Handschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden bei Motorradfahrern und können den Fahrspaß erheblich beeinträchtigen. Diese Schmerzen entstehen oft durch eine Kombination aus konstantem Vibrieren, schlechter Handposition und der Anstrengung, die beim Halten des Lenkers erforderlich ist. Wenn Du längere Zeit fährst, können sich durch die ständige Belastung Sehnenscheidenentzündungen oder andere Probleme entwickeln. Auch eine nicht optimale Griffposition kann Druck auf Nerven und Sehnen ausüben, was zu Schmerzen in den Händen führen kann.
In diesem Artikel erfährst Du, welche Faktoren zu Handschmerzen führen und wie Du diese durch einfache Anpassungen und Übungen gezielt verhindern oder lindern kannst. Neben Handschmerzen können beim Motorradfahren auch andere Beschwerden wie Nacken- oder Rückenschmerzen auftreten. Durch gezielte Anpassungen an Deiner Fahrtechnik und regelmäßige Pausen kannst Du Deine Hände schonen und wieder schmerzfrei unterwegs sein. Lies weiter, um zu erfahren, wie Du Deine Hände entlasten und Deine Fahrten ohne Beschwerden genießen kannst.
Ursachen für Handschmerzen beim Motorradfahren
Die Gründe für Handschmerzen beim Motorradfahren können vielfältig sein und reichen von ungünstigen Griffpositionen bis hin zu Vibrationen während der Fahrt. Hier sind einige häufige Ursachen:
- Griffpositionen: Eine falsche Griffposition kann zu übermäßigem Druck auf die Handflächen führen.
- Handkraft: Ein zu festes Greifen der Lenkergriffe kann die Handmuskeln überanstrengen und zu Schmerzen führen.
- Griffdauerbelastung: Das ständige Halten der Kupplung während des Fahrens überlastet die Handmuskeln.
- Fehlende Pausen: Das Fahren ohne ausreichende Pausen kann zu einer anhaltenden Belastung der Handmuskulatur führen.
- Dehydration: Zu wenig Flüssigkeit oder unzureichende Nährstoffe können zu Muskelkrämpfen und Schmerzen führen.
- Vorherige Verletzungen oder Erkrankungen: Diese können zu chronischen Handbeschwerden beim Fahren führen.
- Schlafmangel: Unzureichender Schlaf kann dazu führen, dass die Muskeln aufgrund von Ermüdung verkrampfen.
- Untrainierte Muskulatur: Nach längerer Fahrpause können die Handmuskeln untrainiert sein, was zu schnellerer Ermüdung und Schmerzen führt.
Faktoren am Motorrad und der Ausrüstung
- Handschuhgröße: Zu große oder zu kleine Motorradhandschuhe können zu Reibung und Druckstellen führen.
- Polsterung: Griffe/Handschuhe ohne ausreichende Polsterung können den Druck auf die Hände erhöhen.
- Vibrationen: Die Vibrationen des Motorrads können die Hände belasten und zu Taubheitsgefühlen führen.
- Lenkerhöhe: Ein nicht korrekt eingestellter Lenker kann zu einer ungünstigen Handpositionierung führen.
Karpaltunnelsyndrom als Ursache
Verursacht durch einen Engpass des Nervus medianus der am beugeseitigen Handgelenk durch einen Kanal verläuft. Die Nervenstörung führt zu nächtlichen Handschmerzen (Brachialgia nocturna) die bis zur Schulter ziehen können, Einschlafen der Finger 1-4 z.B. beim Fahrrad- oder Motorradfahren bis hin zu dauerhaft bestehenden Gefühlsstörungen der Finger was zum Verlust der Feinmotorik führt, so fallen z.B. Gegenstände einfach aus der Hand. Die Daumenballenmuskulatur kann dauerhaft verschmächtigt werden.
Symptome des Karpaltunnelsyndroms
Eine frühe, sehr häufige Beschwerde ist das nächtliche Einschlafen der Hände, während Betroffene schlafen. Aber auch tagsüber können sich Symptome wie Kribbeln, Taubheitsgefühle und Schmerzen in Fingern und Teilen der Hände (Empfindungsstörungen) bemerkbar machen. In etwa acht von zehn Fällen sind beide Hände betroffen. Meistens treten die Beschwerden vor allem im Bereich von Handballen, Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger auf. In schweren Fällen kann der Schmerz die ganze Hand und auch den Arm betreffen.
