Deckt Schä­den an Drit­ten.
  • Teil­kas­ko: Schützt Ihr eige­nes Bike vor Dieb­stahl, Unwet­ter, Brand und Tier­schä­den. Ach­ten Sie in der Teil­kas­ko auf die Klau­sel ‘Zusam­men­stoß mit Tie­ren aller Art’. Basis-Tari­fe zah­len oft nur bei ‘Haar­wild’ wie Rehen. Ein guter Tarif zahlt auch bei einem Unfall mit einer Kuh oder einem Hund. Eben­so wich­tig: Die Mit­ver­si­che­rung von Fol­ge­schä­den nach einem Mar­der­biss.
  • Voll­kas­ko: Beinhal­tet die Teil­kas­ko und deckt zusätz­lich selbst­ver­schul­de­te Unfall­schä­den und Van­da­lis­mus ab.

Regu­liert unver­schul­de­te Unfäl­le im Aus­land nach deut­schem Recht. Ver­hin­dert die Rück­stu­fung der SF-Klas­se nach einem Scha­den.

Kostenfaktoren der Motorradversicherung

Die Fra­ge “Was kos­tet eine Motor­rad Ver­si­che­rung?” lässt sich nicht mit einer ein­zi­gen Zahl beant­wor­ten. Die Kos­ten der Motor­rad­ver­si­che­rung sind ein hoch­gra­dig indi­vi­du­el­les Puz­zle, das von Dut­zen­den Fak­to­ren beein­flusst wird.

Einflussfaktoren auf die Versicherungsprämie

  • Scha­den­frei­heits­klas­se (SF-Klas­se): Der mit Abstand größ­te Hebel. Die Scha­den­frei­heits­klas­se ist der mäch­tigs­te Hebel zur Beein­flus­sung Ihrer Ver­si­che­rungs­prä­mie. Das Sys­tem belohnt unfall­frei­es Fah­ren mit ste­tig wach­sen­den Rabat­ten. Für jedes vol­le Kalen­der­jahr, in dem Sie kei­nen Scha­den mel­den, den Ihre Haft­pflicht- oder Voll­kas­ko­ver­si­che­rung regu­lie­ren muss, stei­gen Sie eine SF-Klas­se auf. Jede höhe­re SF-Klas­se ist mit einem nied­ri­geren Bei­trags­satz (in Pro­zent) ver­bun­den. Fahr­an­fän­ger star­ten meist in der SF-Klas­se 0 mit einem sehr hohen Bei­trags­satz (oft 200-260%). Im Umkehr­schluss führt ein gemel­de­ter Scha­den zu einer Rück­stu­fung (Malus) in eine nied­ri­ge­re SF-Klas­se mit einem höhe­ren Bei­trags­satz.
  • Zweit­wa­gen­re­ge­lung: Die güns­tigs­te Opti­on für vie­le Fahr­an­fän­ger. Das Motor­rad wird als Zweit­fahr­zeug.

Wie hoch genau bei einem Motorrad die Kosten für die Versicherung sind, hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter, Fahrerfahrung, Beruf, Wohnort, Fahrleistung, Abstellplatz und Motorrad-Modell ab. Zudem beziehen viele Kfz-Versicherer den Beruf und die jährliche Kilometer-Fahrleistung in die Berechnung der Motorradversicherung mit ein. Der Grund: Kfz-Versicherer sehen bei manchen Berufsgruppen ein geringeres Unfallrisiko.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) ermittelt einmal im Jahr für Motorräder Regionalklassen. Diese beeinflusst die Höhe der Kosten für die Motorradversicherung. Die Zuordnung erfolgt anhand des Zulassungsbezirks für den Wohnort des Fahrzeughalters. Als Berechnungsgrundlage der Regionalklassen werden vor allem die Anzahl sowie die Schwere der Unfälle der einzelnen Regionen ausgewertet.

