Inzwischen sind sich die meisten Experten einig: Ein Laufrad gehört in jeden Hamsterkäfig. Auch ein abwechslungsreich eingerichteter, großer Hamsterkäfig mit Freilauf kann ein Laufrad nicht ersetzen.
Warum ein Laufrad so wichtig ist
Hamster haben ein großes, instinktives Bedürfnis, zu laufen und sich zu bewegen. In freier Wildbahn legen sie Strecken von ungefähr 15 km zurück - in einer Nacht. Kein Käfig ist so groß, dass das Laufbedürfnis von Hamstern gestillt werden kann. Achtung: Laufräder sind wichtig für den Hamster. Sie ersetzen jedoch kein artgerechtes Hamstergehege!
Wussten Sie, dass Hamster nachts Strecken von bis zu zehn Kilometern zurücklegen? Der Bewegungsdrang der kleinen Nager ist riesig! Hamster legen in der Natur nachts bis zu zehn Kilometer zurück, um Nahrung zu finden und Vorräte anzulegen. Dieser Bewegungsdrang ist instinktiv und auch bei unseren Haustieren stark ausgeprägt.
Das richtige Laufrad finden
Im Handel finden sich viele verschiedene Laufräder für Hamster. Bei der Auswahl ist neben dem richtigen Material vor allem die Größe entscheidend. Leider sind viele der im Zoohandel angebotenen Laufräder zu klein für Hamster. Bei einem zu geringen Durchmesser krümmt sich beim Rennen die Wirbelsäule völlig unnatürlich durch, was auf Dauer für den Hamster zu schmerzhaften Folgeerkrankungen führen kann.
Eigenschaften eines geeigneten Hamster-Laufrads:
- Durchmesser: Für Gold- und Teddyhamster mind. 27 cm und für Zwerghamster mind. 25 cm. Der Ideale Durchmesser für ein Goldhamsterlaufrad liegt bei etwa 30 cm. Es darf auch ruhig etwas größer sein.
- Hinterseite: Sollte aus einer geschlossenen Fläche bestehen.
- Vorderseite: Sollte vollständig offen sein und keine Streben haben. Die Einstiegsseite sollte ganz offen sein.
- Lauffläche: Muss völlig geschlossen sein. Es dürfen keine offenen Sprossen vorhanden sein, in denen sich die Hamster verfangen können.
Die Lauffläche muss eine natürliche Struktur zum Laufen haben. Viele Laufräder für Hamster, die im Handel verfügbar sind, haben auf der Lauffläche aufgeklebte Sprossen. Diese sind nicht zu empfehlen, da der Hamster durch die Sprossen und zu großen Abstände dieser stolpern oder fallen kann. Wenn sich in dem Laufrad Sprossen befinden, dürfen diese maximal zwei Millimeter hoch und pfotengroß sein. Der Abstand zwischen den Pfoten darf maximal drei Millimeter groß sein.
Die Lauffläche muss über eine Struktur verfügen, (Rillen oder eine Naturstruktur, z. B. durch Korkbelag) die es dem Hamster erlaubt, darauf ruhig und gleichmäßig zu laufen. Sind Sprossen aufgegeklebt, müssen diese leicht rund gefeilt, nicht höher als 2 mm und fußgroß sein, sie dürfen nur geringe Abstände von nicht mehr als 3 cm aufweisen, damit der Hamster dort gut Halt findet.
Um den Schereneffekt zu vermeiden (das bedeutet, dass der Hamster zwischen der Aufhängung und den Streben eingequetscht wird), darf das Rad immer an nur einer, nämlich der geschlossenen Seite, befestigt werden. Noch besser sind Laufräder mit Standbeinen. Hier ist beim Kauf zu achten, dass das Laufrad auf den Standbeinen sicher steht, ohne zu wackeln oder gar umgekippt werden zu können.
Materialien für Hamster-Laufräder
Das Material des Laufrades muss aus Holz, splitterfesten Plastik oder Aluminium bestehen. Achtung: Es dürfen auf keinen Fall Laufräder aus Metall (mit Streben, Löchern) verwendet werden, da diese keine geschlossene Lauffläche haben.
- Holz: Holz hat die Vorteile, dass es natürlich ist und dadurch gut in natürliche Gehege passt. Der Nachteil von Holzlaufrädern ist ihre mangelnde Hygiene: Manche Hamster urinieren in ihr Laufrad, was eine Reinigung von diesem erschwert. Sobald das Laufrad beginnt, nach Urin zu riechen, muss es durch ein Neues ersetzt werden. Tipp: Um die Lauffläche zumindestens etwas vor dem Urin zu schützen, kann diese mit Bienenwachs lackiert werden.
- Plastik: Wenn das Laufrad aus Plastik besteht, muss dieses absolut splitterfest sein, um den Hamster vor Verletzungen zu schützen. Auch wenn der Nager an dem Laufrad nagt, darf dieses auf keinen Fall splittern. Weitere Vorteile eines Plastikrades sind eine leichte und hygienische Reinigung von diesem, gerade bei „Laufradpinklern“.
- Aluminium: Laufräder aus Aluminium vereinbaren alle Vorteile von Rädern aus Plastik und Holz. Dadurch sind sie hygienisch, leicht zu reinigen, splitterfest, geräuschlos und leichtgängig.
Im Handel gibt es verschiedene Arten von Laufrädern von Laufrädern zu kaufen. Empfehlenswert sind Holzlaufräder, Korklaufräder, Plastiklaufräder und Aluminiumlaufräder, sofern sie alle vorgeschriebenen Anforderungen an ein geeignet Rad erfüllen.
