Harley Davidson Livewire: Reichweite, Test und Fahrbericht

Das zweite Modell von Harleys Elektromarke Livewire stellt eine wesentliche Verbesserung zum Premierenmodell "One" dar. Die elektrische S2 Del Mar ist im urbanen Raum eine Macht und muss nicht zu lange an die Leine.

Fahrbericht und Eigenschaften der Livewire S2 Del Mar

Die Livewire S2 Del Mar aus dem Hause Harley-Davidson zeigt, dass Elektro-Motorräder im städtischen Umfeld durchaus ernst genommen werden müssen. Mit moderaten Ladezeiten an der Wallbox, einer für Stadtfahrten ausreicheenden Reichweite, einem überschaubaren Fahrzeuggewicht und grandiosen Fahrleistungen schickt sie sich an, einen kräftigen Pflock einzurammen. Bei der ersten Testmöglichkeit in Barcelona kam nicht nur großer Fahrspaß auf, auch das gewählte Konzept überzeugte. Jedenfalls dann, wenn man nicht 250 oder noch mehr Kilometer am Stück fahren will oder muss.

Fahrleistungen und Handling

Das E-Bike lenkt nicht nur leicht ein, sondern überzeugt im gesamten Handling. Kurven werden absolut freudvoll absolviert, dazu stabil. Auch Lenkerbreite und Platzangebot sind positiv zu bewerten. Wobei die S2 kein Zweisitzer ist - mehr als ein Notsitz hinterm Fahrerplatz ist nicht geboten.

Ursächlich für den raketenartigen Antritt ist zunächst das Grundprinzip des E-Antriebs, nämlich die Bereitstellung des vollen Drehmoments schon beim Anfahren. Dazu kommt im Falle der Del Mar das günstige Verhältnis von Leistung und Gewicht. Nicht zuletzt wegen der Einbeziehung der Batterie in die tragende Fahrzeugstruktur bringt sie mit 198 Kilogramm nicht mehr Gewicht auf die Waage als beispielsweise ein bis aufs Äußerste abgemagertes Superbike.

Egal ob aus Tempo 30, 50 oder 70: Die S2 sprintet davon wie Schmitts Katze, wenn Gefahr droht. Nach oben raus ist bei 163 km/h Schluss, allemal genug für die urbane Umgebung.

Bremsen und Fahrwerk

Nach kräftiger Beschleunigung ist es nicht weit zum Verzögern: Auch hier punktet die Livewire S2 Del Mar, obwohl sie nur eine Scheibenbremse im Vorderrad aufweist. Aber die ist mit einer radial montierten Brembo-Vierkolbenzange und einer gelochten 30-cm-Bremsscheibe gut gerüstet und verzögert punktgenau. Zudem ist das ABS schräglagentauglich.

Als Sänfte geht die Del Mar erwartungsgemäß nicht durch. Ihre Showa-Federelemente sprechen straff an. Die USD-Gabel ist voll einstellbar, das Zentralfederbein in Vorspannung und Zugstufe, sodass der Fahrer bzw. die Fahrerin bei Bedarf eingreifen kann.

Ladezeiten und Batterie

Der 10,5 kWh große Akku kann also nur mittels "Level 1" (Haushaltssteckdose) oder "Level 2" (Wallbox, Wechselstrom) gefüllt werden. Das dauert - rund sechs Stunden an der Steckdose bis zum Füllstand von 80 Prozent bzw. achteinhalb Stunden bis "Voll". An der Wallbox vergehen 78 Minuten (80 Prozent), für die Vollladung knapp zweieinhalb Stunden. Die Kunden und Kundinnen werden entscheiden, ob sie angesichts des Einsatzbereichs im urbanen Raum mit diesen Rahmenbedingungen zufrieden sind.

Technische Daten und Preis der Livewire S2 Del Mar

Ein ganz neues Niveau bietet die Livewire S2 Del Mar beim Preis: Mit 18.490 Euro ist sie deutlich zugänglicher als ihre ältere Schwester. Die hier beschriebene Launch-Edition kommt im Lauf des ersten Quartals 2024 in einer Auflage von 100 Stück zur Auslieferung. Anschließend folgt die Normalversion.

