Flow statt Frust - so sollte jeder Ride sein. Die perfekte Verschmelzung mit dem Untergrund, statt bei jeder Wurzel oder jedem Stein aus dem Konzept gebracht zu werden. Ein großer Teil liegt im Fahrwerk, denn es ist der Teil des Bikes, das den Trail für euch glättet, euch Kontrolle über das Bike gibt und euch dadurch Selbstvertrauen bringt.
Besonders die Federgabel spielt eine zentrale Rolle: Anders als beim Hinterbau, wo oft eine komplexe Kinematik die Dämpfer-Performance beeinflusst, muss die Federgabel am MTB alle Aufgaben alleine meistern. Damit ihr wisst, in welche Gabel ihr euer hart erspartes Geld investieren sollt, wurden acht MTB-Federgabeln für Enduro- und Trailbikes getestet, um herauszufinden, welche die beste Federgabel ist. Zudem hat sich der Federgabel-Markt in den letzten Jahren gewandelt und viele Hersteller schreiben ihren Chassis nun speziellen Einsatzgebieten zu und überlassen euch damit lediglich die Wahl des Innenlebens. Deshalb ist es umso wichtiger zu verstehen, wie eine Federgabel funktioniert und worin die Unterschiede liegen.
Die Bestandteile einer Federgabel
Um effektiv zu funktionieren, besteht jede Federgabel aus drei Elementen: Chassis, Feder und Dämpfung. Es bedarf eines feinen Zusammenspiels dieser drei Komponenten, um die beste Performance auf den Trail zu bringen.
Das Chassis
Das Chassis bildet das äußere Gerüst der Federgabel und besteht aus den Standrohren, Tauchrohren, der Gabelbrücke und dem Schaft. Die Tauchrohre werden auch oft Casting genannt und sind der untere Teil einer Federgabel, der in die Standrohre eintaucht. Die beiden Standrohre sind in die Gabelbrücke eingeschrumpft, in die auch der Gabelschaft gepresst ist. Der Schaft findet dann seinen Weg durch das Steuerrohr eures Rahmens und kann auf die passende Länge gekürzt werden - wie ein Lenker. Gängig ist, dass Gabelschäfte auf Grund der Steifigkeit oberhalb der Krone eine konische Form - auch „Tapered” genannt - haben.
Die meisten Rahmen-Hersteller verwenden ein 1 ⅛ Maß, doch es gibt auch Gabelschäfte mit 1,5” und 1,8”. Während Casting und Gabelbrücke in der Regel aus Magnesium gefertigt werden, sind Gabelschaft-Standrohre aus Aluminium. Beim Chassis ist vor allem die Steifigkeit entscheidend, die bestimmt, wie stark und in welche Richtung die Gabel unter Belastung flext.
Die Steifigkeit
Die Steifigkeit des Castings ist ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung und entscheidend ist, wie und wo sich die Gabel verwindet. Beeinflusst werden kann das über den Durchmesser der Standrohre - wie z. B. durch die Einführung von dickeren 38-mm-Rohren -, die Materialdicke und durch Verstrebungen im Casting und der Gabelbrücke.
Der Offset
Ein weiterer Faktor ist der Offset: Das ist der Abstand zwischen dem Mittelpunkt der Steckachse und der Lenkachse der Gabel, im rechten Winkel gemessen. Dieser Offset beeinflusst den sogenannten Trail (Nachlauf), der wiederum der horizontale Abstand zwischen dem Kontaktpunkt des Reifens und dem der verlängerten Lenkachse ist. Ein längerer Trail - also ein geringeres Offset oder ein flacherer Lenkwinkel - sorgt für eine stabilere Lenkung, verringert aber auch die Agilität.
Die Feder
Die Feder ist der zentrale Teil der Gabel und absorbiert die Stöße, die vom Trail an das Vorderrad gegeben werden. Zunächst absorbiert sie die Energie, damit diese nicht an den Rest des Bikes und den Fahrer weitergegeben wird. Beim Ausfedern der Gabel wird die gespeicherte Energie dann wieder freigegeben. Die Feder belegt eines der beiden Standrohre, während die Dämpfung das andere besetzt. Dabei solltet ihr wissen, dass es zwei gängige Arten von Federn gibt: Luftfedern und Stahlfedern.
