Die Wahl des richtigen Motorrads ist für viele Biker eine Herzensangelegenheit. In diesem Vergleich stehen sich zwei ikonische Modelle von Harley Davidson gegenüber: die Low Rider ST und die Electra Glide Ultra Classic. Beide Motorräder haben ihre eigenen Stärken und Schwächen, die es zu entdecken gilt.
Design und Stil
Die Low Rider ST besticht durch ihr sportliches und agiles Design. Mit ihrem schlanken Profil und der niedrigen Sitzhöhe vermittelt sie ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit. Im Gegensatz dazu präsentiert sich die Electra Glide Ultra Classic als klassischer Tourer mit robustem und komfortablem Design. Sie ist ideal für lange Touren und bietet zahlreiche Annehmlichkeiten, die das Reisen angenehm machen.
Komfort und Ergonomie
In Sachen Komfort hat die Electra Glide Ultra Classic die Nase vorn. Sie verfügt über eine bequeme Sitzbank, eine großzügige Windschutzscheibe und ein umfangreiches Gepäcksystem. Diese Eigenschaften machen sie zur perfekten Wahl für lange Touren. Die Low Rider ST hingegen bietet eine sportlichere Sitzposition, die sich besser für kürzere Touren und Stadtfahrten eignet. Hier ist der Fahrer aktiver in die Steuerung des Motorrads eingebunden.
Leistung und Handling
In Sachen Leistung sind beide Modelle stark, aber auf unterschiedliche Weise. Die Low Rider ST ist bekannt für ihre Wendigkeit und Agilität, die sie ideal für kurvenreiche Strecken macht. Ihr sportlicher Charakter ermöglicht dynamisches Fahren. Die Electra Glide Ultra Classic punktet dagegen mit einem kraftvollen Motor, der für eine gleichmäßige Beschleunigung und ein entspanntes Fahrgefühl sorgt. Sie ist perfekt für lange Autobahnfahrten und bietet auch bei höheren Geschwindigkeiten ein stabiles Fahrverhalten.
Ausstattung und Technik
Die Electra Glide Ultra Classic ist mit einer Vielzahl technischer Features ausgestattet, darunter ein hochwertiges Audiosystem, Navigationsmöglichkeiten und zahlreiche Staufächer. Diese Ausstattung macht sie zu einem echten Tourenmotorrad. Die Low Rider ST hingegen setzt auf Minimalismus und bietet nur das Nötigste, was sie leichter und wendiger macht. Für Fahrerinnen und Fahrer, die Wert auf einfaches Handling legen, ist dies ein großer Vorteil.
Preis-Leistungs-Verhältnis
In Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis kann die Low Rider ST als die preisgünstigere Variante angesehen werden. Sie bietet ein gutes Fahrgefühl und sportliche Leistung zu einem attraktiven Preis. Die Electra Glide Ultra Classic ist zwar teurer, rechtfertigt diesen Preis aber durch ihre umfangreiche Ausstattung und den hohen Komfort, den sie bietet.
Sitzbankmodelle und ihre Unterschiede
Serienmotorräder werden perfekt auf Menschen mit durchschnittlicher Bein- und Armlänge konzipiert. Wenn Du nicht der Norm entsprichst (wer will das schon 😉 ) und lange oder kurze Beine Dein Eigen nennst, dann bietet Harley-Davidson eine Fülle von Möglichkeiten an. Hier geht es um die richtige Sitzbank für die perfekte Sitzposition. Die Reach Sitze sind so geformt und gestaltet, dass Du den Boden leicht erreichen kannst. Du sitzt im Vergleich zu Seriensitzen näher an den Bedienelementen.
Die richtige Sitzhaltung kann großen Fahrern zu deutlich mehr Komfort auf dem Bike verhelfen und übermäßige Belastung des Rückens vermeiden. Die Form und Schaumstoffdichte der Sundowner Sitze wurde im Straßentest mit Hunderten von Stunden und anhand von ergonomischen Prüfungen entwickelt.
Neben dem Tausch der Sitzbank kommt gewöhnlicherweise auch der Austausch des Lenkers hinzu.
