Hamster Laufrad Suchtverhalten: Was Sie Wissen Müssen

Hamster haben ein ausgeprägtes Bewegungsbedürfnis, dem sie in Käfighaltung kaum nachkommen können. Ein Hamsterrad schafft Abhilfe.

Die Geschichte des Goldhamsters als Haustier

Um das Jahr 1930 entdeckte eine Expedition in der syrischen Wüste einen Hamsterbau mit Jungtieren. Der Leiter der Führung nahm die zwölf Hamster mit. Nur vier überlebten und wurden in ein Labor in Jersusalem gebracht, um ihr Verhalten zu studieren. Die Tiere vermehrten sich in beachtlichem Tempo, und die Labormitarbeiter waren von den niedlichen Nagern so angetan, dass sie einige mit nach Hause nahmen.

Einige Hamster wurden auch an andere Labore gesandt. So verbreitete sich der kleine Nager, dessen Herkunftsgebiet die weniger als 20.000 km² große Grenzregion zwischen Syrien und der Türkei ist, über die ganze Welt. Nach dem zweiten Weltkrieg hielt der Goldhamster auch in deutschen Wohnungen Einzug und gehört heute zu den beliebtesten Haustieren der Deutschen. Hamster vermehren sich rasant, auch innerhalb der Familie. Fast alle heute in Gefangenschaft lebenden Goldhamster gehen auf dieselben vier Tiere zurück.

Die Bedürfnisse von Hamstern

Ob Hamster sich überhaupt als Haustiere eignen, ist umstritten. Vor allem für Kinder sind sie nicht die „einfachen Einsteigertiere“, als die sie gerne vermarktet werden. Trotz der großen Kulleraugen sind Hamster kurzsichtig und vor allem tagsüber fast blind. Sie orientieren sich mit dem Gehör und anhand von Duftbildern. Eine lärmende Umgebung mögen sie nicht. Im Gegenzug ist das Gehör von Hamstern deutlich feiner als das des Menschen. Hamster können auch Töne im Ultraschallbereich wahrnehmen.

Zehn bis vierzehn Stunden verbringen Hamster mit Schlafen - überwiegend tagsüber. Sie tagsüber zum Spielen zu wecken, stellt für die Tiere eine große Stressbelastung dar. Passiert das zu oft, können gesundheitliche Schäden die Folge sein. Hamster sind kurzsichtig: Ihr Sehsinn ist wenig ausgeprägt, vor allem tagsüber sind sie fast blind. Das erklärt auch ihre Schreckhaftigkeit und die hohe Sturzgefahr in einer unbekannten Umgebung. Hamster orientieren sich nicht mit den Augen, sondern mit dem Geruchssinn. Sie markieren ihr Revier mit Duftsignalen und nutzen Duftbilder zur Orientierung.

Wer Hamster im Käfig hält, muss darauf achten, dass dieser groß genug ist und ausreichend Abwechslung bietet. Laufen, laufen, laufen! In freier Wildbahn graben sich Hamster umfangreiche Wohnhöhlen. Laut 2. Weil die Tiere sich in freier Wildbahn umfangreiche Wohnhöhlen graben, sind eine ausreichende Tiefe des Käfigs (ca. 60 cm) und geschlossene Wände im unteren Bereich wichtig. Wild lebende Hamster legen auf der Flucht, sowie der Suche nach Nahrung und Fortpflanzungspartnern weite Strecken zurück - zehn Kilometer in einer Nacht sind keine Seltenheit; wenn nötig können es auch mal zwanzig werden. Dabei erreicht der pummelig wirkende Nager eine Spitzengeschwindigkeit von 10 km/h. Durchschnittlich ist er mit 6 km/h unterwegs - so schnell wie ein flotter Spaziergänger.

Das Hamsterrad: Segen oder Fluch?

