Harley Davidson Fat Boy Umbau Anleitung: Lenker und Breitreifen

Der Umbau einer Harley Davidson Fat Boy kann verschiedene Aspekte umfassen, von der optischen Aufwertung bis hin zur Leistungssteigerung. Zwei häufige Umbauten sind der Austausch des Lenkers und die Montage von Breitreifen. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung für diese beiden Modifikationen.

Lenkerumbau

Auswahl des richtigen Lenkers

Bei der Auswahl eines neuen Lenkers für die Harley Davidson Fat Boy gibt es einige wichtige Faktoren zu beachten:

  • Breite: Die Breite des Lenkers beeinflusst das Fahrgefühl und die Optik des Motorrads. Ein Lenker mit ca. 90 cm Breite ist eine gängige Wahl.
  • Höhe: Die Höhe des Lenkers bestimmt die Sitzposition. Eine Höhe von 5-10 cm kann für viele Fahrer optimal sein.
  • Pullback: Der Pullback, also die Krümmung des Lenkers, beeinflusst die Erreichbarkeit der Griffe. Ein geringer Pullback kann eine sportlichere Sitzposition ermöglichen.

Demontage des alten Lenkers

Die Demontage des alten Lenkers erfordert einige Vorbereitung. Zuerst müssen die folgenden Komponenten entfernt werden:

  • Griffe
  • Hebel mit Ausgleichsbehälter
  • Spiegel
  • Blinker

Es ist ratsam, die Kabel zunächst am Lenker zu lösen und diese während der Montage des neuen Lenkers zurückzubinden oder halten zu lassen.

Wichtig: Bei Modellen mit innenverlegten Kabeln muss der Tank gelöst und zur Sitzbank gezogen werden, um die Kabel leichter durch den Lenker zu führen.

Montage des neuen Lenkers

Nachdem der alte Lenker demontiert wurde, kann der neue Lenker montiert werden. Hierbei ist auf Folgendes zu achten:

  • Der Lenker sollte an der Stelle der Schalter eine Kerbe und ein Loch für die Kabel haben.
  • Die Kabel müssen von innen nach außen (oder umgekehrt) durch den Lenker gezogen werden.

Nach der Montage des Lenkers werden die zuvor demontierten Anbauteile wieder komplettiert.

Elektrische Aspekte

Ein häufiges Problem beim Lenkerumbau ist die Elektrik. Bei Harley Davidson Modellen sind die Elektro-Leitungen oft innerhalb des Lenkers verlegt. Um diese zu tauschen, muss man die Kabel im Lenkkopf trennen.

Wenn man keine Ahnung von Elektrik hat, kann es ratsam sein, den Umbau von einem Fachmann durchführen zu lassen. Eine Investition von 200-250 Euro in eine professionelle Montage kann sich lohnen, um Fehler und Beschädigungen zu vermeiden.

Breitreifenumbau

Vorbereitung und Planung

Ein Breitreifenumbau erfordert sorgfältige Planung und Vorbereitung. Es ist wichtig, die technischen Aspekte und möglichen Konsequenzen zu verstehen. Bei Umbauten an der Bremsanlage sollte man sich nicht ohne technisches Wissen ans Werk machen.

Bei der Verwendung von breiteren Reifen kann es notwendig sein, den Bremssattelträger zu modifizieren oder auszutauschen. Dies kann durch Flexen oder Fräsen des originalen Trägers oder durch die Montage eines speziellen Trägers erfolgen.

Achtung: Durch solche Anpassungen kann die Zulassung des Motorrads erlöschen, es sei denn, es liegen entsprechende Nachweise vor, wie z.B. ein Schweißerschein.

Umbau des Bremsankers

Bei Breitreifenumbauten bis 200er Rad in den Serienschwingen mit der seriellen Bremsanlage muss der originale Bremsanker umgebaut und an der engsten Stelle zur Felgenschüssel bzw. zum Reifen verjüngt werden.

Beispiele und Erfahrungen

Es gibt verschiedene Anbieter von Breitreifenumbaukits, wie z.B. Thunderbike, CCE, W&W, MCS, Zodiac und Ricks. Diese Kits können den Umbau erleichtern und sicherstellen, dass alle notwendigen Teile vorhanden sind.

Bei Umbauten an der Schwinge ist Vorsicht geboten. Es sollte nur Material entfernt werden, wenn die Sicherheit gewährleistet ist. Im Zweifelsfall sollte man einen Fachmann konsultieren.

Tabelle: Mögliche Reifengrößen und notwendige Anpassungen

Reifengröße Notwendige Anpassungen Hinweise
Bis 200mm Umbau des Bremsankers Serienschwinge kann beibehalten werden
200-210mm Anderer Bremssattelträger Modifikation der Schwinge möglich
Über 210mm Andere, breitere Schwinge Umfangreiche Anpassungen erforderlich

Zusammenfassung der Arbeitsschritte

  1. Demontage des Hinterrads und der Bremsanlage
  2. Anpassung oder Austausch des Bremssattelträgers
  3. Umbau des Bremsankers
  4. Montage des neuen Reifens
  5. Montage der Bremsanlage
  6. Probefahrt und Überprüfung der Bremsfunktion

Wichtig: Bei allen Umbauten ist es ratsam, im Vorfeld mit dem TÜV zu sprechen und die geplanten Änderungen abzuklären. Eine Einzelabnahme nach §19 oder §21 kann erforderlich sein, um die Zulassung des Motorrads zu erhalten.

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