Harley-Davidson: Fahrspaß für Zwei – Ein Test

Harley-Davidson bietet eine breite Palette an Modellen, die sowohl für Solo- als auch für Zweipersonenfahrten geeignet sind. Dieser Artikel beleuchtet einige ausgewählte Modelle und ihre Eigenschaften, um Ihnen bei der Entscheidung für das passende Motorrad zu helfen.

Die neue Low Rider ST

Als Harley-Davidson die neue Low Rider ST vorstellte, war die Nachfrage enorm. Optisch orientiert sich die Low Rider ST an der Sport Gilde aus den 1980ern, aber unter dem Tank arbeitet ein wahres Kraftwerk: Der Milwaukee Eight 117 V-Twin mit Präzisions-Öl/Luft-Kühlung.

Die 117 Kubik Inch ergeben stolze 1.923 ccm, und das mächtige Drehmoment von 169 Newtonmeter steht bereits bei 3.500 U/min zur Verfügung. Der frei stehende, auffällig nach vorne gerichtete Luftfilter lässt mehr Luft in den Motor strömen und sorgt ebenso für noch mehr Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich, wie auch die 2-in-2-Auspuffanlage mit Offset-Shotgun Schalldämpfern.

Die rahmenfeste Verkleidung bietet ordentlich Wind- und Wetterschutz, und der fest in den Rahmen verschraubte Motor erhöht die Steifigkeit. Vorne nimmt es eine 43 Millimeter Upside-Down-Gabel mit Unebenheiten auf und sorgt für Lenkpräzision, das hintere Federbein ist länger als das eines normalen Softail Fahrwerks von Harley-Davidson und erhöht den Komfort sowie die Schräglagenfreiheit.

Im Unterschied zur Low Rider S kommt die ST mit abschließbaren, eng am Motorrad anliegenden Seitenkoffern daher, die zusammen zwar nur 53,8 Liter Stauvolumen bieten, fürs kleine Gepäck bzw. die Wochenendtour sollte das aber ausreichen. Selbstverständlich ist die Low Rider auch für den Zweipersonen-Betrieb zugelassen, den Sitz dafür muss man sich jedoch aus dem Zubehör-Programm besorgen.

Die neuen Street Glide und Road Glide

Die neuen Street Glide und Road Glide unterstreichen, wie Harley-Davidson seine schweren Maschinen modernisiert hat. Wichtigste Kennziffer einer Harley-Davidson ist der Hubraum, und der Blick auf den Luftfilter zeigt eine 117, was 1.923 Kubikzentimetern entspricht. Die Bohrung von jeweils 103,5 Millimeter und der Hub von jeweils 114,3 Millimeter erzeugen 175 Nm bei 3.500/min.

Der überarbeitete V2 von Harley-Davidson bekam neue Zylinderköpfe mit einer neuen Ansaugbrücke, etwas mehr Verdichtung und ist der erste Harley-V2 mit dem neuen, deutlich kleineren Wasserkühlsystem für die Auslassventile. Ab 1.500 Touren reagiert der V2 wohlwollend auf Marschbefehle, fühlt sich ab 2.000/min sehr wohl, wird ab 4.000 Touren drehfreudig und läuft bei 5.500 Touren sanft in den Begrenzer.

Die neue Harley-Davidson Street Glide 117 ist das erste Modell der Company mit Koffern und Verkleidung aus der Familie Grand America Touring. Das Design ist moderner als die bekannte Bat-Wing, mit schickem Kajal-Strich in LED als Verlängerung des LED-Scheinwerfers.

Die neue Harley-Davidson Road Glide unterscheidet sich technisch nicht von der Street Gilde. Auffällig und fahrdynamisch maßgebend: Der Lenker der Road Glide ist bagger-artig hoch, reicht sogar höher als die Verkleidung, was das Sitzen zusammen mit den um 5 auf 720 Millimeter Sitzhöhe im Vergleich zur dünner gepolsterten Street Glide ändert.

Harley-Davidson zeichnet die neue Street Glide und Road Glide mit 31.845 Euro exakt gleich aus. Technisch unterscheiden sich beide Modelle nicht. Sie sind gleich stark, fahren sich gleich und bieten die gleichen Features. Den Ausschlag könnten die sehr unterschiedlichen Sitz- und Fahrpositionen geben.

Die Road Glide Limited

Die Road Glide Limited bringt 423 Kilogramm auf die Waage. Egal ob auf guten Landstraßen, nicht allzu engen Bergstraßen oder auf der Autobahn: Das gewaltige Drehmoment von 160 Nm bei bescheidenen 3000 Umdrehungen stellt souveränes Vorwärtskommen sicher.

Wind- und Wetterschutz der Road Glide Limited sind vorbildlich. Fährt man im Regen nicht allzu langsam, werden Fahrer und Sozia kaum nass. Sämtliche aktuell auf dem Markt befindlichen Assistenzsysteme sind übrigens im Preis von rund 35.000 Euro serienmäßig enthalten.

