Böse Zungen behaupten ja, dass man im reifen Alter von 50 oder 60 Jahren irgendwann mal beginnt, als Motorradfahrer von einer Harley-Davidson zu träumen. Ich muss gestehen, dass das bei mir schon zum 40. Geburtstag der Fall war. Bei diversen Testfahrten mit verschiedenen Harley-Davidson Modellen hatte ich immer wieder dieses unverkennbare Gefühl und Verlangen: So etwas muss ich haben, so ein Stück amerikanischer Freiheit brauche ich auch in meiner Garage. Man kann schließlich nicht ewig nur träumen, irgendwann muss man zugreifen.
Viele Harley-Davidson-Neueinsteiger denken vermutlich als Erstes an eine Fat Boy - ein absolut klassisches, ikonisches Harley-Davidson-Modell. Doch welche Harley passt wirklich zu Dir? Hier sind einige Modelle und Tipps für Einsteiger, um den amerikanischen Traum auf zwei Rädern zu finden.
Die Faszination Harley-Davidson
Ich bin wohl einer jener wenigen Menschen, die bei der Marke Harley-Davidson zuerst an die Touring-Modelle denken. Also an Motorräder, mit denen man tatsächlich weite Distanzen zurücklegt und nicht nur von Bar zu Bar cruist. So empfinde ich Amerika, wenn ich durch die verschiedenen Bundesstaaten gleite und Kilometer um Kilometer unter mir lasse. Und genau diese Weite, diese Distanz, diese überwältigende Größe ist etwas, was ich nicht nur mit Amerika, sondern eben auch mit Harley-Davidson verbinde.
Beliebte Modelle im Überblick
Harley-Davidson Road Glide Limited
Ich persönlich träume seit Jahren am intensivsten von einer Harley-Davidson Road Glide Limited. Die Road Glide Limited ist ein Luxustourer, der aktuelle Technik und Harley-Tradition eindrucksvoll vereint. Dank der rahmenfest montierten Sharknose-Verkleidung mit dreifachen Belüftungsöffnungen werden Verwirbelungen am Helm bei Autobahntempo deutlich reduziert, was auf langen Etappen Komfort und Stabilität erhöht. Zur Serienausstattung gehören ein umfangreiches Infotainmentsystem (Boom! Box GTS) mit Touchscreen und Navigationsfunktionen, beheizbare Griffe und ein geräumiges Tour-Pak-Gepäcksystem für ausgedehnte Reisen.
Dieses Modell knüpft an eine lange Entwicklung an: Bereits 1980 führte Harley-Davidson mit der FLT Tour Glide einen Tourer mit rahmenfester Verkleidung ein, der 1998 in verbesserter Form als Road Glide zurückkehrte. Die Road Glide ist für mich ein wahrhaftiges Reisemotorrad, mit dem auch endlose Distanzen in beneidenswertem Komfort absolviert werden können. Gleichzeitig entstehen im Sattel dieses Kraftpakets schlicht und ergreifend Glücksgefühle, die man nur schwer in Worte fassen kann.
Harley-Davidson Low Rider S
Interessanterweise inspiriert mich noch ein völlig anderes Modell von Harley-Davidson immer wieder aufs Neue: die Harley-Davidson Lowrider S. Reduziert auf das Wesentliche besteht dieses Motorrad aus einem kraftstrotzenden Motor, zwei Rädern, einer überraschend komfortablen Sitzposition und einem perfekt positionierten Lenker. Mehr braucht es nicht. Die Low Rider S ist ein kraftstrotzender Cruiser, der klassische Linien mit moderner Performance verbindet. Angetrieben vom öl-/luftgekühlten Milwaukee-Eight 117 Motor (1.923 cm³) dem hubraumstärksten serienmäßigen V-Twin von Harley-Davidson liefert sie über 170 Nm Drehmoment und unmittelbare Gasannahme. Die Low Rider S tritt in die Fußstapfen der ursprünglichen Low Rider von 1977, die als erster Factory Custom von Willie G. Davidson die Motorradwelt begeisterte.
Kaum ein anderes Harley-Modell versprüht für mich so viel Coolness und rohen Charakter wie die Low Rider S. Möchtest du deine Sorgen, Probleme und den Alltag hinter dir lassen? Steige einfach auf, drücke den Startknopf und lege los.
