Harley-Davidson XLH Sportster 883 Hugger (1987–2003) Testbericht

Die Harley-Davidson XLH Sportster 883 Hugger wurde 1987 als eigenständige Variante der Sportster-Baureihe eingeführt. Sie basiert auf der XLH 883, unterscheidet sich jedoch durch eine niedrigere Sitzhöhe, kürzere Federwege und eine angepasste Ergonomie. Die Hugger richtet sich an kleinere Fahrerinnen und Fahrer sowie an Einsteiger, die ein leichter kontrollierbares Motorrad suchen.

Modellgeschichte der Harley-Davidson XLH Sportster 883 Hugger (1987-2003)

Baujahr 1987 - Einführung der Hugger

Im Modelljahr 1987 erscheint die XLH Sportster 883 Hugger erstmals im offiziellen Harley-Davidson Line-up. Die Sitzhöhe beträgt ab Werk rund 695 mm. Dies wird durch kürzere hintere Stoßdämpfer, eine flachere Sitzbank und eine modifizierte Vorderradgabel erreicht. Die Bereifung besteht aus einem 19-Zoll-Vorderrad und einem 16-Zoll-Hinterrad. Der Tank fasst 12,5 Liter. Die Modellbezeichnung „Hugger“ verweist auf die tiefere Sitzposition, die das Motorrad näher an den Fahrer bringt.

Baujahre 1988-1990 - Detailpflege

In den ersten Jahren nach der Einführung bleibt die technische Basis der Hugger weitgehend unverändert. Es erfolgen kleinere Anpassungen bei Farben und Dekoren. Die Hugger ist weiterhin mit einem 4-Gang-Getriebe und Kettenantrieb ausgestattet. Die Zündung erfolgt kontaktlos, aber noch nicht vollelektronisch.

Baujahr 1991 - Einführung des 5-Gang-Getriebes

Ab Modelljahr 1991 wird die gesamte Sportster-Baureihe, einschließlich der Hugger, mit einem 5-Gang-Getriebe ausgestattet. Dies verbessert die Fahrbarkeit insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten. Die übrige Technik bleibt weitgehend unverändert.

Baujahr 1993 - Zahnriemenantrieb und elektronische Zündung

Im Modelljahr 1993 erfolgt eine bedeutende technische Umstellung: Der bisherige Kettenantrieb wird durch einen wartungsärmeren Zahnriemen ersetzt. Zudem wird die Zündung auf ein vollelektronisches System umgestellt. Diese Änderungen gelten für alle Sportster-Modelle, einschließlich der Hugger.

Baujahre 1994-1999 - Ergonomie und Elektrik überarbeitet

1994 erhält die Hugger eine neue Sitzbank mit verbessertem Komfort. Die Elektrik wird überarbeitet, unter anderem durch ein neues Sicherungssystem mit Flachsicherungen. 1996 wird ein neuer Lenker mit veränderter Kröpfung verbaut, was die Sitzposition leicht verändert. Die Instrumentierung bleibt analog mit Rundinstrumenten. Ein LC-Display ist in keinem Modelljahr vorhanden. Die Hugger ist serienmäßig mit einem Soziussitz ausgestattet, jedoch ohne serienmäßige Haltegriffe oder Rückenlehne.

Baujahre 2000-2003 - Letzte Jahre der Hugger

Ab 2000 wird die Hugger mit einem neuen Anlasserrelais ausgestattet. Die Sitzhöhe bleibt weiterhin bei rund 695 mm. Die Bereifung erfolgt weiterhin mit Dunlop K591-Reifen. Die Hugger bleibt bis einschließlich Modelljahr 2003 im Programm. Ab 2004 wird sie durch die XL 883L (Low) ersetzt, die auf der neuen Rubbermount-Plattform basiert. Die Hugger ist damit das letzte Modell mit starr verschraubtem Evolution-Motor in dieser Konfiguration.

