Harley-Davidson hat ein Problem. Nein, nicht bei den Absatzzahlen, die sind mit über 260 000 verkauften Modellen im vergangenen Jahr so gut wie schon lange nicht mehr. Die Krisenjahre zwischen 2007 und 2009 sind überwunden, Verlustbringer wie die Marken Buell und MV Agusta sind eingestellt oder wurden wieder verkauft. Gerade in den USA geht es aufwärts. So erwähnt Matt Levatich, Präsident der H.-D. Motor Company, nicht ohne Stolz, dass Harley-Davidson "in den letzten fünf Jahren zur Marke Nummer eins bei jungen US-Amerikanern" aufstieg. Und auch hierzulande verkaufen sich Big Bikes aus Milwaukee wie Road King, Electra Glide und Low Rider bestens - im vergangenen Jahr 9927-mal, Tendenz steigend.
Das Image der Luxusmarke
Das Problem ist das Image der Luxusmarke. Das bisher günstigste Motorrad, die Sportster 883 Iron, kostet hierzulande ab 8995 Euro, die Preisgrenze nach oben ist dagegen nahezu offen. Gerade in den europäischen Krisenländern Spanien, Portugal und Italien sowie in den aufstrebenden Schwellenländern Asiens tut sich Harley mit seinen kostspieligen Big Twins eher schwer. Das soll sich ändern.
Neue Wege für Harley-Davidson
Um dieser Generation von Motorradfahrern in Europa und Asien den Traum von einer preiswerten Harley zu ermöglichen, wirft das Unternehmen einige Traditionen über Bord. Dazu gehört die Fertigung in einer Produktionsstätte außerhalb der USA. Seit 2009 besitzt Harley-Davidson in Haryana in der Nähe von Dehli ein eigenes Werk, in dem bisher 883-Varianten der Sportster aus angelieferten Produktgruppen, sogenannten Knock-down-Kits, zusammengebaut werden. Die für den europäischen und den asiatischen Markt bestimmte Street 750 wird dagegen komplett in Indien produziert. Wohl um die heimische Kundschaft nicht zu verschrecken, laufen gleichzeitig Street-Modelle für die USA und Kanada am heimischen Produktionsstandort Kansas City vom Band.
Eine weitere Revolution ist der Antrieb der Street 750. Weshalb der neue V-Twin wohl auch den Namen Revolution X trägt. Mit dem von Porsche 2003 für den Harley Dragster V-Rod 1200 entwickelten Revolution-V2 hat der Street-Motor aber nichts gemein. Der wurde im Harley-Davidson Product Development Center in Milwaukee entwickelt. Im Vergleich zu den klassischen 45-Grad-V2-Motorrädern besitzt der Street-Motor Wasserkühlung und einen Zylinderwinkel von 60 Grad. Der größere Winkel ermöglicht einen tieferen Schwerpunkt und eine mit 709 Millimeter sehr niedrige Sitzhöhe. Mit 56 PS liegt die Leistung zwar über der 48-PS-Grenze für den aktuell so attraktiven Führerschein A2, aber Harley-Davidson bietet die Street auf Wunsch mit einem entsprechenden Drosselsatz ausgestattet auch in dieser Leistungsklasse an.
Die Harley-Davidson Street 750 im Detail
Und worauf muss der Interessent bei einem in Indien produzierten Bike verzichten? Eigentlich auf nichts, was eine Harley-Davidson ausmacht. Die Street mag mit bestimmten Traditionen brechen, dennoch besitzt sie die typischen Big-Bore-Gene wie den kräftigen Sound, den markanten Tank mit dem Harley-Logo, den Minimalismus im Cockpit und das Gefühl von Heavy Metal unter dem Hintern. Dazu erfreut der Motor mit einer Spontanität bei der Gasannahme und einer Laufruhe ohne lästige Vibrationen, wie man sie von kaum einer anderen Harley kennt. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt und mit 222 Kilo wiegt die Street fast 40 Kilo weniger als eine Sportster 883. Das kommt der Handlichkeit zugute und macht es "dem Fahrer leicht, dem Großstadtverkehr zu entkommen", resümiert Matthew Knott, Harleys PR-Manager.