Technische Daten: LiveWire S2 Del Mar (Herstellerangaben)

Merkmal Daten
Motor Elektromotor, 30 kW (41 PS), max. Drehmoment 263 Nm
Assistenzsysteme k.A.
Fahrwerk Alu-Guss; Up-Side-Down-Telegabel (43 mm Standrohrdurchmesser); Zweiarmschwinge hinten; Reifen vorne 130/80 - 19 67 H; Reifen hinten 140/80 B 19 71 H
Maße Leergewicht 198 kg; zul. Gesamtgewicht 366 kg; Länge/Breite/Höhe 2225 / 875 / 1155 mm; Sitzhöhe 825 mm
Bremsen Vorne Scheibe, hinten Scheibe
Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit 163 km/h, n. B.
Preis 18490 Euro

LiveWire One: Das erste Elektromotorrad von Harley Davidson

Die ältere Schwester "One" war im Sommer 2019 als Harley-Davidson Livewire zur Welt gekommen. Sie blieb blass. Zwar fehlt der blubbernde Sound des Aufpuffs beim Starten der Maschine, aber an der Beschleunigung gibt es bei diesem Elektro Motorrad rein gar nichts zu meckern. Mit der LiveWire One zieht ihr an der Ampel jeden ab, was an den 106 PS und dem 116 Nm Drehmoment liegt. Das E Motorrad schafft es in drei Sekunden auf Tempo 100.

Das Harley Elektro Motorrad schafft es im LiveWire Test auf 150 bis 230 Kilometer Reichweite pro Aufladung, je nachdem, welchen Fahrmodus ihr nutzt. Auf viel mehr kommt die original Harley Davidson auch nicht. Wer die Motorrad Batterie laden will, braucht viel Geduld. Rund 10 Stunden dauert es nämlich, bis das Elektromotorrad am heimischen Strom geladen ist. Wesentlich zügiger geht es an einer Schnellladesäule.

Technische Daten: LiveWire One

Modell LiveWire One
Straßenzulassung ja
Geschwindigkeit 178 km/h
Motorleistung 75 kW
Reichweite max. 230 km
Gewicht 281 kg
Reifengröße Vorne: 120/70-ZR17 Hinten: 180/55-ZR17
Maße (LxBxH) 213,61 x x 76,2 cm

LiveWire Del Mar: Die Dirt Tracker Variante

Auch ein zweites E Motorrad von Harley Davidson kommt nach Deutschland. Als Dirt Tracker präsentiert sich das Elektro Motorrad LiveWire Del Mar, was in erster Linie an den Reifen mit Profil, dem flachen Tank und dem Heck liegt. Eine Sekunde langsamer als bei der der LiveWire One wird hier von null auf hundert beschleunigt. Laut Hersteller haben wir es mit einem 80 PS Elektromotor zu tun, der das Hinterrad über einen Zahnriemen antreibt.

Im Stadtverkehr kommt die LiveWire Del Mar im Schnitt auf eine Reichweite von 160 km. Knapp unter 200 kg wiegt diese Elektro Harley. Das sind 50 Kilo weniger als bei dem ersten Modell.

Alternativen zur Harley Davidson Livewire

Mit dem Elektro Chopper Motorrad e Bullet bekommt die Harley LiveWire One einen Konkurrenten. Die Beschleunigung des Schweizer Modells SR ist identisch, die Motorleistung beträgt 44 kW. Umgerechnet sind das 59 PS. Innerorts kommt ihr damit laut Hersteller auf eine Reichweite von 280 Kilometer, außerhalb nur noch auf 140 Kilometer.

Auch beim Hersteller Zero gibt es bereits eine große Auswahl an Elektro-Motorrädern. Mit dem Sport Tourer SR/S erhaltet ihr einen 82 kW Antrieb und fliegt mit fast 200 km/h über die Straßen.

ADAC-Einschätzung zur LiveWire

Der ADAC hält die LiveWire für ein futuristisches E Motorrad mit progressivem Look und fantastischen Fahreigenschaften, die ohne jede Verzögerung mit maximalem Drehmoment von dannen schnellt wie ein Düsenjäger. Die LiveWire ist eine gelungene Neuinterpretation der Marke, die mit tollen Fahreigenschaften und ausgereifter Technik sicherlich polarisiert.

Preisgestaltung und Sparpotenzial

Wenn Harley Davidson bei seiner LiveWire One allerdings zur Kasse bittet, schlackern einem die Ohren. Für einen Preis von 32.995 Euro plus 560 Euro Versand- und Aufbaupauschale für Deutschland ist dieses Elektromotorrad wahrlich kein Schnäppchen. Wesentlich günstiger soll die LiveWire Del Mar sein.

