Handyhalterung Motorrad Test: Ihr sicherer Begleiter für die Navigation

Die Zeiten, in denen Motorradfahrer ihre wasserdichten Karten mühsam im Tankrucksack verstauten oder sich handschriftliche Roadbooks erstellten, sind längst vorbei. Moderne Smartphones haben sich dank großer Displays, Robustheit und schnellem Internetzugang als Navigationsgeräte der Wahl etabliert. Da diese Geräte jedoch kostspielig sind, ist eine zuverlässige und stabile Handyhalterung unerlässlich.

Anforderungen an eine Motorrad-Handyhalterung

Eine gute Handyhalterung für Motorräder sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Sichere und stabile Montage: Die Halterung muss fest am Lenker oder Spiegel befestigt sein und auch bei Vibrationen und schlechtem Untergrund einen sicheren Halt gewährleisten.
  • Variable Justierung: Der Betrachtungswinkel des Displays sollte flexibel anpassbar sein, um Blendungen durch Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
  • Einhandbedienung: Die Bedienung der Halterung, insbesondere das Einsetzen und Entnehmen des Handys, sollte idealerweise mit einer Hand möglich sein.
  • Kompatibilität: Die Halterung muss mit verschiedenen Smartphone-Größen und -Modellen kompatibel sein.
  • Ladefunktion: Auf längeren Touren ist eine integrierte Lademöglichkeit über USB oder induktives Laden von Vorteil, um den Akku des Smartphones zu schonen.

Montage der Handyhalterung

Der erste Schritt ist die sichere und korrekte Montage einer Handyhalterung: Komfortabel ist es schon, wenn sich eine Klemmschelle mit Rändelschraube nach kurzer Zeit stramm und sicher am Lenker des Motorrades befindet. Werkzeugfreie Montage ist praktisch und wohl nur unter dem Betrachtungspunkt der Diebstahlsicherheit nicht ideal. Manche Hersteller im Test setzen auf klassische Verschraubungen der Klemmschellen mit einer oder zwei Innensechskantschrauben. Das ist zwar für Langfinger weniger schnell demontiert, kann aber je nach Lenkerart und Konfiguration des Cockpits Probleme bereiten, wenn etwa die Schrauben in der optimalen Position der Klemme nur schlecht festzuziehen sind oder die Schrauben unten lang aus dem Gewinde hervorstehen und an einem Fahrzeugteil anstoßen. Zu bedenken ist auch der freie Lenkeinschlag nach rechts und links sowie in beide Ausrichtungen der Halterung horizontal und vertikal, sofern die Option gegeben ist. Ebenso sollte der vielleicht nur gelegentlich montiere Tankrucksack im Reiseformat einmal aufgesattelt werden. Hier zeigte sich im Test, dass die gut im Blickfeld befestigten Halterungen samt Handy beim Lenkereinschlag früh am Tankrucksack anlagen. Lenkerdurchmesser können je nach Modell und Typ des Motorrades sehr unterschiedlich ausfallen, bei konifizierten Griffstangen verjüngt sich der Durchmesser von der Klemmung nach außen hin sogar. Dafür müssen bei den Halterungs-Sets möglichst viele verschieden dicke Gummieinsätze für die Klemmschellen beigelegt sein.

Spiegelhalterungen sind ein eher seltenes Zubehörteil. Praktisch sind sie allerdings, wenn sich auf dem Lenker partout kein Platz für die manchmal recht große Halterung finden lässt. Auch lässt sich das Handydisplay so besser und direkter in das Blickfeld bringen, der Weg der Augen vom Verkehrsgeschehen hin zur Information wird kürzer. Über das Aussehen dieses Montageortes lässt sich trefflich streiten. Ein klares Manko hingegen ist es, wenn der Adapter für die Halterung zu dick bemessen ist. Das klingt einfach, jedoch muss auf ein kleines, aber essenzielles Detail geachtet werden: Bei dem Spiegel des verwendeten Testmotorrades zum Beispiel lugten nach dem Aufstecken des Halterungsadapters nur noch wenige Millimeter des Gewindebolzens hervor. Zu wenig für eine sichere Verschraubung des Spiegels. Als Faustregel sollte immer mindestens so viel Gewinde eingedreht werden können, wie es dem Gewindedurchmesser entspricht.

