Harley-Davidson ist mehr als nur ein Motorrad - es ist ein Kult, ein Lebensgefühl. Das Design, der Motor, der Sound - all das macht eine Harley einzigartig. Speziell die alten Maschinen haben extrem niedrige Leerlaufdrehzahlen. Wenn eine von denen auf dem Seitenständer steht und das Motorrad hin- und her vibriert, dann bekommt man immer noch Gänsehaut.
Harley-Davidson in Belgien
In Belgien betreibt Harley-Davidson ein Zentrallager für Europa. Von hier aus werden neue Stücke direkt an die Händler geliefert. Wenn ein Händler ein bestimmtes Modell in der richtigen Farbe sucht, kann er im Zentrallager in Belgien nachsehen. Wenn es dort verfügbar ist, hat er es innerhalb einer Woche.
Die Maschinen, die schon Ende Sommer für die nächste Saison geordert werden, sind dann in Belgien verfügbar. Früher gab es feste Kontingente, um den Preis hoch zu halten, aber das ist vorbei. Was Harley-Davidson aber auch nicht tut, ist Motorräder auf Lager zu legen.
Harley-Davidson hat seinen Marktanteil in Belgien erheblich gesteigert. Früher hatte man einen Marktanteil von 3,5 Prozent, heute sind es rund 10 Prozent. Das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass die Marke im Motorradmarkt lediglich einen Marktanteil von nur zwölf Prozent hat.
Die Faszination des Sammelns
Matthias Korte ist ein leidenschaftlicher Sammler von Harley-Davidson-Motorrädern. Er wurde als Jugendlicher durch den Film "Easy Rider" vom Chopper-Fieber gepackt. In seiner zwanzigjährigen Sammlerkarriere gingen rund 40 Harleys durch seine Hände. Aktuell umfasst seine Sammlung 29 Motorräder.
Korte unterscheidet zwei Kategorien von Sammlern: Die einen stellen die Maschinen nur hin, die anderen wollen fahren. Seine erste Harley war eine Panhead, die er 1972 kaufte, fuhr und dann leider verkaufte. Heute wäre sie ein schönes Objekt in seiner Sammlung, aber er hat erst vor etwa 20 Jahren mit dem Sammeln angefangen.
Wertvolle Sammlerstücke
Zu Kortes Sammlung gehört auch die 29JD von 1929, eine der seltensten Harleys überhaupt. Sie hat 29 PS und ist das erste Bike von Harley mit Vorderrad-Bremse. Von dieser Modellreihe wurden extrem wenig Exemplare gebaut - Harley schätzt die Anzahl auf 50 bis 70 Stück. Einzigartig macht dieses Motorrad zudem, dass es in Deutschland ausgeliefert wurde. Korte besitzt den Original Kfz-Brief.
Richtig wertbeständige Oldtimer sind Knuckleheads, insbesondere die frühen 1936er, die sehr selten sind. Die 1947er Knuckle ist auch eine gute Investition, obwohl sie in wesentlich größeren Stückzahlen gebaut wurde. Eine 36er liegt zwischen 60.000 und mehr als 100.000 Euro. Die 47er wird zwischen 40.000 und 70.000 Euro gehandelt. Korte besitzt beide Modelle, leider nicht im Originalzustand.
Der Wert eines Sammlermodells bestimmt sich in erster Linie nach der Originalität. Schutzbleche sind ganz wichtig, und es kommt darauf an, wie viele Schrauben original sind. Und wenn man Unterlagen und Dokumente hat, was bei Harleys nur selten der Fall ist, hebt das den Wert spürbar an. Ein originales Motorrad mit Originallack ist mehr wert als eine spitzenrestaurierte Maschine.
Wo findet man Sammlerstücke?
Die Zeit der Scheunenfunde ist vorbei. Korte besitzt zwar zwei, aber heute findet man Sammlerstücke auf Motorradbörsen, im Internet und überwiegend im Herkunftsland Amerika. Er selbst ist bekannt in der Szene und bekommt oft Angebote, bei denen die Leute den maximalen Profit herausholen wollen.
