Unsere kleinen Schätze mit dem Fahrrad mitzunehmen, ist toll. Wenn wir sie dann noch im Blick haben, ist es noch besser. Pünktlich zu Beginn der Fahrradsaison hat die Stiftung Warentest die Ergebnisse ihres neuen Fahrradkindersitze-Tests veröffentlicht.
Insgesamt hat die Stiftung Warentest Modelle in drei verschiedenen Sitzvarianten geprüft:
- Sechs Rücksitze mit Montageblock (für Kinder bis 22 Kilogramm)
- Fünf Rücksitze mit Gepäckträger-Montage (für Kinder bis 22 Kilogramm)
- Drei Frontsitze (für Kinder bis zu 15 Kilogramm)
Der Thule Yepp 2 Maxi Kinderfahrradsitz zählt zu den besten im Test 2025. Auch mit Gepäckträger-Montage ist der Thule Yepp 2 Maxi einer der besten (Gesamtnote 2,2).
Die Befestigung vom Kinderfahrradsitz am Fahrrad
Die Befestigung vom Fahrrad-Kindersitz ist neben der Verarbeitung das wichtigste Thema. Während der Fahrt wirken durchaus höhere Belastungen auf das Material ein. Da man nicht immer mit dem Kindersitz am Fahrrad unterwegs sein will, sind die meisten Modelle so aufgebaut, dass man diese bequem und mit nur wenigen Handgriffen abnehmen kann.
Die Halterung wird im Regelfall fest mit dem Fahrrad verbunden, sie wird am Rahmen angeschraubt und bietet die Möglichkeit, den Kindersitz mittels Stecksystem einzuhängen oder eben wieder herauszunehmen. Hierbei werden mindestens zwei Metallstäbe in die Halterung gesteckt. Durch diese Technik wird sichergestellt, dass sich der Fahrradkindersitz nicht drehen kann.
Je nach Modell und Hersteller, sitzt der Kinderfahrradsitz ebenfalls auf dem Gepäckträger auf. So werden die anfallenden Kräfte ideal aufgefangen und verteilt. Die Montagehalterung sollte zudem abschließbar sein, so ist der Kindersitz vor Diebstahl geschützt. Ein großer Vorteil der abnehmbaren Kindersitze, mit einer Zweithalterung können verschieden Fahrräder den Sitz montieren.
Einen kleinen Nachteil hat der Fahrradsitz für hinten, ein Fahrradkorb kann dann nicht mehr auf dem Gepäckträger mitgeführt werden. Hinweis: Je nach Fahrradversicherung sind Anbauteile wie ein Kinderfahrradsitz mit versichert.
Kinderfahrradsitz vorne
Neben dem Kinderfahrradsitz für hinten gibt es auch Kinderfahrradsitze für vorne. Wird der Sitz am Lenker befestigt, dreht sich das Kind bei einer Lenkbewegung inklusive Kindersitz mit. Anders als bei den Heckmodellen, hat man das Kind immer im Blick.
Die positiven Einflüsse aus dem verbesserten Schwerpunkt unterliegen der überhöhten Aussetzung durch den Fahrtwind und Wettereinflüssen wie Regen und Schnee. Hier hilft es, wenn man bei schlechtem Wetter ein Schutzschild anbringt.
Die Hersteller von Fahrradsitzen für vorne empfehlen, dass dein kleiner Mitfahrer ca. 9 Monate alt sein soll. Jedem Frontkindersitz ist eine mehr oder weniger übersichtliche und verständliche Bedienungsanleitung beigelegt.
Je nach Fahrradlenker, können am Steuerrohr angebrachte Kinderfahrradsitze den kompletten Lenkeinschlag etwas einschränken. Hier empfehlen wir erstmal eine Probefahrt ohne Kind um festzustellen, ob der vordere Kindersitz die Lenkbewegung einschränkt. Auch diese Modelle können im Regelfall aus der Halterung genommen werden.