Stromversorgung unterwegs

Auf langen Touren kann der Akku mächtig gefordert werden, wenn die Displayhelligkeit auf max. steht und gleichzeitig GPS und mobile Daten für möglichst genaue Orientierung sorgen. Spielt dann noch die Lieblingsmusik via Bluetooth in das im Helm verbaute Headset, ist der Energiespeicher schnell auf null Prozent. Die externe Powerbank im Tankrucksack ist als Krücke okay, eleganter ist die Lademöglichkeit über einen USB-Anschluss in der Halterung oder sogar induktives Laden, wenn das Handy dafür geeignet ist.

Kompatibilität mit verschiedenen Smartphone-Modellen

Länge, Breite und Höhe aktueller Handys unterscheiden sich zum Teil extrem. Das muss bei den Innenabmessungen der Halterungen bedacht werden. Insbesondere bei der angegebenen maximalen Dicke (Höhe) sind die Werte oft knapp oder Angaben kaum nachvollziehbar. Wenn dann noch besonders robuste und dicke Outdoormodelle oder normale Handys in wasserdichten Hüllen (Cases) sicher eingeklemmt werden sollen, muss reichlich Platz vorhanden sein. Mindestens elf oder zwölf Millimeter hoch sollten die Schutzecken der Halteärmchen innen sein.

Ob das Smartphone in der Halterung festgeschraubt, per Federklemmung, Magnet (für die meisten Handys kein Problem, mit dem Hersteller klären!) oder Bajonettverschluss gehalten wird, ist letztlich Geschmackssache. Jede Methode kann bei ordentlich durchdachter Ausführung und Konstruktion das Handy sicher halten. Praktisch ist es auch, wenn sich der Betrachtungswinkel des Displays ohne Werkzeug ändern lässt. Auch die schnelle Formatänderung von hoch nach quer sollte im Idealfall ohne Werkzeug und Einhand während der Fahrt möglich sein.

Vibrationen und ihre Auswirkungen

In vielen Smartphone-Modellen sind sehr sensible Mechanikbauteile oder Sensoren etwa zur Bildstabilisierung integriert. Apple schreibt dazu beispielsweise recht allgemein: „Motorradmotoren mit hoher Leistung und großem Hubraum erzeugen intensive Vibrationen mit hoher Amplitude, die über das Fahrgestell und den Lenker übertragen werden. Es kann also zu Schäden kommen, muss aber nicht. Letztlich bleibt ein gewisses Risiko. Und die Entscheidung, ob das Smartphone am Lenker montiert wird oder nicht, muss jeder für sich treffen.

Testsieger und Empfehlungen

Einige der im Test besonders positiv hervorgehobenen Handyhalterungen sind:

  • Quad Lock Handlebar Mount Pro: Er überzeugt durch sehr stabile und sichere Montage an der Griffstange, festen Halt des Handys und Einhandbedienung.
  • SP Connect Moto Bundle AVM Universal Phone Clamp SPC+: trumpft mit Einhandbedienung und einwandfreier Verarbeitung auf. Das Gesamtsortiment von SP Connect ist riesig, da gibt es für jede Anforderung eine optimale Lösung.
  • Quad Lock Mirror Mount: Als gute und zugleich sehr kompakte Halterung für die Spiegelstange zeigt sich im Test die Quad Lock Mirror Mount. Einhandbedienung und fester Halt überzeugen.
  • Peak Design Motorcycle Bar Mount: Die gefräste Aluminiumhalterung mit Kugelgelenk lässt sich sehr variabel an den Blickwinkel anpassen und mit einer Hand bedienen.

Testergebnisse im Detail

Die AUTO ZEITUNG hat zwölf Handyhalterungen für Motorräder getestet und bewertet. Hier eine Zusammenfassung der Top 3:

Produkt Funktionalität (50) Qualität (20) Sicherheit (20) Nachhaltigkeit (10) Gesamtpunkte (100) Bewertung Prädikat
SP Connect Moto Bundle 33 19 20 10 82 Gut Testsieger
Moggam Motorrad-Handyhalter 33 15 20 10 78 Gut Preis-Leistungssieger
Quad Lock Handlebar Mount Pro 31 18 18 10 77 Gut Sehr empfehlenswert

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