Die Ursache der Beschwerden liegt in einer Reizung des Mittelarmnervs, auch Nervus medianus genannt. Er führt am Unterarm entlang durch den Karpaltunnel in die Hand und verzweigt sich auf Höhe des Handballens in seine Endäste, die für das Gefühlsempfinden in Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger verantwortlich sind. Schwillt das Gewebe im Karpaltunnel an, verengt er sich, da das Karpalband den Durchgang begrenzt. Der erhöhte Druck kann den Mittelarmnerv reizen oder quetschen (Druckschädigung).
Mögliche Risikofaktoren für Karpaltunnelsyndrom
Die Risikofaktoren für ein Karpaltunnelsyndrom sind nicht eindeutig benennbar. Ärztinnen und Ärzte gehen aber davon aus, dass es Erkrankungen und Einflussfaktoren gibt, die die Schwellung von Körpergewebe und damit auch das Karpaltunnelsyndrom verursachen können:
- weibliches Geschlecht
- hormonelle Veränderungen, zum Beispiel durch Hormontherapien, die Wechseljahre oder eine Schwangerschaft
- längerfristige Kortisonbehandlungen
- Diabetes mellitus oder Schilddrüsenunterfunktion
- Übergewicht
Diagnose des Karpaltunnelsyndroms
Die Diagnose des Karpaltunnelsyndroms ist durch eine Kombination von Untersuchungen möglich: Ärztinnen und Ärzte befragen die Betroffenen zunächst zu ihrer medizinischen Vorgeschichte (Anamnese) und den Beschwerden. Dann folgt eine körperliche Untersuchung der Hand und des Handgelenks. Im Fokus stehen Funktionalität und Empfindsamkeit, Ärztinnen und Ärzte wollen so mögliche Einschränkungen, Missempfindungen oder einen Muskelschwund erkennen.
Der Karpaltunnelsyndrom-Test ist eine Untersuchung, bei der der Mittelnerv gezielt gereizt wird (Elektroneurografie). Der Nerv leitet den gegebenen elektrischen Impuls weiter. Diese Nervenleitgeschwindigkeit messen Ärztinnen und Ärzte, um eine zuverlässige Einschätzung über den Funktionszustand des Nervs zu erhalten. Liegt eine Quetschung vor, ist die Geschwindigkeit reduziert. In der Regel treten durch die Untersuchung keine Komplikationen auf. Manche Menschen empfinden die kurzen Stromimpulse aber als unangenehm.
Behandlung des Karpaltunnelsyndroms
Die Beschwerden des Karpaltunnelsyndroms können konservativ (ohne Operation) und operativ behandelt werden. Das Ziel der Behandlung ist die Entlastung des Mittelnervs, da sich die Ursache der Schwellung meistens nicht beheben lässt. Je früher dies geschieht, desto wahrscheinlicher trägt der Mittelnerv keine bleibenden Schäden davon.
Konservative Therapie
Die konservative Therapie kann besonders in einem frühen Stadium der Erkrankung sinnvoll sein. Sie zielt darauf ab, die Schwellung zu verringern und dann den Druck im Karpaltunnel so niedrig wie möglich zu halten, um vorliegende Schwellungen nicht zu verstärken. Das nächtliche Tragen einer Schiene kann helfen, ein starkes Abknicken des Handgelenks zu vermeiden. Außerdem empfehlen Ärztinnen und Ärzte, wenn möglich Tätigkeiten zu vermeiden, die die Handgelenke belasten oder von denen die Betroffenen wissen, dass sie ihre Beschwerden verstärken. Als weitere Therapie kommt das Tragen einer Dehnbandage in Frage. Die Bandage dehnt das Karpalband und führt zu einer Druckentlastung des Mediannervs. Im Gegensatz zur Schiene kann die Dehnbandage auch tagsüber für etwa eine Stunde getragen werden. Zudem schränkt sie die Beweglichkeit des Handgelenks nicht ein.
Operative Therapie
Bei der operativen Therapie (Dekompressions-Operation) durchtrennen Handchirurgen das Karpalband, das sich über den Karpaltunnel spannt. Dadurch erhalten Nerven und Sehnen mehr Platz im Karpaltunnel. Die Operation hilft, wenn die konservative Therapie die Beschwerden nicht mehr ausreichend lindert. Die Operation kann offen im konventionellen Operationsverfahren erfolgen, also per Hautschnitt. Alternativ können Chirurgen sie minimalinvasiv per Endoskopie durchführen. Dabei machen sie nur zwei sehr kleine punktförmige Einschnitte.