Harley-Davidson Fat Boy
Der Fat Boy ist seit Jahrzehnten eine Ikone unter den Harley-Davidson Cruisern. Bereits optisch beeindruckt der Fat Boy mit seinen breiten Lakester-Scheibenrädern (18-Zoll) und dem wuchtigen 240er Hinterreifen, die ihm seit jeher seinen massiven Auftritt verleihen. Details wie der breite Lenker und die niedrige Sitzhöhe tragen zum entspannten Cruiser-Feeling bei. Seit seiner Markteinführung 1990 steht der Fat Boy sinnbildlich für den American Big Cruiser. Über mehr als 30 Jahre hinweg wurde er stetig weiterentwickelt, ohne seinen kernigen Charakter einzubüßen.
Es ist ein Motorrad für besondere Anlässe, für Sonntagnachmittage, aber nicht unbedingt für den alltäglichen Gebrauch oder die große Tour.
Harley-Davidson Pan America 1250 Special
Mit der Pan America 1250 Special betrat Harley-Davidson Neuland und schuf einen Adventure-Tourer, der amerikanischen Charakter mit modernster Allround-Performance vereint. Ihr flüssigkeitsgekühlter Revolution Max 1250 V-Twin leistet rund 150 PS (112 kW) und bietet einen breiten nutzbaren Drehzahlbereich ein kraftvoller Antrieb, der auf Asphalt wie auf Schotter überzeugt. Für wechselnde Bedingungen ist die Pan America vollgepackt mit High-Tech: Sie verfügt über ein elektronisch einstellbares Fahrwerk mit Adaptiver Ride Height, das an Ampeln das Fahrzeug absenkt. Die 2021 eingeführte Pan America markiert einen Meilenstein in der Firmengeschichte als erstes Adventure-Bike von Harley-Davidson hat sie neues Terrain erobert.
Sie bietet auch auf lange Strecken einen bemerkenswerten Fahrkomfort, hat charismatische Fahreigenschaften, und man erlebt tatsächlich wunderbare Momente im Sattel dieses Bikes. Die Pan America hingegen fühlt sich für mich ähnlich an wie eine BMW GS Adventure, eine Triumph Tiger Explorer oder vielleicht auch eine KTM 1290 Super Adventure.
Harley-Davidson Nightster (2022)
Mit der neuen Nightster soll an alte Erfolge angeknüpft werden. Es dürfte niemanden überraschen, dass Harley-Davidson die attraktive Technik der neuen Sportster S nicht exklusiv in einem Modell belässt. Mit dem Wegfall der luftgekühlten Sporties fehlt am unteren Ende der Preisskala eine interessante Offerte. Die Erfolge der günstigen Iron-Modelle der alten Generation hallen stark nach und müssen bestätigt werden.
Angetrieben wird die neue Harley-Davidson Nightster von einer kleineren Version der 1250T-Motors der Sportster S: 975 Kubik ergeben 66 Millimeter Hub und 97 Millimeter Bohrung. Sprich: Dieser Motor, wie auch der 1250er, ist seit Jahren fertig und nur aus strategischen Gründen unter dem Schweigemantel geblieben. Das Chassis übernimmt die Harley-Davidson Nightster in weiten Zügen von der Sportster S. Das Gewicht liegt mit fahrbereiten 221 Kilo angenehm niedrig und auf Niveau der S. Die Nightster rollt vorn auf einem 100/90-19-Reifen und hinten auf einem 150/80 B 16, während die Sportster S hinten einen 180er in 16 Zoll fährt und vorn breite 160 in 17 Zoll.
Harley-Davidson Softail Standard
Harley-Davidson hat ein Motorrad für Liebhaber dicker US-Kultbikes mit nicht ganz so dicker Brieftasche aufgelegt. Im Frühsommer 2020 soll auf dem deutschen Markt die Softail Standard an den Start gehen. Die ist als Angehörige der mittelschweren Softail-Baureihe der Amis ein ganz schön dicker Brocken, kostet aber mit knapp 13.500 Euro überschaubar viel. Die Harley-Davidson Softail Standard ist am ehesten etwas für Puristen. Harley hat sie total reduziert und alles an Ausstattung weggelassen, was ging. Auch optisch fährt die Softail Standard ganz minimalistisch vor, hat als Highlights nur Lack in der Farbe "Vivid Black", polierte Teile und viel Chrom mitbekommen. Das einzige Helferlein an Bord ist ABS. Der Fahrer nimmt auf einem Solositz Platz und dirigiert die sehr klassisch anmutende Harley über einen Mini-Apehanger-Lenker, der auf einem Riser montiert ist.
