Die Geschichte der Marke Harley-Davidson in Deutschland reicht mehr als 95 Jahre zurück. Donnerstag, der 22. Oktober 1981, markiert einen wichtigen Meilenstein, als Harley-Davidson als GmbH ins deutsche Handelsregister eingetragen wurde. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande über 11.000 H-D-Motorräder neu zugelassen. Happy Anniversary, Harley-Davidson!
Im Jahr 1981 befreite sich Harley-Davidson in den USA durch einen spektakulären Management-Buy-out von seinem bisherigen Besitzer, dem Mischkonzern AMF. Noch war die Zahl der jährlich neu zugelassenen Milwaukee-Irons in der BRD überschaubar, doch das sollte sich rasch ändern, denn das Unternehmen fand zur Qualität der Jahre vor der AMF-Ära zurück, steigerte sie weiter, präsentierte wenige Jahre später mit dem Evolution einen brandneuen Motor und landete mit der Softail einen neuen Bestseller.
40 Jahre Harley-Davidson GmbH - da lohnt ein Blick in den Rückspiegel, denn die Historie der US-Marke reicht in Deutschland eigentlich noch viel weiter zurück. Wie weit, weiß niemand ganz genau, doch es muss irgendwann in der ersten Hälfte der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts gewesen sein, als die ersten mit Motorrädern aus Milwaukee beladenen Holzkisten hierzulande eintrafen. Rasch sprach sich in der von wirtschaftlichem und kulturellem Aufbruch geprägten Republik herum, dass die Maschinen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ausgesprochen robust und zuverlässig waren. Etliche Erfolge im deutschen und europäischen Motorsport trugen das Ihre zum guten Ruf der US-Marke bei.
Doch schon im folgenden Jahrzehnt setzten die Nazis und der Zweite Weltkrieg dem blühenden Import ein jähes Ende. Erst 1956 durfte die Firma Suck in Hamburg als Generalimporteur neu durchstarten. In den Siebzigerjahren übernahm Eysel Motorsport in Langenselbold den Job und 1976 gründete die Harley-Davidson Motor Company eine eigene Werksniederlassung in Groß-Gerau. Seither ist Harley-Davidson im Rhein-Main-Gebiet mehrfach umgezogen, bevor man sich im Jahr 2013 als Harley-Davidson Germany GmbH in Neu-Isenburg niederließ. Von hier aus werden derzeit 67 deutsche und neun österreichische Vertragshändler betreut.
Mit Erfolg: So wurden in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 11.000 Harley-Davidson-Motorräder neu zugelassen. Es verwundert also nicht, dass die Bundesrepublik für Harley-Davidson heute zu den Top drei der Einzelmärkte weltweit zählt. Insgesamt dürften es inzwischen weit mehr als eine Viertelmillion Harleys sein, die über deutsche Straßen rollen, und Tests der einschlägigen Fachmedien bestätigen ihre untadelige Qualität. Mit der Pan America und dem neuen Revolution-Max-V-Twin schlägt der US-Hersteller 2021 ein neues Kapitel in seiner Geschichte auf.
Motorradtour durch Griechenland
Die Erlebnisse einer drei Wochen langen Reise von Georgien nach Griechenland könnten ein Buch füllen. Beschränken wir uns auf die Highlights. Die Argonauten fanden das Goldene Vlies (ein goldenes Schaffell) laut der griechischen Mythologie in Georgien und brachten es mit dem Schiff nach Volos in Griechenland. Die Strecke übers Meer ist interessant. Doch mein Sohn Simon und ich bewegen uns mit den beiden BMW F 650 GS Dakar lieber über Land. Nichts gegen den Tanz auf den Wellen, aber wir bevorzugen das Schwingen auf Asphalt und den herben Charm von Naturwegen.
Wir verlassen die georgische Hauptstadt Tiflis in Richtung Süden. Sofort windet sich die Straße in atemberaubenden Serpentinen einen Hügel hinauf. Leider fahren wir durch dichten Nebel. Die hinter uns liegende Großstadt ist daher schnell nicht mehr zu erkennen. Tiflis ist eine moderne, zweigeteilte Stadt. Die Fassaden der Häuser in der Innenstadt sind aufwendig renoviert, die abgelegenen Gassen und Vororte marode. Moderne und Verfall sind teilweise nur wenige Meter voneinander getrennt.
Dieses Bild spiegelt gut die Zerrissenheit des Landes wider. Eine kleiner Teil unserer Gesprächspartner ist prorussisch. Die überwiegende Mehrheit orientiert sich in Richtung Europa möchte Teil der NATO und der EU werden. Noch ein weiter Weg. Tiflis ist zumindest in den herausgeputzten Vierteln modern, doch hier auf dem Land bietet sich ein schlichtes, ärmeres Bild. Hirten ziehen mit ihren Herden durch die Steppenlandschaft. Direkt an der Straße wird der Motor eines Kombis ausgebaut. Hier wird viel, eigentlich fast alles repariert.