Alternativ (oder zusätzlich) wird Hamstern gerne ein Laufrad angeboten. Das gibt dem Tier die Möglichkeit, überschüssige Energie abzubauen. Unter Hamsterfreunden sind Laufräder umstritten. Das stereotypie Geradeausrennen soll Hamster süchtig machen, und insgesamt sollen die Räder mehr Schaden anrichten als Nutzen. Hamster verschlafen den größten Teil des Tages, aber wenn sie wach sind, haben sie ein ausgeprägtes Bewegungsbedürfnis.

Worauf Sie beim Kauf eines Laufrads achten sollten

Das Rad sollte einen Innendurchmesser von mindestens 27 cm haben, gerne auch größer. Der Hamster soll mit geradem Rücken laufen können. Je kleiner der Durchmesser ist, desto mehr wird bei der Benutzung die Wirbelsäule des Hamsters durchgebogen - der Hamster läuft im Hohlkreuz.

Die Lauffläche muss geschlossen und grifffest sein. Hamsterräder mit Gitterlaufflächen sind ungeeignet, weil der Hamster mit den Beinchen in den Zwischenräumen hängen bleiben und sich schwer verletzen kann. Rutschige Oberflächen sind ebenfalls ungeeignet: Bei solchen werden Quersprossen (Abstand max. drei zentimeter) oder eine vergleichbare Struktur benötigt, die den Nagern den erforderlichen Halt geben. Gut bewährt haben sich Laufflächen aus Kork.

Das Hamsterrad muss einen guten Stand haben, damit es auch unter „Volllast“ nicht umkippt oder aus der Halterung gerissen wird. Das Rad muss so am Standfuß montiert sein, dass es nicht zum Schereneffekt kommen kann: Bei solchen Laufrädern läuft das Rad so am Standfuß oder einer Querstrebe vorbei, dass es sich auf einen eingeklemmten Hamster wie eine Schere auswirkt.

Das Laufrad sollte leichtgängig genug sein, dass der Hamster es ohne großen Kraftaufwand in Bewegung setzen kann. Großer Durchmesser, stabiler Stand, geschlossene Rückwand, griffige Lauffläche: Das Hamsterrad von zoostore erfüllt alle wesentlichen Kriterien eines guten Laufrads. Das Laufrad sollte auf der Rückseite komplett geschlossen sein. So hat der Hamster immer auf einer Seite eine Begrenzung - das gibt Sicherheit und Orientierung. Auch kann das Tier beim Laufen nicht auf der Rückseite aus dem Rad fallen und sich zwischen Rad und Standfuß einklemmen.

Außerdem muss es sich gut bremsen und anhalten lassen, wenn der Hamster sein Lauftempo reduziert. Das Hamsterrad sollte möglichst wenig eiern. Das Hamsterrad muss aus einem geeigneten Material gefertigt sein. Metallräder eignen sich nicht - hier findet das Tier keinen Halt. Am häufigsten finden sich Laufräder aus Kunststoff oder Holz. Schädliche Lacke sollten aus Gründen des Tierwohls nicht zum Einsatz kommen, denn Hamster knabbern auch mal gerne an ihrem Inventar.

Das ist auch beim Einsatz von Kunststofflaufrädern zu bedenken: Abgenagte oder abgesplitterte Plastikteile stellen ein Verletzungsrisiko für den Hamster dar. Geben Sie, wo immer es möglich ist, unbehandelten Naturprodukten den Vorzug - auch wenn diese etwas teurer sind. Ein Plastiklaufrad ist dann eine sinnvolle Alternative, wenn Hamster ins Laufrad pinklen, es mit Duftmarken versehen oder als Toilette benutzen.

Das Laufrad mag umstritten sein, aber wenn Sie obige Punkte beachten, stellt es für den Hamster die beste Alternative zum Freilauf dar. Auf Lauftellern, wie sie ursprünglich für Chinchillas entworfen wurden, finden Hamster trotz der strukturierten Oberfläche oft zu wenig Halt. Bei hohen Laufgeschwindigkeiten kann der Hamster durch die entstehende Fliehkraft seitlich vom Lauftellter und/oder an die Käfigwand geschleudert werden.