Der großenteils in Schwarz gehaltene Zweizylinder der Amerikanerin hat 1745 Kubikzentimeter Hubraum, leistet 87 PS und entwickelt 145 Nm maximales Drehmoment. Dank ihrer Kraft soll die Harley bis zu 190 km/h schnell sein.
Harley-Davidson Sportster Iron 883 und Harley-Davidson Street 750
Die Harley-Davidson Street 750 gilt als zarteste Versuchung, seit es Harley gibt. Harley-Davidson will den Fan-Kreis erweitern, die Harley-Davidson Street 750 soll europäische Neukunden im Alter zwischen 18 und 30 Jahren begeistern. Deshalb hat Harley-Davidson ein Werk in Indien errichtet, in dem die Modelle Street 500 (kommt nicht nach Europa) und Street 750 komplett gebaut werden.Der Preis ist noch nicht festgelegt, wird sich aber um die 8000 Euro bewegen, lässt der Importeur verlauten. Mit 9495 Euro inklusive ABS ist die Iron Harleys günstigstes und zugleich auch ein ungemein cooles Modell.
Alles an der Harley-Davidson Street 750 wirkt auf den ersten Blick billig gemacht. Die Schalterchen könnten aus dem Kaugummiautomaten stammen, und die runde Scheinwerfer-Verkleidung wirkt wie aus einem großen schwarzen Joghurtbecher geschnitten. Im direkten Vergleich beider Motoren agiert der 750er wesentlich lebendiger, tatendurstiger, läuft zudem geschmeidiger und vibriert viel weniger. Die Harley-Davidson Street 750 wesentlich leichter und spielerischer als ihre Schwester und ist handlicher.
Technische Daten im Vergleich
| Modell | Motor | Leistung | Drehmoment | Gewicht vollgetankt | Tankinhalt |
|---|---|---|---|---|---|
| Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor | 39,0 kW (53 PS) bei 5750/min | 70 Nm bei 3750/min | 258 kg | 12,5 Liter |
| Harley-Davidson Street 750 | Zweizylinder-Viertakt-60-Grad-V-Motor | 42,0 kW (57 PS) bei 8000/min | 60 Nm bei 4000/min | 231 kg | 13,1 Liter |
Die Harley-Davidson Street 750 wirkt nicht besonders edel, aber sie fährt manierlich - wie sieht die Zielgruppe der Street 750 in Deutschland aus? Die Antwort ist denkbar einfach: Alle, die mit einer Harley schon lange liebäugeln, denen die Brocken aus Milwaukee jedoch bislang zu schwer und zu groß waren, könnten theoretisch zur Street 750 greifen, der handlichsten Harley im Programm.
Weitere Überlegungen für Anfänger
Als ABSOLUTER Anfänger würde ich von der Preisklasse, nicht von den gewünschten Moppeds als Solche, im 1. Jahr die Finger lassen, denn hinschmeissen wirst du den Bock aus Unsicherheit auf jeden Fall, idealerweise im Stand, aber es wird zu 99% passieren!!, und da ist was preiswertes zum üben im 1. Jahr sicher in meinen Augen die bessere Alternative.
Ich hab mit 49 den Führerschein gemacht und währenddessen eine Road King Special bestellt. War mein Geschenk an mich zum 50zigsten. Probefahrt war mangels Führerschein nicht möglich! Für mich war immer klar, wenn Moped, dann Harley. Auf was anderes hatte ich einfach keine Lust. Also....drauf gepfiffen was andere so meinten ("...fahr erstmal was kleineres") und nach der Prüfung die Harley abgeholt. Ja, sie ist schwer. Ja, man sollte sich dessen immer bewusst sein. Es muss Spaß machen und das macht es nur wenn man das fährt was man möchte und sich erträumt hat.
Wenn ich aber in die Garage komme und meine schwere und unbequeme Breakout sehe, habe ich sofort gute Laune und ein zutiefst zufriedenes Gefühl. Das ist es worauf es für mich beim Motorrad ankommt.
Musst du die Leistung drosseln? Gibt es dat immer noch?? Egal. Ich würde die Kiste kaufen die dir gefällt und passt. Auf jeden Fall nicht erst mal Kompromisse machen und erst son Hilfsfahrrad kaufen was dir nicht gefällt, nicht passt und dann wieder verkaufst. Möglicherweise noch mit Verlust.
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