In der operativen Behandlung des Carpaltunnelsyndroms hat sich in den letzten 12 Jahren am orthopädisch-chirurgischen Zentrum Cham die endoskopische KTS-Operation als Standardverfahren bewährt. Hierbei wird über einen Minischnitt am beugeseitigen Handgelenk eine bleistiftminengroße Spezialoptik in einer Schiene vorsichtig unter Bildschirmkontrolle in den Handgelenkskanal eingeführt. Das Handgelenks-Querband wird eindeutig identifiziert und mit dem Minimesser unter Sichtkontrolle durchtrennt. Dadurch wird der Druck vom Nerv genommen. Nur in seltenen Fällen (z.B. bei Vernarbungen bei Voroperationen) ist ein offenes OP-Verfahren zu bevorzugen.
Plexus brachialis Läsionen
Der Plexus brachialis ist ein Nervengeflecht. Er versorgt den Arm und die Hand sowie Teile der Schulter und des Halses. Die Verletzung führt zu Schmerzen in der Hals-Schulter-Region. Die Schmerzen strahlen in den Arm aus. Zusätzlich sind Störungen der Sensibilität möglich (sensible Defizite), ebenso wie Störungen der Motorik (motorische Defizite). Die motorischen Defizite können sich auf Koordinationsstörungen beschränken, sie können aber auch bis zur Lähmung (Parese) der betroffenen Muskeln reichen. Je tiefer der verletzte Nervenstrang liegt, umso mehr verlagern sich die Symptome in Richtung der Hand.
Eine besonders häufige Ursache für Armplexusläsionen sind Motorradunfälle. Meistens handelt es sich um eine geschlossene Verletzung. Nur selten, z. B. bei Schnitt- oder Schussverletzungen, liegt eine offene Läsion vor. Zu den Risikofaktoren zählen neben dem Motorradfahren auch Kontaktsportarten und Extremsport. Alle diese Ursachen können Schmerzen durch eine Schädigung des Nervengewebes verursachen.
Diagnose und Behandlung von Plexus brachialis Läsionen
Sie werden nach Schmerzen, Missempfindungen und Taubheit gefragt. Auch motorische Defizite sollten identifiziert werden. Dazu zählen Koordinationsstörungen und eine Kraftminderung der Hand oder des Arms. Es erfolgt eine Kraftprüfung beider Arme und Hände. Bei der Untersuchung überprüft man u. a. Ihren Bewegungsumfang, Ihre Reflexe, Ihre Muskelkraft sowie Ihre Sensibilität.
Ziel der Behandlung ist es, Ihre Schmerzen zu lindern und sensible und motorische Defizite zu verringern. Sie können Schmerzmittel erhalten. Neuropathische Schmerzen können mit verschiedenen Medikamentengruppen behandelt werden. Eine Operation wird etwa dann empfohlen, wenn die Regeneration unter konservativer Behandlung nach ca. 3-6 Monaten nicht ausreicht. Auch wenn eine spontane Reinnervation unmöglich ist, sollten Sie operiert werden. Der Zeitpunkt der Operation hängt vom Ausmaß der Verletzung ab. Bei ausgerissenen Nervenwurzeln wird möglichst nach 6-8 Wochen operiert.
Handgelenksfrakturen
In den meisten Fällen werden Frakturen am Handgelenk durch einen unvorhergesehenen Sturz mit ausgestrecktem Arm verursacht, bei dem versucht wird, sich mit der Hand vor dem heftigen Aufprall auf den Boden zu schützen. Auf diese Weise wird das Handgelenk einer Kraft ausgesetzt, die die Grenzen des Widerstands des Knochengewebes übersteigt und so kommt es daher zum Bruch.
Viele Sportarten, die durch heftige Stürze oder Traumata durch Aufprall gekennzeichnet sind, können bei denjenigen, die sie ausüben, zu Frakturen am Handgelenk führen, beispielsweise Motorradfahren, Reiten, Skateboarden und Skifahren sowie Rugby oder Hockey. Bei älteren Menschen hingegen können bestimmte pathologische Veränderungen wie Osteoporose bereits nach einem minimalen Trauma zu Frakturen am Handgelenk führen.
Welche Knochen am Handgelenk brechen können?
Das Handgelenk ist die anatomische Region, die den Unterarm mit der Hand verbindet; in diesem Bereich finden wir:
- die Endstücke der Extremitäten von Speiche und Elle, also die langen Knochen des Unterarms
- die acht kleinen Handwurzelknochen, die in einer proximalen Reihe (näher am Unterarm) und einer distalen Reihe (angrenzend an die Mittelhandknochen, die ihrerseits mit den Gelenken der Fingerglieder der Hand verbunden sind) angeordnet sind.