Modellvarianten der Electra Glide: Ultra Classic vs. Ultra Limited
Die Electra Glide Ultra Limited ist im Modelljahrgang 2010 die Königin der amerikanischen V2-Tourer, hat von der Stereoanlage über ein Antiblockiersystem, Tempomat, Trittbretter für Fahrer und Sozius, Seitenkoffer, Topcase mit Rückenlehne und Heizgriffe alles an Bord, was man braucht. Und noch viel mehr.
Die Ultra Limited bietet serienmäßig den leistungsstärkeren Milwaukee-Eight 114-Motor, beheizbare Griffe, das Boom! Box GTS-System mit größerem Display und LED-Scheinwerfer. Die Ultra Classic ist einfacher ausgestattet.
Technische Daten im Vergleich
Hier ist ein Vergleich der technischen Daten der Harley-Davidson Electra Glide Ultra Limited (2010) und der Harley-Davidson Electra Glide 1200 (1969):
| Merkmal | Harley-Davidson Electra Glide 1200 (1969) | Harley-Davidson Electra Glide Ultra Limited (2010) |
|---|---|---|
| Motor Bauart | Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, Zylinderwinkel 45 Grad | Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, Zylinderwinkel 45 Grad |
| Hubraum | 1207 cm3 | 1690 cm3 |
| Leistung | ca. 44 kW/60 PS | 62 kW/84 PS bei 5500/min |
| Gemischaufbereitung | Zentraler Tillotson-Membranvergaser | Elektronische Einspritzanlage |
| Starter | E-Starter, Kickstarter nachgerüstet | E-Starter |
| Getriebe | Fußgeschaltetes Vierganggetriebe | Fußgeschaltetes Sechsganggetriebe |
| Gewicht | 313 kg | 407 kg |
| Tankinhalt | 19 Liter | 23 Liter |
| Preis (1969/2010) | 10 190 Mark zzgl. Nebenkosten und Mehrwertsteuer | 27 995 Euro zzgl. Nebenkosten |
Weitere Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Neben den vielen Unterschieden, die zwischen den beiden Electra Glides bestehen, findet sich eine weitere Gemeinsamkeit: die parallelogrammförmigen Seitenkoffer. Bestimmt sollen sie eine Art von dynamischer Linienführung bewirken, und so leidlich gelingt ihnen das auch. Aber erstens ist, wie bereits anklang, die Fahrdynamik kein bestimmender Charakterzug einer Harley. Zweitens wären Koffer, in die etwas hineinpasst, deutlich wertvoller. Das reine Fassungsvolumen kann sich sehen lassen, und für eine Wochenendration Wechselkleidung reichen sie allemal aus. Aber sobald größeres, hartes Transportgut unterzubringen ist, zucken beide Harleys mit den Schultern.
Electra Glide Ultra Classic: Modelljahre und Änderungen
Baujahr 2009-2013 - Twin Cam 96 und Touring-Plattform
Die Harley-Davidson Electra Glide Ultra Classic (Modellcode FLHTCU) gehört zur Touring-Baureihe und wird im Modelljahr 2009 mit dem Twin Cam 96-Motor (1584 cm³) und Sechsganggetriebe (Cruise Drive) ausgeliefert. Sie basiert auf dem Touring-Chassis mit Doppelschleifenrahmen und ist serienmäßig mit Batwing-Verkleidung, fest montiertem Tour-Pak-Topcase mit Rückenlehne sowie zwei Hartschalenkoffern ausgestattet. Die Sitzposition ist auf Langstreckenkomfort ausgelegt, mit breitem Fahrersitz und Soziussitz inklusive Armlehnen.
Ab Werk ist ein Harman/Kardon-Audiosystem mit vier Lautsprechern verbaut. Die Instrumentierung besteht aus analogen Anzeigen mit zentralem LC-Display für Bordcomputerfunktionen. Der Windschild ist fest montiert und nicht verstellbar. Die Bereifung erfolgt mit Dunlop D402-Reifen, die speziell für Harley-Davidson Touring-Modelle entwickelt wurden.
