Harley-Davidson als Wertanlage: Eine Analyse

Gebrauchte Motorräder erzielen Restwerte, von denen Autobesitzer nur träumen können.

Harley-Davidson: Wertstabilste Motorräder

Die wertstabilsten Motorräder stammen von Harley-Davidson. Im Restwert-Ranking des Informationsdienstleisters Schwacke belegen die US-Bikes gleich die ersten 18 Plätze.

Spitzenreiter ist die Street Glide mit einem Restwert von 87,6 Prozent nach zwei Jahren. In der kompletten Top-25 geht lediglich ein einziger Platz an die Konkurrenz: Rang 19 belegt die BMW R 1200 GS Adventure Triple Black mit 83,7 Prozent Restwert.

Davor und danach sind ausschließlich die Maschinen aus Milwaukee gelistet.

Generell sind die Restwerte bei Motorrädern höher als bei gleichalten Pkw. Das liegt zum einen an der geringeren Laufleistung, zum anderen an der Verbindung von recht hoher Nachfrage und zurückhaltender Rabatt-Politik.

Gerade Harleys sind beliebt, aber neu vergleichsweise teuer.

Preisentwicklung bei gebrauchten Motorrädern

Eigentlich logisch, dass ein Motorrad mit der Zeit an Wert verliert. Aber nur eigentlich, denn es gibt Verlierertypen, die nach wenigen Jahren plötzlich glänzend dastehen, unter Umständen sogar Gewinn abwerfen.

Da Motorradfahrer in der Regel rechnen können, liegt es nahe, dass Mann oder Frau in solchen Zeiten wohl lieber in etwas investiert, das mehr Spaß macht als Kontoauszüge mit läppischen Gewinnmeldungen.

Warum dann nicht gleich statt auf dem hoch riskanten Aktienmarkt lieber auf dem vertrauten Motorrad Gebrauchtmarkt nach Wertanlagen suchen?

Bei Auto-Old-timern klappt es: Alte Porsche, Aston Martin und Mercedes gehen bei Auktionen für mehrere Millionen unter den Hammer, und gewiefte Youngtimer-Fans erzielen für vor Jahren noch für wenige Hunderter erworbene Gebrauchtkarren nun Preise von mehreren Tausend Euro.

Geht da vielleicht auch was mit Motorrädern aus zweiter Hand?

Sicherlich gibt es genügend Sammlerstücke und Raritäten - Vorkriegsmodelle von Brough und Vincent zum Beispiel -, die ähnlich wie Auto-Oldies an andere Sammler für horrende, sechsstellige Preise weitergereicht werden.

Aber das sind Ausnahmen und nicht das Thema dieser Geschichte. Hier geht es eher darum, wie viel Geld man beim Motorradkauf durch Wertverlust kaputt macht.

Also der Regelfall. Aber keine Regeln ohne Ausnahmen, denn es gibt sie: Gewinner.

Der Begriff "Gewinn"

Im Duden steht zum Begriff „Gewinn“: „Materieller Nutzen, Ertrag; Überschuss über den Kostenaufwand.“ Dort steht aber auch: „Praktischer Nutzen oder innere Bereicherung, die aus einer Tätigkeit oder dem Gebrauch von etwas kommt.“

Wird folglich Motorradfahren als innere Bereicherung empfunden oder verliert der Fahrer beim täglichen Arbeitsweg weniger Zeit im Stau und bei der Parkplatzsuche, kann dies durchaus als Gewinn angesehen werden.

Vom Kauf bis zum Wiederverkauf verliert die Maschine an Wert - in der Währung namens Euro.

Immerhin: Anders als bei Autos, bei denen man für allzu Abgehangenes ohne TÜV noch draufzahlt, damit jemand den sperrigen Haufen abholt, findet sich selbst für ein Motorrad in schlechtem Zustand meist noch ein Käufer, der Bares auf den Tisch legt.

Dazu eine hypothetische Rechnung: Man ersteigert im Internet eine fahrtüchtige Bastelbude für 400 Euro und macht diese als Hobbyschrauber wieder fit, erwirbt nötige Ersatzteile für sagen wir mal 300 Euro, bringt sie durch den TÜV.

Mit Glück und Geschick kann man sie für knapp 1000 Euro wieder veräußern. Lässt man den Zeitaufwand außer Acht, ergibt sich also ein monetärer Gewinn von gut 200 Euro, das wäre eine Rendite von rund 25 Prozent bei geringem Verlustrisiko.

Aber Sie merken schon, Geld verdient man so kaum - es bleibt bei einem netten (Schrauber-)Hobby.