Wer den Animationsfilm „Bolt“ gesehen hat, könnte vielleicht auf die Idee kommen, statt eines Hamsterrads eine Hamsterkugel zu benutzen. Die durchsichtigen Kugeln werden von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig eingestuft. Sie lassen keine zielgerichtete Bewegung zu und können vom Hamster weder gesteuert noch so ohne weiteres gebremst werden (um so weniger, da Hamster sehr kurzsichtig sind). Der Durchmesser ist meist viel zu klein, die Belüftung nicht ausreichend sichergestellt. Der Aufenthalt in solchen Kugeln mag für Menschen possierlich wirken, bedeutet für den Hamster aber extremen Stress.

Ist mein Hamster laufradsüchtig?

Immer wieder fragen besorgte Hamsterbesitzer, ob Hamster süchtig nach dem Laufrad werden können. Das ist nicht der Fall. Der Bewegungsdrang ist angeboren - das Tier versucht, ihm nachzukommen und nutzt dafür die Möglichkeiten, die es hat. Hamster sind von Natur aus neugierig - dass eine offene Käfigtür (oder ein offenes Dach) genutzt wird, um die Umgebung zu erkunden, ist völlig normal.

Dennoch kann der exzessive Gebrauch des Hamsterrads auf ein Problem hinweisen - meistens auf eine reizarme, wenig artgerechte Umgebung oder einen zu kleinen Käfig. Der Hamster läuft dann, weil er keine ander Möglichkeit hat, sich zu beschäftigen. Wenn Sie also den Eindruck haben, Ihr Hamster läuft außergewöhnlich viel, sollten Sie die Haltungsbedingungen überprüfen und beobachten, ob das Tier noch andere Anzeichen von Unzufriedenheit oder Stereotypen zeigt.

Es ist auch normal, dass Hamster mal mehr, mal weniger viel laufen. Während es Eisprungs laufen Weibchen zum Beispiel deutlich mehr als üblich - in freier Wildbahn wären sie nun auf Partnersuche. Sind sie hingegen trächtig oder haben Junge, ist das Laufrad oft uninteressant.

Hamster haben ein großes, instinktives Bedürfnis, zu laufen und sich zu bewegen. In freier Wildbahn legen sie Strecken von ungefähr 15 km zurück - in einer Nacht. Achtung: Laufräder sind wichtig für den Hamster. Sie ersetzen jedoch kein artgerechtes Hamstergehege! Die Aufhängung sollte durch schwere Standbeine gegeben sein.

Das Laufrad sollte mindestens einen Durchmesser von 30 Zentimetern haben. Zu kleine Laufräder können Bandscheibenvorfälle bei Hamstern verursachen, da die Tiere sich in kleinen Laufrädern in der Wirbelsäule verkrümmen, um laufen zu können. Das Material des Laufrades muss aus Holz, splitterfesten Plastik oder Aluminium bestehen.

Achtung: Es dürfen auf keinen Fall Laufräder aus Metall (mit Streben, Löchern) verwendet werden, da diese keine geschlossene Lauffläche haben. Holz hat die Vorteile, dass es natürlich ist und dadurch gut in natürliche Gehege passt. Der Nachteil von Holzlaufrädern ist ihre mangelnde Hygiene: Manche Hamster urinieren in ihr Laufrad, was eine Reinigung von diesem erschwert. Sobald das Laufrad beginnt, nach Urin zu riechen, muss es durch ein Neues ersetzt werden.

Wenn das Laufrad aus Plastik besteht, muss dieses absolut splitterfest sein, um den Hamster vor Verletzungen zu schützen. Auch wenn der Nager an dem Laufrad nagt, darf dieses auf keinen Fall splittern. Weitere Vorteile eines Plastikrades sind eine leichte und hygienische Reinigung von diesem, gerade bei „Laufradpinklern“.

