Harley Davidson Hinterrad Informationen

Für viele von Euch ist der Radwechsel sicher Routinearbeit, um die es sich nicht lohnt, viele Worte zu machen. Wenn ich die Arbeitsgänge hier beschreibe, dann als Harley-Neuling, der seine Erfahrungen anderen Harley-Neulingen hinterlegen möchte. Natürlich weiβ ich, dass einiges, was ich hier zum Besten gebe, dem gewieften Harley-Schrauber als umständlich erscheinen wird.

Ist man aber ungeübt und braucht für jeden Arbeitsschritt Zeit, dann, so habe ich die Erfahrung gemacht, ist es besser, umständlich mit tausenderlei Vorkehrungen zu arbeiten, als schnell drauf los und dann unsicher. Denn, das Wichtigste am Ende des Tages ist ja, dass man sich weder verletzt, noch irgend etwas beschädigt, was einem Laien wie mir leicht passieren kann.

Werkzeug und Vorbereitung

Ich habe mir einen Motorradheber sowie Zollwerkzeug gekauft und mich an die Arbeit gemacht. Aber ich muss ehrlich gestehen, dieser erste Harley-Radwechsel hat mich doch ganz schön ins Schwitzen bebracht.

Meine Ausrüstung für diese Arbeit:

  • Motorradheber.
  • 3 kleine Holzklötzchen (Höhe/Breite/Länge: 3 cm x 5cm x 10cm).
  • ein kleiner PKW Hydraulikheber.
  • Spanngurte.
  • Kabelbinder.
  • Drehmoment-Schlüssel (10-50Nm und 20-150Nm).
  • Ratsche mit 36er Nuss; Ringschlüssel: 1’1/8 Zoll, 3/4 Zoll (=19metrisch)x2, 3/8 Zoll; Inbus: 5/16 Zoll; Torx: T-50; einen grossen Kreuzschlitz-Schraubendreher
  • Schraubensicherung Loctite 243.
  • Ein kleines, selbstgebautes Messwerkzeug.

I. Die Vorbereitung der Arbeit

Erstens markiere ich die Position des Riemen-/Achsspanners (um später die ursprüngliche Riemenspannung wiederherstellen zu können). Zweitens fotografiere ich die Position aller Einzelteile. Mir fiel auf: die Nuten auf den Alu-Distanzhülsen zeigen immer nach auβen. Drittens vermesse ich die Position des Rades. Dabei bediene ich mich der von Harley empfohlenen Schweiβdraht-Methode.

Lösen der Achsschraube: Damit man die mit hohem Drehmoment angezogene Achsschraube nicht später auf dem Motorradheber lösen muss, tut man das besser, solange das Motorrad noch auf festem Grund steht. Vorher noch den Sicherungsclip mit einer Zange aus der Nut ziehen und den Plastikstopfen aus der Achse hebeln. Bei der Achsmutter (links) passt eine metrische 36er Nuss genau. Zum Kontern (rechts) braucht man eventuell einen flachen 1.1/8 Zoll Ringschlüssel.

Sauberes Positionieren des Fahrzeugs auf dem Motorradheber: Die Dynas haben an der rechten Rahmenschleife hinten eine Verstärkung, die ein gerades Aufbocken der Maschine ohne drei Unterleg-Klötzchen von 3 cm Höhe unmöglich macht. Die Positionierung dieser Klötzchen ist etwas heikel. Ich setze mich dazu auf die Maschine, halte sie gerade und schiebe den Motorradheber von rechts darunter.

Noch haben beide Räder vollen Bodenkontakt. Langsam vorgehen. Zunächst bleibe ich auf dem Motorrad sitzten und betätige mit dem rechten Fuβ (etwas umständlich) das Pedal des Motorradhebers bis das Motorrad gut aus den Federn ist und von alleine steht (dabei bleibt der Seitenständer zur Sicherheit ausgeklappt). Dann steige ich vorsichtig ab und kontrolliere, ob die Klötzchen alle gut sitzen, ohne irgendwo an den Motor zu stoβen oder irgendwelche Kabel abzuklemmen. Erst dann geht es weiter in die Höhe, immer schön langsam.

