Oft werden wir gefragt, wo Harley-Davidson seine Motorräder produziert. Aus diesem Grund möchten wir uns an dieser Stelle dem Thema widmen und Dir zunächst einmal einen kleinen Überblick geben.
Produktionsstandorte von Harley-Davidson
Derzeit gibt es 5 große Standorte, an denen Harley-Davidson seine legendären Bikes produziert:
- York, Pennsylvania, USA
- Kansas City, Missouri, USA
- H-D Brasilien-Manaus, Brasilien
- Haryana, Indien (lediglich die Street 500 & 750)
- Tasit, Pluagdang, Rayong, Thailand
Wo Deine Harley-Davidson produziert wurde, kannst Du an der jeweiligen Fahrgestellnummer / VIN feststellen.
Die Bedeutung der Fahrgestellnummer (VIN)
Die Fahrgestellnummer (VIN) gibt Aufschluss über das Herkunftsland und andere Details des Motorrads. Wichtig! : Die Fahrgestellnummern der Harleys beginnen in Europa mit 5HD und in den USA mit 1HD.
1HD vs. 5HD
Die erste Stelle gibt bei VIN Code das "Country of Origin" an, das Herstellerland.
- 1HD: Ursprünglich für den amerikanischen Markt gedacht.
- 5HD: Für den Export außerhalb der USA produziert.
Es gibt deswegen keine "Europa-Modelle", die sich an der Fahrgestellnummer erkennen lassen.
Einige Besitzer einer Harley wissen nicht, dass Sie einen reparierten US-Import fahren. Wenn es ein CVO-Modell ist, kann es glaube auch eine 1HD sein. Allerdings ohne Gewähr.
Import von Motorrädern aus den USA
Amerikanische Motorräder verkörpern grenzenlose Freiheit und Unnachgiebigkeit. Jährlich gelangen Tausende von Autos und Motorrädern aus den Vereinigten Staaten nach Europa, wo sie auf Auktionen mit einem "salvage“ Titel angeboten werden. Fast immer handelt es sich um Fahrzeuge mit Schäden.
Etwa 80 % der Motorräder, die aus den USA importiert werden, haben den Titel "salvage". Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass sie schwer beschädigt sind. Es ist vorteilhafter, ein etwas teureres Motorrad mit geringfügigen Schäden zu kaufen als ein günstigeres mit schwerwiegenden Schäden. Mit steigenden Reparaturkosten geht der Import von stark beschädigten Fahrzeugen allmählich zurück und betrifft nur noch Nischenmotorräder.
Was bedeutet "Salvage Title"?
Ein "salvage“ Titel wird ausgestellt, wenn ein Fahrzeug aufgrund von Schäden infolge eines Unfalls, Wasserschadens, Feuers oder eines anderen Vorfalls nicht mehr für den Straßenverkehr geeignet ist.
Wenn der Besitzer des Motorrads einen Unfall meldet, schickt die Versicherung einen Gutachter, um die Reparaturkosten im Verhältnis zum Wert des Motorrads zu bewerten. Wenn die Reparaturkosten den akzeptablen Prozentsatz des Motorradwerts übersteigen, wird es als „salvage“ eingestuft.
Risiken beim Import
Importeure behaupten einstimmig, dass sie fast ausschließlich beschädigte Motorräder importieren, da dies sowohl für sie als auch für die Kunden die besten Gelegenheiten sind, hochwertige Maschinen günstiger zu erwerben. Doch hier ist Vorsicht angesagt. Man sollte sich bewusst sein, dass Importeure oft schnelles Geld verdienen wollen und die Qualität der Reparaturen zweifelhaft sein kann.
Es ist jedoch äußerst schwierig, die Unfallschäden und die tatsächliche Qualität der Reparaturen beim Kauf zu überprüfen, da Importeure oft darauf aus sind, Kosten zu sparen und schnellstmöglich Gewinn zu erzielen.
Gründe für den Import beschädigter Motorräder
Es gibt mehrere Gründe, warum Motorräder in den USA oft günstiger sind:
- Sie werden dort generell preiswerter verkauft.
- Die Kosten für Motorradreparaturen in den USA sind stark gestiegen.
- Versicherungsgesellschaften sind nur ungern bereit, Motorräder mit einem "rebuilt" Titel nach einem "salvage" Schaden zu versichern.
Ein Motorrad mit sauberer Historie ist nicht dasjenige, das sich lohnt zu importieren. Zusätzlich kommen dann noch Zoll und MwSt. auf den Kaufpreis.
Wie man die Historie überprüft
Um zu überprüfen, ob die importierte Harley einen Unfall hatte, können Sie diverse Anbieter wie z.B. Carfax in Anspruch nehmen, die einen Zugang zu den Datenbanken der Versicherungen ermöglichen. In der Regel reicht es aber einfach die Fahrgestellnummer der Harley zu googeln.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Motorräder in den USA im Vergleich zu Europa oft günstiger sind. Es ist von größter Bedeutung, sich bewusst zu sein, dass der Kauf solcher Motorräder ein hohes Risiko birgt. Die bereits reparierten Motorräder werden oft als vermeintlich hochwertige Umbauten angeboten, die äußerlich in gutem Zustand erscheinen. Doch die Käufer wissen nicht, ob strukturelle Schäden vorhanden sind oder wichtige Komponenten ordnungsgemäß repariert wurden.
Die vermeintlichen Schnäppchenpreise, die Motorräder aus den USA oft bieten, sollten keinesfalls den Blick auf die potenziellen Risiken verstellen. Es ist daher äußerst wichtig, vorsichtig zu sein und gründliche Recherchen anzustellen, bevor man sich für den Kauf eines Motorrads aus den USA entscheidet.
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