Das Zero Elektro Motorrad Sport-Tourer SR/S ist ab 21.540 Euro zu haben. Es geht natürlich auch günstiger, wobei der Anschaffungspreis für Elektro Motorräder die eines mit Verbrennermotor derzeit noch übersteigen. Aber auf lange Sicht lässt sich beim Elektro Motorrad definitiv sparen. Spritpreise an der Tankstelle sind für die Verbrenner auf 100 Kilometer nämlich dreimal so teuer.

Zubehör und Ersatzteile

Harley-Davidson ist eine Kultmarke, weshalb es an Zubehör und Ersatzteilen nicht mangelt. Bei Händlern bekommt ihr online Ladegeräte, Bremsscheiben, eine neue Beleuchtung oder ein Bremsscheibenschloss mit und ohne Sirene. Auch die passende Kleidung mit dem bekannten Emblem gibt es en masse.

LiveWire S2 Alpinista: Eine neue Variante für 2025

Die LiveWire S2 Alpinista kommt 2025 mit sportlichem Anspruch auf Europas Straßen. Nach den Varianten "Del Mar" und "Mulholland" stellt LiveWire zu Jahresbeginn die dritte Variante der S2 vor: die S2 Alpinista. Die Alpinista ist nicht aufs Reisen ausgelegt, was schon angesichts ihrer realen Reichweite und Ladedauer sinnvoll erscheint. Alpine Gebiete erschließt sie folglich in Form von Passstraßen wie dem Col de L’Espigoulier im Süden Frankreichs.

Design und Ergonomie

Die Silhouette mit in die flache "Tank"-Verkleidung übergehender Sitzbank übernimmt sie von der Schwester Del Mar, kombiniert sie mit einem modern-klassischen LED-Scheinwerfer und ab Werk nach unten stehenden Lenkerendenspiegeln. Zusammen mit den 17-Zöllern formt sich ein sportlich anmutendes Naked Bike, das sich dank moderater Sitzhöhe (800 mm) und von der MOTORRAD-Waage bestätigten 197 Kilogramm angenehm leicht rangieren lässt.

Der 10,5-kWh-Akku, der mittragend ins Chassis integriert wurde, ermöglicht einen schmalen Knieschluss, bietet allerdings keine klaren Kontaktpunkte für die Schenkel. Der Kniewinkel bleibt moderat, dafür streckt die Alpinista den Oberkörper des Fahrers deutlich in Richtung Vorderrad. Ergonomisch eine Mischung aus Chopper und Naked Bike mit Tendenz zu Letzterem.

Motor und Fahrmodi

Mit 84 PS Spitzenleistung scheint die S2 auf den ersten Blick nicht übermäßig stark, wie bei Elektrobikes üblich gibt’s aber massenhaft Drehmoment (234 Nm), und das liegt unabhängig von der Drehzahl IMMER an. Zumindest wenn man den Sport-Fahrmodus auswählt. Neben ihm stehen noch ein Straßen-, ein Regen- und ein Eco-Modus zur Verfügung.

Allen gemein ist, dass das Gasanlegen supersmooth gelingt und das Drehmoment nicht nur flüsterleise, sondern auch ohne Lastwechselruck ans Hinterrad übertragen wird. Erst ab rund 120 km/h beschleunigt die LiveWire spürbar zäher, was im normalen Landstraßen- oder Passbetrieb nicht ins Gewicht fällt.

Handling und Fahrwerk

Toll, wie die Alpinista auf Dunlop Sportmax Roadsport IV-Reifen in Schräglage fällt und bis zum Schleifen der Fußrasten die anvisierte Linie hält. Dank sportlicher Ergonomie und viel Last auf der Front gibt das Bike ein gutes Feeling in Kurven und ordentliches Feedback. Man darf, wie von einer Harley, äh, LiveWire gewohnt, nicht allzu viel Fahrkomfort erwarten.

Elektronik und Assistenzsysteme

Wie das ABS agiert auch die Traktionskontrolle schräglagensensibel - und auch sie bremst den Fahrer im Sport-Modus kaum ein. Elektronisch präsentiert sich die Alpinista insgesamt gut und bietet neben den Fahrassistenten auch Connectivity für Smartphone und Headset sowie einen Tempomat.

