Mountainbiking ist mehr als nur ein Sport, es ist eine Leidenschaft mit vielen Facetten. Eine grundlegende Entscheidung, vor der viele Mountainbiker stehen, ist die Wahl zwischen einem Fully- oder einem Hardtail-Mountainbike. Die optimale Wahl zu treffen, ist aufgrund der großen Auswahl und vielen verschiedenen Aspekte nicht ganz einfach. Im ersten Schritt sollten sich Mountainbiker die Frage nach dem geplanten Einsatzbereich stellen: Welcher (E-)Mountainbike-Typ bin ich und was will ich mit meinem (E-)MTB unternehmen?
Was ist der Unterschied zwischen einem Hardtail und einem Fully?
Der Hauptunterschied zwischen den beiden Mountainbike-Kategorien liegt im Bereich der Federung. Hardtails kombinieren einen ungefederten Rahmen mit einer Federgabel. Fullys - auch Full-Suspension-Bikes genannt - weisen ein vollgefedertes Rahmenset auf. Im Vergleich zum Hardtail besitzt das Fully daher - zusätzlich zu der Federgabel - auch einen beweglichen Hinterbau, der über einen Dämpfer kontrolliert wird.
Bis vor etwa zehn Jahren war die Reifengröße 26 Zoll bei allen Mountainbikes der Standard. Heutzutage stehen sowohl Hardtails als auch Fullys auf 27,5 Zoll beziehungsweise 29 Zoll-Rädern.
Das Hardtail im Detail
Ein Hardtail ist die ursprüngliche Form des Mountainbikes. Der Rahmen ist zwar ungefedert, dadurch aber besonders leicht und wartungsarm. Auch wenn Hardtails im Vergleich zu Fullys in der Regel günstiger sind, kommen bei der Konstruktion hochwertige Materialien und moderne Fertigungstechniken zum Einsatz. Die Rahmen bestehen heutzutage meist aus hydrogeformtem Aluminium oder Carbon, um das Gewicht weiter zu reduzieren.
Innerhalb der gleichen Preisklasse sind Fullys in der Regel schwerer als Hardtails. Auch bei der Kraftübertragung liegen die Hardtails in der Regel vorne, da die Energie nicht vom Fahrwerk verschluckt wird. Hardtails eignen sich somit besonders gut für diejenigen, die bergauf schnell unterwegs sein wollen.
Einige Mountainbike-Profis sind zudem der Ansicht, dass die bestmögliche Fahrtechnik zunächst auf einem Hardtail erlernt werden sollte, da mit einem Hardtail „bewusster“ gefahren werden muss und man so den Trail besser „lesen lernt“.
Fakt ist, dass Hardtails nicht per se „schlechter“ als Fullys sind. Die „Nachteile“ eines Hardtail-MTBs machen sich für Diejenigen bemerkbar, die ein besonders komfortables Mountainbike suchen oder auch mal Trails mit Sprüngen fahren wollen.
Einsatzgebiet des Hardtails
- Wiesen-, Feld-, Wald-, Schotter- und Wanderwege
- Für mäßiges Downhill- und Trail-Fahren
- Straßen bei gesperrter Dämpfung (sofern möglich)
- Für Tages-Touren
Vorteile des Hardtails
- Leichter
- Günstiger
- Wartungsärmer
Nachteile des Hardtails
- Weniger Komfort
- Weniger Haftung auf unebenem Gelände
- Weniger Kontrolle auf unebenem Gelände
- Langsamere Geschwindigkeit
Das Full-Suspension-Bike (Fully) im Detail
Ein Fully glänzt gerade dort, wo das Hardtail an seine Grenzen kommt. Durch die zusätzliche Federung bietet es eine größere Bodenhaftung und kann Schläge besser aufnehmen. So sorgt ein Fully besonders bei Abfahrten für eine bestmögliche Kontrolle und Sicherheit. Allerdings ist nicht jedes Fully auch für den Bikepark geeignet.
Ambitionierte Mountainbikerinnen und Mountainbiker, die anspruchsvollere Trails mit hohen Geschwindigkeiten fahren wollen, profitieren also von einem Fully. Die verbesserte Traktion eines Fully kann sich aber auch beim bergauf fahren in unwegsamen Gelände bemerkbar machen.
Solltest du mit Rückenproblemen zu kämpfen haben, empfiehlt sich ebenfalls ein Fully, da es - wie oben erwähnt - Schläge besser abfedert und bei längeren Touren den Rücken schont.
