Viele Motorradfahrer entscheiden sich, die klobigen, unförmigen Originalblinker durch kleinere, modernere Varianten zu ersetzen. LED-Blinker sind besonders beliebt, da sie neben einer ansprechenden Optik auch Vorteile wie Helligkeit und Langlebigkeit bieten. Zudem ermöglichen die kompakten Abmessungen spannende Designmöglichkeiten für Umbauten und das individuelle Styling des Motorrads.
Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung für den Einbau von Halogen- oder LED-Blinkern am Motorrad. Dabei werden sowohl die mechanischen als auch die elektrischen Aspekte berücksichtigt, sowie Tipps zur Auswahl des richtigen Zubehörs und zur Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen gegeben.
Vorbereitung: Materialbeschaffung und Werkzeug
Bevor Sie mit dem Einbau beginnen, sollten Sie das benötigte Material und Werkzeug bereitlegen. Dazu gehören:
- Neue Blinker (Halogen oder LED) mit E-Prüfzeichen oder ABE
- Passendes Blinkrelais (insbesondere bei LED-Blinkern)
- Adapterkabel oder Kabelschuhe
- ggf. Widerstände (bei LED-Blinkern mit geringerer Wattzahl)
- Werkzeug: Schraubenschlüssel, Seitenschneider, Abisolierzange, Lötkolben (falls erforderlich), Crimpzange, Bohrmaschine (ggf. für Anpassungen)
- ggf. Schrumpfschlauch
- ggf. Gummiunterlegscheiben
Es ist ratsam, vorab bei einem Motorradhändler oder in einem Zubehörshop nach passenden Blinkern und Zubehör für Ihr Motorradmodell zu fragen. Markenzubehörblinker liegen preislich ungefähr zwischen Kellermann und Zubehörshop.
Demontage der alten Blinker
Schauen Sie sich genau an, wie die serienmäßigen Blinker befestigt sind. Die neuen Blinker sind meist mit M8- oder M10-Gewindestücken ausgestattet, während die alten Blinker entweder mit stabilen Klick-Steck-Halterungen oder irgendwie anders mit vibrationsabsorbierenden Gummiplättchen und Formteilen in großen, oft rechteckigen Bohrungen befestigt sind. Für die neuen Blinker können Sie generell keine Befestigungsteile der bisherigen Blinker verwenden.
Hintere Blinker:
- Soziussitzbank entfernen.
- Steckverbinder für die Blinker suchen (am Kabel ruckeln hilft). Zum Trennen die Nase am Stecker vorsichtig anheben.
- Blinker mit einem 14er Gabelschlüssel abschrauben und nach außen herausziehen.
Vordere Blinker:
- Lenker passend einschlagen. Kabel vom Blinker bis zur Steckverbindung verfolgen und die Steckverbindung lösen.
- Kreuzschraube an der Unterseite des Blinkers herausdrehen, Blinkerglas etwas zum Motorrad hin drücken und herausnehmen.
- Kabel herausziehen. Metallbügel im Blinkergehäuse entfernen.
- Blinkerhalter an der Verkleidung von innen abschrauben und nach außen herausziehen.
Montage der neuen Blinker
Mechanische Montage:
- Zuerst das lieferseitige, zu kurze Gewinde von Blinkergehäuse abschrauben und durch die 4cm-Adapter-Verlängerung ersetzen.
- Dann den Kellermann-Blinker mit dem nun längeren Gewinde und dem dünnen Kabelsalat durch das hintere Loch im Fender-Strut einfädeln und leicht anschrauben (VORSICHT: Mutter mit WENIG Kraft anziehen, sonst bricht die Verlängerung im Gehäuse aus; ist mir passiert, wieder ein zusätzlicher Weg zu Tante Louise).
- Das jeweils vordere, zur Front zeigende Loch im Fender-Strut wird mit dem besorgten (s.o.) HD-Bolzen verschlossen.
- Kabel nach hinten, Richtung Rücklicht führen.
Elektrische Installation:
- Wenn man den Stecker abgeschnitten hat, kann man jetzt den originalen HD-Blinker abziehen.
- Kabel nach hinten, Richtung Rücklicht führen. Länge dürfte dafür reichen, bei mir hat es glücklicherweise gereicht, daher entfiel bei mir das lästige Kabel-zu-Kabel-verbinden (Löten + Schrumpfschlauch von den Meisten hierzu bevorzugt).
- Jetzt das Kabelkondom über das Kabel führen, vorher Länge zurechtschneiden.
- Kabel durch fenderseitige Öffnung im Rücklichgehäuse ziehen, dann die originalen HD-Kabelschuhe (s.o.) mit den beiden Kabelenden verbinden (mit kleiner Zange Kabel im Kabelschuh festquetschen) und die Kabelschuhe in die Steckplätze des Blinkersteckers im Rücklicht drücken (Vorsicht, dass polrichtig verfahren wird, siehe Originalstecker, bei mir war schwarz jeweils links und farbig rechts).