Baujahr 2014-2016 - Project Rushmore und Twin Cam 103
Im Rahmen des Project Rushmore erhält die Electra Glide Ultra Classic ab Modelljahr 2014 zahlreiche technische und ergonomische Verbesserungen. Der Twin Cam 103-Motor (1690 cm³) ersetzt den bisherigen 96er-Antrieb. Serienmäßig ist nun das Reflex Linked Brembo-Bremssystem mit ABS verbaut. Die Batwing-Verkleidung wird überarbeitet und erhält eine Splitstream-Luftführung zur Reduktion von Turbulenzen am Helm.
Die Beleuchtung wird auf Dual-Halogen-Scheinwerfer umgestellt, LED-Tagfahrlicht ist serienmäßig. Das neue Infotainmentsystem Boom! Box 4.3 mit 4,3-Zoll-TFT-Farbdisplay, USB-Anschluss und Bluetooth ersetzt das bisherige Audiosystem. Die Koffer und das Topcase erhalten ein neues Einhand-Schnellverschlusssystem. Die Sitzbank wird überarbeitet, bleibt aber in ihrer Grundform erhalten.
Baujahr 2017-2019 - Milwaukee-Eight 107
Ab Modelljahr 2017 wird die Electra Glide Ultra Classic mit dem neuen Milwaukee-Eight 107-Motor (1746 cm³) ausgestattet. Der luft-ölgekühlte V-Twin bietet eine verbesserte thermische Effizienz und reduzierte Vibrationen durch eine Ausgleichswelle. Das Fahrwerk wird überarbeitet: Hinten kommen Emulsionsstoßdämpfer mit werkzeugloser Vorspannungseinstellung zum Einsatz, vorne eine neue Showa-Dual-Bending-Valve-Telegabel.
Das Boom! Box 4.3-System bleibt serienmäßig. Die Bereifung erfolgt weiterhin mit Dunlop D402-Reifen. Koffer und Topcase behalten das bekannte Volumen und Schnellverschlusssystem. Der Windschild bleibt unverändert in fester Ausführung.
Baujahr 2020-2021 - Letzte Modelljahre
In den Modelljahren 2020 und 2021 bleibt die technische Ausstattung der Electra Glide Ultra Classic weitgehend unverändert. Der Milwaukee-Eight 107 bleibt Standard, ebenso das Boom! Box 4.3-System. Höherwertige Systeme wie das Boom! Box GTS sind der Ultra Limited vorbehalten. Die Lackvarianten ändern sich jährlich, technische Neuerungen erfolgen nicht mehr. Die Produktion der Electra Glide Ultra Classic endet mit dem Modelljahr 2021.
Die Reichweite liegt laut Hersteller bei über 400 km, basierend auf dem 22,7-Liter-Tank und einem durchschnittlichen Verbrauch von rund 5,5 l/100 km. Die Garantie beträgt ab Werk zwei Jahre ohne Kilometerbegrenzung. Die Maschine ist für zwei Personen ausgelegt und bietet serienmäßig Soziuskomfort mit Rückenlehne und Armlehnen.
Häufig gestellte Fragen
- Ist die Harley-Davidson Electra Glide Ultra Classic für Anfänger geeignet? Aufgrund ihres hohen Gewichts, der Größe und des langen Radstands ist die Electra Glide Ultra Classic nicht für Fahranfänger geeignet.
- Hat die Electra Glide Ultra Classic ABS? Ja, ab Modelljahr 2014 ist ABS serienmäßig über das Reflex Linked Brembo-Bremssystem integriert.
- Electra Glide Ultra Classic vs. Ultra Limited - Unterschiede? Die Ultra Limited bietet serienmäßig den leistungsstärkeren Milwaukee-Eight 114-Motor, beheizbare Griffe, das Boom! Box GTS-System mit größerem Display und LED-Scheinwerfer. Die Ultra Classic ist einfacher ausgestattet.
- Harley-Davidson Electra Glide Ultra Classic Tankinhalt und Reichweite? Der Tank fasst 22,7 Liter. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei über 400 km, abhängig vom Fahrstil.
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