Zur Sicherheit empfiehlt der Hersteller des Motorradhebers auch, das Motorrad mit Spanngurten zu sichern. Zusätzlich kann man auch noch das Vorderrad so unterlegen, dass das Motorrad unter keinen Umständen nach vorne kippen kann.

Bedingungen für kontrolliertes Arbeiten schaffen: Damit ich später jeden Arbeitschritt ohne Hektik und Kraftaufwand bewerkstelligen kann, stelle ich einen einfachen, kleinen PKW-Hydraulikheber unter das Rad, um es anzuheben. Damit das Rad auf dem relativ kleinen Hubteller beim Anheben schön in Position bleibt, sichere ich es von oben mit einem über die Sitzbank gelegten Spanngurt (Sitzbank vorher abdecken), der dann, sowie ich den Hydraulikheber betätige, Stück für Stück nachgezogen wird.

Hinterradausbau Schritt für Schritt

II. Los geht’s - der Ausbau

Zunächst entferne ich den Schmutzabweiser unter dem Antriebsriemen. Dazu löse ich die drei kleinen 3/8 zölligen Befestigungsschrauben. Das Werkstatthandbuch empfiehlt auch die Demontage des oberen Riemenschutzes. Mich störte er beim Radausbau nicht.

Antriebsriemen und Achse entspannen: Nun muss man die Achse und den Antriebsriemen entspannen. Dazu entferne ich zunächst die Achsmutter (die ich ja schon vorher gelöst hatte) und drehe dann die beiden Spannschrauben an den Schwingenenden (Inbus, 5/16 Zoll) um fünf Umdrehungen zurück. Zum Schluss gebe ich dem Rad einen kleinen, trockenen Ruck nach vorn, um die Achse von den Spannern zu lösen.

Stoβdämpfer lösen, nach oben drehen und sichern: Nun müssen die Stoβdämpfer gelöst werden. Mit dem Hydraulikheber hebe ich das Hinterrad leicht an, bis die Schrauben der Dämpfer spannungsfrei sind. Nur die unteren Dämpferschrauben werden entfernt. Dazu braucht man einen Torx-Schlüssel im Format T-50; am linken Dämpfer, zum Kontern, noch zusätzlich einen leicht gekröpften 3/4-Zoll Ringschlüssel (identisch mit dem metrischen 19er).

Die oberen Dämpferschrauben (3/8 Zoll=19mm, gekontert) werden nicht entfernt, sondern nur gelöst, damit die Dämpfer nach oben gedreht werden können. Dazu ist es nötig, die Sitzbank zu entfernen (Kreuzschlitzschraube am hinteren Fender). Nur so kommt man an die Kontermuttern heran. Die nach oben gedrehten Stoβdämpfer sichere ich mit einem Spannriemen. Das erspart eventuelle Kratzer auf der Schwinge.

Steckachse entfernen: Nun die Frage: Schwinge nach oben oder nach unten? Das Werkstatthandbuch empfiehlt, das Rad abzusenken, bis die Achse unter dem Auspuff steht. Ich versuchte es, stellte aber fest, dass das bei meiner serienmäβigen Superglide definitiv nicht geht. Wenn die Schwinge unten auf Anschlag steht, wird die Steckachse nämlich noch immer vom Auspuff blockiert. Also ging es nach oben, Stück für Stück, mit Hydraulikheber und immer akkurat nachgezogenem Spanngurt, bis die Achse über dem Auspuff stand.

Nützlich ist es jetzt, den beim nächsten Arbeitsschritt eventuell herabfallenden Alu-Distanzhülsen mit einer Decke eine sanfte Landebahn zu bauen. Nun sollte nämlich die Steckachse entnommen werden. Damit das leichter geht, hebe ich die Schwinge von Hand ganz leicht an, so dass im entscheidenden Moment kein Gewicht mehr auf der Achse lastet. Die Steckachse muss sich dann unter leichten Drehbewegungen herausziehen lassen. Ich reinige sie und fettete sie leicht ein. Die gleiche Pflege bekommen alle mit ihr in Kontakt stehenden Flächen.

