Die Harley-Davidson Fat Bob ist ein Motorrad, das beim ersten Kontakt eine starke Reaktion hervorruft. Ob diese positiv oder negativ ausfällt, lässt sich oft schon erahnen, wenn man die Stammkundschaft der Marke kennt. Die neue Harley-Davidson Softail-Reihe ist das bislang umfangreichste Projekt der Produktentwicklung bei den Amis - alles neu, könnte man fast schon sagen.
Design und Optik
Die Fat Bob ist die sportlichste der 8 neuen Harley-Davidson Softail-Modelle. Das erkennt man nicht nur daran, dass dieses böse Muscle Bike schon rein optisch ansatzweise ein Naked Bike ist, sondern auch an den Komponenten: 43 mm-Upside-Down-Gabel, Doppelbremsscheiben und 180er-Hinterreifen. Die Fat Bob steht massig, aber dennoch kompakt da. Sie soll richtig gut in der Hand liegen.
Von vorne betrachtet dominiert bei der Fat Bob der markante, eckige LED-Scheinwerfer. An dem scheiden sich natürlich die Geister. Freunde der Cruiseroptik bevorzugen ja doch meisten einen klassischen Rundscheinwerfer. Hier also schwarz und recht flach. Dafür aber auch durchaus markant mit entsprechendem Wiedererkennungswert.
Die Harley-Davidson Fat Bob will kein Bike für Zartbesaitete sein. Sie wirkt ein bisschen wie der muskelbepackte Türsteher, der vor dem Lieblingsclub den Einlass regelt. Der kantige LED-Scheinwerfer erinnert entfernt an ein zusammengekniffenes Auge und unterstreicht damit den respekteinflößenden Eindruck.
Harley-Davidson gibt Gas, gleich 8 neue Softail-Modelle mit völlig neuem Rahmen, moderner Aufhängung und kräftigeren Motoren stehen für den Jahrgang 2018 bereit. Die neue Harley-Davidson Softail-Reihe ist das bislang umfangreichste Projekt der Produktentwicklung bei den Amis - alles neu, könnte man fast schon sagen.
Besondere Designmerkmale
- Einzigartiger Scheinwerfer
- Freier Blick auf das Hinterrad
- Dicke Metallteile
Technische Details und Fahrwerk
Der Rahmen etwa wurde dank erhöhten Kohlenstoffanteils im Stahl nicht nur rund 65 Prozent verwindungssteifer, er bietet auch ein präziseres Einlenkverhalten und ein agileres Handling. Auch wenn bei der Fat Bob die Schräglagenfreiheit nur um ein Grad gesteigert wurde, benimmt sie sich dank 15 Kilo weniger Gewicht doch viel leichtfüßiger und vor allem präziser.
An der Front besitzt sie nun als einziges Softail-Modell eine neue 43 Millimeter Upside-down-Gabel, die im Zusammenspiel mit dem, in der Federvorspannung jsutierbaren Federbein für ein absolut präzises Handling sorgt. Auch bei den Bremsen hat die Fat Bob eine Alleinstellung innerhalb der Softail-Familie, während alle anderen eine Einzelscheibe an der Front besitzen, darf die Fat Bob mit zwei 300er-Scheiben samt Vierkolbenzangen verzögern.
Alles andere klingt dann wie bei vielen anderen moderne Motorrädern: Upside-Down-Telegabel mit Single-Cartridge-Technologie, LED-Scheinwerfer, gebremst wird vorne mit Vierkolben-Festsattel und hinten mit Zweikolben-Schwimmsattel, natürlich ABS-unterstützt. Die 16“-Reifen kommen in den Dimensionen 150/80 und 180/70 daher.
Vorne spendierte Harley den Fat Bob-Modellen eine 43er-Upside-down-Gabel von Showa, ausgerüstet mit der Dual Bending Valve-Technik. Kurz gesagt: Im Inneren werkeln nun Shim-Pakete, welche die Ein- und Ausfederbewegung beeinflussen. Das machen sie richtig gut. Satt, straff und gefühlsecht liegt die Front auf der Straße, lässt sich selbst beim Griff zur Bremse nicht stressen. Forsch packt die Doppelscheiben-Anlage zu, bringt die Fat Bob sicher und gut dosierbar zum Stehen.