Laufräder aus Aluminium vereinbaren alle Vorteile von Rädern aus Plastik und Holz. Dadurch sind sie hygienisch, leicht zu reinigen, splitterfest, geräuschlos und leichtgängig. Um den Schereneffekt zu vermeiden (das bedeutet, dass der Hamster zwischen der Aufhängung und den Streben eingequetscht wird), darf das Rad immer an nur einer, nämlich der geschlossenen Seite, befestigt werden. Noch besser sind Laufräder mit Standbeinen. Hier ist beim Kauf zu achten, dass das Laufrad auf den Standbeinen sicher steht, ohne zu wackeln oder gar umgekippt werden zu können. Einige Laufräder können auch an der Decke eines Geheges aufgehangen werden, wovon jedoch abgeraten wird.

Um eine laute Geräuschkulisse für Mensch und Tier zu vermeiden, ist bei dem Kauf des Laufrades auf ein gutes Kugellager zu achten. Auf gar keinen Fall darf ein Laufrad mit Gitterstäben als Lauffläche gekauft werden. Die Lauffläche muss eine natürliche Struktur zum Laufen haben. Viele Laufräder für Hamster, die im Handel verfügbar sind, haben auf der Lauffläche aufgeklebte Sprossen. Diese sind nicht zu empfehlen, da der Hamster durch die Sprossen und zu großen Abstände dieser stolpern oder fallen kann. Wenn sich in dem Laufrad Sprossen befinden, dürfen diese maximal zwei Millimeter hoch und pfotengroß sein. Der Abstand zwischen den Pfoten darf maximal drei Millimeter groß sein.

Im Handel gibt es verschiedene Arten von Laufrädern von Laufrädern zu kaufen. Empfehlenswert sind Holzlaufräder, Korklaufräder, Plastiklaufräder und Aluminiumlaufräder, sofern sie alle vorgeschriebenen Anforderungen an ein geeignet Rad erfüllen. Holzlaufräder bestehen aus Holz. Bei Holzlaufrädern ist bei dem Kauf auf eine gute Qualität zu achten: Manche Laufräder sind aus Sägespänen oder ähnlichem zusammengepresst und können dadurch splittern. Auch Laufräder aus Nadelholz können splittern oder Harz austreten lassen, sodass von ihrer Verwendung abgeraten wird. Experten empfehlen Laufräder aus Holz der Hersteller Rodipet und Getzoo. Ein Nachteil der Holzlaufräder ist, dass diese bei urinierenden Hamstern diese zu reinigen sind.

Korklaufräder sind natürlich und leichtgängig. Eine Reinigung des Korks kann durch ein feuchtes Tuch geschehen. Plastiklaufräder lassen sich einfach auseinander bauen und reinigen. Mit der Zeit können sich die Plastiklaufräder jedoch abnutzen und dadurch eine unangenehme Geräuschkulisse verursachen (Quietschen, Klappern). Wichtig: Bei dem Kauf eines Laufrades aus Plastik muss unbedingt darauf geachtet werden, dass dieses aus Hartplastik, splitterfesten und ungiftigem Plastik besteht. Laufräder aus weichem Plastik können splittern und werden von Hamster gerne angenagt.

Das Laufrad ist aus Plastik und kann als solches hierfür leicht gereinigt und auseinandergebaut werden. Ein Nachteil des Wodent Wheel/Wobust Wheel ist sein unruhiger Stand. Um diesen auszugleichen, eignet sich eine rutschfeste Matte unter dem Laufrad auf einer eigenen Ebene im Käfig. Auch dieses Laufrad ist leichtgängig und erfüllt alle Anforderungen. Befestigt wird das Rad auf Metallstandbeinen. Sie bestehen entweder komplett aus Aluminium oder aus einem Materialmix mit Holz und Aluminium. Mit ihrem Preis von ungefähr 100 Euro sind Aluminiumlaufräder teurer, als andere Arten. Metalllaufräder sind durch ihre Aufhängung, Konstruktion und Stufen gesundheitsschädlich und tierschutzwidrig. Hamster können sich bei der Benutzung von Metalllaufrädern schwer verletzen.