Technische Details und Unterschiede

Hier sind einige Details zu den technischen Aspekten und Unterschieden der Harley-Davidson XLH Sportster 883 Hugger:

  • Ist die Harley-Davidson XLH Sportster 883 Hugger für Anfänger geeignet? Ja, die niedrige Sitzhöhe und das moderate Gewicht machen die Hugger besonders für Einsteiger und kleinere Fahrerinnen und Fahrer geeignet.
  • Hat die XLH Sportster 883 Hugger ABS? Nein, die XLH Sportster 883 Hugger ist in keinem Modelljahr serienmäßig oder optional mit ABS ausgestattet.
  • XLH Sportster 883 Hugger vs. XLH 883 - Unterschiede? Die Hugger unterscheidet sich durch eine niedrigere Sitzhöhe, kürzere Federwege und eine angepasste Ergonomie. Die technische Basis ist ansonsten identisch.
  • Harley-Davidson XLH Sportster 883 Hugger Tankinhalt und Reichweite? Der Tankinhalt beträgt 12,5 Liter. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von ca. 5 l/100 km ergibt sich eine Reichweite von rund 250 Kilometern.
  • Darf man mit der XLH Sportster 883 Hugger nach Tirol fahren? Das Standgeräusch der XLH Sportster 883 Hugger liegt je nach Baujahr und Auspuffkonfiguration häufig über 91 dB(A).

Gebrauchtberatung: Secondhand-Harley

Das Sportster-Angebot ist üppig, die Preise sind moderat. Und vergessen Sie das Frauenmotorrad-Gerede.

Klare Antwort: immer die allererste. Gebraucht- oder Neukauf, Sportster oder Big Twin - egal, dieses ganz breite Grinsen, dieses Endlich-habe-ich-eine-Gefühl gibt's nur bei der Premiere. Die muss kein Wunschtraum bleiben, denn nie war das Angebot an hochwertigen Secondhand-Harleys besser und günstiger als heute. Zwei Jahrzehnte fetter Neugeschäfte mit hohen Zulassungszahlen wirken sich jetzt verbraucherfreundlich aus. Die in ihrer Urform bereits 1957 präsentierte Sportster ist traditionell die Einstiegs-Harley.

Bis 1985 war die ursprünglich als Konkurrenz zu englischen Sportmaschinen gedachte "Sporty" eher ein Fall für tolerante Liebhaber mit Schrauberkenntnissen. Als dann aber der alte Shovelhead-Graugussmotor von dem mit Leichtmetall-Zylindern und -köpfen bestückten Evolution-Twin (kurz "Evo") abgelöst wurde, gewann das US-amerikanische Urviech jede Menge Alltagstauglichkeit.

Mit Ausnahme eines kurzen 1100er-Gastspiels gab's die für Gebrauchtkäufer interessante Evo-Sporty immer in zwei Hubraumvarianten: als 883er und als 1200er. Die kleine Sportster ist ein Fall für eher ruhigere Charaktere und/oder Chopper-Fans. Die Modelle Hugger, XL 53 C oder 883 Custom tragen dem Rechnung. Die 1200er wird ihrem Namen schon eher gerecht - zumindest unter dem Maßstab, der 1957 als sportlich galt. Den Harleys so gern zugestandenen Antritt aus den Tiefen des Drehzahlkellers gibt's nur bei der 1200er. Bis einschließlich 2003 war die Sportster (für Harley-Verhältnisse) ein echtes Leichtgewicht, das beim munteren Landstraßenschwingen mehr Spaß macht als so mancher Big Twin. Besonders als XL 1200 R ist die Sporty alles andere als ein Frauen-Motorrad.

Besichtigung

Je jünger, desto besser: Die Sportster-Historie ist prall gefüllt mit mehr oder weniger umfangreichen Modellpflegemaßnahmen, die die Maschine technisch von Jahr zu Jahr besser machten. Interessenten, denen das Kampfgewicht selbst bei einer Harley über alles geht, sollten sich aber nach einem vor dem Spätsommer 2003 gebauten Exemplar umschauen. Das Modelljahr 2004 brachte zwar jede Menge sinnvoller technischer Verbesserungen, aber leider auch 30 Kilogramm mehr auf den Rippen.

Sportys sind meist Erst-Harleys und dienen ihren noch unerfahrenen Besitzern oft als Experimentierfeld für Umbauten. Am schlimmsten sind Tuning-Maßnahmen von Hinterhof-Schraubern oder in Eigenleistung durchgeführte Aufrüstungen von 883 auf 1200 cm². Abgesehen von der oft lausigen Arbeitsqualität sind solche Aktionen vielfach auch nicht in die Papiere eingetragen - was sich spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung rächen wird. So langweilig es auch klingt: Als Gebrauchtkäufer greift man am besten zur Ersthand-Sportster im Originalzustand. Und baut dann selbst um.