Motor und Leistung
In Sachen Motor kann die Fat Bob mit 107 Cubik Inch geordert werden, also 1745 Kubik reinstes Zweizylinder-Vergnügen mit dem typischen Harley-V2-Bollern aus zwei Zylindern im Winkel von 45 Grad angeordnet. Und dabei handelt es sich sogar um das "kleine" Triebwerk! Die Fat Bob gibt es nämlich auch noch als Fat Bob 114 mit einem 114 Cubik Inch, also 1868 Kubik großen V2, der dann 94 PS bei 5020 Touren auf das 180er-HInterrad losläßt und ein noch ärgeres Drehmoment von 155 Newtonmeter bei 3000 Umdrehungen.
Gut für 94 fleißig antrabende Ponys soll der um die Auslassventile partiell ölgekühlte Motor sein. Klingt nicht schlecht, auch wenn davon auf dem Prüfstand nicht alle vollzählig antreten. Gemessene 147 Nm in der Spitze beeindrucken dagegen sehr.
Die Motorenreihe des Milwaukee-Eight ist dabei eine komplette Neukonstruktion, die deutlich performanter zur Sache geht als seine Vorgänger, auch dank Vierventiltechnik und Doppelzündung. Trotz mächtiger Bauteile dank Ausgleichswelle zwar durchweg wahrnehmbar, aber dabei nicht störend vibrierend.
Durch den riesigen Hubraum hat der Motor natürlich direkt ab Leerlaufdrehzahl einen ziemlichen Punch. Es muss also schon etwas sensibel mit der Kupplung gespielt werden. Zudem mögen die beiden mächtigen Zylinder aber kein Losrollen bei Standgas, dann ruckelt es schon derbe und jede Kolbenbewegung wird direkt in Vortrieb verwandelt, was so natürlich entsprechend ruckelig von Statten geht. Also etwas Gas und sanfte Kupplungsführung verhelfen zum sauberen Anfahren.
Leistungsdaten
- Fat Bob 107: 1745 Kubik, 145 Nm Drehmoment
- Fat Bob 114: 1868 Kubik, 94 PS, 155 Nm Drehmoment
Fahrverhalten und Handling
Und das ist kein Marketing-Gewäsch, die neuen Softails fahren tatsächlich viel handlicher und kurvenagiler, als es die gediegene und schwere Optik vermuten ließe. Das überraschend leichtfüßige Handling können auch 150er-Vorderreifen und 306 Kilo Gewicht nicht verhindern, lediglich die Schräglagenfreiheit könnte besser sein.
Die Fat Bob lenkt zwar bereitwillig ein, angesichts der Dimension 150/80 hält der vordere Reifen im 16-Zoll-Format aber nicht viel von Schräglagen. Die wollen mit etwas Nachdruck eingefordert werden. Da bedarf es klarer Ansagen. Mit der Leichtigkeit einer Street Bob oder Sport Glide darf hier nicht gerechnet werden.
Auf eine gewisse Weise anstrengend bleibt es aber. Wie schaut es achtern aus? Verglichen mit den alten Doppelstoßdämpfern macht das neue, einzelne Pendant seine Sache besser. Was vor allem daran liegt, dass der Federweg von ehedem 55 auf 113 Millimeter wuchs.
Weitere Aspekte
Die Sitzposition ist für eine Harley-Davidson recht fahraktiv ausgelegt. Und das ist auch gut so. Die Dunlop bereifte Fat Bob lenkt zwar bereitwillig ein, angesichts der Dimension 150/80 hält der vordere Reifen im 16-Zoll-Format aber nicht viel von Schräglagen. Die wollen mit etwas Nachdruck eingefordert werden.
Mit der Fat Bob versucht Harley-Davidson, ein etwas jüngeres Publikum anzulocken, dem Chopper mittlerweile möglicherweise zu sehr mit Silver-Agern verbunden sind. Ob das gelingt? Schließlich wollen auch für diese Harley erst einmal knapp 20.000 Euro auf den Tisch gelegt werden.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Motor | Luft-/ölgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor |
| Hubraum | 1868 cm³ |
| Leistung | 69,0 kW (94 PS) bei 5020/min |
| Max. Drehmoment | 155 Nm bei 3000/min |
| Federweg vorne | 130 mm |
| Federweg hinten | 113 mm |
| Gewicht vollgetankt | 308 kg |
| Tankinhalt | 13,2 Liter |
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