Auch bei dem Kauf von Lauftellern sind auf die Einhaltung der beschriebenen Anforderungen von Laufrädern zu achten: Als zusätzliche Anregung im Hamstergehege sollten sie aus Plastik oder Holz bestehen und einen Durchmesser von 30 Zentimetern haben. Der Belag des Lauftellers muss rutschfest sein. Manche Hamster übertreiben jedoch ihre Nutzung des Laufrades und werden regelrecht süchtig danach. Ursache hierfür ist jedoch nicht die Bereitstellung des Laufrades, sondern Haltungsfehler.

Aus diesem Grund sollte das Gehege groß genug sein und zahlreiche andere Beschäftigungsmöglichkeiten als das Laufrad bieten. Hamster, die das stereotypische Verhalten des „süchtigen Laufens“ zeigen, sollten zunächst langsam und schonend von dem Laufrad entwöhnt werden. Halter sollten diese Tiere zu anderen Beschäftigungen motivieren.

In wissenschaftlichen Untersuchungen zeigte sich jedoch, dass Verhaltensstörungen wie nagen am Käfiggitter und nagen an Trinkflaschen deutlich reduziert sind, wenn den Goldhamstern Laufräder zur Verfügung standen. Zudem zeigen die Hamster dann Komfortverhalten (wie sich putzen) über einen längeren Zeitraum. Die Nachzucht klappt bei Goldhamstern mit Laufrad zudem besser, sie haben größere Würfe und ziehen mehr Jungtiere auf, als Hamster ohne Laufrad. Hamster werden nicht süchtig nach dem Laufrad, wenn Hamstermütter Jungtiere aufziehen, so reduzieren sie ihre Laufradnutzung auf nahezu null um sich den Babys zu widmen. Ein süchtiger Hamster würde das nicht machen. Wenn man doch das Gefühl hat, dass der eigene Hamster süchtig nach dem Laufrad sein soll, so ist es möglich ihm das Laufrad nur zeitweise zur Verfügung zu stellen.

Am Anfang der Nacht (und somit der aktiven Zeit) nutzen Hamster das Laufrad am häufigsten. Man kann das Laufrad also seinem Hamster am Abend zur Verfügung stellen und kurz bevor man selbst zu Bett geht herausnehmen.

Verhalten, das Sie aufhorchen lassen sollte

Es kann Situationen geben, in denen es Ihrem Hamster nicht gut geht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn er krank ist oder wenn er sich langweilt. Achten Sie auf folgende Anzeichen:

  • Der Hamster nagt übermäßig oft am Gitter (er bekommt möglicherweise nicht genug Auslauf)
  • Der Hamster bewegt sich langsamer und wirkt unkoordiniert (er ist eventuell krank)
  • Der Hamster stolpert (er sieht eventuell nicht mehr genug)
  • Der Hamster läuft nicht mehr im Laufrad (er ist entweder sehr alt oder krank, sodass Sie ihn untersuchen lassen sollten)

Alte Hamster erkennen Sie an den folgendem Verhalten:

  • Weniger Auslauf und seltener im Laufrad
  • Der Hamster frisst weniger
  • Er bewegt sich langsamer und ist tollpatschig
  • Er kann sich nur schwer an Veränderungen gewöhnen
  • Der Hamster zieht sich immer öfter in sein Haus zurück
  • Er schläft deutlich länger