Luftfedern
Erstere funktioniert durch Luftdruck in einer abgedichteten Kammer, der mit Hilfe einer Dämpferpumpe schnell verändert werden kann, um die Gabel an euer Gewicht anzupassen. Die Kammer ist bei allen modernen Federgabeln in Positiv- und Negativkammer aufgeteilt. Bei den meisten Gabeln sind die Positiv- und Negativkammern über eine kleine Kerbe verbunden, sodass sie sich entweder im ausgefederten Zustand oder im SAG ausgleichen. Wenn ihr die Gabel komprimiert, drückt das Casting der Federgabel einen internen Luftkolben nach oben. Dadurch reduziert der Luftkolben das Volumen der positiven Luftkammer und erhöht so den Druck, während der Druck gleichzeitig in der negativen Kammer reduziert wird.
Diese Bauweise ermöglicht es, den Widerstand der Gabel im ersten Drittel zu reduzieren, da der Druck in beiden Kammern zunächst gleich ist. Dieser Druckunterschied drückt den Kolben wieder in die Ausgangsposition zurück, genau wie die Spiralfeder. Ein großer Unterschied ist allerdings, dass Luftfedern progressiv sind. Je weiter man die Gabel einfedert und damit die Luftkammer verkleinert und den Druck erhöht, desto größer wird ihr Widerstand.
Stahlfedern
Stahlfedern hingegen bestehen aus gewundenem Metall und bieten eine gleichmäßige Federwirkung über den gesamten Federweg hinweg. Das bedeutet: Der Weg, um welchen die Feder bei einer bestimmten Belastung komprimiert wird, ist stets gleich - unabhängig davon, wo sich die Feder gerade in ihrem Federweg befindet.
Alle Gabeln im Test sind mit Luftfedern ausgestattet, da sie unter anderem leicht und einfach einzustellen sind, denn die Einstellmöglichkeiten sind entscheidend für das richtige Fahrgefühl. Der Luftdruck in der Gabel bestimmt sozusagen die Federrate: Mehr Druck bedeutet mehr Widerstand und wird nach dem Gewicht des Fahrers angepasst. Ein weiteres wichtiges Tuning-Element - was bei Stahlfedern nicht möglich ist - sind die Volumenspacer. Sie ändern die Größe der positiven Luftkammer. Je mehr Spacer desto kleiner die Kammer und desto progressiver wird das Fahrverhalten - ideal für mehr Endprogression, ohne die Gabel insgesamt straffer zu machen. Man kann zudem den Luftdruck reduzieren, ohne durch den Federweg zu rauschen.
Das Design der Luftfeder selbst, einschließlich der Größe der Luftkammer und des Verhältnisses zwischen Positiv- und Negativkammer, spielt eine große Rolle. Der Trend geht zu größeren Negativkammern, um ein noch feineres Ansprechverhalten zu bieten. Manche Hersteller, wie Öhlins oder EXT, bieten sogar eine dritte Luftkammer an, mit der sich die Endprogression beeinflussen lässt.
Die Dämpfung
Die Dämpfung ist das Herzstück jeder Gabel und kontrolliert die Geschwindigkeit, mit der die Federgabel komprimiert bzw. wieder ausgefedert wird. Das geschieht durch Ölfluss, der bei Bewegung der Gabel durch einstellbare Öffnungen gedrückt wird und dadurch die Schaftgeschwindigkeit beeinflusst. Die Dämpfungskartusche macht den größten Unterschied im Fahrgefühl, da über sie am stärksten reguliert wird, wie sich die Gabel letztendlich in den verschiedenen Bereichen des Federwegs verhält.
Die Energie, die von der Dämpfungskartusche absorbiert wird, wird in Wärme umgewandelt, die über das Öl an das Chassis abgegeben wird. Es gibt viele Feinheiten, die den Öldurchfluss beeinflussen, sei es bei langsamen oder schnellen Bewegungen des Gabelschafts. Auch das verwendete Öl spielt eine Rolle, vor allem die Viskosität - also Dickflüssigkeit - hat einen großen Einfluss.