Technische Daten: HD XL 1200 R Modelljahr 2004

Hier sind die technischen Daten der HD XL 1200 R Modelljahr 2004:

  • Motor: Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor, vier untenliegende, zahnradgetriebene Nockenwellen, zwei Ventile pro Zylinder, Hydrostößel, Stoßstangen, Kipphebel, Trockensumpfschmierung, Gleichdruckvergaser, Ø 40 mm, keine Abgasreinigung, Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, Zahnriemen.
  • Bohrung x Hub 88,8 x 96,8 mm
  • Hubraum 1199 cm3
  • Nennleistung 49 kW (67 PS) bei 5900/min

Ein Teil der Sportster-Käufer bekommt nach relativ kurzer Zeit Lust auf mehr - vor allem mehr Image in der Harley-Szene - und greift zum Big Twin. Das beschert dem Gebrauchtmarkt viele relativ junge Sportys mit bescheidener Kilometerleistung. Das Angebot übersteigt derzeit die Nachfrage. Da eine nagelneue Basis-883 schon für unter 8000 Euro zu bekommen ist, ist der Wertverlust für Harley-Verhältnisse in den ersten Jahren relativ hoch. Gute 1200er gibt's bereits ab 5000 Euro, Top-Exemplare ab 7000 Euro.

Modellpflege 1985 bis 2009

Die Sportster-Historie ist prall gefüllt mit mehr oder weniger umfangreichen Modellpflegemaßnahmen, die die Maschine technisch von Jahr zu Jahr besser machten.

Hier eine Übersicht der Modellpflege von 1985 bis 2009:

  • 1985: Markteinführung Sportster 883, Grundpreis 13630 Mark (6969 Euro).
  • 1986: Markteinführung Sportster 1100, Grundpreis 16670 Mark (8523 Euro).
  • 1987: Die Sportster 1200 löst die 1100er ab, Grundpreis 15215 Mark (7779 Euro); Markteinführung 883 Hugger; Stoßdämpfer und Schwinge verlängert, stärkere Gabelstandrohre mit Chromkappen, neuer Vergaser.
  • 1991: Zahnriemenantrieb für XL 1200 und Deluxe; Motor und Getriebe überarbeitet; alle Modelle mit Fünf- statt Vierganggetriebe.
  • 1992: Neue Bremsen und Bremsscheiben; verbessertes Lackierverfahren für Klarlack; Zündschloss bei der 1200er verlegt; Standard und Hugger mit O-Ring- statt Einfachkette; Hugger mit niedrigerer Sitzhöhe; neuer Sitz und Buckhorn-Lenker für Deluxe-Modelle.
  • 1993: Zahnriemenantrieb bei allen Sportstern.
  • 1994: Kabelbaum und Rahmenheck überarbeitet; Zündschloss und Primärdeckel neu; Fender gummigelagert.
  • 1995: Elektronischer Tacho.
  • 1996: Markteinführung XL 1200 C (Custom) und XL 1200 S (Sport); Lenkerarmaturen überarbeite; 12,3-Liter-Tank für 1200er.
  • 1998: Neue Ölpumpe; Elektrik teilweise neu verlegt; neue Zündung; neuer elektronischer Tacho für XLH 883; grundlegende Überarbeitung XL 1200 S: neue Sitzbank; überarbeiteter Motor (Nockenwellen, Zylinderköpfe). neue Zündung.
  • 1999: Custom 53 und 1200 Custom mit schmalerem Dragbar-Lenker und vorverlegten Fußrasten; Tacho modifiziert.
  • 2000: Neue Festsattel-Scheibenbremsen für Vorder- und Hinterrad; neue gekapselte Radlager; neue wartungsfreie Batterie; größerer Tank XL 52 C und XL 1200 C.
  • 2001: Alle Modelle ab Werk mit Harley-Davidson-Reifen (Dunlop); 883er mit modifiziertem Ansaugtrakt und mehr Leistung (53 PS); Nockenwellen-Zahnräder überarbeitet; Ölpumpe und Schmiersystem modifiziert; 1200er mit optimierten Zylinderlaufbuchsen.
  • 2002: Neue Bullet-Style-Blinker; neuer Benzinahn; Markteinführung XL 883 R; 883 Hugger mit niedrigerer Sitzhöhe und überarbeiteten Federelementen.
  • 2003: Alle Modelle mit 100-Jahre-Logos.
  • 2004: Markteinführung der neuen Sportster-Baureihe; Motor komplett überarbeitet und mit mehr Leistung (54/67 PS); neues Schmiersystem; Zündung und Auspuffanlage überarbeitet; leichtgängigere Kupplung; neuer Rahmen; neues Bremssystem; 150er- statt 130er Hinterradreifen; Wegfahrsperre und Alarmanlage serienmäßig; Custom-Modelle mit 17-Liter-Tank; Lenker und Fußrasten teilweise neu positioniert; dünnere Lenkergriffe; Service-Intervalle auf 8000 Kilometer verlängert.
  • 2005: Klarglas-Scheinwerfer; bessere Verchromung der Speichenräder; steifere Hinterradschwinge mit stärkerer Hinterradachse.
  • 2006: Getriebe, Kupplung und Bremslichtschalter neu; längerer Seitenständer für 883, 883 R und 1200 R; modifizierte Wegfahrsperre.
  • 2007: Einspritzanlage statt Vergaser; neue Alarmanlage; Kupplung und Bremse leichtgängige; neue Instrumente, neue Motorabstimmung und neue Nockenwellen für die XL 883.
  • 2008: Einführung XL 1200 Nightster; Seitenständer-Schalter statt Einklapp-Sicherung; verbesserte Kopfdichtungen; 1200 Roadster mit 17- statt 12,5-Liter-Tank.

