Peer Steinbrück Fahrradkette Vorfall

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! ganz herzlich zu unserer heutigen, 133. Nordrhein-Westfalen begrüßen.

Im Kontext der politischen Auseinandersetzungen und Debatten, die in Nordrhein-Westfalen geführt werden, gab es auch eine Auseinandersetzung um Peer Steinbrück.

Initiator der Menschenkette gegen rechtsAls in der Wolle gefärbter Sozialdemokrat fällt es Majer schwer, Merkels Kontrahenten Peer Steinbrück zu kritisieren: „Am Anfang hat er Fehler gemacht“, sagt er immerhin.

Ingersheim - Wenn es noch eines Motivationsschubs für den Wahlkampf von Thorsten Majer bedurft hätte, wäre es der Auftritt Angela Merkels in der letzen Bundespressekonferenz vor der Sommerpause gewesen: „Da habe ich in ein großes Schwarzes Loch geblickt“, sagt der SPD-Mann. „Dieser Auftritt hat mich in Rage gebracht, der war einer Kanzlerin nicht würdig.“ Eine Regierungschefin müsse führen, meint der Ingersheimer.

Stattdessen habe sie überdeutlich die Misere der letzten Jahre vor Augen geführt: „Diese Kanzlerin hat keine Meinung, verschiebt Entscheidungen und lullt die Bürger ein.“

Für die Attacke von Ex-Innenminister Otto Schily (SPD), der dem Kandidaten Anfang August mit einer Bemerkung über das NSA-Spähprogramm in einem sehr zentralen Punkt der Kampagne in die Parade gefahren ist, findet er fast versöhnliche Worte: „Der wollte halt seinen Namen auch mal wieder in den Schlagzeilen sehen.“

Majer selbst hat zuletzt im Zusammenhang mit der Menschenkette gegen rechts Schlagzeilen gemacht: Die Beteiligung an der von ihm federführend betreuten Aktion war mäßig.

Statt der erhofften 20 000 Menschen waren nur 5000 gekommen, der Kettenschluss zwischen Heilbronn und Bietigheim ist nicht gelungen. „Wir haben das Ziel nicht geschafft“, sagt er, „aber es war den Versuch wert.“ Heute betrachtet er die Tatsache, dass die Lücken im ländlichen Bereich besonders groß waren, als Auftrag.

Auch wenn sie in Wahlkampfzeiten zu kurz kommen: Außer für Politik begeistert sich Majer für Sport und Sprachen.

Er hat aktiv Tennis, Fußball (meist als Torhüter) und Basketball gespielt und ist jetzt Mitglied eines Fanclubs des VfB Stuttgart und des FC Arsenal und stolzer Besitzer von Handschuhen des einstigen Stuttgart-Keepers Timo Hildebrand.

Wenn er liest, dann gern etwas mit Bezug zum Reisen - und wenn möglich in der Originalsprache.

Darum zählen Ernest Hemingways Paris-Erinnerungen „A moveable Feast“ zu seinen Lieblingsbüchern. Das mit dem Fremdsprachensprechen und -lesen falle ihm leicht, sagt Majer: „Dank eines fotografischen Gedächtnisses. Das habe ich von meiner Mutter geerbt.“

Da seine Mutter im Kleiningersheimer Schloss geboren worden ist - deren Vater hatte dort im Lazarett Dienst getan -, hat auch Thorsten Majer eine besondere Bindung zu diesem Ort.

Als er 2008 seine Frau Tanja heiratete, holte er sich vom Schlossherren Walter Leibrecht die Genehmigung für eine Feier im Garten des Renaissance-Bauwerks.

Auch dank seiner Tätigkeit beim Ludwigsburger Mieterbund glaubt der Jurist zu wissen, wovor die Menschen Angst haben: „Das sind die unsicheren Arbeitsverhältnisse und das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum.“

Rentner und junge Familien treffe es besonders hart, wenn die Miete bis zu 60 Prozent des zur Verfügung stehenden Geldes aufzehre. „Es ist nicht so, dass davon nur ein paar Hundert Menschen betroffen sind oder nur Hartz-IV-Empfänger“, sagt Majer.

Der SPD-Gemeinderat und -Kreisvorsitzende kämpft zum dritten Mal um einen Sitz im Bundestag. Schwerpunkt der Kampagne sind Hausbesuche und die Verteilung von „Ideenkarten“.

Eigentlich sollte es gestern Morgen bei der Pressekonferenz der CDU in Bonn um die Gründung eines Netzwerks der Landespartei für Internationale Zusammenarbeit gehen.

Landesparteichef Armin Laschet betonte: "Wir werben dafür, dass die Wähler beide Stimmen der CDU geben."

Die Partei habe keine zu verschenken. Da stimmten auch Bonns Kreisparteichef Philipp Lerch und Direktkandidatin Claudia Lücking-Michel zu.

Dennoch muss Laschet ziemlich verärgert gewesen sein über die Vereinbarung der Bonner Parteifreunde. "Wir zählen unsere Telefonate nicht", sagte Laschet zur Frage, wie oft er denn die Bonner angerufen habe.

Vorher sei er jedenfalls nicht über die Vereinbarung informiert gewesen. "Weil es eine örtliche gewesen ist, muss ich die auch nicht kennen", so der Landesparteichef, der versuchte, dem Thema die Brisanz zu nehmen.

"Die Vereinbarung ist auch nicht so dramatisch." Hätte er die Parteifreunde denn gewarnt, eine solche Vereinbarung abzuschließen?

Ganz andere Töne kamen gestern hingegen von der FDP bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Laumann zur Beamtenbesoldung.

Nach dem sogenannten "Bonner Modell" empfahl der liberale Landeschef Christian Lindner Absprachen in Wahlkreisen über ein "Stimmensplitting".

"In Bonn braucht die CDU die FDP, um den alten Adenauer-Direktwahlkreis nach drei Wahlen wieder zurückzuholen", buhlte Lindner.

Die Westerwelle-Aktion in Bonn ist in Nordrhein-Westfalen inzwischen kein Einzelfall mehr. Auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der für die FDP in Münster kandidiert, hält eine solche Empfehlung an die Wähler für sinnvoll.

Für Lindner ist die gezielte Werbung um Leihstimmen völlig legitim. "Das ist nur eine Empfehlung.

Am Rande der Pressekonferenz in Düsseldorf verteidigte Lindner im Beisein von Laumann die FDP-Kampagne offensiv: "Wir werben um die heimatlosen Friedrich-Merz-Wähler."

Das ließ Laumann nicht durchgehen. "Wir wollen als CDU die erste und die zweite Stimme haben.

Trotzdem finden offenbar derzeit in vielen nordrhein-westfälischen Städten wie in Köln Gespräche über Leihstimmen-Kampagnen statt.

Westerwelle lässt der öffentliche Vorwurf der "Stimmen-Bettelei" der Liberalen offenbar kalt.

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