Frakturen am Handgelenk betreffen hauptsächlich die distalen Enden von Speiche (Radius) und Elle (Ulna) sowie das Kahnbein (Scaphoid), den größten Knochen der proximalen Reihe der Handwurzelknochen, der sich an der Innenseite des Handgelenks befindet.
Frakturen der distalen Extremitäten des Unterarmes
Als Folge eines Sturzes auf die Hand mit ausgestrecktem Arm oder eines starken Aufpralls auf das Handgelenk kann es zu einem mehr oder weniger vollständigen Bruch des distalen Endes der Speiche kommen, oder möglicherweise auch eine Fraktur des distalen Endes der Elle damit einhergehen. Zwei Faktoren sind wichtig, um die Art der Fraktur und seine Stabilität zu bestimmen sowie daraus folgend die Art der Behandlung zu evaluieren:
- Der Position und Lokation der Knochenfragmente
- Die Beteiligung der oponierenden Gelenkflächen
Frakturen der distalen Enden von Speiche und Elle verursachen Schmerzen im Bereich des Handgelenks, verbunden mit einer mehr oder weniger ausgeprägten lokalen Schwellung und Einschränkung der Funktion. Bei einigen Frakturen ist eine Deformierung des Arms erkennbar, die von der Dislokation des gebrochenen Radiusfragments abhängt.
Behandlung von Handgelenksfrakturen
Was die Behandlung betrifft, so können Schrägfrakturen, extra-artikuläre und stabile Frakturen im Allgemeinen konservativ behandelt werden, mit Gipsverbänden oder mit einer immobilisierenden Orthese für das Handgelenk, bis zur Heilung der Fraktur. Bei dislozierten Schräg- oder Querfrakturen müssen die Fragmente durch eine unblutige Reposition neu ausgerichtet werden. Dabei handelt es sich um ein Manöver, das von einem Spezialisten durchgeführt wird, der die korrekte anatomische Position wiederherstellt und das Handgelenk anschließend mit einem Gipsverband ruhigstellt.
Ein chirurgischer Eingriff ist in der Regel bei stark dislozierten, instabilen Brüchen oder bei Versagen der konservativen Behandlung angezeigt und erfordert den Einsatz interner Fixateure (Platten, Schrauben oder Drähte) oder die Unterstützung durch externe Fixateure. Im postoperativen Verlauf wird das Ruhigstellen mit einer geeigneten Orthese schrittweise von einem Rehabilitationsprogramm begleitet, das die vollständige Wiederherstellung der Gelenkfunktion ermöglicht.
Lösungsansätze für Handschmerzen beim Motorradfahren
Um die Handschmerzen beim Motorradfahren zu lindern und ihnen vorzubeugen, gibt es verschiedene Lösungsansätze, die Du in Betracht ziehen kannst:
- Warm-Up-Übungen: Führe vor der Fahrt Aufwärmübungen für Deine Hände durch, um Deine Muskeln auf die Belastung vorzubereiten.
- Entspannungstechniken: Führe während der Fahrt Entspannungstechniken wie das Lockern Deiner Hände.
- Pausen: Mach regelmäßige Pausen während langer Fahrten, um Deine Handmuskeln zu entspannen und die Durchblutung zu fördern.
- Hydration: Vermeide Muskelverspannungen und Schmerzen, indem Du ausreichend trinkst.
- Handübungen: Führe Zuhause regelmäßig Handübungen durch, um die Handmuskulatur zu stärken und die Flexibilität zu verbessern.
- Fahrtechnik: Optimiere Deine Fahrtechnik, um übermäßige Beanspruchung Deiner Hände zu vermeiden, z. B. durch sanfte Kupplungsbedienung.
- Ärztliche Beratung: Konsultiere bei anhaltenden Schmerzen einen Arzt, um eine individuelle Beratung und Behandlung zu bekommen.
Anpassungen am Motorrad und der Ausrüstung
- Handschuhe: Trage Motorradhandschuhe mit Polsterung, um den Druck auf Deine Hände zu verteilen und Stöße abzufedern.
- Tempomat/Cruise Control: Falls vorhanden, kann ein Tempomat die Schmerzen während langer Fahrten verringern.
- Ergonomie: Überprüfe die Ergonomie Deines Motorrads, um eine natürliche und entspannte Handposition zu ermöglichen.
- Vibrationen: Überprüfe regelmäßig den Zustand Deines Motorrads, insbesondere die Lenkung und die Federung, um Vibrationen zu minimieren.
- Motorwechsel in Betracht ziehen: Falls Du ein 2-Zylinder-Motor hast der stark vibriert, könnte ein Wechsel zu einem 4-Zylinder-Motorrad abhelfen.
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