Die Evolution-Sportsters: Ein Quantensprung in Sachen Qualität und Zuverlässigkeit

Den Großteil des Gebrauchtangebots stellen die Evolution-Sportsters, die 1986 eingeführt werden und einen Quantensprung in Sachen Qualität und Zuverlässigkeit darstellen. Zylinder und Köpfe sind nicht mehr wie beim Shovelhead aus Grauguss, sondern aus einer Leichtmetalllegierung hergestellt, wodurch der Motor thermisch gesünder arbeitet. Drastisch minimierte Fertigungstoleranzen sorgen für eine deutlich verbesserte mechanische Laufruhe des Aggregats und dank Hydrostößeln entfällt das Einstellen der Ventile. Die Wartungsintervalle bleiben für die Modelle von 1986 bis 2003 aber mit 4000 Kilometer unerfreulich kurz.

Worauf man achten sollte

Auch im Evo-Zeitalter macht das Vierganggetriebe reichlich Ärger. Die Getrieberäder sind von minderer Qualität und sorgen bei Bruch für eine Kettenreaktion, die etliche Zahnräder mit ins Grab reißen kann. Erst mit Einführung der Five-Speed-Box ab 1991 verbessern sich Schaltbarkeit und Zuverlässigkeit deutlich.

Sinnvollerweise greift man zu einem Modell mit Zahnriemenantrieb, der ab 1993 serienmäßig in allen Sportster-Modellen verbaut wird. Dieser wartungsarme Wunderriemen wurde im Laufe der Jahre immer schmaler und gleichzeitig immer haltbarer. Sanfte Lastwechsel und geschmeidiges Ansprechverhalten bietet er jedoch schon bei seiner Premiere 1991.

Fehlersuche Evo-Sportster

1986 feiert der Evolution-V2 mit 883 und 1100 ccm Hubraum seinen Einstand in der Sportster-Reihe, letzterer wird bereits 1988 von einer 1200er-Version abgelöst. Der Evo ist nicht nur leichter und kraftvoller als sein Vorgänger, sondern auch laufruhiger, thermisch gesünder und wartungsfreundlicher. Und der Evo-V2 hält als erster Harley-Motor seinen Schmierstoff gewöhnlich auch weit jenseits von 50000 Kilometer Laufleistung bei sich.

Auf die vielbeschworenen Good Vibrations müssen aber auch Evo-Fahrer nicht verzichten, was man spätestens daran erkennt, dass mal wieder eine Glühbirne das Zeitliche gesegnet hat, Nummernschild oder Halter ein- bzw. abgerissen sind oder Instrumente und Spiegel den Massekräften Tribut zollen mussten. Erst mit der Einführung der Gummilagerung ab Modelljahr 2004 gehören die Rüttelverluste weitgehend der Vergangenheit an. Die Verlängerung der Wartungsintervalle von 4000 auf 8000 Kilo­meter spricht ebenfalls für die Rubber-Modelle.