High- und Low-Speed-Dämpfung
Die beiden Dämpfungsmechanismen werden bei vielen Gabel-Modellen (vor allem bei den hochwertigen Federgabeln) noch in High- und Low-Speed unterteilt. Aber Achtung! High- und Lowspeed beziehen sich dabei immer auf die Schaftgeschwindigkeit - also wie schnell sich die Gabel auf- und abbewegt, nicht auf die Fahrgeschwindigkeit. Und auch wenn sie in die beiden Einstellungen unterteilt sind, beeinflussen sie sich immer gegenseitig.
- Low-Speed-Compression: Wirkt grob gesagt bei allem, was der Fahrer mit dem Bike macht, also bei langsamen Einfederungen, wie beim Pumpen oder in sanften Kurven. Diese Dämpfung wirkt hauptsächlich im mittleren Federwegsbereich und beeinflusst, wie hoch die Gabel im Federweg steht und wie schnell sie bei langsamen Bewegungen eintaucht.
- High-Speed-Compression: Tritt einfach gesagt bei allem auf, was der Untergrund mit dem Fahrwerk macht, also bei schnellen Einfederungen, wie bei großen Schlägen oder beim Landen von Sprüngen und Drops.
Der Rebound
Der Rebound muss auf den Luftdruck in der Gabel, also somit auf das Gewicht des Fahrers eingestellt werden, da ein höherer Luftdruck mehr Rückstellkräfte erzeugt, die durch die Rebound-Dämpfung kontrolliert werden müssen. Wenn diese zu niedrig gestellt ist - sprich die Rückstellkräfte der Feder zu wenig abgebremst werden - federt das Fahrwerk zu schnell aus, was das Bike holprig und außer Kontrolle wirken lässt.
- Low-Speed-Rebound: Kontrolliert das Ausfedern bei langsamen Schaftbewegungen, weshalb die Dämpfung vor allem im ersten Teil des Federwegs wichtig ist. Hier sind die Federkräfte noch gering und der Low-Speed-Rebound regelt, wie schnell die Gabel bei kleineren Schlägen zurückkommt.
- High-Speed-Rebound: Greift bei schnellen Bewegungen, besonders im zweiten Teil des Federwegs, wo die Federkräfte höher sind. Es steuert, wie schnell die Gabel bei großen Schlägen oder bei starken Kompressionen zurückfedert.
Der Tune
Der Begriff „Tune” beschreibt die Feineinstellung von Fahrwerkskomponenten. Die Rebound-Einstellung ist stark vom Luftdruck in der Gabel und somit vom Fahrergewicht abhängig. Im Tune muss ein Druckbereich abgedeckt werden, in dem die Rebound-Dämpfung gut funktioniert. In den Grenzbereichen bleibt jedoch oft weniger Spielraum zur Anpassung. Ist der Fahrer zu leicht, arbeitet die Gabel möglicherweise zu langsam, selbst im schnellsten Rebound-Setting. Ist der Fahrer zu schwer, reagiert sie eventuell zu schnell. Die Hersteller versuchen, den Tune so zu setzen, dass er für möglichst viele Fahrer passt. Ähnlich verhält es sich bei der Compression-Dämpfung. Diese ist jedoch weniger stark vom Gewicht als vielmehr vom Fahrstil und den persönlichen Vorlieben abhängig.
Das Setup der Federgabel
Das Setup der Federgabel ist sehr individuell und hängt vor allem vom Fahrergewicht, Fahrstil, den Vorlieben und dem Einsatzgebiet ab. Als Ausgangspunkt dient oft die aufgeklebte Tabelle mit empfohlenen Einstellungen, von der aus ihr das Feintuning vornehmen könnt. Starten solltet ihr mit dem passenden Luftdruck für euer Gewicht, fahrfertig inkl. Ausrüstung versteht sich. Die Einstellung der Dämpfung sollte auf das Fahrergewicht und die persönlichen Vorlieben angepasst werden. Der Rebound (aka Zugstufe) ist dabei stark abhängig vom Druck in der Gabel, die Einstellung der Compression (Druckstufe) hängt stärker von euren Vorlieben und eurem Fahrstil ab. Es bleibt aber bei beiden Einstellungen Spielraum für individuelle Anpassungen, insbesondere wenn die Dämpfung noch in Low-Speed und High-Speed aufgeteilt ist.
