Ein Hamsterlaufrad ist mehr als nur ein Fitnessgerät für Nagetiere: Für uns Menschen ist es zum Symbol für den anstrengenden, immer wiederkehrenden Arbeitsalltag geworden.
Es gibt eine Vielzahl von Laufrädern und viele Argumente für und gegen Laufräder. Unsere eigenen Erfahrungen und neue Studien zeigen, dass Laufräder bei einer Käfiggrundfläche ab 1 m² zwar nicht mehr unbedingt notwendig sind, aber doch jeder Hamster gern einfach mal losrennt und im Rad Stress abbaut und genau diese Möglichkeit bietet ihm ein empfehlenswertes Laufrad.
Ohne ein Laufrad könnte ein Hamster im Käfig niemals seinen Bewegungsdrang ausreichend ausleben. Klar, es ist rund, dreht sich also nur im Kreis, und man bewegt sich eigentlich nicht vom Fleck. Dem Hamster ist das egal, denn er besitzt einen instinktiven Bewegungsdrang.
In der freien Natur müssen Hamster sehr viel laufen, um zu überleben: Ständig sind sie auf Nahrungssuche, der Flucht vor Feinden oder der Suche nach einem Partner.
Die Nagetiere besitzen dementsprechend einen angeborenen Bewegungsdrang. Dem Blog "1000 Antworten" des Südwestrundfunks (SWR) zufolge schaffen die Haustiere im Hamsterrad bis zu 30.000 Umdrehungen in einer Nacht - umgerechnet sind das etwa 20 bis 30 Kilometer.
Warum ein Laufrad wichtig ist
Hamster haben einen ausgeprägten Drang zur Bewegung. Dass der Goldhamster die Beschäftigung braucht, zeigt auch die Begeisterung, mit der er seine Runden im Rad dreht.
Hamster haben ein großes, instinktives Bedürfnis, zu laufen und sich zu bewegen. In freier Wildbahn legen sie Strecken von ungefähr 15 km zurück - in einer Nacht.
Achtung: Laufräder sind wichtig für den Hamster. Sie ersetzen jedoch kein artgerechtes Hamstergehege!
Hamsterräder können einem Hamster einen großen Abwechslungsreich eingerichteten Käfig nicht ersetzen.
Auswahl des richtigen Laufrads
Ob Sie ein Hamsterrad kaufen oder selber bauen, bleibt Ihnen überlassen. Wenn Sie es lieber im Zoohandel kaufen möchten, sollten Sie dem Züricher Tierschutz zufolge bei der Größe darauf achten, dass der Durchmesser nicht weniger als 25 Zentimeter beträgt.
Das Laufrad sollte mindestens einen Durchmesser von 30 Zentimetern haben. Zu kleine Laufräder können Bandscheibenvorfälle bei Hamstern verursachen, da die Tiere sich in kleinen Laufrädern in der Wirbelsäule verkrümmen, um laufen zu können.
Zwerghamster benötigen ein Rad mit einem Durchmesser von ca. 25 cm. Für einen Goldhamster oder eine andere große Hamsterart sollten Sie darauf achten, dass das Laufrad einen Durchmesser von ca. 30 cm hat.
Sicherheitsaspekte
Damit sich Ihr Hamster nicht verletzt, sollte das Rad nur auf einer Seite für den Einstieg komplett geöffnet sein. Auch die Lauffläche sollte geschlossen sein, da sich das Tier sonst in den Sprossen verfangen kann. Trotzdem muss die Lauffläche eine Struktur aufweisen, zum Beispiel durch eingeklebte Sprossen. Der Abstand zwischen den Sprossen sollte nicht mehr als drei Zentimeter betragen.
Besonders gefährlich ist ein Hamsterrad mit freien Einstiegsseiten, bei denen der Goldhamster zwischen den Speichen eingeklemmt werden kann. Zudem können die Verstrebungen die Gliedmaßen wie eine Schere verletzen!
Metallaufräder mit offenen Sprossen sind von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft. können sie sich zwischen den Haltestreben einquetschen (Schereneffekt) wie auf dem Bild Rechts zu sehen ist. Hamster eingeklemmt.
Auf gar keinen Fall darf ein Laufrad mit Gitterstäben als Lauffläche gekauft werden. Die Lauffläche muss eine natürliche Struktur zum Laufen haben.
Viele Laufräder für Hamster, die im Handel verfügbar sind, haben auf der Lauffläche aufgeklebte Sprossen. Diese sind nicht zu empfehlen, da der Hamster durch die Sprossen und zu großen Abstände dieser stolpern oder fallen kann. Wenn sich in dem Laufrad Sprossen befinden, dürfen diese maximal zwei Millimeter hoch und pfotengroß sein. Der Abstand zwischen den Pfoten darf maximal drei Millimeter groß sein.
Materialien
Idealerweise besteht ein Hamsterrad aus Holz - Plastik und Metall sind weniger gut geeignet. Metallräder haben meistens gefährliche, offene Sprossen und Plastik enthält nicht selten Giftstoffe und splittert beim Annagen ab.
