Harley-Davidson Galerie Gelting: Eine Legende der Motorradwelt

Die Harley-Davidson Galerie in Gelting bei Wolfratshausen war über ein Vierteljahrhundert lang eine feste Größe in der Motorradszene. Dipl.-Ing. Wolfram Rummel prägte das Gesicht dieser Institution.

Die Anfänge der Harley-Davidson Galerie

Als Wolfram Rummel 1994 die Harley-Davidson Galerie eröffnete, war sie die größte Handelsvertretung für Harley-Davidson-Motorräder in Deutschland. Doch die Galerie war mehr als nur ein Verkaufsraum: Hier fand man auch Bilder, Skulpturen und Fotografien, denn Rummel hatte neben US-Bikes auch eine Leidenschaft für die Kunst.

„Service ist unser Argument“, lautete das Motto seines Unternehmens, und dieser Leitspruch wurde in der Harley-Davidson Galerie von früh bis spät gelebt. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung wurde Rummel zum Vorsitzenden des deutschen und österreichischen Harley-Davidson-Händlerverbands gewählt. Dieses Ehrenamt hatte er - mit einer kurzen Unterbrechung von zwei Jahren - bis Ende 2019 inne.

Ein Ort der Begegnung und des Austauschs

Die Harley-Davidson Galerie war nicht nur ein Ort, um Motorräder zu kaufen oder zu bewundern, sondern auch ein Treffpunkt für Gleichgesinnte. Die Isartal Chapter Bavaria, eine Bikervereinigung, traf sich regelmäßig in der Galerie, um über zukünftige Projekte zu sprechen. Die Galerie war sozusagen das Stammlokal der Biker.

Die Geschichte der Chapters begann im Jahr 1998, als Rummel die Harley-Davidson-Galerie in München gegründet hatte und diese ein Jahr später nach Gelting verlegte. 1998 hob der „Sponsoring Dealer“ zusammen mit einer Handvoll engagierter Fahrer dann die Bikerzunft aus der Taufe. „Wir sind kein Verein“, betont Wedhorn, sondern „eine freiwillige Zusammenkunft“.

Die sogenannten Hogis - von „H.O.G.“ für „Harley Owners Group“, eine gesponserte Organisation der Harley-Davidson Coperation. Man kennt und trifft sich weltweit.

Harley Rock’n’Race: Ein Biker-Event der Extraklasse

Zusammen mit dem Jailhouse Bad Tölz veranstalteten die Isartal-Chapter-Bavaria und die Harley-Davidson Galerie das Bikerfest „Harley Rock’n’Race“. An die 2.000 Biker mit ihren kultigen, schweren Maschinen aus der US-amerikanischen Motorrad-Schmiede waren nun in die Isarstadt gekommen und verwandelten den Moraltpark zum Mekka der Harley-Gemeinde.

Unter den aufgefahrenen Maschinen war dann auch alles dabei, was das Herz eines Motorradfans höher schlagen lässt: Von Oldtimern aus der Harley-Frühgeschichte bis hin zu den neuesten Modellen. Und Letztere konnten nicht nur bewundert werden, sondern durften unter Vorlage einer gültigen Fahrerlaubnis auch gleich noch kostenfrei angetestet werden. Dieses Angebot wurde genauso gerne angenommen wie die zahlreichen Ausfahrten in die schöne oberbayerische Voralpenwelt.

Ein Musterbeispiel ist da etwa der Tölzer Dieter Penzkofer. Er hat sieben Stück dieser Kultbikes in seiner Garage stehen und wenn er zu seinen privaten Ausfahrten rund um die Bergwelt des Gardasees startet, transportierter er seine Maschinen auf dem Hänger dorthin. Als Sheriff, oder besser „Bulle von Tölz“ verkleidet, war er mit seiner Original-Ausgabe einer Harley-Davidson der US-amerikanischen Highway-Patrol auf dem Tölzer Treffen mit dabei.

Das Lebensgefühl Harley-Davidson

Harley Davidson ist eigentlich ein amerikanischer Traum und Lebensphilosophie: Das Unternehmen wurde 1903 in der amerikanischen Stadt Milwaukee, im Bundesstaat Wisconsin von William S. Harley (1880-1943) und Arthur Davidson (1881-1950) gegründet. Die Harley-Davidson Motor Company zählt somit zu den ältesten Motorradherstellern der Welt.

Aber: „Harley ist keine bloße Marke, sondern ein Lebensgefühl“, berichtet Wedhorn über seine Leidenschaft. Und ja, es gebe auch die kitschigen Momente: „Sonnenuntergang, rauchige Bikerbars und Steaks“, sagt er, über die Klischees, die auch ihn reizten, noch spät berufen aufzusatteln.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0