Es gibt aber auch unschöne Details, die offensichtlich Ergebnis des Kostendrucks sind. Dazu gehören die frei dem Regen ausgesetzten Kabelverbindungen oder das fehlende ABS, das erst beim 2016er Modell kommen soll. Ob der "urban orientierte Fahrer das Abenteuer in der Stadt und auf dem Land" auch bei einem angepeilten Preis von 7500 Euro angeht und dies in Kauf nimmt, wird man erst ab September sehen können, wenn die Street 750 bei deutschen Harley-Dealern stehen wird.
Elektromotorrad von Harley-Davidson: Livewire S2 Del Mar
Die Livewire S2 Del Mar ist Garant für beste Laune, mag aber keine größeren Distanzen. Motorräder mit einem mehr als 18 Zoll großem Hinterrad gab es seit vielen Jahren nicht mehr; mit dieser Regel bricht die elektrische Livewire S2 Del Mar. Beide Leichtmetall-Gußräder haben einen Durchmesser von 19 Zoll, wobei die hintere Felge etwas breiter ausfällt und deshalb auch der Hinterreifen etwas breiter ist. Die ungewöhnliche Rad-Dimensionierung ist aber nur ein Element, das den amerikanischen Roadster mit der recht breiten Lenkstange und den Lenkerendenspiegeln optisch höchst eigenständig erscheinen lässt. Das zweite ist die zum Teil blankgefräste Verrippung des Batteriepacks: Unübersehbar trägt das US-Elektromotorrad - Livewire ist die Elektro-Marke von Harley-Davidson - sein Antriebsmerkmal zur Schau.
Fahrdynamik und Fahrspaß
Nicht sichtbar sind im Stand die herausragende Fahrdynamik und der daraus resultierende Fahrspaß des Elektroflitzers. Mit dem vergleichsweise niedrigen Gewicht von 198 Kilogramm hat der in der Spitze 63 kW/84 PS leistende E-Motor leichtes Spiel, was freilich vor allem am enormen Drehmoment von 263 Newtonmetern liegt. Es ist praktisch jederzeit verfügbar. Da weder gekuppelt noch geschaltet werden muss, genügt stets ein mehr oder minder kleiner Dreh am „Gas“-Griff, um Leistung abzurufen.
Reichweite und Fahrspaß
Die Fahrten selbst liefen höchst vergnüglich ab: Das Fahrverhalten der Del Mar ist mustergültig, die Kurvenstabilität wie die Schräglagenfreiheit hoch, der Grip der speziell entwickelten Dunlop-Pneus ist es nicht minder. Wer defensiv fährt und im Verkehr mitrollt, kann mit der Del Mar sogar mehr als 150 Kilometer schaffen. Das ist dann die vernunftorientierte Fortbewegung, beispielsweise auf den Arbeitswegen.
Sinnvoll können sie sicherlich jene einsetzen, die mit einer A1-Lizenz ein hochpotentes Fahrzeug pilotieren wollen und kein Interesse an weiten Distanzen haben. Sie genießen sicherlich auch die vielfältigen Konnektivitätsaspekte, denn auch damit kann die Del Mar aufwarten; der Bordcomputer in Zusammenarbeit mit dem kreisrunden, dezent und übersichtlich gestalteten Display sowie dem Tempomaten überzeugt. Das ist bester Harley-Standard.