Hievt man das Ganze auf ein höheres Niveau und kauft dementsprechend höherwertige Gebrauchte an, hübscht diese auf, bestehen naturgemäß höhere Gewinn-, aber auch Verlustmöglichkeiten.

Verglichen zum Preisverfall eines neu erworbenen Motorrads, sind Secondhand-Käufer immer besser dran. Die von uns untersuchten Modelle weisen in den ersten fünf Jahren nach Neukauf Wertverluste von im Idealfall einem Fünftel des Listenpreises bis hin zu fast zwei Dritteln auf.

Dass ein Motorrad in den ersten Jahren schon die Hälfte an Wert verliert, ist also keine Seltenheit. Umso mehr Jahre ins Land ziehen, desto eher stagniert der Wertverfall und endet schließlich auf einem bestimmten Niveau.

Beispiel: Supersportler sind nach 20 Jahren meist technisch so veraltet und runtergeritten und dementsprechend uninteressant für potenzielle Käufer, dass sie sich auf einem Restwert von knapp über zehn Prozent des Neupreises einpendeln.

Selbst bei mittelmäßigem Pflegezustand fallen sie selten unter 30 Prozent ihres Neuwerts.

Recht banal: Bleibt man lange genug seinem Bock treu, kann es passieren, dass der Gebrauchtpreis den Neupreis sogar übertrifft.

Worauf man achten sollte: Geringe Stückzahlen und limitierte Editionen, kurze Bauzeiten, hohe Modellkonstanz sowie herausragende technische Bedeutung (­„Meilensteine“) bieten beste Voraussetzungen für Wertstabilität und Chancen auf Wertgewinn.

Negativ wirken sich Modellwechsel oder technische Änderungen aus, die das Nachfolgemodell deutlich verbessern (mehr Leistung, ABS etc.).

Ungeahnte Imagewandel und zukünftige Trends, die manchen Gebrauchten eine höhere Beliebtheit bescheren, lassen sich kaum vorhersagen. Hier sind Jagdgespür und regelmäßige Marktbeobachtung gefragt, am besten über die dynamischen Internet-Marktplätze.

Bei guten Offerten sollte man schnell sein. Es geht zwar nicht wie in der Finanzwelt um Sekundenbruchteile, aber wenige Stunden können über ein erfolgreiches Schnäppchen entscheiden.

Und noch eine goldene Handelsregel: Im günstigen Ankauf liegt der Gewinn beim Wiederverkauf. Also: Durchschnittspreise ermitteln, kann man die Maschine dann mindestens 20 Prozent billiger schießen, lohnt sich die Chose.

Allerdings ist es mit dem cleveren Gebraucht(ver)kauf nicht ganz so einfach, wie die illustren Beispiele unserer Redaktionskollegen zeigen, und auch Profis liegen gerne mal daneben. Es gibt Gewinner und Verlierer - genau das macht das Spiel aus!

Schwacke-Analyse bestätigt Harley Modellen höchsten Wiederverkaufswert

Die hessischen Fakten-Checker kennen sich mit Fahrzeugen bestens aus: Seit fast sechzig Jahren erheben sie regelmäßig Marktdaten und erstellen Analysen sowie die „Bibel“ der Gebrauchtfahrzeuge, die berühmte Schwacke-Liste.

Jetzt hat Schwacke einmal mehr festgestellt, dass die Motorräder mit dem geringsten Wertverlust den Harley-Davidson Schriftzug am Tank tragen.

Basis der Untersuchung war die Auswertung der Gebrauchtpreise der 25 beliebtesten Maschinen Deutschlands aus dem Jahr 2012 - unter ihnen: zwei Harleys.

Solche Dreijährigen haben inzwischen im Schnitt 25.000 Kilometer auf der Uhr und sind noch etwa 62 Prozent ihres Neupreises wert.

Die beiden Ausreißer stammen aus den USA: Restwert-König unter Deutschlands zulassungsstärksten Motorrädern ist die Dyna Fat Bob. Sie erzielt nach drei Jahren noch einen Restwert von stattlichen 75,2 Prozent.

Auf Platz Zwei des Rankings behauptet sich mit einem Restwert von 74,6 Prozent die Forty-Eight. Werte zwischen 64,0 und 66,8 Prozent erreichen die nächstplatzierten Wettbewerber aus Italien, Deutschland, Österreich und Großbritannien.