Alte, aus Deutschland stammende Fahrzeuge prägen das Bild auf den Straßen. Teilweise wirken sie ausgesprochen skurril, die deutschen Werbesprüche eines Handwerkers aus Hannover oder München aus den 90er-Jahren, die immer noch auf der Karosserie prangen und langsam verbleichen. Im Süden des Kleinen Kaukasus scheint endlich wieder die Sonne und wir verlassen den Asphalt und genießen die Pisten. Wir sind mittlerweile zu dritt, denn seit einer Woche fährt der Rumäne Mihai mit uns. Ein unbeschreibliches Gefühl von Ungebundenheit und Fahrgenuss stellt sich ein.
Die scheinbar endlose Weite der Steppenlandschaft. Hin und wieder Berge, ein See oder Hügel. Immer wieder halten wir an. Genießen die absolute Ruhe. Nur das Gras bewegt sich im Wind. Kein Laut ist zu hören. Kein Lebewesen zu sehen. Dann geht es weiter. Der Motor blubbert bei niedriger Drehzahl. Über uns ziehen die Wolken. Der Blick schweift über die Weite. Bleibt immer wieder an Details hängen. Gleichförmig und abwechslungsreich zugleich, die Landschaft fasziniert uns.
Einige Kilometer weiter befinden wir uns in einem Canyon. Schlagartig ist die weite Landschaft zu einer Schlucht zusammengeschrumpft. Bizarr verschachtelte Felsformationen statt endloser Weite. Besonders schön ist die Fahrt zur Höhlenstadt Wardsia. Mehr als 2.000 Räume und ein verschachteltes Tunnelsystem wurden hier in den Berg geschlagen. Gleichzeitig als Kloster und Befestigungsanlage konzipiert, ist das Kulturdenkmal ein gutes Beispiel für die bewegte Geschichte der Region.
Als Spielball zwischen den mächtigen Kontrahenten Persien, Byzanz, den Mongolen und dem Osmanisches Reich hart umkämpft, wurde Georgien immer wieder erobert, geplündert und besetzt. Später beteiligte sich dann auch noch Russland an dieser traurigen Geschichte. Auch die Festungsanlage von Rabati ist ein perfektes Beispiel für die wechselhafte und umkämpfte Geschichte. Die massive Anlage thront über der Stadt Akhaltsikhe, wehrhaft und mächtig.
Seit über eintausend Jahren wacht hier eine Festung über bedeutende Verkehrsadern. Früher über die Seidenstraße. Heute über wichtige Verbindungsstraßen in die Türkei und Armenien. Mihai und ich schlendern durch die kunstvoll restaurierten Hallen. Eine märchenhafte Stimmung. Plätschernde Wasserfontänen in geschwungenen Brunnen und orientalische Bögen zeugen von der Eroberung durch die Osmanen. Doch vom Turm der Festung haben wir einen berauschenden Blick über die Stadt und das Umland.
Am nächsten Morgen geht es weiter in die Türkei. Schon von Weitem ist die überdimensionale türkische Flagge über der modernen Grenzstation zu erkennen. Entlang der armenischen Grenze geht es durch eine trockene, weite Landschaft zur Geisterstadt Ani. Die über 1.500 Jahre alte, ehemalige armenische Hauptstadt empfängt uns mit einer mächtigen Stadtmauer. Die an einer Karawanenroute gelegene Stadt soll in ihrer Blütezeit 100.000 Einwohner und 1001 Kirchen beherbergt haben.
Nur ein schmaler Bach, der sich tief in die karstige Landschaft gegraben hat, trennt hier die Türkei von Armenien. Diese Außengrenze der NATO ist massiv befestigt. Haben die Georgier auf fast jedem Gipfel eine Kirche gebaut, installieren die Türken Militärlager. Wie Perlen an einer Kette ziehen sie sich auf den Bergen und Hügeln gelegen entlang der georgischen, armenischen, iranischen, irakischen und syrischen Grenze.
Wieder einmal sind wir weit entfernt von den Hauptstraßen unterwegs. Eine Landschaft, die jedem Western zur Ehre gereicht hätte. Karg, mit bizarren Geröllformationen, dazu zerklüftete Sandberge von einer anmutigen Schönheit. Abwechslungsreich und doch scheinbar endlos. Ich bin tief beeindruckt. Wir treffen Hirten und Bauern. Stundenlang aber auch niemanden. Kein Auto, kein Lkw, kein Pferdegespann, kein Lebewesen ist zu sehen. So folgen wir der Ostgrenze der Türkei auf Schotterpisten und Naturstraßen.
Passieren den schneebedeckten Ararat, der mit seiner weißen Haube die umliegenden Bergriesen überragt. Verlieren uns in einer scheinbar endlosen Wüstenlandschaft. Schrauben uns auf Sand und Schotter auf über 3.000 Meter hohe Gebirgspässe. Sehen unter uns Nomaden und deren Herden durch die Täler ziehen. Stürzen uns dann die Südflanke des Taurusgebirges bei Hakkari hinunter. Für Endurofahrer ein Traum.