Material vom Fahrrad Kindersitz
Kunststoff ist das Material der Wahl, es bietet eine hohe Flexibilität und ein geringes Gewicht aber auch hierbei gibt es qualitative Unterschiede. Gerade das Materialverhalten unter Temperatureinfluss ist dabei entscheidend. Im Sommer, als auch im Winter, dürfen die Kunststoffteile unter Sonneneinstrahlung oder beim Einfluss von Kälte nicht spröde oder brüchig werden.
Die eingesetzten Kunststoffe sollten dabei immer der europäischen Norm entsprechen. Weichmacher und andere Schadstoffe sind ein absolutes No-Go. Offizielle Prüfverfahren untersuchen oftmals genau diese Inhaltsstoffe. Dazu zeigen einem Siegel vom TÜV oder GS, dass die Fahrrad-Kindersitze eine gewissen Qualität haben.
Bekannte Hersteller für Kinderfahrradsitze sind zum Beispiel: Römer, Bellelli, Hamax, Kettler, Polisport u.a.
Kinderfahrradsitz Test: Montage hinten / vorne
Ein Fahrradkindersitz kann an zwei Stellen am Fahrrad montiert werden: entweder hinter dem Lenker oder hinter dem Sattel, sprich vor oder hinter dem Fahrer. Gegenüber einem Fahrradanhänger haben diese beiden Arten von Kindersitzen einen klaren Vorteil, nämlich die unmittelbare Nähe zwischen dir und deinem kleinen Mitfahrer.
Insgesamt hat die Stiftung Warentest Modelle in drei verschiedenen Sitzvarianten geprüft: Sechs Rücksitze mit Montageblock (für Kinder bis 22 Kilogramm), fünf Rücksitze mit Gepäckträger-Montage (für Kinder bis 22 Kilogramm) sowie drei Frontsitze (für Kinder bis zu 15 Kilogramm).
Von den drei getesteten Fahrradkindersitzen, die vorne am Lenker montiert werden, konnte nur einer überzeugen: Der Go Mini von Bobike erhielt die Testnote 2,3 (gut). Dabei lobten die Tester:innen vor allem das Gurtsystem und die Sitzhalterung, was zu einer hervorragenden Teilnote von 1,5 in der Sicherheits-Disziplin führte.
Den ersten Platz teilen sich der Bilby Maxi FF von Polisport und der Thule Yepp 2 Maxi mit der Gesamtnote 2,2 (gut). Beide Kinderfahrradsitze überzeugten beim Fahren und der Eignung fürs Kind, die Handhabung war immerhin befriedigend. Knapp dahinter sicherte sich der Hamax Caress den dritten Rang (Note: 2,3). Er erhielt die beste Beurteilung bei der Eignung für das Kind und glänzte mit besonders guter Fahrradhelmeignung. Dafür schnitt er beim Fahren etwas schlechter ab als die beiden Testsieger.
Neben den genannten Testkriterien ist die Grundvoraussetzung für den Kauf eines Kindersitzes, dass dieser auch an das Fahrrad passt. Je nach Montage-Art und Bauweise des Rads ist dies nicht immer so einfach. Sitze, die am Gepäckträger montiert werden, sind besonders vielseitig. Wichtig ist, dass der Gepäckträger ein Gewicht von 27 Kilogramm (Sitz und Gewicht des Kindes) tragen kann.
Hecksitze zur Rahmenmontage passen vor allem auf Fahrräder mit tiefem Einstieg und schmäleren Rohren. Der Platzbedarf am Sitzrohr sollte unbedingt im Vorfeld berücksichtigt werden. Frontsitze werden am einfachsten auf klassische Fahrräder, zum Beispiel Hollandräder, montiert. Wenn der Lenker nach hinten geschwungen ist, kann der Sitz die Bewegungsfreiheit weniger beeinträchtigen.
Polsterung der Sitzfläche
Damit die Kinder nicht jeden Stoß ungepolstert erfahren müssen, sollte die Polsterung ausreichend dick und stabil befestigt sein. Stellt man im Laufe der Zeit fest, dass das angebaute Sitzpolster nicht ausreicht, kann man hier mit einem Kissen nachhelfen.