„Qualität, Zuverlässigkeit und eine stabile Neupreispolitik zahlen sich halt auch bei den Gebrauchtpreisen aus“, freut sich Frank Klumpp, Marketing Director, Harley-Davidson Germany GmbH, „gut für alle, die irgendwann ihre Harley durch ein neues Bike ersetzen wollen!“

Die Neue stammt dann in den allermeisten Fällen wieder aus Milwaukee, USA, denn wer sich einmal für eine Harley entschieden hat, der bleibt der Marke in der Regel treu.

Auf geprüfte und garantierte Qualität darf sich der Kunde natürlich auch jederzeit verlassen, wenn er sich für eine gebrauchte Maschine interessiert.

Zu diesem Zweck hat die Company das „Harley-Davidson Originals“-Gebrauchtfahrzeug-Siegel entwickelt. Motorräder mit diesem Siegel wurden vom Vertragshändler mittels eines 99 Punkte umfassenden Checks auf Herz und Nieren geprüft.

Sind alle Tests bestanden, stellt der Dealer überdies eine einjährige Gebrauchtfahrzeug-Garantie aus. Nur auswählen muss man das Motorrad noch - und dazu am besten ein ganz persönliches Ranking der mög­lichen Wunschbikes aus dem Harley Portfolio erstellen.

Viele Motorräder haben in den letzten Jahren deutlich an Wert zugelegt, das ist richtig.

Die Preisausreißer nach oben kommen nach seinen Beobachtungen von den üblichen Verdächtigen wie Brough Superior, MV Agusta, Münch und eben Vincent.

Ebenfalls in einer eigenen Liga spielen alle Rennmaschinen mit nachvollziehbarer Historie, speziell wenn sie von bekannten Rennfahrergrößen gefahren wurden und international erfolgreich waren.

Eine Aussage, die für britische Motorradmarken übrigens nur bedingt gilt, denn selbst die als Kultbikes verehrten Modelle von Triumph, Norton oder BSA treten wertmäßig eher auf der Stelle.

Preisbewegungen bei Yamaha RD350 (YPVS) und Cagiva 125 Mito

Bewegung sehe ich dagegen bei japanischen Produkten wie der Yamaha RD350 (YPVS) aus den 80er Jahren oder, auf höherem Preisniveau, bei der Cagiva 125 Mito.

Hingegen sei bei Kawasaki Z1/Z900 und Honda CB750 Four K0 und K1 der Markt erstmal gesättigt.

Unabhängig von der reinen Wertentwicklung sieht classic-analytics seit Jahren einen konstanten Zuwachs an Bewertungen im Zweiradbereich - Grund genug sich des Themas Zustandsnoten für Motorräder anzunehmen und, gute 30 Jahre nach Einführung der Zustandsnoten für Autos, detaillierte Zustandsnoten für Zweiräder zu entwickeln, inklusive der spezifischen Baugruppen wie Rahmen, Aufbau und Bedienelemente.

Harley-Davidson: Opfer der Zollpolitik oder neue Chancen?

Die Aktie von Harley-Davidson (WKN: 871394) konnte nach den Zahlen zum ersten Quartal 2025 zwar etwas zulegen, doch ein genauer Blick auf die Ergebnisse zeigt: Das Umfeld bleibt für den Traditionshersteller herausfordernd.

Seit einiger Zeit spürt Harley-Davidson die Auswirkungen eines Marktes, in dem das Motorrad nicht mehr für jeden ganz oben auf der Wunschliste steht.

Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, in denen viele Haushalte genauer auf ihr Geld schauen, rückt der Kauf eines neuen Bikes schnell in den Hintergrund.

Zusätzlich belastet eine neue Unsicherheit das Geschäft: die Zollpolitik von Donald Trump. Harley-Davidson produziert zwar in den USA, bezieht aber viele Bauteile aus dem Ausland - etwa aus Taiwan, Japan, Italien, Deutschland und Mexiko.

Sollten hier tatsächlich neue oder höhere Zölle greifen, trifft Harley-Davidson das doppelt. Denn dann werden nicht nur die importierten Teile teurer, sondern auch die fertigen Motorräder beim Export.

Das betrifft vor allem Märkte außerhalb Nordamerikas, wobei man sagen muss, dass 67 % der Auslieferungen im Q1 2025 ohnehin auf Nordamerika entfallen.

Trotzdem würde das den Kostendruck weiter erhöhen - und Harley-Davidson müsste entweder die Preise anheben oder sinkende Margen in Kauf nehmen. Beides ist keine gute Option.

Vor allem nicht in Europa, wo schon die letzte Preisanhebung unter CEO Jochen Zeitz nicht gut ankam.