Individualisierung und Custombikes
Schon früher haben Harley-Besitzer ihre Maschinen nach ihrem Geschmack umlackiert und umgebaut. Auch heute noch ist die Individualisierung ein wichtiger Aspekt der Harley-Davidson-Kultur. Axel Frohwerk und sein Bruder Robin sind zwei junge Männer, die dem Harley-Davidson Chopper, oder besser, Bobber- und Choppergospel, verfallen sind. Sie bauen ihre Harleys selbst um und orientieren sich dabei an den ganz alten Vorbildern.
Axel baute seine Softail zum Bobber um und verpasste ihr einen Used-Look mit entsprechend behandelter Lackierung. Am Rahmen weichen beidseitig die hinteren Schutzblechhaltestreben der schneidenden Gewalt einer Flex. Später wurde er zum Chopperfan und montierte eine schmale Sportstergabel und eine handgebogene schwarze Sissybar mit Gartentorspitze. Mit dreiundzwanzig kaufte er sich dann eine Shovelhead, Basis für einen Umbau zum stilechten Seventies-Chopper.
Robin kaufte seinem Vater eine Evo Softail ab und mutierte auch Robins erste Harley zum Bobber. Er ist gelernter Kfz-Mechatroniker und schraubt schon immer gerne an Autos und Mopeds rum. Offensichtliches Highlight ist die handgemachte Sissybar. Unsichtbar hingegen lässt er die vordere Bremsleitung ein Stück weit versteckt im Lenker verlaufen - viel Aufwand einer cleaneren Optik wegen. Dem Rahmen allerdings erspart er jegliche Schneide- und Schweißaktion.
Ein spezielles Custombike: DER HENKER
Martin aus Belgien baute sich in 2010 ein Harley Custombike voller Anspielungen mit dem treffenden Namen, DER HENKER, El Verdugo. Es wird gefahren und läuft dank des Sportster Motors recht zügig. Das Fahrzeug macht einen sehr linienförmigen Gesamteindruck, hat aber auch bei genauer Betrachtung unzählige verspielte Details die einfach Spass machen. Es ist eine beachtenswert customizte Harley-Davidson Sportster, die nebenbei noch gut zu fahren ist.
Wartung und Pflege
Die Wartung seiner Harleys übernimmt Matthias Korte selbst. Man muss die Motorräder abschmieren, Radnaben und Bremsanker zum Beispiel. Wenn die Maschine länger gestanden hat, aber vorher gefahren wurde, ist ein Ölwechsel fällig. Ansonsten sind Harleys recht wartungsarm, wenn man seine Arbeiten richtig macht.
Die Zukunft von Harley-Davidson
Auch in Zukunft wird bei Harley-Davidson jede Menge los sein. Für 2017 wurde die Touring-Baureihe vorgestellt. Das Highlight war sicher die Touring-Baureihe. Die neuen Modelle sind mit Milwaukee-Eight-Motoren mit 1.745 und mit 1.868 Kubikzentimeter ausgestattet. Zudem verfügen sie über eine verbesserte Federung an Front und Heck, was den Komfort auf langen Fahrten erhöht.
Die Marke setzt auf Emotionen. Die Kunden kaufen sich emotional in die Welt des Herstellers ein und erfahren bei Harley Freiheit - ein echtes Lebensgefühl. Auch wenn andere Hersteller weiterhin technisch perfekte, allerdings emotionslose Motorräder bauen, sind neue Modelle von Harley-Davidson meist schon im Frühjahr ausverkauft.
Harley-Davidson Modelle und ihre Besonderheiten
Die folgende Tabelle zeigt einige beliebte Harley-Davidson Modelle und ihre Eigenschaften:
| Modell | Besonderheiten |
|---|---|
| Knucklehead (1936) | Sehr selten, wertbeständig |
| Knucklehead (1947) | Gute Investition, höhere Stückzahl |
| Panhead mit Springer-Gabel | Chopper-Style der frühen sechziger Jahre |
| Softail | Beliebt für Bobber-Umbauten |
| Shovelhead | Basis für stilechte Seventies-Chopper |
| Sportster | Vielseitig, beliebt für Custombikes |
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