Die Modelle der Dyna Familie (1991 - 2017) bieten ein dynamisches und ungefiltertes Fahrerlebnis in Kombination mit einem puristischen Design. Für zahlreiche Kunden bilden die attraktiv gestalteten Fahrmaschinen den Einstieg in die Welt des Harley-Davidson „Big Twins“.
Die Geschichte der Dyna Baureihe
Die Dyna Baureihe von Harley-Davidson debütierte 1991 mit dem Modell FXDB „Sturgis“ das erste Mal. Zu den damaligen Innovationen gehörte der fahrstabile Rahmen, welcher auch zur Namensgebung der Modellreihe beiträgt. Ab 1999 wurde die Dyna Modellreihe mit dem zu der Zeit neuen Twin-Cam-88-Motor ausgestattet. Der vibrationsarm aufgehängte Motor wird von zwei Nockenwellen angetrieben und verfügt über 1449 cm³.
2006 überarbeitete Harley-Davidson die Baureihe und spendiert ihr einen neuen Rahmen, neue Vordergabeln sowie das Cruise-Drive-Sechsganggetriebe, das Hand in Hand mit dem neuen Twin-Cam-96-Motor eingeführt wird.
2018 wird die Dyna Baureihe in die Harley-Davidson Softail Baureihe überführt und entfällt damit gänzlich. Einige Modelle der Baureihe Dyna werden übernommen und wechseln zum oben gezeigten Softail Rahmen.
Entwicklung der Dyna Modelle
Folgende Modelle wurden im Rahmen der Dyna Baureihe entwickelt:
- Dyna Super Glide FXD
- Dyna Super Glide Custom FXDC
- Dyna Street Bob FXDB
- Dyna Wide Glide FXDWG
- Dyna Fat Bob FXDF
- Dyna Switchback FLD
- Dyna Super Glide Sport FXDX
- Dyna Low Rider
Technische Details und Innovationen
Bei diesem luftgekühlten Motor handelt es sich je nach Modell um den 1690 Kubikzentimeter großen Twin Cam 103 oder den 1801 Kubikzentimeter großen Twin Cam 110. Der V2 wird von der elektronischen Harley-Davidson Kraftstoffeinspritzung ESPFI befeuert, die eine saubere Verbrennung und druckvollen Schub in jeder Fahrsituation sicherstellt. Zwei O2-Sensoren messen den Sauerstoffgehalt im Abgas, während ein Katalysator die Schadstoffe filtert.
Die Kraftübertragung übernehmen das Cruise Drive Getriebe, dessen sechster Gang als drehzahlschonender Overdrive ausgelegt ist, sowie ein nahezu wartungsfreier und äußerst reißfester Sekundärzahnriemen. Hohe Fahrstabilität und ein leichtes Handling stellt der steife Dyna Rahmen sicher, in dem das Triebwerk schwingungsentkoppelt gelagert ist.
Zwei seitlich angeordnete Federbeine führen die stabile Schwinge, während eine Telegabel mit 49 Millimetern Standrohrdurchmesser für die Vorderradaufhängung verantwortlich zeichnet. Vierkolben-Festsattelbremsen vorn (Low Rider S: Doppelscheibenbremse) und Zweikolben-Schwimmsattelbremsen hinten sorgen im Verbund mit stahlummantelten Bremsleitungen für eine kraftvolle Verzögerung mit klarem Druckpunkt. Alle Dyna Modelle bremsen ABS-unterstützt.
Der tiefe Schwerpunkt und die niedrige Sitzposition tragen dazu bei, dass sich eine Dyna auch bei geringen Geschwindigkeiten ausgesprochen leicht und sicher dirigieren lässt. Je nach Ausführung ordnet Harley-Davidson die Fußrasten mittig oder vorverlegt an. Alle Modelle verfügen über eine klassische Tankkonsole mit darin integriertem analogem Tachometer (Low Rider und Low Rider S zusätzlich mit analogem Drehzahlmesser) sowie über den edlen, tropfenförmigen Luftfilter (LowRider S: Heavy Breather Luftfilter) und die seitlich sichtbare Batterieabdeckung unter dem Sitz.
