Peer Steinbrück und der virale Hit "Hätte, hätte, Fahrradkette"

Die ARD begeisterte im Internet mit einem Satire-Song über SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (66)! Der Refrain mit Ohrwurm-Potenzial: „Hätte, hätte, Fahrradkette.“ Der Song entwickelte sich zum Hit im Netz.

Der Ursprung des Phänomens

Hintergrund des Videos, in dem die gesamte SPD-Spitze auftaucht: Vor zwei Wochen hatte Steinbrück im ARD-Morgenmagazin (MoMa) den Wahlkampfslogan „Das WIR entscheidet“ verteidigt.

Auf die Frage des Moderators, warum seinem Team nicht aufgefallen sei, dass eine Leiharbeitsfirma den gleichen Slogan nutzt, sagte Steinbrück: „Hätte, hätte, Fahrradkette“.

Der Chef-Satiriker des Morgenmagazins, Udo Eling dichtete gemeinsam mit Kollegen das Lied. Unterstützt wurde Ehling von Grafikdesigner Klaus Wolf, Philine Eling und WDR-Kameramann Reneé Begas.

Die Verbreitung im Netz

Auf Youtube gab es bereits mehr als 30 000 Abrufe. Knapp 350.000 Internet-Nutzer haben den Satire-Song über Peer Steinbrücks Äußerung im ARD-Morgenmagazin auf Youtube bereits angeklickt.

Im Netz ist das Video zurzeit unter anderem auf der MoMa-Homepage, in der DasErste Mediathek, auf tagesschau.de, wdr.de, einslive.de und auf dem ARD-Youtube-Channel zu sehen. Am 26. April brachten die Tagesthemen im Ersten das launige MoMa-Video zum Ausklang in der Sendung.

Was haben der Harlem Shake, Psy und Peer Steinbrück gemeinsam? Sie alle sind Internetphänomene.

Die Reaktionen

Steinbrück nimmts mit Humor: „Gefällt mir gut."

Dabei wackeln die Köpfe von Steinbrück, des SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier und des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel auf Figuren, die in Show-Anzüge gekleidet sind. Die Köpfe von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, SPD-Vize Manuela Schwesig und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sind auf Background-Tänzerinnen montiert und singen ebenfalls.

Der Kontext des Wahlkampfs 2013

Wenn man irgendwann auf diesen Bundestagswahlkampf 2013 und den Kandidaten Peer Steinbrück zurückblicken wird, wird man sich vermutlich an zwei Dinge erinnern: an den Spruch "Hätte, hätte, Fahrradkette" und einen Mittelfinger, der seit Ende der Woche den inneren Frieden der Republik aufgewühlt hat.

Der Stinkefinger ist die ehrliche Antwort. Nun ist Ehrlichkeit nicht mit Klugheit gleichzusetzen, denn ehrlich war Peer Steinbrück öfters in diesem Wahlkampf.

Man könnte, wie viele das getan haben, diese Haltung selbstzufrieden oder satt nennen, und den Deutschen unmerkliche Verfettung vorwerfen. Man könnte es den Deutschen aber auch zugestehen, dass sie einfach mal einigermaßen happy sind.

Im Grunde können wir sogar dankbar sein: Wer diesen ganzen Wahlkampf kaum verfolgt hat, und das dürfte eine Mehrheit sein, bekommt am Ende die beiden Kandidaten auf eine Geste reduziert: Merkels Raute (mit denen sogar auf Plakaten geworben wird) - und Steinbrücks Stinkefinger.

Steinbrücks Persönlichkeit und Politikstil

Der Finger passt zu Steinbrück. Aber nicht in dieses Deutschland 2013.

Seiner politischen Karriere war die direkte, manchmal brüske Art nicht immer dienlich; etwa wenn Steinbrück der Schweiz wegen deren Bankgeheimnis mit dem Einsatz der "Kavallerie" drohte oder zum Entsetzen seiner Wahlkampfberater verkündete, er trinke keinen Weißwein, der weniger als fünf Euro koste.

Zum Anspruch seiner Partei, die kleinen Leute im Blick zu haben, passte der Satz schlecht. Ohnehin passte wenig zusammen bei der SPD im Wahljahr 2013.

Dafür waren Auftritte des Politikers oft sehr unterhaltsam, der sich heute um die Helmut-Schmidt-Stiftung kümmert und eine Bank berät.

Weitere Projekte

Die Ankündigung, die das Publikum frenetisch beklatschte, setzen der Ex-SPD-Kanzlerkandidat und der Moderator von Juli an um. Beide starten mit einer eigenen Show in eine Tournee.

Nicht weniger als die "lustigste Wahlkampfveranstaltung" des Sommers verspricht das Programm - "garantiert ohne Wahlwerbung, Sonnenschirm und Kugelschreiberverteilung". Stattdessen dürften die Zuschauer knallige Pointen erwarten.

Aspekt Details
Ursprung des Spruchs Antwort auf eine Frage im ARD-Morgenmagazin bezüglich des Wahlkampfslogans
Verbreitung Virales Video auf YouTube mit Hunderttausenden von Aufrufen
Reaktion von Steinbrück Humorvolle Aufnahme des Spruchs
Wahlkampf 2013 Geprägt von diesem Spruch und anderen Kontroversen (z.B. "Stinkefinger")

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