Reichweite und Ladedauer

Mit gezügelter Gashand käme man immerhin knapp 100 Kilometer weit, doch spätestens dann ist eine längere Ladepause Pflicht. Bei einem Kaufpreis von knapp 19.000 Euro ein teures und kurzes Vergnügen.

Um den Akku von 20 auf 80 Prozent zu laden sind mindestens 78 Minuten an der Ladestation und knapp sechs Stunden an der 230-Volt-Steckdose nötig. Andersherum saugt die Alpinista den Akku bei sportlicher Fahrweise binnen 32 Kilometern von 80 auf 20 Prozent herunter, im Road-Modus schafften wir immerhin gut 54 Kilometer. Da das Drehmoment bei niedrigem Ladezustand nochmals deutlich reduziert wird, erscheinen knapp 100 Kilometer Reichweite realistisch.

Testbericht zur Livewire S2 Del Mar

Motorräder mit einem mehr als 18 Zoll großem Hinterrad gab es seit vielen Jahren nicht mehr; mit dieser Regel bricht die elektrische Livewire S2 Del Mar. Beide Leichtmetall-Gußräder haben einen Durchmesser von 19 Zoll, wobei die hintere Felge etwas breiter ausfällt und deshalb auch der Hinterreifen etwas breiter ist. Die ungewöhnliche Rad-Dimensionierung ist aber nur ein Element, das den amerikanischen Roadster mit der recht breiten Lenkstange und den Lenkerendenspiegeln optisch höchst eigenständig erscheinen lässt. Das zweite ist die zum Teil blankgefräste Verrippung des Batteriepacks: Unübersehbar trägt das US-Elektromotorrad - Livewire ist die Elektro-Marke von Harley-Davidson - sein Antriebsmerkmal zur Schau.

Fahrdynamik und Fahrspaß

Mit dem vergleichsweise niedrigen Gewicht von 198 Kilogramm hat der in der Spitze 63 kW/84 PS leistende E-Motor leichtes Spiel, was freilich vor allem am enormen Drehmoment von 263 Newtonmetern liegt. Es ist praktisch jederzeit verfügbar. Da weder gekuppelt noch geschaltet werden muss, genügt stets ein mehr oder minder kleiner Dreh am „Gas“-Griff, um Leistung abzurufen. Das tut man als Fahrer auf freien Landstraßen gern und oft - mit der fatalen Folge, dass der Fahrspaß zwar enorm groß ist, das Fahrvergnügen dagegen in Richtung kurz tendiert.

Reichweite und Ladezeiten im Test

111 Kilometer nennt die WMTC-Norm als Reichweite, doch da wir reine Landstraßentests ohne nennenswerten Stadtverkehrsanteil durchführten, blieben wir zumeist unterhalb dieses Werts. Saft für 28 Kilometer lädt sie laut Anzeige (anfangs) pro Stunde; dieser Wert sinkt aber später. Neun Stunden vergehen, dann zeigt das Zentraldisplay „voll“ und „182 Kilometer“ mögliche Reichweite an. Nun ja, wir endeten, wie gesagt, stets bei rund der Hälfte.

Fahrverhalten und Bremsleistung

Das Fahrverhalten der Del Mar ist mustergültig, die Kurvenstabilität wie die Schräglagenfreiheit hoch, der Grip der speziell entwickelten Dunlop-Pneus ist es nicht minder. Da auch die Bremsleistung - vorne und hinten agiert je eine Scheibe, vorne mit Vierkolbenzange - voll zufriedenstellt und das ABS auch die Disziplin „Bremsen in Schräglage“ beherrscht, ist alles bestens angerichtet, um die gebotene Fahrdynamik auch genießen zu können.

Geeignet für wen?

In unseren Augen ist diese Livewire als vernunftbetontes Transportmittel aber weder von ihren fantastischen Fahreigenschaften noch vom Preis (ab 18.500 Euro) her geeignet. Sinnvoll können sie sicherlich jene einsetzen, die mit einer A1-Lizenz ein hochpotentes Fahrzeug pilotieren wollen und kein Interesse an weiten Distanzen haben. Sie genießen sicherlich auch die vielfältigen Konnektivitätsaspekte, denn auch damit kann die Del Mar aufwarten; der Bordcomputer in Zusammenarbeit mit dem kreisrunden, dezent und übersichtlich gestalteten Display sowie dem Tempomaten überzeugt.