Die Evo Sportster mit Gummilagerung ab 2004

Auch das gründlich überarbeitete Evo-Triebwerk macht die Modelle ab 2004 interessant: Neue Zylinderköpfe, neue Kolben, größere Kühlrippen und Ölspritzdüsen am Zylinderfuß sorgen für einen verbesserten Wärmehaushalt, mehr Drehmoment und dezent gestiegene Drehfreudigkeit. Andererseits plagen sich die ohnehin nicht gerade leichtgewichtigen Sportster-Modelle nach der gründlichen Modellüberarbeitung mit einem Mehrgewicht von bis zu 30 Kilo. Im Fahrbetrieb stört der Hüftspeck jedoch nicht und auch der Wechsel von 130er- auf 150er-Hinterreifen trägt nicht zu einer Verschlechterung des Fahrverhaltens bei. Im Gegenteil, durch den nun deutlich verwindungssteiferen Rahmen gibt sich die Sportster präzise und stabil und liegt satter denn je auf der Straße.

Bis Modelljahr 2003 war der Evolution-V2 starr mit dem Rahmen verschraubt. Seit 2004 ist das Aggregat gummigelagert, was das Vibrationsaufkommen deutlich minimiert. Gut: Das hässliche Interferenzrohr ist nun unsichtbar im Auspuffhalter vesteckt. Schlecht: Die „rubber mounted“-Sportsters sind um bis zu 30 Kilo schwerer.

Egal, ob beim kleinen Aggregat mit 883 ccm oder bei der stärksten 1200er mit mehr als 90 PS im XR-Sportler: Im Zeitalter der Euro-Normen sind alle Modelle mit Benzineinspritzung ausgerüstet.

Die Einspritzanlage bringt zusätzlichen Ballast

Seit 2007 ist die Vergaser-Ära auch in den Sportys zu Ende. Die Umstellung auf Einspritzung hat die Company erstaunlich gut hinbekommen. Die Gasannahme ist sanfter und gleichmäßiger geworden und auch die Lastwechsel gehen unverändert geschmeidig vonstatten - da hatten andere Hersteller einen deutlich ruppigeren Umstieg. Aber so gut die Einspritzanlage auch funktionieren mag, sie bringt einiges an zusätzlichem Ballast mit sich. Schließlich muss der elektronisch gesteuerte Injektionsvorgang mit zahlreichen Messwerten angefüttert werden. Dazu werden Luftdruck, -temperatur und -menge gemessen, was den Einsatz von etlichen Sensoren, Sonden, Kabeln und Schläuchen nötig macht.

Dazu kommt das elektronische Steuergerät, die Einspritzpumpe und der Druckregulierer. Dies alles sorgt dafür, dass die Sportys mit Beginn der Einspritz-Ära alles andere als clean daherkommen. Wer also größere Umbauvorhaben im Kopf hat, sollte sich besser nach einer Vergaserversion umschauen. Doch auch für die Evo-Sportster gilt: Viele Probleme beginnen mit dem Umbau. Da reicht schon der Anbau eines anderen Lenkers, wenn Kabel, Züge und Leitungen angepasst werden müssen. Früher oder später führen schludrig durchgeführte Umbaumaßnahmen zu Problemen. Und sei die Optik noch so gelungen - ein intensiver Blick auf die Details ist unerlässlich!

Einige Modelle verfügen über eine vorverlegte Fußrastenanlage. Besonders für Großgewachsene führt die mittige Anordnung der Rasten - wie bei der oben rechts abgebildeten Nightster - zu einer auf Dauer unbequemen Sitzposition.