Es lohnt sich definitiv, hier etwas Zeit zu investieren. Am besten geht das, wenn ihr auf einer euch bekannten Strecke Back-to-Back-Runs macht, also mehrere Durchläufe mit unterschiedlichen Einstellungen. Große Änderungen sind dabei klarer zu spüren und geben euch eine grobe Richtung vor. Achtet aber darauf, zuerst lediglich einen Parameter zu verstellen, um die Veränderungen nicht zu stark zu vermischen. Notizen zu machen hilft, die Übersicht zu behalten und den Fortschritt zu dokumentieren. Diese Test-Technik nennt sich übrigens „Bracketing”, bei der Stück für Stück die Einstellungen verändert werden.
Federgabeln im Test
Um alle relevanten Modelle abzudecken, wurde der Vergleichstest in zwei Kategorien aufgeteilt: Trail- und Enduro-Gabeln. So stellen wir sicher, dass alle aktuellen Modelle berücksichtigt werden können. Die Trail-Modelle wurden mit 160 mm Federweg getestet, hier liegt das Gewicht zwischen 1.973 g und 2.093 g, preislich bewegen sie sich zwischen 1.199 € und 1.450 €. Bei den Trail-Gabeln waren die beiden Klassiker RockShox Lyrik Ultimate und FOX 36 Factory GRIP X mit dabei. Dadurch, dass beide kürzlich neu aufgelegt wurden, war es spannend, wie sich die neuesten Generationen schlagen.
Die RockShox ZEB Ultimate und FOX 38 Factory GRIP X2 durften in der Enduro-Kategorie natürlich nicht fehlen, aber da auch diese mit neuen Dämpfungskartuschen ausgestattet wurden, ist es spannender denn je. Die DVO Onyx D1 38 SL wurde ebenfalls kürzlich überarbeitet und soll Feintuning-Möglichkeiten gegen bessere Trail-Performance eingetauscht haben. Die Öhlins RXF 38 m.2 ist schon länger als Geheimtipp bekannt und zuletzt geht die EXT ERA V2.1 mit verhältnismäßig dünnen 36-mm-Standrohren ins Rennen.
Nachdem vor einigen Jahren die 38-mm-Basis bei Federgabeln eingeführt wurde, hat sich einiges getan. Während die Überlappungen der Modelle - in ihrem Federweg und Einsatzgebiet - bei den meisten Herstellern in der Vergangenheit sehr groß war, sind Federgabeln heutzutage klar aufgeteilt und Standards kristallisieren sich heraus: 38-mm-Standrohre für Enduro-Einsätze und 35- bzw. Enduro-Gabeln sind von einem Federweg zwischen 160 und 180 mm erhältlich. Die Trail-Modelle sind bei den aktuellen Gabel-Modellen für den Trail-Bereich konzipiert und haben meist einen Federweg zwischen 140 und 160 mm.
Fox 36 Factory vs. RockShox Lyrik Ultimate
Die beiden Platzhirsche Rockshox Lyrik und Fox 36 lieferten sich schon immer ein packendes Rennen um den Titel der besten All-Mountain-Gabel. Die Druckstufe der Fox 36 unterscheidet zwischen High-und Lowspeed, während die Zugstufe nur über einen Drehknopf eingestellt werden kann. Das Ansprechverhalten beschreiben alle Tester als “erstklassig” - ebenso wie das der Lyrik.
Dennoch fällt der Vergleich zugunsten von Fox aus. Denn die 36 bietet zwar etwas weniger Komfort, steht aber in der Abfahrt stabiler im Federweg, ist dadurch berechenbarer und bei härteren Gangarten leichter zu kontrollieren.
Rockshox Lyrik Ultimate
Die 2025er-Lyrik bügelt extrem geschmeidig über Wurzelteppiche und Steinfelder. Die Gabel filtert selbst feinste Unebenheiten und generiert top Traktion. Von interner Reibung fehlt im neuen Modelljahr jede Spur. Im Vergleich zur sportlicheren Fox 36 bietet die Lyrik den besseren Komfort. Das macht sich vor allem auf langen Abfahrten bemerkbar. Denn hier ermüden die Hände spürbar später.
Sportliche Fahrer vermissen allerdings etwas Gegendruck und Kontrolle im mittleren Federweg. Denn trotz nahezu geschlossener Druckstufe gibt die Rockshox für unseren Geschmack zu schnell den gesamten Federweg frei.