Auf der Straße ist das Diebstahlrisiko für abgestellte Motorräder weitaus höher als in einer abgeschlossenen Garage. Ein sicherer Abstellort führt häufig zu einem Rabatt auf die Kosten der Motorradversicherung. Die Fahrer, die das Motorrad fahren, müssen bei der Versicherung berücksichtigt werden. Nutzen mehr als eine Person das Motorrad, sind die Motorradversicherungs-Kosten häufig höher. Ehepartner in häuslicher Gemeinschaft sind oft kostenlos mitversichert.

Wird ein Motorrad nur wenige Kilometern gefahren, gehen Kfz-Versicherer von einer niedrigeren Unfall-Wahrscheinlichkeit aus. Das beeinflusst die Kosten der Motorradversicherung positiv. Verzichte aber darauf, eine zu niedrige Fahrleistung anzugeben, um Geld zu sparen. Falsche Angaben führen oft zu teuren Nachzahlungen. Merkst Du, dass Deine bisherigen Angaben zur Fahrleistung zu niedrig sind, erhöhe die jährliche Fahrleistung einfach nachträglich bei Deinem Kfz-Versicherer.

Die Motorleistung Deines Motorrads hat einen erheblichen Einfluss auf die Höhe Deiner Versicherungsprämie. Generell gilt: Je größer die Leistung, desto höher die Prämie. Jeder Versicherer kann aber unterschiedliche Kriterien und Berechnungsmethoden anwenden, daher solltest Du die Kosten und Bedingungen verschiedener Versicherer vergleichen. Anhand der Leistung eines Motorrads erfolgt die Zuordnung in die Motorleistungsklasse. Es lohnt sich, beim Kauf eines Motorrads die Grenzwerte der Motorleistungsklasse zu beachten. So profitierst Du mit einem etwas leistungsschwächeren Motor von der Einstufung in eine niedrigere Klasse.

Fährst Du viele Jahre unfallfrei, belohnt Dich Dein Kfz-Versicherer mit einer besseren Schadenfreiheitklasse (SF-Klasse). Je höher die SF-Klasse ist, desto höher der Schadenfreiheitsrabatt für die Motorradversicherung. Und Du profitierst dann von einem umso niedrigeren, anzurechnenden Beitragssatz. Die SF-Klasse gibt es für Kfz-Haftpflichtversicherung und die Vollkasko.

Hast Du mit Deinem Motorrad einen Schaden verursacht und meldest diesen bei Deiner Motorradversicherung, werden üblicherweise die Kosten für die Schadenbehebung übernommen. Allerdings fällst Du in der SF-Klasse zurück und Deine Beiträge zur Motorradversicherung können steigen. Prüfe daher bei kleinen Schäden, ob es sich lohnt, die Schadenbehebung selbst zu zahlen. Denn die zusätzlichen Beitragskosten durch die Herabstufung der Schadenfreiheitsklasse können die Kosten des Schadens übersteigen.

Sparmöglichkeiten bei der Motorradversicherung

Neben dem gro­ßen Ver­gleich der Motor­rad­ver­si­che­run­gen gibt es zahl­rei­che wei­te­re Stell­schrau­ben, um die Prä­mie zu sen­ken, ohne auf wich­ti­gen Schutz zu ver­zich­ten:

  1. Saisonkennzeichen: Sie zah­len Steu­er und Ver­si­che­rung nur für die Mona­te, in denen Sie auch wirk­lich fah­ren (z.B. 03-10). In der Ruhe­zeit besteht bei­trags­frei wei­ter­hin Kas­ko­schutz.
  2. Selbstbeteiligung: Eine SB von 150 € in der Teil­kas­ko ist Stan­dard. In der Voll­kas­ko senkt eine Erhö­hung von 300 € auf 500 € oder gar 1.000 € die Prä­mie spür­bar.
  3. Fahrerkreis beschränken: Je weni­ger und je älter die ein­ge­tra­ge­nen Fah­rer, des­to güns­ti­ger der Bei­trag. Ver­mei­den Sie die Opti­on “belie­bi­ge Fah­rer”, wenn sie nicht benö­tigt wird.
  4. Jahreskilometer realistisch einschätzen: Schät­zen Sie Ihre Jah­res­ki­lo­me­ter rea­lis­tisch ein. Gän­gi­ge Stu­fen sind 3.000, 6.000 oder 9.000 km. Zu hohe Anga­ben kos­ten unnö­tig Geld.
  5. Zweitfahrzeugregelung nutzen: Beson­ders für Fahr­an­fän­ger die bes­te Opti­on. Wird das Motor­rad als Zweit­fahr­zeug ver­si­chert, star­tet es oft mit einer bes­se­ren SF-Klas­se.
  6. Berufsgruppenrabatte: Eini­ge Ver­si­che­rer gewäh­ren Son­der­ra­bat­te für bestimm­te Berufs­grup­pen, z.B. Beamte.
  7. Fahrsicherheitstraining: Eini­ge Ver­si­che­rer beloh­nen die Teil­nah­me an einem zer­ti­fi­zier­ten Fahr­si­cher­heits­trai­ning.