Fakt ist, dass Fullys durch das Einfedern, die Kraftübertragung beeinflussen können. Dies gilt jedoch nur dann, wenn der hintere Dämpfer nicht blockierbar ist. Neuere Fully-Modelle sind meist mit blockierbaren Dämpfern ausgestattet.
Im Falle der Fully-E-Mountainbikes ist diese Thematik durch die Motorunterstützung eigentlich hinfällig, da die geringere Effizienz durch die Motorunterstützung kompensiert wird. Im Vergleich zum Hardtail fallen beim Fully nicht nur die Anschaffungs- sondern auch die Wartungskosten höher aus.
Einsatzgebiet des Fullys
- Für Downhill/Trail/Enduro/Alpencross mit hohen Sprüngen & Hindernissen
- Wiesen-, Feld-, Wald-, Schotter- und Wanderwege sind ebenfalls möglich
- Straßen bei gesperrter Dämpfung
Vorteile des Fullys
- Komfortabler
- Größere Bodenhaftung
- Mehr Kontrolle
- Höhere Geschwindigkeit
Nachteile des Fullys
- Schwerer
- Teurer
- Wartungsaufwändiger
Hardtail MTB oder Fully MTB?
Mountainbikerinnen und Mountainbiker sollten sich im ersten Schritt die Frage nach dem geplanten Einsatzbereich stellen: Welcher (E-)Mountainbike-Typ bin ich und was will ich mit meinem (E-)MTB unternehmen? Im zweiten Schritt geht es um die objektiven Aspekte: Was gestattet mir mein Geldbeutel und wie viel Zeit, Muße und Geld will ich in die Wartung stecken?
Die Wahl zwischen Fully und Hardtail hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der Fahrstil, das bevorzugte Terrain und das Budget sind einige der wichtigsten Überlegungen. Für Fahrer, die Wert auf Komfort und Kontrolle auf anspruchsvollen Trails legen und bereit sind, etwas mehr zu investieren, könnte ein Fully die bessere Wahl sein. Auf der anderen Seite sind Hardtails für diejenigen attraktiv, die leichtere Trails bevorzugen und das Bike auch im Alltag viel nutzen möchten.
Letztendlich geht es darum, was am besten zu deinem Fahrstil und deinen Anforderungen passt. Eine Probefahrt auf verschiedenen Modellen und das Gespräch mit Experten in einem Fachgeschäft können helfen, die endgültige Entscheidung zu treffen.
Vor- und Nachteile im Vergleich
Der größte Unterschied zwischen den beiden MTB-Modellen ist die zusätzliche Hinterbaudämpfung beim Fully. Dieses weitere Federelement prägt die Einsatzgebiete des vollgefederten MTBs und zeigt wesentliche Unterscheidungsmerkmale im Vergleich zum Hardtail auf.
| Merkmal | Hardtail | Fully |
|---|---|---|
| Federung | Nur vorne | Vorne und hinten |
| Gewicht | Leichter | Schwerer |
| Preis | Günstiger | Teurer |
| Wartung | Wartungsärmer | Wartungsaufwändiger |
| Komfort | Weniger Komfort | Mehr Komfort |
| Bodenhaftung | Weniger Haftung | Mehr Haftung |
| Kontrolle | Weniger Kontrolle | Mehr Kontrolle |
| Geschwindigkeit | Langsamere Geschwindigkeit | Höhere Geschwindigkeit |
| Einsatzgebiet | Befestigte Straßen, Feld- und Forstwege, mäßiges Downhill | Singletrails, unbefestigte Wege, grobschottriger Untergrund |
Hardtails punkten vor allem hinsichtlich des geringeren Preises und Gewichts, das sie oft zu einem bevorzugten Einstiegsmodell machen. Die fehlende Technik am Hinterrad bedeutet zwar weniger Kontrolle und Komfort beim Fahren, allerdings ist der Pflegeaufwand des MTBs dadurch auch geringer.
Fullys sind in der MTB-Branche besonders wegen der besseren Traktion und Stabilität und der sich daraus ergebenden höheren Geschwindigkeit beliebt. Fährst du etwa durch schwieriges Gelände mit vielen Unebenheiten, so schaffen Fullys dank ihrer doppelten Radfederung einen besseren Ausgleich. Das Schlagloch wird praktisch „überflogen“, was dazu noch zu einer höheren Geschwindigkeit führt.
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