Serienmäßig an Bord ist zudem das Security System mit Alarmanlage und Wegfahrsperre. Das System erkennt die Anwesenheit des Fahrers am Key Fob und aktiviert beziehungsweise deaktiviert sich selbsttätig und ohne Tastendruck.
Der Ursprung des Customizing
Es war die Ära, in der Willie G. Davidson, Enkel des Firmengründers William A. Davidson, sein Designstudium abgeschlossen hatte und in das Unternehmen eintrat, das seinen Namen trägt. Man schrieb das Jahr 1963, als Willie G. zusammen mit einem einzigen weiteren Mitarbeiter das Harley-Davidson Styling Department gründete. Es war eine großartige Zeit für ihn, denn er konnte bei Null anfangen und das Management gewährte ihm freie Bahn.
So sehr er diese Freiheit genoss, so klar waren seine Vorstellungen von dem, was er seinen Kunden bieten wollte: eine imposante „Custom Machine“, die bereits serienmäßig ein so individuelles Feeling vermittelte, wie es die „Chopper“ ausstrahlten, jene Unikate, die in vielen Stunden mühevoller Arbeit in kleinen Werkstätten und Hinterhofgaragen entstanden.
1971 stand das Ergebnis seiner Überlegungen auf den Rädern. Es war die Synthese aus Gabel und Vorderrad einer XL Sportster und Rahmen, Shovelhead Triebwerk sowie Hinterrad einer FL Electra Glide. Darauf verwies das Typkürzel FX, das zugleich für „Factory Experimental“ stand und die neue „Super Glide“ zierte, die als Urahn der heutigen Dyna Modelle gelten darf. Mit ihr legte die Motor Company den Grundstein zum „Factory Customizing“, dem Custombike ab Werk.
Es folgten weitere Typen wie die „Low Rider“ (1977) sowie die „Wide Glide“ (1980), und kurze Zeit später war der Begriff „Custom“ aus der Harley-Davidson Modellpalette nicht mehr wegzudenken. Aus der FX Baureihe ging in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts die FXR Familie („R“ für „rubber mounted“) hervor - die ersten Typen, in denen der vibrationsisoliert gelagerte neue Evolution Motor und ein neuer Rahmen zum Einsatz kamen.
Modellpflege und Weiterentwicklung
1991 debütierte die FXDB „Sturgis“, das erste Modell, das anstelle des „R“ den Buchstabenzusatz „D“ im Typkürzel trug, der für „Dyna“ beziehungsweise „Dynamic“ steht. Zu ihren zahlreichen Innovationen zählte der neue, im CAD-Verfahren (Computer Aided Design) entwickelte, äußerst fahrstabile Rahmen. Ab 1999 wurden die Dyna Typen vom seinerzeit neuen, vibrationsisoliert aufgehängten Twin Cam 88 Motor mit zwei Nockenwellen angetrieben.
Auf der Grundlage der umfassenden Überarbeitung, die der Dyna Familie 2006 unter anderem einen neuen Rahmen, eine steifere Vorderradgabel, das Cruise Drive Sechsganggetriebe und einen 160 Millimeter breiten Hinterradreifen bescherte, erreichten diese Modelle 2007 mit dem schwingungsentkoppelt gelagerten Twin Cam 96 Motor einen neuen Grad von Reife.
2012 hielt das Antiblockiersystem Einzug in die Dyna Familie. Ebenfalls 2012 setzte die neue Dyna Switchback mit ihrem Twin Cam 103 die Messlatte in Sachen Motorkraft noch höher. Inzwischen kommen alle Dyna Modelle serienmäßig mit ABS und dem drehmomentstarken, 1690 Kubikzentimeter großen V-Twin - alle, außer der nur in begrenzter Stückzahl verfügbaren Low Rider S, denn sie verfügt über den dank 1801 Kubikzentimetern Hubraum noch potenteren Twin Cam 110.
Umbauten und Customizing
Die Umrüstung auf einen Starrrahmen ist also möglich. Das erledigt zum Beispiel die Customschmiede »Simon’s Custom« in Viernheim. Das Prinzip ist einfach. Die Komponenten einer originalen Harley können komplett in den Starrrahmen eurer Wahl umgetopft werden: Motor, Getriebe, Gabel, Räder, Tank. Die Schwinge braucht ihr natürlich nicht mehr, die könnt ihr also verkaufen.