Das Material des Laufrades muss aus Holz, splitterfesten Plastik oder Aluminium bestehen.
Holz hat die Vorteile, dass es natürlich ist und dadurch gut in natürliche Gehege passt. Der Nachteil von Holzlaufrädern ist ihre mangelnde Hygiene: Manche Hamster urinieren in ihr Laufrad, was eine Reinigung von diesem erschwert.
Sobald das Laufrad beginnt, nach Urin zu riechen, muss es durch ein Neues ersetzt werden. Tipp: Um die Lauffläche zumindestens etwas vor dem Urin zu schützen, kann diese mit Bienenwachs lackiert werden.
Wenn das Laufrad aus Plastik besteht, muss dieses absolut splitterfest sein, um den Hamster vor Verletzungen zu schützen. Auch wenn der Nager an dem Laufrad nagt, darf dieses auf keinen Fall splittern. Weitere Vorteile eines Plastikrades sind eine leichte und hygienische Reinigung von diesem, gerade bei „Laufradpinklern“.
Laufräder aus Aluminium vereinbaren alle Vorteile von Rädern aus Plastik und Holz. Dadurch sind sie hygienisch, leicht zu reinigen, splitterfest, geräuschlos und leichtgängig.
Empfehlenswerte Laufräder
Das Wodent Wheel Laufrad erfüllt alle Vorgaben welche an ein gutes Hamsterlaufrad gestellt werden. Es ist in mehreren Größen erhältlich:
- Für Roborowski Zwerghamster als Robo Wheel in der Größe: Durchmesser 20 cm, Breite 6 cm.
- Für größere Zwerghamster (Chinesen, Dsungaren, Campbells) in der Größe: Durchmesser: 27 cm, Breite: 7 cm.
Es besteht aus ungiftigem Plastik, erzeugt keine scharfen Splitter und weist keinerlei Schereneffekte auf. Der Hamster hat die volle Kontrolle über das Rad, es ist leicht und stoppt dadurch nahezu synchron wenn der Hamster aufhört zu laufen. Eine Verletzung beim Aussteigen ist daher nicht möglich.
Das neue Silent Runner Laufrad erfüllt auch alle Vorgaben, die an ein gutes Hamsterrad gestellt werden. Es ist in verschiedenen Größen erhältlich, für kleine Zwerghamster mit einem Durchmesser von 22 cm und einer Breite von 6 cm, für große Zwerghamster mit einem einen Durchmesser von 29 cm in Regular mit einer Breite von 8 cm und in Wide mit einer Weite von 9,5 cm erhältlich.
Es verfügt, anders als das Wodent Wheel, über ein flüsterleistes und hochwertiges Kugellager. Es kann entweder mit dem robusten und schweren Standbein aus Metall im Gehege aufgestellt, als auch mit der (extra im Shop angebotenen) Wandbefestigung direkt an der Käfigwand befestigt werden.Es weißt keinen Schereneffekt auf. Das Material ist ungiftig und es kommt beim Annagen nicht zur Splitterbildung. Die Reinigung des Rades ist extrem einfach zu bewerkstelligen, es kann leicht auseinander gebaut werden. Die Lauffläche verfügt über feine Rillen, welche ein gleichmäßiges und sicheres Laufen ermöglichen.
Laufteller
Die "Laufteller" oder auch "Flying Saucers" wurden ursprünglich in den USA für Chinchillas entwickelt. Es handelt sich dabei um einen Laufteller aus Metall, Holz oder Kunststoff, welcher in der Mitte mit einem Kugellager versehen ist. Der Laufteller wird am Gehegerand befestigt oder im Gehege aufgestellt.
Wir sind vom Laufteller keinesfalls überzeugt und empfehlen ihn nicht. Auch bei deinem großem Durchmesser biegen sich die Tiere beim Laufen nach innen durch, wenn sie auf dem Laufteller laufen. Das führt zu einer dauerhaft einseitigen Belastung der Wirbelsäule. Ungeschickte Tiere können bei einem abruptem Halt durch die entstehenden Fliehkräfte regelrecht durch die Gegend geschleudert werden. Sie landen dann sehr unsanft an den Käfigwänden.
Auch bei recht großen Lauftellern kann man beim Hamster eine Biegung nach innen erkennen. Daher sollten Laufteller nur als Ergänzung (beispielsweise im Freilauf) und nicht als Ersatz für ein Laufrad angesehen werden.
Als zusätzliche Anregung im Hamstergehege sollten sie aus Plastik oder Holz bestehen und einen Durchmesser von 30 Zentimetern haben. Der Belag des Lauftellers muss rutschfest sein.
Hamsterball
Verzichten Sie auf Laufkugeln aus Plastik, die sogenannten Joggingbälle und andere Spielzeuge wie z. B. Autos mit Kugeln, in welche die Tiere eingesperrt werden um damit durch die Wohnung zu rollen. Diese sind nicht umsonst von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwiedrig und gesundheitsschädlich eingestuft.