DVO Onyx D1 38 SL vs. Fox 38 Factory X2 vs. Rockshox ZEB Ultimate
Ein Shootout der 2025er-Modelle soll klären, ob die Branchenriesen Fox und Rockshox das Enduro-Segment immer noch regieren.
DVO Onyx D1 38 SL
Im Vergleich zu Fox wirkt die DVO fast schon wie ein Schnäppchen. Trotzdem hängt die Onyx ihren Mitstreitern im Nacken. Im Hinblick auf die Bedienelemente gelingt das Setup ebenso unkompliziert wie bei der ZEB. Eine aufgedruckte Luftdruckempfehlung sucht man auf dem Chassis jedoch vergebens.
In der Praxis vereint die DVO in gewisser Weise die Stärken ihrer beiden Konkurrenten, treibt die Eigenschaften aber nicht zur Perfektion. So liefert die Onyx beim Ansprechverhalten ab und schafft gleichzeitig einen guten Mix aus Komfort und Gegenhalt. Um die Marktführer vom Thron zu stoßen, bleibt aber noch etwas Luft nach oben. Zudem könnte die Gabel leichter sein.
Fox 38 Factory X2
Auch im Modelljahr 2025 erfüllt die 38 hohe Erwartungen und liefert sich ein packendes Duell mit der ZEB. Im direkten Vergleich kann die 38 zwar nicht den Komfort der ZEB überbieten, dafür punktet sie über den gesamten Federweg mit mehr und vor allem gleichmäßigem Gegendruck.
So agiert die Gabel in jeder Lebenslage sehr berechenbar und ebnet grobe Passagen am souveränsten ein. Auch das Ansprechverhalten überzeugt auf ganzer Linie, kann aber nicht ganz mit der ZEB gleichziehen. Einen Mehrwert gegenüber der Konkurrenz bringt die Entlüftung des Castings per Knopfdruck. Kritik gibt’s für die Handhabung. Die undefinierten Klicks der Druckstufen erschweren das Setup.
Rockshox ZEB Ultimate
Die Rockshox ZEB schnappt sich mit knappem Vorsprung den Testsieg. Die größten Stärken: einfaches und intuitives Setup, bestes Gewicht und das hervorragende Ansprechverhalten. Auch wenn die Rockshox nicht ganz so stabil im Federweg steht wie die Fox, reicht es für den Punktesieg. Da die Gabel insgesamt komfortorientiert arbeitet, wird zu etwas mehr Druckstufe als gewohnt geraten. Dann pariert auch die ZEB harte Schlagabfolgen gekonnt. Komfortbewussten Enduristen, die sich maximale Traktion wünschen, wird der Testsieger ans Herz gelegt.
Die Fox Dämpfungskartuschen: FIT4 vs. GRIP
Ob FIT4, GRIP2 oder GRIP - alle Fox-Kartuschen funktionieren. Doch wie entscheidend sind die Unterschiede zwischen der preiswerten GRIP-Kartusche und dem Allround-Klassiker FIT4 ? Lohnt sich das Upgrade? Und welcher ist der richtige Einsatzbereich für die FIT4?
Die FIT4 erlaubt es dem Fahrer zwischen drei Modi zu switchen: Open, Medium und Firm. Im Open-Mode bietet die Kartusche dennoch eine Fein-Einstellung über 22 Klicks der Lowspeed-Druckstufe. Hierbei zirkuliert das Öl sowohl in der Lowspeed-Druckstufe, als auch in dem Highspeed-Shimstack. Dadurch wird die volle Dämpfung der Gabel genutzt. Im Medium-Mode eingestellt, kann das Öl nur in den Highspeed-Compression Umlauf gelangen, sodass die Lowspeed-Druckstufe komplett blockiert ist und nicht arbeitet. Die Lowspeed-Zugstufe kann ebenfalls, über den bekannten roten Einsteller am unteren Ende der Tauchrohre, feinjustiert werden.
Beim Bergauffahren kann der Firm-Mode genutzt werden. Hier merkt man nahezu keine Arbeit der Gabel, nur ein minimales Ansprechen ist zu spüren, sodass man auch gerne mal ein paar Meter im Wiegetritt gefahren werden kann. Bei steileren, steinigeren und technischeren Trails wird meist der Medium-Mode genutzt. Dadurch kann man Traktion unter dem Vorderrad generieren, ohne dabei zu viel Kraft in die Gabel zu versenken. Die FIT4 macht einfach alles mit, und das auch noch richtig gut! Mit der FIT4 lässt es sich gut Anlieger fahren! Die Kombination aus Feedback und Dämpfung ist optimal für Trail- und Endurobiker.