Ganz im Südosten der Türkei treffen wir keine anderen Touristen mehr. Genießen Natur, Landschaft und den Kontakt zu den Einheimischen. Schnell geht es anschließend auf den gut ausgebauten Straßen immer in Richtung Westen. Die Canyonlandschaft ist faszinierend. Geht dann schlagartig in eine weite monotone Ebene über. Mitten darin: die Oasenstadt Şanliurfa, ein beliebter Wallfahrtsort. Hier im ruhmreichen (şanli) Urfa liegt die Geburtshöhle von Abraham.
Völlig unvorbereitet stoßen wir auf die Auswirkungen des Erdbebens vom Frühjahr 2023. Ganze Häuserzeilen sind verwüstet, unbewohnbar. Tausende leben in Containern und angeblich auch Zelten. Die Betroffenen sprechen mit uns über ihre Verzweiflung und Existenzangst. Viele erzählen von getöteten Familienangehörigen und Freunden. Fast alle hadern auch mit dem Staat. Die Hilfsprogramme greifen nicht. Versprechen werden nicht gehalten.
Diese Einschätzung hören wir immer wieder, als wir der Mittelmeerküste folgen. Viele sind mit dem Leben in der Türkei nicht zufrieden, wollen das Land verlassen. Schnell geht es auf gut ausgebauten Straßen durch die bekannten Touristenzentren. Wir genießen einige Ruhetage in einem Airbnb. Pflichtbewusst besichtigen wir Pamukkale und Troja. Trinken gelegentlich Bier zum Abendessen (Alkohol gab es lange nicht). Und fahren zügig weiter nach Griechenland.
Einige Tage später sitzen wir am Hafen von Volos. Direkt vor uns das Denkmal, das an die Fahrt der Argonauten erinnert. Wir haben es geschafft. Auch wir haben ein goldenes Vlies mitgebracht. Nein, keine Reichtümer. Ein Schatz an Erfahrung und die Gewissheit, dass dies nicht die letzte gemeinsame Fahrt war. Wir haben viel erlebt. Faszinierende Landschaften gesehen. Immer, wenn es darauf ankam, hat uns jemand geholfen. Hier in Griechenland lassen wir nun die Seele baumeln.
Wir fühlen uns hier wohl, „weil man sich in Griechenland nicht fremd fühlt“, bringt es Simon auf den Punkt. Wir werden trotzdem das Fremde weiterhin suchen. Die nächsten Touren werden bereits geplant. Georgien und der Osten der Türkei sind traumhafte Reiseregionen. Exotisch und dennoch gut zu erreichen. Der bürokratische Aufwand ist verhältnismäßig gering und das Reisevergnügen enorm. Natürlich sollte man etwas abenteuerlustig sein und keine westeuropäische touristische Infrastruktur erwarten.
Die unberührte Landschaft in Georgien und im Osten der Türkei ist bereits für sich genommen eine Reise wert. Die historischen Sehenswürdigkeiten sind das Salz in der Suppe. Die Kirchen und Festungen in Georgien sind immer ein Tipp. Beeindruckend ist die Berglandschaft im Norden Georgiens, spannend die russische Grenze. Die archäologischen Fundstätten in der Türkei und in Griechenland sind so zahlreich, dass eine Aufzählung unmöglich ist.
Zum Abschluss der Tour dann einen Frappé, einen griechischen Eiskaffee, in der Altstadt von Volos genießen und die quirlige Stadt erleben. Buchungsportale im Internet helfen schnell und unkompliziert, eine gute und günstige Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Allerdings verhindert der türkische Staat den Zugriff...
Griechenland: Wiege der Zivilisation
Das antike Griechenland ist die Wiege unserer Zivilisation, unserer Kultur und Gesellschaft. Zahllose Wörter, die wir täglich benutzen, sind vom Griechischen abgeleitet, wie Auto, Kosmos, Demokratie, Atmosphäre, Politik, Telefon, Narkose oder Panorama, um nur ein paar zu nennen. Die alten Griechen beeinflussten Wissenschaft, Kunst und Literatur nicht nur, sie erfanden sie praktisch. Athen, die Hauptstadt, ist angefüllt mit Geschichte, Monumenten und Denkmälern wie keine andere Stadt der Welt.
Auf dieser Tour hier erlebst du einige der ganz großen Attraktionen Griechenlands, wie Delphi, Olympia und die Meteora-Klöster zum Beispiel. Doch auch Kleinode, die nicht jeder Reisende findet, stehen auf dem Programm, das Pindos-Gebirge etwa oder das bezaubernde Bergdorf Vytina, in dem wir sogar zwei Nächte verbringen werden. In den vierzehn Tagen lernst du alles kennen, was das echte Griechenland ausmacht: 3000 Jahre Kultur, umwerfende Natur, hervorragendes Essen und überaus freundliche Menschen, ganz zu schweigen vom immer schönen Wetter und von den herrlich kurvigen, meist leeren und immer aussichtsreichen Straßen, auf denen das Motorradfahren so richtig Spaß macht.
Und jedes Mal, wenn du in einem Kafenion sitzt und deinen Espresso genießt, kannst du dich freuen, in einem Paradies wie Griechenland auf Tour zu sein.
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