Bei einem Hamsterball handelt es sich um eine Kunststoffkugel, in die das Tier eingesperrt wird. Dieses Spielzeug wird häufig von Kindern und Haltern benutzt, die ihren Goldhamster in der Wohnung herumlaufen lassen möchten. Er kann sich somit nicht unter dem Sofa oder hinter Schränken verkriechen.
Diese Kugeln sind für das Tier sehr gefährlich, denn Hamster (und auch andere Tiere) können sich in solchen Geräten sehr schwer verletzen. Beim Rollen in der Hamsterkugel können die Tiere nicht manövrieren, sie können also keine Vollbremsung hinlegen, wenn die Zimmerwand oder ein Tischbein näher kommt. Die Kugel rollt ungebremmst auf das Hindernis zu und schlägt dagegen. Selbst wenn die Hamster die Gefahr rechtzeitig wittern, können sie nicht rechtzeitig anhalten. Dass die Tiere dabei schwere Trauma, Verstauchungen und weitere Verletzungen erleiden können, muss wohl kaum erwähnt werden.
Weitere Probleme der Hamsterkugel sind allein schon durch die Beschaffenheit der Kugel vorprogrammiert. Gerade bei der körperlichen Anstrengung in der Kugel atmet ein Hamster schneller, aber er bekommt kaum Frischluft, denn die Belüftung in diesen Kugeln reicht nicht aus, die Lüftungsschlitze sind zu klein.
Ein weiterer Nachteil der Kugel ist der, dass die meisten Hamsterkugeln nicht groß genug sind. Der Durchmesser dieser Kugeln reicht gerade mal von 12 - 18 cm. Damit ein größerer Zwerghamster mit geradem Rücken laufen kann, muss ein Laufrad - und ergo auch eine Laufkugel - einen Durchmesser von 20 cm haben.
Ein Auslauf in der Laufkugel ist für Hamster auch kein "echter Auslauf". Die Wände hindern den Hamster daran, etwas von seiner Umgebung wahrzunehmen. Hamster sind kurzsichtig, durch die Wände wird ihr Sehvermögen weiter eingeschränkt, sie können also nicht sehen wohin sie laufen. Der Sinn auf den sich ein Hamster am meisten verlässt ist sein Geruchssinn, aber in einer Plastikkugel eingesperrt kann kann ein Hamster seine Umgebung nicht erschnuppern. Auf sein feines Gehör verlässt sich der Hamster ebenfalls beim Laufen, aber in dieser Kugel dringen Geräusche nur eingeschränkt und Verändert zum Hamster durch. Er ist also nicht in der Lage, sich in einer Hamsterkugel zu orientieren. Dass allein sorgt beim Hamster für ausgesprochen großen Stress.
Stereotypes Verhalten
Sollte er sich allerdings zu häufig im Hamsterrad aufhalten und ein stereotypes Verhalten zeigen, sind meist Umstände, wie ein zu kleines Gehege, schuld.
Haben Tiere in zu kleinen Gehegen keine Laufräder, entwickeln sie andere Stereotypen. Das stundenlange Laufen im meist viel zu kleinen Laufrad bleibt nicht ohne gesundheitliche und psychische Folgen. Tiere, die solche Verhaltensmuster zeigen tun kaum noch etwas Anderes mehr (wie z.B. bewegen sich kaum noch oder sie nagen stundenlang am Käfiggitter und scharren unablässig in einer Käfigecke.
In so einem Fall sollte erst einmal ein großer, tiergerecht eingerichteter Hamsterkäfig her und der Hamster sollte langsam vom Rad entwöhnt und zu anderen Beschäftigungen angeregt werden. Erst wenn der Hamster gelernt hat, auch andere Beschäftigungen anzunehmen, ist es ratsam, ihm ein gutes Laufrad anzubieten.
Tipps und Tricks
- Ein Tipp: Bei Hamsterrädern lohnt es sich, auf Qualität zu achten und lieber etwas mehr Geld auszugeben. Damit tun Sie nicht nur Ihrem Hamster einen Gefallen, der sich weniger leicht verletzt. Ein robusteres Modell besitzt in der Regel auf ein hochwertigeres Kugellager, quietscht also weniger, und bringt Sie daher nicht um den Schlaf.
- Um eine laute Geräuschkulisse für Mensch und Tier zu vermeiden, ist bei dem Kauf des Laufrades auf ein gutes Kugellager zu achten.
- Ein Laufteller hat den Vorteil, dass er sehr rückenschonend ist, da sich der Goldhamster in gerader Haltung auf ihm bewegen kann.
- Als Abhilfe könnt ihr versuchen eurem Hamster eine feste Toilettenecke anzugewöhnen. Hierfür ist es wichtig, dass urinbelastete Einstreu täglich ausmistet. In einer Ecke legt ihr immer etwas urinbelastete Einstreu ab. Sollte dies nicht funktionieren, so empfehle ich euch die Verwendungen eines Kunststofflaufrades, welches ihr gut reinigen könnt.
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