NastyNils' Testbericht zur Livewire

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass Elektrofahrzeuge unpackbare Beschleunigungswerte erzielen. In diese Kerbe schlägt auch der 180er Hinterreifen der Livewire. Das Drehmoment von 116Nm liest sich erstmal nicht spektakulär. Doch der Drehmomentverlauf hat es in sich. Bauartbedingt liegt das Drehmoment nahezu über den gesamten Drehzahlbereich an.

Beschleunigung und Fahrgefühl

Es ist diese zugängliche Art, mit der diese Beschleunigung serviert wird. Man benötigt keine Kupplung, keine Gangwechsel und muss auch keine komplexen Technologien einsetzen um strenge Abgashürden zu meistern. Dieser Motor darf sein volles Potential an den Hinterreifen senden - immer und überall. Harley spendiert dem neuen Elektroflitzer auch gleich eine hochwertige Traktionskontrolle und natürlich ABS. Alles natürlich schräglagenabhängig und überraschend sportlich abgestimmt.

Die meisten Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer würden mit dieser Maschine also deutlich schnellere Ampelstarts hinkriegen als mit ihren Nakedbikes und Supersportlern.

Fahrspaß auf kurvigen Strecken

Doch trotz des hohen Gewichtes wird die Livewire auch auf kurvigen Strecken nicht zum Opfer. Beim Test fuhren wir sie auf unserer 1000PS Hausstrecke. Unzählige Bikes wurden hier schon getestet. Die Strecke bietet enge Kehren aber auch weite Radien. Die Livewire macht hier unfassbar viel Spaß. Das einfache Wechselspiel aus Bremsen, Umlegen und Rausbeschleunigen geht so herrlich von der Hand. Sie präsentiert sich als faszinierender Kurvenräuber.

Komfort und Reichweite

Sie ist ein durchaus wildes Ding das gerne intensive aber eher kürzere Ausfahrten meistert. Der ganz große Fahrkomfort macht sich schon alleine durch den fehlenden Windschutz nicht breit. Sie ist eben eine gänzlich andere Harley-Davidson. Das passt auch zur Reichweite der Maschine. In der Praxis bot sie Power für 150km. Sparsam zu fahren macht einfach keine Freude. Die Maschine spendiert den Fahrspaß gerne und das ist ihr Revier.

Laden und Praxistauglichkeit

Laden kann man das Motorrad über nacht an der heimatlichen Steckdose mit dem mitgelieferten Ladegerät. Wer in der Garage einen 400 Volt Kraftstrom-Strecker hat, kann mit einem 11kW Ladegerät deutlich flotter laden. Oder aber man nutzt die Ladestationen im öffentlichen Raum. Beim 1000PS Test waren bei einer Smartrics 50kW Schnellladestation immerhin 7,2kW in 25 Minuten drinnen. Das ist nicht schlecht aber ist meilenwert von den Werten von Teslas entfernt. Hier könnte Harley-Davidson nachbessern um die Praxistauglichkeit der Maschine zu erhöhen.

So ist sie mit den über 33.000 ein faszinierendes schnelles und fahraktives Zweitmotorrad. Oder aber für Leute die meistens kurze Feierabendrunden fahren.

Elektrofahrzeuge im Alltag

Denn die Elektrofahrzeuge stehen morgens immer prall gefüllt in der Garage. Wohingegen die Benziner immer dann leer sind, wenn man es gerade eilig hat. So ein Elektrofahrzeug passt grundsätzlich besser in Haus mit Garage als in eine Wohnung ohne Ladeinfrastruktur im Keller.

Fazit

Die Livewire ist eine faszinierende Fahrmaschine. Sie fährt sportlich schnell und beschleunigt atemberaubend. Die Bedienung geht leicht von der Hand. Sie fährt wie ein normales Motorrad - nur nahtlos, lautlos und sportlich abgestimmt. Warum sieht man sie kaum in der freien Wildbahn: Es gibt ein großes ABER - den Preis. Die Maschine ersetzt keine vollwertige Motorradgarage, kostet aber 33.000 Euro. Das schränkt die Zielgruppe ein.