Das Gleiche gilt für den originalen Harley-Rahmen. Rechtlich wird dann aus der Harley ein Eigenbau-Motorrad gemäß den Zulassungsbestimmungen des Umbaujahres. Der alte Kabelbaum kann nämlich nicht komplett übernommen werden.
Im Zuge der optischen Bereinigung der Dyna muss Simon ganze Komponenten umpflanzen. Ein anderes Problem ist der Tank. In dem steckt bei modernen Harleys die Benzinpumpe für die Einspritzanlage. Es lässt sich also nicht mehr so leicht ein neuer Tank zusammendengeln wie zu Vergaserzeiten. In diesem Fall fand Simon eine kluge Lösung. Den dicken Originaltank tauschte er gegen den Tank einer serienmäßigen Sportster Forty-Eight.
Harley-Davidson FXDP Dyna Defender (1994-2004)
Die Harley-Davidson FXDP Dyna Defender wird von 1994 bis einschließlich 2004 im Rahmen des offiziellen Harley-Davidson Fleet Sales-Programms angeboten. Sie basiert auf der Dyna Super Glide, ist jedoch speziell für den behördlichen Einsatz konfiguriert. Die FXDP ist ausschließlich über das Fleet-Programm erhältlich und wird nicht im regulären Endkundenprogramm geführt.
Sie unterscheidet sich durch spezifische Ausstattungen wie Funkvorbereitung, Kofferträger, Einzelsitzbank mit Soziusabdeckung und verstärkte Elektrik. Ab 1994 wird die FXDP mit dem luftgekühlten Evolution-V2-Motor ausgeliefert. Der Motor ist gummigelagert im Dyna-Rahmen montiert, um Vibrationen zu reduzieren.
Die Ausstattung umfasst einen hohen, nicht verstellbaren Windschild, seitlich montierte Hartschalenkoffer mit Schnellverschluss, eine Einzelsitzbank mit Soziusabdeckung sowie eine spezielle Elektrik für Behördenfunk und Zusatzbeleuchtung. Die Sitzposition ist aufrecht mit mittig montierten Fußrasten. Die FXDP verfügt über ein 5-Gang-Getriebe und Riemenantrieb.
Ab Modelljahr 1999 wird die FXDP mit dem neuen Twin Cam 88-Motor ausgestattet. Die Behörden-spezifischen Merkmale wie Funkvorbereitung, Zusatzschalter und Kofferträger bleiben erhalten. Das analoge Kombiinstrument ist zentral auf dem Tank montiert. Ein LC-Display ist nicht vorhanden.
Im Jahr 2004 wird die FXDP letztmalig im Fleet-Katalog geführt. Technische Änderungen erfolgen in diesem Modelljahr nicht mehr. Nach 2004 wird die Produktion eingestellt, da Harley-Davidson die Behördenmodelle zunehmend auf die FLH-Plattform (z. B. Electra Glide Police) umstellt.
Die Reichweite der FXDP hängt vom 19-Liter-Tank und dem Kraftstoffverbrauch ab. Erfahrungswerte aus Behördenunterlagen geben einen durchschnittlichen Verbrauch von etwa 5,5-6,0 Litern pro 100 km an. Daraus ergibt sich eine Reichweite von rund 300 Kilometern.
FXDP Dyna Defender: Technische Details im Überblick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Baujahre | 1994-2004 |
| Motor (1994-1998) | Evolution-V2 |
| Motor (1999-2004) | Twin Cam 88 |
| Getriebe | 5-Gang |
| Tankinhalt | 19 Liter |
| Reichweite | ca. 300 km |
| ABS | Nein |
| Besonderheiten | Behördenspezifische Ausstattung |
Die FXDP ist aufgrund ihres hohen Gewichts, der Sitzhöhe und der Leistungscharakteristik nicht für Fahranfänger konzipiert. Sie richtet sich an erfahrene Fahrer im Behördenumfeld.
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