Das Management rechnet allein 2025 mit bis zu 175 Mio. US-Dollar an Mehrkosten durch die Zollthematik. Für uns heißt das: Mit weiteren Rückgängen bei Umsatz und Marge muss gerechnet werden.

Und wenn beides zugleich sinkt, müssen wir uns ernsthaft Gedanken machen, ob unsere Investitionsthese noch Bestand haben kann.

Im ersten Quartal 2025 sank der Gesamtumsatz um 23 % auf 1,33 Mrd. US-Dollar. Besonders heftig traf es das Motorradsegment, wo die Erlöse um 27 % auf 1,08 Mrd. US-Dollar zurückgingen.

Damit startet Harley-Davidson noch schwächer ins neue Jahr, als man es ohnehin schon erwartet hatte. Im letzten Update wurde noch ein leicht rückläufiger Umsatz im Kerngeschäft prognostiziert - nun liegt man sogar deutlich unter diesen Annahmen.

Auch bei den Auslieferungen zeigt sich ein düsteres Bild: Mit 38.600 Motorrädern wurden 33 % weniger Einheiten verkauft als im Vorjahr. Und das operative Ergebnis gab gleich um 39 % nach und lag nur noch bei 160 Mio. US-Dollar.

Einziger Lichtblick: Die operative Marge blieb mit 12 % über der selbst gesteckten Zielspanne von 7 bis 8 % - zumindest vorerst. Der verwässerte Gewinn je Aktie fiel um 38 % auf 1,07 US-Dollar.

Das Management rechnet allein 2025 mit bis zu 175 Mio. US-Dollar an Mehrkosten durch die Zollthematik. Für uns heißt das: Mit weiteren Rückgängen bei Umsatz und Marge muss gerechnet werden.

Und wenn beides zugleich sinkt, müssen wir uns ernsthaft Gedanken machen, ob unsere Investitionsthese noch Bestand haben kann.

Wenig überraschend hat das Management die Prognose für das laufende Jahr zurückgezogen. Der Markt sei einfach zu unsicher. Gleichzeitig rechnen wir damit, dass sowohl Dividendenzahlungen als auch Aktienrückkäufe im Laufe des Jahres reduziert werden - was auf den ersten Blick negativ klingt, ist aus unserer Sicht eigentlich ein sinnvolles Signal.

Denn so hält das Unternehmen sein Cash zusammen. Immerhin stehen - ganz offensichtlich - noch größere Herausforderungen an.

Das Finanzpolster ist mit 1,9 Mrd. US-Dollar liquider Mittel ordentlich. Dennoch zeigen Bilanz und Cashflow-Rechnung, dass das Unternehmen bereits Schulden aufgenommen hat, um seine Kassen zu füllen.

Heute ist Harley-Davidson eine weltweit bekannte Marke und eines der führenden Unternehmen im Bereich Motorräder. Die Marke ist bekannt für ihre charakteristischen Designs und leistungsstarken Maschinen. Besonders markant für eine Harley-Davidson ist der V-förmige Zweizylinder-Motor, der weniger durch Drehzahl, sondern mehr durch einen gewaltigen Hubraum für Power beim Fahren sorgt.

Die größte Chance von Harley-Davidson besteht darin, ihre starke Marke nicht nur im Rahmen von Motorradverkäufen neu aufleben zu lassen, sondern auch in anderen Bereichen wie Merchandise und Apparel zu einer echten Kultmarke werden und hochmargige Umsätze erzielen können.

Das größte Risiko besteht darin, dass die Restrukturierung, insbesondere die Preispolitik für die neuen Motorräder, schief läuft und das Gegenteil erreicht wird: Harley-Davidson wird nicht begehrter, sondern eingefleischte Fans kehren der Marke den Rücken.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des letzten Geschäftsjahres beträgt 8,3 - gemessen daran sind 3,7% aller Aktien im Vergleichsuniversum günstiger bewertet.

Harley-Davidson zahlt eine Dividende von 0,69 USD und hat damit eine Dividendenrendite von 2,4%. 22,8% aller Aktien im Vergleichsuniversum haben eine höhere Dividendenrendite.

Dividende 2024: 0,69 USD je Aktie (2,3 % Dividendenrendite)
Dividende 2023: 0,66 USD je Aktie (1,8 % Dividendenrendite)
Dividende 2022: 0,63 USD je Aktie (1,5 % Dividendenrendite)
Dividende 2021: 0,60 USD je Aktie (1,6 % Dividendenrendite)

Seit 2015 weist die Aktie von Harley-Davidson einen Kursabschlag von durchschnittlich -6,4% p.a. aus.