Erfahrungen mit der Reichweite

Harley orakelt etwas von 150 bis 220 Kilometer Reichweite, je nach Art des Gebrauchs, und je nachdem, wieviel Energie beim Fahren rekuperiert werden kann. An dem Tag, an dem die Fotos auf diesen Seiten entstanden sind, sind wir eine Art Drittelmix aus Autobahn, Stadtverkehr und Landstraße gefahren. Also eigentlich genau das, was der Besitzer einer LiveWire im Alltag so abfordern könnte. Dabei ist uns aufgefallen, dass die Akkuladung nicht proportional zu der gefahrenen Strecke abnimmt.

Bleibt als Fazit festzuhalten, dass Harley-Davidson mit der LiveWire ein wirklich hübsches, astrein funktionierendes Elektro-Motorrad entwickelt hat, das in Sachen Fahrspaß seinesgleichen sucht. Einziges Manko ist - wie bei allen E-Fahrzeugen - die mangelnde Reichweite in Kombination mit unpräziser Reichweitenprognose. 100 Kilometer gehen immer, 150 sind es nur bei optimalen Bedingungen und gezähmter „Gashand“.

Alternativen: Die spannendsten Elektro-Motorräder auf dem Markt

Elektro-Motorräder sind längst eine Alternative zu Benzin-Bikes. Die Harley-Davidson Livewire zum Beispiel geht locker als die sportlichste Harley durch. Und sie ist jetzt deutlich günstiger geworden.

Zero SR/S

Zero merkt man die Vergangenheit des Firmengründers bei der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA an. Ein bemerkenswerter Wurf ist den Kaliforniern mit den Schwestern Zero SR/F (Naked Bike) und SR/S (Tourer) gelungen: Die beiden schnittigen, jeweils 110 PS starken E-Bikes sehen nicht nur aus wie richtige Motorräder, sie fahren auch so. Fahrverhalten, Leistungsabgabe und Ergonomie stehen der Konkurrenz mit Verbrennungsmotor in nichts nach. Selbst die Reichweite von bis zu 365 Kilometern kann mithalten, theoretisch zumindest.

Zero DSR/X

Bei Zero aus Kalifornien stehen die Zeichen 2023 auf Abenteuer. Die E-Pioniere haben ihre Zero DSR/X vorgestellt, ein großes Adventure Bike mit elektrischem Antrieb. Die Akkukapazität der Amerikanerin gibt der Hersteller mit 17,3 Kilowattstunden an, sie lässt sich auf 20,9 kWh erweitern. Die Reichweite soll bei bis zu 290 Kilometern liegen. Die Preise beginnen bei 26.550 Euro.

Zero FXE

Eine der momentan günstigsten Möglichkeiten, eine Zero (und überhaupt ein elektrisches Motorrad) zu fahren, ist die Supermoto Zero FXE ab 13.990 Euro. Ganz nebenbei ist die FXE mit 155 Kilogramm Leergewicht noch angenehm leicht. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 132 km/h beziffert, die Reichweite mit 161 Kilometern.

KTM Freeride E-XC

Die perfekte Mixtur aus einer Enduro zum Durchs-Gelände-Pflügen und einer Trial-Maschine fürs komplizierte Klettern heißt KTM Freeride. Und die Freeride gibt es auch elektrisch. Mit 24,5 PS, schmalen 111 Kilogramm Gewicht und einer angegebenen Fahrzeit von 90 Minuten. Danach lädt man die Freeride E-XC entweder in 110 Minuten wieder auf, oder man tauscht einfach den Akku.

Energica EsseEsse9

Sportliche Gene hat die Italienerin sowieso: Energica baut die Motorräder für den Elektro-Grand Prix. Der Hersteller versteht die EsseEsse9 als die zahme kleine Schwester der Energica Eva Ribelle. Sie hat in der Basis 109 PS und einen 13,4 kWh großen Akku. Ordert der Interessent den großen Akku mit 21,5 kWh, wächst die Reichweite: Zwischen 130 und 420 Kilometer sollen laut Energica theoretisch drin sein.

Govecs Schwalbe

Govecs bietet die E-Schwalbe in einer großen Version mit 10,8 PS starkem Bosch-Antriebsstrang an. Dann schafft die optisch gelungene Neuauflage des bis heute überaus beliebten Zweitakters 90 km/h Spitze. Die Elektro-Schwalbe liegt exzellent in der Hand Die Fahreigenschaften sind stabil bis knackig.

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