Um bei der Versicherung für Dein Motorrad Kosten zu sparen solltest Du eine Selbstbeteiligung für die Voll- und Teilkasko-Schäden vereinbaren. So kannst Du bei den Kosten Deiner Motorradversicherung viel Geld sparen.

Zusätzlich kannst Du bei Deiner Motorradversicherung mit einem Saisonkennzeichen sparen. Damit zahlst Du die gesetzliche Kfz-Steuer und die Versicherungsbeiträge nur für die Monate, in der Du es nutzen darfst und angemeldet hast.

Einige Berufsgruppen profitieren von Sondertarifen und damit niedrigeren Kosten für die Motorradversicherung. Zu den begünstigten Berufsgruppen zählen zum Beispiel:Beamte und Richter, Öffentlich Bedienstete,Studenten,Akademiker und weitere Berufsgruppen.Als Pensionär oder Rentner in einer begünstigten Berufsgruppe erhältst Du weiter den Sondertarif für die Motorradversicherung-Kosten.

Beispiele für Motorradversicherungs-Kosten

Die Kosten für eine Kfz-Haftpflicht sind am niedrigsten. Die Kosten für die Motorrad-Vollkasko sind am teuersten - diese bietet aber auch die umfassendste Absicherung.

Hier sind einige Beispiele von jährlichen Kosten für verschiedene Motorradmodelle und SF-Klassen:

Motorradmodell Leistung SF-Klasse Kfz-Haftpflicht Teilkasko (150 € SB) Vollkasko (300 € SB)
Honda 500 Rebel 35 kW 6 164,74 € 39,08 € 248,82 €
BMW 700 GS 55 kW 10 143,47 € 37,49 € 163,10 €
BMW R 1200 GS 77 kW 15 160,32 € 27,04 € 200,06 €

Motorradversicherung wechseln

Es gibt 4 Möglichkeiten, die Motorradversicherung zu wechseln. Wichtig ist, dass der Versicherungsnehmer die Kündigung ausspricht und diese fristgerecht beim Versicherer eingeht:

  • Kündigung zum Ablauf der Motorradversicherung: Die Kraftfahrtversicherung läuft immer bis zu dem im Versicherungsschein genannten Ablauf.
  • Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung: Hat Ihr Versicherer den Beitrag erhöht, können Sie Ihre Motorradversicherung innerhalb eines Monats nach Erhalt der Rechnung kündigen.
  • Kündigung der Motorradversicherung bei Fahrzeugwechsel: Beim Fahrzeugwechsel können Sie ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist die Motorradversicherung wechseln.
  • Kündigung im Schadenfall: Im Schadenfall ist die Kündigung der Versicherung innerhalb eines Monats nach Erhalt der Schadenabschlussmeldung möglich.

Die Bedeutung des Vergleichs

Je nach Versicherer profitierst Du von unterschiedlichen Leistungen, Tarifen und Rabatten. Es gibt große Qualitäts- und Preisunterschiede zwischen einzelnen Motorrad-Versicherungen. Im Idealfall haben Sie beim Vergleich schon eine Vorstellung, welche Tarifbausteine Sie sich wünschen. Ein Vergleich lohnt sich.

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