Im langfristigen Vergleich trennt sich die Spreu vom Weizen: Während die 100 Champions-Aktien aus dem boerse.de-Aktienbrief in der Zehn-Jahres-Betrachtung Kursgewinne von im Mittel +15,6% verbuchen, entwickelte sich das Harley-Davidson-Papier massiv schlechter und das bei merklich erhöhtem Risiko.

Die Liebe zum alten Eisen

Manche Motorräder wie Peter Fondas Chopper aus dem Kultfilm "Easy Rider" oder einige englische Motorrad-Klassiker erzielen auf Auktionen enorme Summen. Ist das vielleicht auch ein Anlagetipp für den kleineren Geldbeutel?

"Wer heute, in der Niedrigzinsphase, Geld nicht auf dem Geldmarkt investieren möchte, denkt zunächst an Immobilien - Betongeld verkommt nicht", sagt Auktionator Frank Ehlert vom Auktionshaus Auktionspunkt in Potsdam.

"Aber wie alte Autos sind auch klassische Motorräder eine gute Möglichkeit, Geld sicher anzulegen." Zwar handele es sich um einen Sammlermarkt, auf dem man sich auskennen müsse - "nicht jedes alte Motorrad, das gut aussieht, taugt auch als Wertanlage" - aber man verliere ganz sicher kein Geld.

Klaus Limbächer ist sogar überzeugt, dass bei Fahrzeugen, die heute schon einen Sammler- und Begehrlichkeitswert haben, die Preise definitiv steigen werden. Der Inhaber des Motorradhauses Limbächer & Limbächer Biker’s World in Filderstadt rät, "bei sehr teuren Fahrzeugen aus der Zeit um den Zweiten Weltkrieg auf eine nachvollziehbare Historie, am besten mit Originalpapieren zu achten".

Als Beispiel nennt er "englische Marken wie Vincent und Brough Superior oder auch die deutsche Firma Zündapp mit der KS 800".

Gerade die Modelle von Brough Superior und Vincent stehen auch für Peter Mergelkuhl "ganz oben auf der Preisliste". Zudem nennt der Redakteur der Zeitschrift "Oldtimer Markt" mit Münch eine weitere deutsche Marke, die in den vergangenen Jahren enorm zugelegt habe - im Topzustand kosten Modelle mittlerweile sechsstellig.

Anfang 2018 wurde in Las Vegas eine Vincent Black Lightning von 1951 zum Rekordpreis von 929.000 Dollar versteigert. In diese Preisregionen stoße man vor allem dann vor, wenn eine besondere Vorgeschichte vorliegt, sagt Mergelkuhl, "etwa wenn das Fahrzeug aus prominentem Besitz stammt."

So erinnert er sich, dass der Harley-Davidson-Chopper, den Peter Fonda angeblich im Kult-Streifen "Easy Rider" gefahren hat, 2014 etwas mehr als eine Million Euro erzielt haben soll - obwohl zunächst Zweifel an der Echtheit des Fahrzeugs bestanden.

So sieht Limbächer zum Beispiel eine Kawasaki Z 900 oder eine Honda CB 750 Four als Wertanlage.

"Bei diesen Maschinen liegen diese Preise aktuell in einem Bereich zwischen 15.000 und 20.000 Euro", sagt Mergelkuhl.

Aktuell werde sie aber gerade einmal mit 3000 Euro bewertet.

"Salopp gesagt, haben Fahrzeuge, die auf den ersten Kick anspringen, immer einen höheren Wert als Fahrzeuge, die stehen", sagt Auktionator Ehlert.

Es müsse ja nicht gleich eine Weltumrundung sein. Auch Limbächer empfiehlt, regelmäßig zu fahren und nicht nur alle, zwei drei Jahre mal eine Ausfahrt zu machen. So könne man Standschäden vorbeugen.

"Bei einem Motorrad, das gefahren wird, ist es kaum möglich, den Zustand 1 zu erhalten. Selbst geringe Einfärbungen an den Vergasern bedeuten bereits eine Abwertung".

Zusammenfassung

Dieser Artikel zeigt, dass Harley-Davidson Motorräder tendenziell wertstabil sind und sich unter bestimmten Umständen als Wertanlage eignen können. Wichtige Faktoren sind Modell, Zustand, Historie und Marktentwicklung. Eine sorgfältige Recherche und Marktbeobachtung sind entscheidend für eine erfolgreiche Investition.

Die wertstabilsten Motorräder (Schwacke-Analyse)

Platz Motorrad Restwert nach 2 Jahren
1 Harley-Davidson Street Glide 87,6%
19 BMW R 1200 GS Adventure Triple Black 83,7%

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