Harley Davidson Antriebsriemen Wartung

Der Antrieb eines Motorrades leitet die Kraft vom Getriebeausgang zum Hinterrad. Kette, Kardan und Zahnriemen haben je eigene Vor- und Nachteile und unterscheiden sich auch beim Thema Wartung und Pflege. Im Folgenden werden wir uns auf den Zahnriemen konzentrieren, insbesondere im Kontext von Harley Davidson Motorrädern.

Antriebsriemen vs. Kette und Kardanwelle

Motorräder verwenden eine von drei Bauarten, um die Kraft ihres Verbrennermotors ans Hinterrad weiterzuleiten: Kette, Kardan oder Zahnriemen. Diese drei Varianten unterscheiden sich nicht nur in ihrer Funktionsweise, sondern besonders auch in Bezug auf den Wartungsaufwand und die Reparaturmöglichkeiten.

Die Kardanwelle

Bei einer Kardanwelle wird die Kraft über eine Gelenkwelle zum Hinterrad übertragen. Da es sich um ein geschlossenes System handelt, ist der Kardanantrieb ein ebenso sauberes wie wartungsfreundliches Konzept und außerdem sehr langlebig. Die Nachteile sind das hohe Gewicht, ein höherer Leistungsverlust und je nach Bauart eventuell auch stärkere Lastwechselreaktionen.

Die Wartung eines Kardanantriebs beschränkt sich normalerweise auf einen Ölwechsel, der nach Herstellerangaben durchgeführt wird. Tritt hier wegen defekter Dichtringe Öl aus, kann es auf Reifen oder Bremsscheibe gelangen - gefährlich! Die eigentliche Kardanwelle sowie das Kreuzgelenk laufen fast immer trocken und werden werksseitig meist mit MoS2-Fett geschmiert. Ein defekter Kardan macht sich häufig durch eine stärkere Geräuschentwicklung bemerkbar.

Die Kette

Der im Motorradbau am häufigsten verwendete Sekundärantrieb ist die Kette. Ein Kettenantrieb ist nicht nur einfach aufgebaut, sondern vor allem kostengünstig zu produzieren. Sofern die Kette richtig gespannt und geschmiert ist, hat er nur einen geringen Leistungsverlust. Niedriges Gewicht, ein relativ einfacher Wechsel des Kettensatzes sowie die Möglichkeit, die Übersetzung mithilfe von größeren/kleineren Kettenrädern zu ändern, sind weitere Vorteile der Kette. Der größte Nachteil ist ihre aufwendigere Pflege (Schmieren, Reinigen und Spannen) sowie die begrenzte Lebensdauer.

Die Kette eines modernen Motorrads muss regelmäßig nachgeschmiert sowie gegebenenfalls gereinigt werden. Mangelnde Schmierung führt zu hohem Verschleiß, Leistungsverlust sowie stärkeren Lastwechselreaktionen. Eine gut geschmierte Kette kann bis zu 40.000 km halten, ungepflegte Exemplare sind oft schon nach weniger als 10.000 km am Ende ihrer Lebensdauer.

Der Zahnriemen

Die Alternative zum Kettenantrieb ist der Zahnriemen, der ein fast identisches Prinzip hat, aber aus einem anderen Material besteht. Sein größter Vorteil ist der geringere Wartungsaufwand. Er muss nicht geschmiert werden, ist leiser, hat aufgrund der Elastizität des Riemens geringere Lastwechselreaktionen und eine Lebensdauer von ca. 40.000 km. Allerdings ist er breiter, benötigt daher mehr Platz und hat einen etwas höheren Leistungsverlust als ein Kettenantrieb. Da er aus mit Nylon oder Kevlar verstärktem Gummi besteht, altert er und kann spröde werden und reißen. Verbaut wird er überwiegend bei Harley-Davidson und Buell, aber auch bei einigen BMWs.

Wartung des Antriebsriemens

Ein Zahnriemen arbeitet ähnlich einer Kette, muss aber nicht geschmiert werden - saubere Sache. Die Alternative zum Kettenantrieb ist der Zahnriemen, der ein fast identisches Prinzip hat, aber aus einem anderen Material besteht. Sein größter Vorteil ist der geringere Wartungsaufwand.

Wie bei einer Kette muss die Spannung natürlich kontrolliert werden. Ein Nachspannen ist in der Regel aber viel seltener erforderlich, oft erst nach 8.000 km. Die Kontrolle der Spannung erfolgt meist mithilfe eines speziellen Riemenspannungsmessers, der einen entsprechenden Druck aufbaut. Er wird am Gummi-Noppen gehalten und mit dem Winkelstück von unten mittig gegen den Riemen gedrückt.

Falls der Riemen nachgespannt werden muss, entspricht der Ablauf in etwa dem der Kette. Über Spanner an der Schwinge wird das Rad verschoben. Das muss auf beiden Seiten natürlich gleichmäßig erfolgen, die korrekte Flucht kann auch hier mit einem Laser kontrolliert werden. Ein zu straff gespannter Riemen kann reißen oder das Getriebeausgangslager beschädigen.

Häufige Probleme und Lösungen

Quietschgeräusche

Läuft der Riemenantrieb mit quietschenden Geräuschen, ist das Hinterrad oft nicht richtig justiert. Grundsätzlich sollte der Riemen aber nicht geschmiert werden, da sich sonst Schmutzpartikel sammeln, die schmirgelnd wirken.

Es gibt verschiedene Ansätze zur Behebung von Quietschgeräuschen:

  • Prüfen, ob das Rad parallel zum Riemen steht.
  • Silikonspray kann kurzzeitig helfen, den Riemen geschmeidig zu halten.
  • Ein spezielles Fett, das beim Harley-Davidson Händler erhältlich ist, kann verwendet werden.
  • Talkum aus der Apotheke kann auf die Riemenoberfläche aufgetragen werden.

Riemenriss

Ein Austausch des Zahnriemens ist nach ca. 40.000 Kilometern vorgesehen und erfordert einen Ausbau der Schwinge. Je nach Modell werden neben dem Riemen auch die Riemenscheiben sowie die Ruckdämpfer gewechselt.

Faktoren, die zu einem Riemenriss führen können:

  • Falsche Riemenspannung
  • Ein Steinchen, das sich durch den Riemen arbeitet und Zugstränge zerstört
  • Nicht fluchtende Riemenräder
  • Materialermüdung
  • Hohes Drehmoment in Verbindung mit einem schmalen Riemen

Empfehlungen und Tipps

  • Regelmäßige Sichtkontrolle von Riemen und Riemenscheibe auf eventuelle Beschädigungen.
  • Den Riemen sauber halten und auf die richtige Spannung achten.
  • Bei Anzeichen von Verschleiß (abgebrochene Zähne, Ausfransungen, Risse) den Riemen rechtzeitig tauschen.
  • Kein Silikonspray auf die Riemenflanken auftragen, da dies die Faserstruktur des Riemens zerstören kann.

Ein gut gepflegter Antriebsriemen kann die Lebensdauer und Zuverlässigkeit Ihres Harley Davidson Motorrads erheblich verbessern. Achten Sie auf die genannten Wartungshinweise und beheben Sie Probleme frühzeitig, um größere Schäden zu vermeiden.

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