Technische Daten Livewire S2 Del Mar
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Motor | Flüssigkeitsgekühlter Permanent-Magnetmotor, 63 kW/84 PS (Dauerleistung 30 kW/41 PS), max. Drehmoment 263 Nm |
| Batterie | Lithium-Ionen-Akku, Nenn-Kapazität 10,5 kWh |
| Fahrwerk | Leichtmetall-Gussrahmen; vorne USD-Telegabel ø 43 mm, voll einstellbar; Leichtmetall-Zweiarmschwinge, Zentralfederbein, Vorspannung und Zugstufe einstellbar |
| Assistenzsysteme | Zweikreis-ABS mit Schräglagenfunktion, Traktionskontrolle, Schleppmomentregelung, fünf Fahrmodi |
| Maße und Gewichte | Radstand 1,465 m, Sitzhöhe (beladen) 78,5 cm, Gewicht fahrfertig 198 kg, Zuladung 165 kg |
| Fahrleistungen | Höchstgeschwindigkeit 163 km/h; Reichweite lt. WMTC-Norm 111 km |
Harley-Davidson F-150 Pick-up
CHICAGO - In Chicago wurde im Februar auf der Chicago Auto Show der neue Offizielle Harley-Davidson F-150 von 2019 vorgestellt. Der Harley-Davidson Ford F-150 Pick-up ist nach siebenjähriger Abwesenheit in die Ford-Showrooms zurückgekehrt. Das überaus erfolgreiche Programm aus der Vergangenheit dauerte von 2000 bis 2012 und es wurden rund 70.000 Stück verkauft. Heute ist der Harley-Davidson-Truck wohl die gefragteste Pick-up Spezialausgabe, die jemals gebaut wurde.
Ein Harley-Davidson F-150 von 2019 umfasst über 70 proprietäre Teile, die den Pick-up stilvoll, komfortabel und unverwechselbar zum Harley-Davidson Pick-up machen. Kaufen kann man den brandneuen 2019 Harley-Davidson F-150 ab sofort bei ausgewählten autorisierten Ford-Händlern weltweit.
Fahrbericht: Harley-Davidson Breakout
Harley-Davidson Breakout (Ausbruch) - allein schon der Begriff klingt nach Abenteuer und Rebellion. Die Erwartungen an ein Motorrad mit dieser Bezeichnung sind also dementsprechend. Ob sie erfüllt werden, lesen Sie hier im Test.
Die exklusive Harley-Davidson CVO Breakout war im letzten Jahr ein riesiger Erfolg. Wenige Tage nachdem erste Fotos der 29050 Euro teuren Maschine um die Welt gingen, war sie ausverkauft. Grund genug für die Jungs aus Milwaukee, mal wieder ins Teileregal zu greifen und eine Breakout-Version fürs Volk zu entwerfen. Wirklich billig ist die aber auch nicht gerade. Bevor ab Mai eine der 650 in Deutschland verfügbaren Breakouts in die heimische Garage rollt, müssen je nach Farbe mindestens 20895 Euro berappt werden. Doch in Marseille, wo die Harley-Boys ihren neuesten Coup präsentierten, wurde eins schnell klar: Trotz ihres Preises hat die Harley-Davidson Breakout das Zeug zum Kassenschlager.
Erster Eindruck
Erster Eindruck beim Platznehmen auf der Harley-Davidson Breakout: kommod, heimelig, cool. Doch nichts für Fahranfänger. Die Sitzhöhe ist mit nur 660 Millimetern zwar recht niedrig, doch 322 Kilogramm und ein mächtiger Breitreifen verlangen schon erfahrene Hände. Die Harley-Davidson Breakout verhilft "give me five" zu einer ganz neuen Bedeutung. Hier geht nichts mit nur einem oder zwei Fingern. Fürs Kuppeln und Bremsen ist die ganze Handkraft gefordert. Egal. Trotz ABS ein Grund mehr für vorausschauendes Fahren.
Stattlich, protzig, selbstbewusst, so kann man die Sitzposition beschreiben, die übrigens für Große wie Kleine angenehm ist. Auf Dauer ist das gar nicht so unbequem, wie es sich liest. Der Komfort geht in Ordnung. Die Harley-Davidson Breakout gehört zur Softail-Baureihe der Company. Die mächtig breite Schwinge in Starrahmen-Optik federt über zwei unter dem Motor liegende Federbeine. Und die erledigen ihre Aufgabe recht gut.
Fahrverhalten
Um es kurz zu machen: Natürlich hat der Hinterreifen ein starkes Aufstellmoment, die Lenkgeometrie ist alles andere als kehrenfreundlich und die Schräglagenfreiheit arg begrenzt, doch ein erfahrener Pilot wird seinen Spaß haben. Die Harley-Davidson Breakout kann dynamischer bewegt werden, als man vermutet.