- Jetzt den fertig konfektionierten Blinkerstecker in seinen Steckplatz im Rücklichtgehäuse stecken (so wie man in vorher gezogen hat), dann Probeblinken.
- Kappe des Rücklichts anschrauben.
Blinkrelais und Widerstände
Je nach Art und Typ der neuen Blinker ist es ziemlich wahrscheinlich, dass das serienmäßige Blinkrelais gegen ein spezielles ausgewechselt werden muss. Ganz kritisch wird es bei neuen Maschinen, die ein vollelektronisches Cockpit haben, bei dem das Blinkrelais fester Elektronikbestandteil der Innereien ist, also kein extra Bauteil.
Wenn die serienmäßigen Blinker mit 10-Watt-Lampen bestückt sind, die Wunschblinker aber nur 6 oder 4,3 Watt (LED) haben, dann ist der Blinkrhythmus zu schnell. Es müssen dann pro Blinker entsprechende Widerstände in die Kabel zwischen den Steckern am Kabelbaum und am Blinkerkabel eingebaut werden. Wichtig: Wenn die Blinker blinken, werden diese Widerstände warm. Deswegen sollen sie nicht in direktem Kontakt zu Kunststoffteilen angebaut werden, sondern möglichst mit entsprechendem Freiraum.
Wichtige Hinweise zur Montage
- Sicherheit: Vor der Installation die Zündung ausschalten. Niemals direkt in die LED Blinker schauen, solange diese leuchten.
- Kabelverlegung: Kabel zugfrei und fernab von Hitzequellen montieren.
- Befestigung: Verschraubungen mit Scheibe und Federscheibe sichern oder Loctite verwenden.
- Kabel verbinden: Schnelles und sicheres Kabel verbinden ohne löten ist hiermit möglich.
TÜV-Konformität
LED Miniblinker wie auch Halogen Motorrad Miniblinker müssen in Deutschland über eine E-Zulassung verfügen. Dabei gilt es auch die Kennziffern zu beachten, wie z. B. 11 /12. Diese Ziffern geben an, ob der Motorradblinker für vorn oder hinten oder ggf. für beides zugelassen ist. Die E-Nr. im Kreis gibt an, in welchen EU Land die Zulassung erteilt wurde.
Folgendes solltest du bei der Montage deiner LED Blinker beachten, um Stress mit dem TÜV oder der Polizei zu vermeiden.
- Die Blinkfrequenz muss 90 Takte (±30) pro Minute betragen.
- Blinker für vorn sind mit Kennzahl 1, 1a, 1b oder 11 gekennzeichnet.
- Blinker für hinten mit der Kennzahl 2, 2a, 2b oder 12.
Sollte das Motorrad nach EG-Recht zugelassen sein (das trifft bei fast allen Motorrädern ab Baujahr 1998 zu), gelten folgende Maße:
- Abstand der hinteren Blinker zueinander mindestens 180 mm
- Abstand der vorderen Blinker muss mindestens 240 mm betragen.
- Bei der Höhe von der Fahrbahn muss man vorn und hinten 350 bis 1200 mm einhalten.
Für ältere Bikes die vor 1998 zugelassen wurden, gilt ein Abstand hinten von mindestens 240 mm, vorn müssen mindestens 340 mm bei je 100 mm Abstand zum Scheinwerfer beachtet werden. Die Mindesthöhe zur Fahrbahn beträgt hier 350 mm.
Abstände der Blinker nach StVZO § 54 Abs. 2
Die StVZO sagt unter § 54 (Fahrtrichtungsanzeiger) Abs. 2 folgendes:
- an Krafträdern paarweise angebrachte Blinkleuchten an der Vorderseite und an der Rückseite.
- Der Abstand des inneren Randes der Lichtaustrittsfläche der Blinkleuchten muss von der durch die Längsachse des Kraftrades verlaufenden senkrechten Ebene bei den an der Rückseite angebrachten Blinkleuchten mindestens 120 mm, bei den an der Vorderseite angebrachten Blinkleuchten mindestens 170 mm und vom Rand der Lichtaustrittsfläche des Scheinwerfers mindestens 100 mm betragen.
- Der untere Rand der Lichtaustrittsfläche von Blinkleuchten an Krafträdern muß mindestens 350 mm über der Fahrbahn liegen.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
| Aspekt | Hinweise |
|---|---|
| Materialauswahl | E-geprüfte Blinker, passendes Relais, Adapterkabel |
| Werkzeug | Standard-Werkzeugsatz, Lötkolben, Crimpzange |
| Montage | Sichere Kabelverlegung, korrekte Befestigung |
| TÜV-Konformität | Abstände, Blinkfrequenz, E-Prüfzeichen beachten |
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