Sicherheit beim Fahrradsitz
Das Kind sollte jederzeit und auch bei kürzeren Strecken angeschnallt werden. Nur mit einem Sicherheitsgurt funktioniert das Sicherheitsprinzip vom Fahrradsitz einwandfrei. Zusätzlich sollte das Kind einen Fahrradhelm tragen.
Die Füße und Beine der Kinder müssen durch die Bauart vom Fahrradkindersitz von den Speichen abgetrennt sein. Der Sicherheitsgurt und die Fußrasten sollten größenverstellbar sein. Mit dieser Funktion hat man einen mitwachsenden Kindersitz für das Fahrrad und muss keinen neuen Fahrradkindersitz kaufen, wenn das Kind größer wird.
Auf dem Bild kann man die Verstellmechanik der Fußrasten gut erkennen. Hiermit passt man die Auflage für die Füße an die jeweilige Beinlänge an. Möchte man die Kleinen während der Fahrt nicht aus den Augen verlieren, empfiehlt sich einen Rückspiegel am Fahrradlenker zu installieren.
Stellt man das Fahrrad auf einen normalen Fahrradständer, so kippt dies aufgrund des erhöhten Gewichts um. Ein Zweibein-Fahrradständer gibt, je nach Modell, die nötige Stabilität beim Abstellen. Gleichzeitig sollte man dem Kind jedoch beibringen, dass es im Fahrradsitz still sitzen soll.
Vorgaben für Kinder im Fahrradsitz
Ab einem Gewicht von 15 kg müssen die Kinder immer im Heckkindersitz befördert werden. In Deutschland dürfen Kinder bis 15 kg Körpergewicht auch vorne befördert werden. Dabei gilt generell: Kinder im Alter von 9 Monaten bis 5 Jahren oder mit einem Gewicht von 9 kg bis maximal 22 kg dürfen in einem Kinderfahrradsitz befördert werden.
Worauf man vor dem Kauf achten sollte:
- Rohrdurchmesser vom Fahrrad muss zum Kinderfahrradsitz passen
- Zollgröße vom Fahrrad muss ebenfalls zu den Herstellerangaben des Sitzes passen
- Weitere Anbaumaße zur Sattelstange oder dem Gepäckträger sollten stimmen
- Eignung für Kinder im richtigen Alter, hierbei sollten Sie genau auf die Altersangabe des Herstellers achten. Nur so ist sichergestellt, dass die Sicherheitsgurte richtig passen.
Einen gebrauchten Fahrrad Kindersitz kaufen
Wächst das Kind aus dem Kindersitz heraus und wird er nicht mehr benötigt, so kann er wieder verkauft oder an andere Kinder weitergegeben werden. Hierbei ist zu beachten, dass man den gebrauchten Kindersitz aus einer vertrauenswürdigen Quelle kauft/übernimmt.
Der Kindersitz sollte keinesfalls mal in einem Unfall verwickelt worden sein. Auch sollte der Kinderfahrradsitz nicht mit dem Fahrrad umgefallen sein. Brüche und Beschädigungen können sonst zu einem großen Risiko werden. Die Kinder könnten sich an scharfen Kanten verletzten und das Material kann unter Umständen komplett brechen oder versagen.
Testergebnisse und Empfehlungen
Hier eine Übersicht einiger getesteter Modelle und deren Bewertungen:
| Hersteller/Modell | Montage | ADAC Urteil | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| Ok Baby 10+ | Sattelrohr | 1,9 | 74 Euro |
| Bellelli Mr Fox (Relax) | Sattelrohr | 2,4 | 50 Euro |
| Bobike Go Maxi Frame | Sattelrohr | 2,5 | 120 Euro |
| Ok Baby Shield | Gepäckträger | 2,1 | 68 Euro |
| Bellelli Mr Fox Clamp | Gepäckträger | 2,2 | 45 Euro |
| Bobike Go Maxi | Gepäckträger | 2,2 | 110 Euro |
Es ist wichtig zu beachten, dass die Testergebnisse und Bewertungen je nach Testinstitut und Testzeitpunkt variieren können. Es empfiehlt sich, aktuelle Tests und Kundenrezensionen zu berücksichtigen.
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