Harley Davidson Gespann gebraucht kaufen: Ein umfassender Leitfaden

Harley Davidson ist ein Mythos. Das legendäre amerikanische Motorrad sorgt dafür, dass, wenn die Sprache auf “Harley” kommt, nicht nur geschwärmt und gelästert, sondern auch viel Unsinn geredet wird. Kaum ein Motorrad polarisiert so sehr wie die mächtigen Maschinen aus Milwaukee.

Ein Gespann besteht aus Kutsche und Pferd. Beim Motorrad wird der Begriff ebenfalls verwendet, er steht für Motorrad plus Beiwagen. Auch die Bezeichnung “Seitenwagen” ist üblich. Wobei die Seite, an der der angeschraubte Beiwagen mitläuft, durchaus variieren kann.

Die Geschichte der Harley-Davidson Gespanne

Vor gut 100 Jahren begann die Geschichte der Harley-Davidson-Motorradgespanne. Die in den frühen Jahren der Motorisierung extrem populären Beiwagen transportierten die Angebetete und wurden gewerblich oder militärisch genutzt.

In den Anfangszeiten der Motorrad-Gespanne waren praktisch alle Motoren schwach. Vor dem Ersten Weltkrieg galt ein Gespann mit 6 PS als anständig motorisiert, hatte allerdings oft auch nur einen leichten Seitenwagenaufbau, häufig aus Korbgeflecht (!). Seine Blütezeit erlebte das Motorrad mit Beiwagen in den fünfziger Jahren - als Autoersatz. Heute sind neue Gespanne pure Luxusfahrzeuge.

In Ländern mit Linksverkehr wie Großbritannien wird der Beiwagen an der linken Seite montiert, ansonsten natürlich rechts. Das war nicht immer so. In den Pionierzeiten des Motorradgespanns - in den Jahren um 1905 - wurde der Seitenwagen je nach Geschmack montiert. Und bei den Motorradrennen der Gespannklasse gab es in den dreißiger Jahren tatsächlich ausgefuchste Rennfahrer, die den Beiwagen je nach Streckenverlauf montierten. Auf Rennstrecken mit vielen Linkskurven wurde der Beiwagen auf der rechten Maschinenseite montiert, auf Kurven mit mehr Rechtskurven auf der linken Seite.

Harley-Davidson Gespanne heute

Bis zum Modelljahr 2010 gab es beim Freundlichen noch ein Harley-Davidson Gespann ab Werk zu kaufen. Danach war Schicht im Schacht, man verlegte sich in Milwaukee auf Trikes. Völlig zu Unrecht, wie Thomas Trapp vom Vertragshändler Harley-Factory in Frankfurt meint, denn ein Gespann bietet faszinierende Fahrerlebnisse. Nicht zu vergleichen mit einer Solomaschine und schon gar nicht mit einem Cabrio.

Deswegen bieten der Hesse und sein Frankfurter Team jetzt wieder Harleys mit Beiwagen an. Das komplette Boot inklusive Fahrwerk stammt vom Spezialisten Champion Sidecars, einem der führenden US-Hersteller, und kleidet fast jedes Milwaukee-Iron äußerst stilvoll mit einem dritten Rad. Die Schwinge des Beiwagenrads ist über ein einstellbares Federbein abgestützt, gebremst wird das Boots-Rad durch eine edle Brembo-Bremse. Jedoch, so old fashioned der Champion-Beiwagen auch aussieht, so modern ist seine Technik.

Ob künftig die beste Sozia von allen, ein tapferes Haustier, das Urlaubsgepäck oder ein Kasten Bier für den Grillabend im Boot landet, ist einerlei: Platz genug ist vorhanden.

Worauf Sie beim Kauf eines gebrauchten Harley-Davidson Gespanns achten sollten

Ein Motorrad als Gespann gebraucht kaufen ist mit sehr hohen Risiken verbunden. Zum einen werden alle Teile, die beim Solomotorrad über Jahrzehnte klaglos ihren Dienst tun, beim Gespann übermäßig beansprucht. Dazu gehören Rahmen, Radlager, Felgen, Steuerköpfe und mehr. Auch die Motoren haben kein so leichtes Leben wie in der Solomaschine. Wer ein - meist sehr teures - Gespann gebraucht kauft, sollte zur Besichtigung unbedingt einen Experten mitnehmen.

Optionen und Alternativen

Der Reiz eines modernen Motorradgespanns ist unbestreitbar hoch - die Kosten sind es auch. Ein alt eingesessener Hersteller ist die Firma Walter. Ein Beiboot für eine Harley kommt inklusive Montage auf mindestens 6.900 Euro. Das ist recht fair. Die Harley aber bitte selbst mitbringen! Ein ganz alter Markenname ist Stoye. Die Beiwagen sind in mehreren Modellen um die 6.000 Euro erhältlich, sogar ein Zweisitzer ist dabei.

Wer ein neues Komplettgespann wünscht, muss bei einer BMW R 1200 RT mit über 30.000 Euro rechnen. Seit einiger Zeit im Trend sind Rollergespanne. Theo Däschlein (www.daeschlein.de) bietet Beiwagen für die Vespa ab 2.700 Euro an plus 450 Euro für den Anbausatz. Das Rollergespann wirkt wie aus einem Guss, die Fahrleistungen sind allerdings sehr bescheiden. Die Firma EZS liefert Spezialitäten wie etwa eine hydraulische Lenkung. Die erleichtert das Lenken, schont die Muskeln, dafür muss man dann doch wieder ins Fitness-Studio. Wenn dann noch Geld übrig ist, denn die EZS-Preise sind heftig. Mit dem luxuriösen Summit-Beiwagen kostet ein Umbausatz für eine BMW K 1300 LT gruselige 18.850 Euro. Die BMW geht dann noch extra - macht noch einmal mindestens 20.000 Euro.

Wer sich beim Motorrad Gespann nicht für ein bestimmtes Modell entscheiden kann, der fragt bei Löw (www.seitenwagen.cc) an. Löw baut nach eigenen Angaben alles. Das Zweizylinder Diesel-Gespann für 25.000 Euro ist nur ein Beispiel. Machbar ist alles - genügend Kleingeld vorausgesetzt.

Beispiele für gebrauchte Harley Davidson Gespanne:

  • Harley Davidson Heritage Softail Classic Bj. (mit Hundeanhänger)
  • Gepflegtes Gespann (Unikat)
  • HD Switchback
  • Originale Fat Boy

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