Schade ist, dass bislang keinerlei Aussicht besteht, dass Harley seine großen Tourer mit einer Rückfahrhilfe ausrüsten wird. Um die vielen Finessen des Audiosystems, aber auch der Navigation voll auskosten zu können, muss man als Käufer konsequent sein und sich mit kompatiblen Sprechanlagen ausstatten.

Die Nightster Special

Neben einem runden 5-Zoll-TFT-Display, das per Harley-Davidson-App auch Navigationsaufgaben und die Kommunikation mit dem Handy beherrscht, verfügt die Special auch über Designräder mit einem Reifendruck-Kontrollsystem. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, zwei Fahrmodi frei zu konfigurieren. Dazu gesellt sich dann auch der Tempomat, der bei Harley-Davidson unter der Bezeichnung „Cruise Control“ läuft. Wünscht der Fahrer einen USB-C-Anschluss, ist ebenfalls die Special die Wahl.

Soziussitz und -fußrasten ermöglichen Fahrten zu zweit. Sie verfügt über ABS, eine Traktionskontrolle und eine Antriebsschlupfregelung.

Die Nightster kostet im Jahr 2023 mindestens 16.095,-- Euro. Möchte man die „Nightster Special“ sein Eigen nennen, werden 17.595,-- Euro oder mehr fällig.

Die Sportster Iron 883/Nightster 1200

Man muss schon genau hinsehen, um Unterschiede zu erkennen. Auffälligstes Merkmal: Die 1200er Nightster rollt auf Speichen-, die 883 Kubik starke Iron auf Gussrädern. Die Soundwertung gewinnt die 1200er, allerdings nur mit wenig Abstand. Mehr verbrannte Luft, etwas höher verdichtet sogar, zwängt sich durch Röhren mit identischen Durchmessern.

Dieser Unterschied schlägt sich auch in der Höhe nieder: Mit 740 Millimetern hockt der Iron-Fahrer 20 Millimeter höher als der Nightster-Pilot. Die Differenz von 53 PS (Iron) zu den 67 Pferden der Nightster ist gar nicht so riesig, denn die kürzere Übersetzung kaschiert sie beim Landstraßencruisen. Wer im gemütlichen 70- bis 100-km/h-Bereich unterwegs ist, der wird bei der Iron überhaupt nichts vermissen.

Reichen auch 883 Kubik? Antwort: ja! Denn das lässige, unnachahmliche Fahrgefühl, wie es nur die luftgekühlten Milwaukee-Twins verschenken, transportiert selbst das kleinste Baby des US-Konzerns. Wer die 9995 Euro für die einfarbige 1200er jedoch schon zusammen hat, und aufs Hubraum-Prestige nicht unbedingt Wert legt, der sollte ebenfalls die Iron wählen und sie mit den gesparten 1875 Euro individuell customizen oder lackieren lassen.

Die Low Rider S

Gegenüber der Low Rider, die das etwas kleinere Triebwerk aufweist, sind bei der S-Version zahlreiche Änderungen zu notieren, die den Fahreindruck recht deutlich beeinflussen. Mit diesem Modell hat die neue Low Rider S außer der Scheinwerferverkleidung und zwei, drei weiteren Kleinigkeiten nichts mehr gemeinsam.

In der Praxis pfeilt die Low Rider S davon, sobald etwa 2000 Umdrehungen anliegen. Dann gibt's bis fast 5000 Touren kein Halten mehr. Das Federbein, in der Vorspannung stufenlos hydraulisch einstellbar, versteckt sich unter dem Sitz. Es liefert angesichts von nur 11,2 Zentimetern Federweg eine erstaunlich gute Leistung ab.

Auf solchen Ausfahrten macht sie echt was her, ist sie mit ihrer nach hinten stark abfallenden Linie doch ein Bike, das man gerne anschaut. Dazu kommt eine hochwertige Ausstattung mit einem Keyless-System, LED-Scheinwerfer, perfekt automatisch zurückstellenden Blinkern, USB-Anschluss und vielem mehr.

Zusammenfassung

Die Wahl der richtigen Harley-Davidson hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Ob sportlicher Cruiser, komfortabler Tourer oder klassisches Modell - Harley-Davidson bietet für jeden Geschmack das passende Motorrad.

Technische Daten ausgewählter Harley-Davidson Modelle
Modell Hubraum Drehmoment Gewicht Besonderheiten
Low Rider ST 1.923 ccm 169 Nm 327 kg Sportliche Optik, Seitenkoffer
Street Glide 117 1.923 ccm 175 Nm 368 kg Grand America Touring, modernes Design
Road Glide 117 1.923 ccm 175 Nm 380 kg Grand America Touring, Shark-Nose Verkleidung
Road Glide Limited k.A. 160 Nm 423 kg Maximaler Komfort, Topcase
Nightster Special k.A. k.A. k.A. Soziussitz, TFT-Display
Sportster Iron 883 883 ccm k.A. k.A. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Sportster Nightster 1200 1.200 ccm k.A. k.A. Mehr Leistung, Speichenräder
Low Rider S 1.868 ccm k.A. 308 kg Sportlich, hochwertige Ausstattung

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