Auch Hamster, die in einem Käfig leben, der größer als ein Quadratmeter ist und viel Abwechslung bietet, sollten ein Laufrad haben. Die einzige Alternative ist regelmäßiger Auslauf im Zimmer. Wenig geeignet sind Laufräder mit einem Durchmesser von nur 13 Zentimetern oder weniger. Zu kleine Laufräder können zur Verkrümmung der Wirbelsäule führen. Lieber laufen die Hamster in Rädern, die mindestens einen Durchmesser von 17,5 Zentimetern aufweisen. Um Verletzungen zu vermeiden, muss die Einstiegsseite ganz offen, die andere Seite geschlossen sein. Auch für die Luftzufuhr ist dies von Vorteil: Durch das schnelle Laufen verbraucht das Tier viel Sauerstoff, so dass es in geschlossenen Systemen sehr stickig werden kann. Handelsübliche Laufräder aus Plastik sind oft viel zu klein und schaden dem Tier. Gefährlich sind Hamsterräder mit Streben, weil sich die Füßchen darin verfangen könnten. Oft bleiben sie mit ihren Gliedmaßen in den Trittleisten des Rades hängen. Die Folge: Brüche oder Verrenkungen. Besser sind eine geschlossene Lauffläche oder Lochbleche mit sehr kleinen Löchern. Räder, die aufgestellt werden, bergen Unfallrisiken, besser sind Räder, die an die Käfigseite gehängt werden.

Kein Käfig ist so groß, dass das Laufbedürfnis von Hamstern gestillt werden kann. Leider sind viele der im Zoohandel angebotenen Laufräder zu klein für Hamster. Bei einem zu geringen Durchmesser krümmt sich beim Rennen die Wirbelsäule völlig unnatürlich durch, was auf Dauer für den Hamster zu schmerzhaften Folgeerkrankungen führen kann. Hamster nutzen gerne Laufräder. Wichtig ist außerdem eine geschlossene Lauffläche, also kein Gitter auf dem der Hamster laufen soll. Es passiert leider zu schnell, dass er sich seine kleinen Füßchen darin einklemmt. Tut euch selbst einen Gefallen und kauft ein Laufrad mit Kugellager, die sind deutlich leiser. Warum Hamster und andere Nagetiere in Laufrädern laufen ist der Wissenschaft nicht ganz klar. Vermutlich geht es in erster Linie um die Befriedigung eines Bewegungsbedürfnisses. Das Rennen im Laufrad ist also weder eine Stereotypie noch ein Ersatzverhalten. Hamster laufen im Laufrad um zu laufen!

Dass der Bewegungsdrang in der Natur der Tiere liegt, kann man auch experimentell zeigen. Wenn man Hamstern eine Laufradattrappe zur Verfügung stellt - ein Rad, das sich gar nicht dreht - dann fangen sie irgendwann an, am Gitter des Laufstalls zu nagen oder versuchen gar, hochzuklettern. Die Vermutung, das Laufen könnte ein Suchtverhalten sein, ist inzwischen widerlegt. Wäre es ein Suchtverhalten, würden die Tiere zum Beispiel mehr laufen als ihnen guttut - das ist ein typisches Merkmal von Sucht. Nun könnte man sagen: Wenn sie aufhören, dann vielleicht nur deshalb, weil sie schlapp sind und einfach nicht mehr können. Stimmt aber auch nicht. Auch dazu gibt es Versuche.

Wenn man nämlich die Tiere stresst, indem man zum Beispiel ein Frettchen in ihrer Sichtweite positioniert - Frettchen sind natürliche Fressfeinde - dann laufen sie besonders viel, wie in der Natur auch. Das heißt aber im Umkehrschluss: Wenn sie mal aus dem Laufrad aussteigen, dann nicht, weil sie nicht mehr können, sondern weil ihr Bewegungsdrang gestillt ist. Wenn ein Tier in einem Hamsterrad bis zu 30.000 Umdrehungen in der Nacht zurücklegt und man das umrechnet, sind es 20 bis 30 Kilometer. Weibchen laufen während ihres Eisprungs mehr - auch das liegt in ihrer Natur, denn in der freien Wildbahn würden sie sich auf Männersuche begeben. Wenn sie aber Junge haben, interessiert sie das Laufrad gar nicht.

Indem sie erkunden und experimentieren merken sie, dass jenes funktioniert. Bewegungsdrang. Dadurch erkunden sie eben deren Umgebung und probieren auch so einiges aus. Merken dann das sie ein Laufrad haben wo man sich austoben kann und schon wird’s regelmäßig genutzt.

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