Überblick über Fox Federgabeln
Die Produktbezeichnungen bei Fox lesen sich erstmal sehr undurchsichtig, wenn man sie jedoch einmal verstanden hat, gibt der Name alle Infos preis, um die Gabel einordnen zu können. Fox teilt seine Produktbezeichnungen in vier wesentliche Produkteigenschaften auf: Den Standrohrdurchmesser, die Produktserie, die Laufradgröße und den Federweg.
Der Standrohrdurchmesser
Der Standrohrdurchmessers gibt bei Fox den Einsatzzweck der Gabeln an. Je größer der Durchmesser des Standrohrs, desto robuster und widerstandsfähiger ist die Gabel.
- Fox 32: Für Cross Country Einsatz ausgelegt. Fokus liegt besonders auf niedrigem Gewicht.
- Fox 34: Für den Einsatz von Cross Country bis Trail.
- Fox 36: Für aggressive Trail Fahrer oder Enduro Fahrer, die noch ein bisschen Gewicht sparen möchten.
- Fox 38: Für die modernen Ansprüche von Enduro und Bikepark Piloten entwickelt.
- Fox 40: Die Ikone aus dem Downhill-Sport.
Die Produktserien
- Rhythm Serie: Die günstigste Serie. Anstelle der „Grip“ Dämpfungseinheit wird die Rhythm Einheit verbaut, die grundlegend ähnlich aufgebaut ist, jedoch keine Klicks aufweist, sondern stufenlos verstellbar ist.
- Performance Serie: Die Gabeln haben das gleiche Gehäuse wie die Gabeln der teureren Serien, sind jedoch mit dem einfachsten Aftermarket Dämpfer ausgestattet, der Grip Kartusche.
- Performance Elite Serie: Hochwertige Gehäusekonstruktion gepaart mit den Fit4 oder Fit RC2 Dämpfungseinheiten.
- Fox Factory Serie: Zusätzlich zu den hochwertigsten Kartuschen von Fox wird die berühmte goldene Kashima Beschichtung an den Standrohren verwendet.
Die Dämpfungseinheiten
Je hochwertiger die Dämpfungseinheit, desto mehr Einstellmöglichkeiten bietet sie.
- Rhythm Kartusche: Stufenlos verstellbar von komplett offen bis Lockout und mit einfacher Zugstufeneistellung.
- Grip Dämpfer: Bietet ähnliche Einstellmöglichkeiten wie der Rhythm Dämpfer, nur ist hier die Druckstufe mit Rasterungen versehen und ist so besser und definierter einstellbar.
- Fit4 Kartusche: Hier ist zusätzlich zur Auswahl der drei Modi Climp, Trail, Descent auch die Lowspeed- Druckstufe im Descent Mode feinjustierbar.
- RC2 Dämpfungseinheit: Bietet separate Einstellmöglichkeiten für Highspeed-Druckstufe, Lowspeed-Druckstufe und Zugstufe.
- Grip2 Kartusche: Getrennt einstellbare High- und Lowspeed Druckstufe so wie High- und Lowspeed-Zugstufe.
Neue Fox XC-Federgabel mit bis zu 130 mm Hub
Mit der neuen 34 SL geht Fox voll auf Angriff Richtung Rock Shox: Leichter, steifer und vor allem souveräner im Gelände will die 34 SL sein. Sie packt nun Reifen bis zu 2,5 Zoll Breite (vorher waren es 2,4), auch können Bremsroten bis zu 203 mm verbaut werden, der PM180 Standard erhält ebenfalls Einzug in die zweit leichteste Fox-Forke.
Zwei Versionen werden für Kunden ab Marktstart verfügbar sein: Die teure Factory-Version mit Kashima-Standrohren (erhältlich in schwarz und orange) für 1469 Euro und die Performance Elite in schwarz für 869 Euro. Neu ist auch der coole Lockout aus Aluminium: Er kann die Variosattelstütze ansteuern und Zwei sowie Dreistufen-Fahrwerke (an Hardtail und Fully) sperren.
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