Man ertappt sich oft dabei, mit nur 2000/min durch die Gegend zu tuckern. Ansonsten ist ruhiger Herzschlag angesagt. Die Schaltung könnte besser sein. Gangwechsel erfolgen mitunter recht harsch. Aber irgendwie gehört das dazu. Man wäre über lautloses, präzises Einrasten und kurze Wege wahrscheinlich entsetzt.
In der Harley-Davidson Breakout stampft der Twin Cam 103B-Motor. Für alle Harley-Neulinge: Es handelt sich um einen luftgekühlten 45-Grad-V2 mit 1690 Kubik und zwei Ausgleichswellen, die nervende Vibrationen weitestgehend eliminieren. Er ist, anders als sein Zwillingsbruder ohne Ausgleichswellen, starr mit dem Rahmen verschraubt.
Fazit
Hat die Maschine ihren Namen wirklich verdient? Ist sie tatsächlich besser als andere dafür geeignet, aus dem Alltag auszubrechen? Klares Ja! Ähnlich wie der puristische Bobber Forty-Eight erzeugt die Harley-Davidson Breakout ein extrem cooles Fahrfeeling durch ihr Drag-Styling. Objektiv betrachtet bremst die Breakout nicht gut. Ihr Handling ist nicht besonders, und die Lenkpräzision lässt zu wünschen übrig. Auf der Harley-Davidson Breakout fühlt man sich restlos und richtig frei.
Technische Daten
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Motor | Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor, 1690 cm³ |
| Leistung | 55,0 kW (75 PS) bei 5010/min |
| Max. Drehmoment | 130 Nm bei 3000/min |
| Fahrwerk | Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, Ø 49 mm |
| Gewicht | 322 kg |
| Sitzhöhe | 660 mm |
| Preis | ab 20895 Euro |
Harley-Davidson XLCR Café Racer
Wenn alle, die während der Daytona Bike Week 1977 auf das komplett neue, schwarze Outfit des Café Racers abfuhren, auch eine erworben hätten, wäre Willie G. Davidsons Kreation kein Ladenhüter geworden. Bei US-Besitzern steht das Image der Harley-Sportster XLCR hoch im Kurs, die Sammler aber halten sich noch bedeckt.
So klein und geduckt habe ich sie gar nicht in Erinnerung. Sicher, das tiefe Schwarz macht die Silhouette kompakt, der lange Radstand fällt gar nicht auf. Die Kelsey-Hayes-Doppelscheiben-Bremsanlage vorn suggeriert Harley-unübliche Verzögerung. Der schmale Lenker, ungewöhnlich gekrümmt wie eine Kinder-Flitzebogen, sieht unbequemer aus, als er ist. Der Café Racer hat einen E-Starter. Immerhin.
Als Stuttgart hinter mir liegt, spüre ich, wie das fast ein Vierteljahrhundert alte Triebwerk allmählich auf Temperatur kommt. Die Motorwärme kriecht wohltuend die Unterschenkel hinauf, übernimmt, wozu die fahlen Sonnenstrahlen nicht mehr taugen. Die Amis, der Welt mit rigiden Abgas- und Lärmbestimmungen theoretisch weit voraus. Bloß hält sich in den USA eben keiner dran. Das war schon Ende der 70er so.
Was für ein ästhetisches Novum hat Willie G. Davidson da auf die schwarz-silbernen Morris-Magwheels gestellt? Der Name für seine rabenschwarze Kreation muss ihm schon Ende der 60er klar gewesen sein. Willie schwebte wohl vor, die junge Harley-Kundschaft mit wenigstens äußerlich etwas Ähnlichem wie einer gestrippten Triumph Bonnie oder einer Norton-Commando Fastback anzumachen.
Auch in den Staaten war Willies ungewöhnliche Kreation ein Flopp. In den beiden Produktionsjahren 1977/1978 wurden kaum 3000 Stück abgesetzt. 1979 waren es gerade noch neun. Exitus.
Technische Daten - Harley-Davidson XLCR Café Racer
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Motor | Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor, 997 cm³ |
| Leistung | 42 kW (57 PS) bei 6000/min |
| Fahrwerk | Doppelschleifen-Rohrrahmen, Telegabel, zwei Federbeine |
| Gewicht | 234 kg |
| Bauzeit | 1977 und 1978 |
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