Mit der Iron 883 bot Harley ab Modelljahr 2010 eine preislich attraktive Dark-Custom-Version an. Die 2012 eingestellte XR 1200X bietet bessere Bremsen, edlere Fahrwerkskomponenten und mehr Schräglagenfreiheit als die zuvor produzierte Standard-XR. Außerdem steht ihr der geschwärzte Anzug deutlich besser als die Chrom- und Gussoptik des Schwestermodells. Geblieben ist die phantasielose Platzierung des Ölkühlers am linken Rahmenunterzug. Das ist nicht wirklich hübsch …

Gebrauchte Evo Sportster gibt’s ab rund 5.000 Euro

Mit dem Abschied vom Vergaser und der Einführung der Fuel-Injection 2007 kam es zu einer regelrechten Strippen-Invasion. Eine dicke Wurst aus Kabeln, Schläuchen und Steckverbindungen zieht sich durchs halbe Motorrad und ist recht ordinär verlegt. Die seit 2004 serienmäßig verbaute Alarmanlage sorgt für zusätzlichen Ballast. Erst mit Einführung des CAN-Datenbussystems zum Modelljahr 2014 konnte der Kabelwust wieder reduziert werden.

So gesehen grenzen die aufgerufenen Gebrauchtpreise teilweise an Unverschämtheit, denn sie liegen mitunter deutlich über den damligen Neupreisen. Wohl dem, der eine Evo Sportster in der Garage stehen hat. Durch die quasi jährlich stattfinden­den Modellpflegemaßnahmen hat die Sportster mehr und mehr an Reife gewonnen. Anders als bei Rotwein gilt für Evo-Sportys: Je jünger, desto besser. Die Evolution-Sportys sind echte Dauerläufer.

Zusätzliche Informationen

  • 2006: Getriebe, Kupplung u. Bremslichtschalter neu | längerer Seiten­ständer für 883, 883 R und 1200 R | modif.
  • 2011: Neuer Statoranschluss der Lichtmaschine | optimierte Ventildeckel­dichtungen und Seitenständerhalterung | Neu 883 SuperLow u.
  • 2018: Sondermodell Fourty-Eight 115th Anniversary (XL 1200X ANX).
  • 2019: SuperLow, Iron 883, Forty-Eight und Roadster mit neuen Tankgraphics.
  • 2020: Keine Modellpflegemaßnahmen.

Empfohlene Reifenerstausrüstung

Hier ist eine Übersicht der empfohlenen Reifenerstausrüstung für die Harley-Davidson XLH Sportster 883:

  • Vorne: 90/90-19 52H
  • Hinten: 130/90B16 73H

Reifenempfehlungen

Hier sind einige empfohlene Reifenmodelle für die Harley-Davidson XLH Sportster 883:

  • Vorderreifen: 90/90-19 52V TL ROADRIDER MKII FRONT
  • Hinterreifen: MT90B16 74H TL COBRA CHROME AV92
  • Vorderreifen für HD-Modelle: 100/90B19 57H TL H50 FRONT
  • Hinterreifen für HD-Modelle: 130/90B16 73H TL H50 REAR
  • Cruiser und Chopper-Vorderreifen für Harley-Davidson Modelle: 90/90-19 52H TL D401/HD FRONT
  • Cruiser und Chopper-Reifen für Harley-Davidson Modelle: 130/90B16 73H TL D401/HD
  • Cruiser-Chopper-Vorderreifen: 100/90-19 57H TL CRUISETEC FRONT
  • Cruiser-Chopper-Hinterreifen: 130/90B16 73H TL CRUISETEC
  • Cruiser-Chopper-Hinterreifen: 130/90B16 73H TL ME888 MARATHON ULTRA
  • Cruiser-Chopper-Hinterreifen (Weisswandmodell): 130/90B16 73H TL ME888 MARATHON ULTRA WW
  • Cruiser und Chopper-Vorderreifen: 100/90B19 57H TL COMMANDER III CRUISER FRONT
  • Cruiser und Chopper-Hinterreifen: 130/90B16 73H TL COMMANDER III CRUISER
  • Cruiser und Chopper-Vorderreifen: 100/90-19 57H TL NIGHT DRAGON FRONT
  • Cruiser und Chopper-Hinterreifen (GT-Version): 130/90B16 73H TL NIGHT DRAGON GT
  • Hinterreifen: 130/90V16 (73V) TL ROADRIDER MKII REAR
  • Vorderreifen: 3.25-19 54H TL BT 46F
  • Hinterreifen: 130/90-16 67H TL BT 46R
  • Cruiser- Chopper Vorderreifen: 100/90-19 57 H TL CONTITOUR FRONT
  • Cruiser- Chopper Hinterreifen: 130/90-16 73 H TL CONTITOUR REAR

Diese Reifen bieten eine gute Performance und Zuverlässigkeit für die Harley-Davidson XLH Sportster 883.

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