Bremssattel befreien und sichern: Ohne die Steckachse ist der Bremssattel frei und lässt sich nun über seine Schiene (Widerlager) nach vorne (in Richtung Fahrzeugvorderseite) schieben. Mein Bremssattel war nach leichtem Rütteln drauβen, es mag aber sein, dass man in manchen Fällen WD-40 braucht. Den Bremssattel bereite ich dann gleich für den späteren Einbau vor, d.h. ich drückte die Bremsbeläge mit einem stumpfen Hebel auseinander, damit der Sattel sich dann leicht auf die Bremsscheibe schieben lässt. Mit einem chinesischen Essstäbchen fixierte ich die Bremsbeläge in dieser Stellung. Den Bremssattel binde ich mit einem Kabelbinder am Stoβdämpfer fest, damit sein Gewicht nicht am Bremsschlauch zieht und es auf dem Auspuff keine Kratzer gibt.

Vorsicht noch: die Bremsbeläge können sich einseitig lösen und aus ihrer Führung nach unten schwingen. Wenn das passiert, aufpassen, dass die obere Führungsklammer noch immer in der richtigen Position ist. Sonst schabt diese bei der ersten Fahrt auf dem oberen Bremsscheibenrand.

Als Letztes muss man noch den Antriebsriemen von der Riemenscheibe nehmen. Dann ist das Hinterrad frei. Der kleine Hydraulikheber kann nun langsam gesenkt und der Sicherungsgurt entspannt werden. Fertig.

Rad reinigen, prüfen und zum Reifenfachmann bringen: Bevor ich nun das Rad zum Reifenmonteur bringe und einbaue, reinige und kontrollierte ich es, so gut ich kann. Auch notiere ich mir nebenbei die Nummern der Radlager - man weiss ja nie.

III. Der Einbau - in besagter umgekehrter Reihenfolge, aber mit Extras

Zunächst positioniere ich das Rad wieder unter dem hinteren Fender und ziehe den Antriebsriemen auf das Riemenrad. Dann geht es wieder nach oben, immer abwechselnd mit Hydraulikheber und Spannriemen.

Bremssattel montieren: Steht das Rad in seiner normalen Position (wie im Fahrbetrieb), kann man den Bremssattel montieren, indem man ihn über seine Schiene (Widerlager) nach hinten (in Richtung Fahrzeugheck) schiebt und dabei die Bremsscheibe in den geweiteten Spalt der Bremsbeläge gleiten lässt. Im Prinzip ein Kinderspiel, auβer wenn sich etwas verkantet. Dann ruhig bleiben und neu beginnen.

Weg frei für die Steckachse: Wenn die Bremse sitzt, kann man das Rad weiter anheben, bis die Radmitte über dem Auspuff steht. Da im folgenden Arbeitschritt an verschiedenen Teilen geruckelt und gedrückt werden muss, ist es gut, zu überprüfen, ob das Rad noch sicher auf dem Hydraulikwagenheber steht und der Sicherungsgurt gespannt ist.

Nun müssen alle Einzelteile, welche die Radachse aufnehmen sollen, in Position gebracht werden. Von Hand kann man die Schwinge leicht bis in die Höhe der Radmitte anheben. Dann am besten zunächst links die lange, dann rechts die kurze Distanzhülse positionieren. Die Distanzhülsen sind im Verhältnis zum vorhandenen Platz recht voluminös, deshalb ist es nötig, das Rad, so gut es geht, einmal nach rechts, einmal nach links zu drücken, um sie in ihren Aussparungen an den Radlagern zu platzieren.

Der „schwierigste“ Teil der Arbeit: Steckachse einfügen: Jetzt wird es ernst: Man nehme die gesäuberte und leicht eingefettete Steckachse zur Hand und schiebe sie von rechts durch den rechten Schwingenholm, den Bremssattel, die rechte Buchse, die Radnabe, die linke Buchse und den linken Schwingenholm. Dabei ist es nötig, die Teile der Reihe nach, und schliesslich alle zusammen, in ihre perfekte Position zu bringen.

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Hinweis: Bei dem angebotenen Produkt handelt es sich nicht um ein Original-Markenprodukt des Motorrad-Herstellers, sondern um ein kompatibles Produkt eines anderen Herstellers. Die Angaben zu den Marken und Modellbezeichnungen der Motorrad-Hersteller erfolgen lediglich als Hinweis auf die Bestimmung der Ware als kompatibles Zubehör- oder Ersatzteil für die angegebenen Motorräder.

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