Bei Holzlaufrädern ist bei dem Kauf auf eine gute Qualität zu achten: Manche Laufräder sind aus Sägespänen oder ähnlichem zusammengepresst und können dadurch splittern. Auch Laufräder aus Nadelholz können splittern oder Harz austreten lassen, sodass von ihrer Verwendung abgeraten wird. Experten empfehlen Laufräder aus Holz der Hersteller Rodipet und Getzoo. Ein Nachteil der Holzlaufräder ist, dass diese bei urinierenden Hamstern diese zu reinigen sind.
Korklaufräder sind natürlich und leichtgängig. Eine Reinigung des Korks kann durch ein feuchtes Tuch geschehen. Plastiklaufräder lassen sich einfach auseinander bauen und reinigen. Mit der Zeit können sich die Plastiklaufräder jedoch abnutzen und dadurch eine unangenehme Geräuschkulisse verursachen (Quietschen, Klappern). Wichtig: Bei dem Kauf eines Laufrades aus Plastik muss unbedingt darauf geachtet werden, dass dieses aus Hartplastik, splitterfesten und ungiftigem Plastik besteht. Laufräder aus weichem Plastik können splittern und werden von Hamster gerne angenagt.
Sie bestehen entweder komplett aus Aluminium oder aus einem Materialmix mit Holz und Aluminium. Mit ihrem Preis von ungefähr 100 Euro sind Aluminiumlaufräder teurer, als andere Arten.
Um eine laute Geräuschkulisse für Mensch und Tier zu vermeiden, ist bei dem Kauf des Laufrades auf ein gutes Kugellager zu achten. Auch ältere Räder wurden an kleinen Rädchen an der Käfigdecke befestigt, allerdings sind diese Räder häufig sehr laut und es wackelt.
Das Rad muss leicht und rund laufen ohne zu eiern. Ein hochwertiges Kugellager ist also wichtig. Das Rad muss über einen sehr festen Stand verfügen. Wenn es angeschubst wird, darf es nicht gleich umkippen. Das Rad muss aus ungiftigen Materialien bestehen.
Verhaltensauffälligkeiten und Laufradnutzung
Manche Hamster übertreiben jedoch ihre Nutzung des Laufrades und werden regelrecht süchtig danach. Ursache hierfür ist jedoch nicht die Bereitstellung des Laufrades, sondern Haltungsfehler. Aus diesem Grund sollte das Gehege groß genug sein und zahlreiche andere Beschäftigungsmöglichkeiten als das Laufrad bieten. Hamster, die das stereotypische Verhalten des „süchtigen Laufens“ zeigen, sollten zunächst langsam und schonend von dem Laufrad entwöhnt werden. Halter sollten diese Tiere zu anderen Beschäftigungen motivieren.
Hamster, die solche Verhaltensmuster zeigen tun kaum noch etwas Anderes mehr (wie z.B. bewegen sich kaum noch oder nagen stundenlang am Gitter oder scharren in den Ecken des Käfigs. In so einem Fall sollte erst mal ein großer, tiergerecht eingerichteter Hamsterkäfig her und der Hamster sollte langsam vom Rad entwöhnt und zu anderen Beschäftigungen angeregt werden. Erst wenn der Hamster gelernt hat, auch andere Beschäftigungen anzunehmen, ist es ratsam, ihm ein gutes Laufrad anzubieten.
Ein Auslauf im Zimmer sei aus ihrer Sicht nur dann sinnvoll, wenn dieses gut abgesichert ist, keine Steckdosen und Kabel in Bodennähe und keine Schränke hat, unter denen er sich einquetschen könnte.
Alternativen zum Laufrad?
Eine Alternative zum Laufrad sollen Hamsterkugeln sein. Dabei handelt es sich um ganz oder teilweise transparente Plastikkugeln von verschiedenen Durchmessern. Sie sollen dafür sorgen, dass das Tier nicht in Spalten stecken bleibt oder auf Nimmerwiedersehen unter dem Sofa verschwindet. Doch Vorsicht! „Durch den Aufenthalt eines Hamsters in einer solchen Kugel können dem Tier erhebliche Schmerzen, Leiden und Schäden zugefügt werden“, warnt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT) in ihrem Merkblatt „Tierschutzwidriges Zubehör in der Heimtierhaltung“.
Verzichten Sie auf Laufkugeln aus Plastik, die sogenannten Joggingbälle und andere Spielzeuge wie z. B. Autos mit Kugeln, in welche die Tiere eingesperrt werden um damit durch die Wohnung zu rollen. Diese sind nicht umsonst von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwiedrig und gesundheitsschädlich eingestuft.
Empfehlungen
Hier sind einige empfohlene Laufräder, die im Handel erhältlich sind:
- Getzoo Korklaufrad Ø 30 cm: Geeignet für Teddyhamster, Goldhamster. Besonders standfest, höhenverstellbar, leichtgängig durch doppeltes Qualitätskugellager, leise, Lauffläche aus Kork.
- Wodent Wheel/Wobust Wheel: Erfüllt alle Vorgaben, welche an ein gutes Hamsterlaufrad gestellt werden. Es besteht aus ungiftigem Plastik, erzeugt keine scharfen Splitter und weist keinerlei Schereneffekte auf. Der Hamster hat die volle Kontrolle über das Rad, es ist leicht und stoppt dadurch nahezu synchron wenn der Hamster aufhört zu laufen.
- Silent Runner Laufrad: Hat einen Durchmesser von 29 cm und verfügt über ein flüsterleises und hochwertiges Kugellager. Es kann entweder mit dem robusten und schweren Standbein aus Metall im Gehege aufgestellt, als auch mit der (extra im Shop angebotenen) Wandbefestigung direkt an der Käfigwand befestigt werden.Es weißt keinen Schereneffekt auf.
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