Harley-Davidson in Meckenheim: Eine Geschichte von Klassikern und Engagement

Meckenheim ist für Harley-Davidson-Fahrer aus ganz Europa ein El Dorado. Hier findet man nicht nur Liebhaber dieser legendären Motorräder, sondern auch Werkstätten, die sich der Restauration und Pflege dieser Klassiker verschrieben haben.

Die Harley-Davidson Knucklehead: Ein Schmuckstück aus Meckenheim

Ein besonderes Schmuckstück ist die Harley-Davidson Knucklehead Baujahr 1947. Diese Maschine, lackiert in blau-weiß, wurde von Rainer auf der Mauer und Kai Amberg von Grund auf restauriert. Sie steht nun im Stall von Andreas Bein aus Sankt Augustin.

Bevor sie von Andreas Bein gehegt und gepflegt wurde, wartete sie einige Jahre in der Werkstatt der Meckenheimer Motorradschmieden. Ihre Familie stammt aus der zweiten Generation der Harleys.

Zuerst wurde ab 1928 die erste Twin Cam gebaut, dann mit 1 000 Kubikzentimetern Hubraum, 40 Pferdestärken, vier Gängen und einem Gewicht von rund 272 Kilogramm, die Knucklehead. Der berühmteste Harley-Fahrer dieser Zeit war Schauspieler Clark Gable, der Rhett Butler aus "Vom Winde verweht".

Lange blieb die Zukunft der Harley-Lady ungewiss, bis Rainer auf der Mauer sie auf einem USA-Trip 1985 in einer Scheune bei El Paso Texas entdeckte und in seine Werkstatt nach Meckenheim mitnahm.

Auch Andreas Bein aus Sankt Augustin verliebte sich auf den ersten Blick in die in die Jahre gekommene Dame. Kfz-Mechaniker Joachim Schauen zerlegte sie in alle Einzelteile. Sie wurde glasgestrahlt bis der letzte Rostkrümel und Farbrest abgeschmirgelt war. Etwa 350 Stunden oder vier Monate lang hat er daran gearbeitet.

Der Seitenwagen wurde auf einem Oldie-Markt besorgt und ausgebuchtet. Aufgemöbelt mit einem Motor, der bleifrei getankt wird und mit fein gewuchteten Kurbelwellen steht sie da - mit ihrem typischen Schalthebel am Tank, Fußkupplung und Zündungsverstellung am Lenker. Elegant und zurückhaltend wie Scarlett steht sie da.

Die "Riding Santas": Harley-Davidson Biker für den guten Zweck

Ein weiteres Highlight im Zusammenhang mit Harley-Davidson in der Region ist das Engagement der "Riding Santas".

Alle Jahre wieder: Am 6. Dezember, am Nikolaustag, zeigten die Weihnachtsmann-Biker Riding Santas auf ihren heißen Öfen ihr großes Herz. Sie rollten mit ihren bunten und geschmückten Harley Davidsons durch die Pfalz.

Manche trugen Rauschebärte, Elche an den Harleys und blinkende Lichter, ja sogar Weihnachtsbäumchen. Ihr Ziel war es, gute Laune zu verbreiten und Spenden für das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen zu sammeln.

Die Tour startete um 8:40 Uhr in Neustadt-Mußbach, wo die Riding Santas die Grundschule ansteuerten und von den Kindern und Lehrern begeistert empfangen wurden. Sie knatterten weiter nach Meckenheim, Niederkirchen, Ruppertsberg, Deidesheim, Bad Dürkheim, Maxdorf, Ludwigshafen-Ruchheim, Fußgönheim, Schauernheim, Dannstadt, Böhl-Iggelheim, Neustadt und Diedesfeld, wobei sie an verschiedenen Schulen, Kindergärten, Seniorenresidenzen und Geschäften Stopp machten.

Das Highlight der Tour war das große Finale in Rhodt unter Rietburg, wo die Riding Santas um 19 Uhr einfuhren und von einer begeisterten Menge von Fans und Bewunderern gefeiert wurden. Die Santas parkten ihre Bikes an der Vinothek der Winzergenossenschaft Rietburg. Dort ließen sie ihre erfolgreiche Tour mit Musik, Essen und Getränken ausklingen.

Dies war eine Neuerung in diesem Jahr, denn sonst fand der Ausklang immer am Dom in Speyer statt. Landrat Dietmar Seefeldt übergab den Santas einen Sparkassenscheck in Höhe von 500 Euro.

Hospiz-Leiterin Anja Hermann bekam von Patrick Kuntz eine symbolische Spendendose. Die Riding Santas sind jedes Jahr immer wieder froh, den Menschen etwas Freude und Hoffnung zu bringen.

Das Kinderhospiz Sterntaler ist eine Einrichtung, die sich um Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen und ihre Familien kümmert. Es bietet eine familiäre Atmosphäre, ein professionelles Team von Pflegekräften und Therapeuten und verschiedene therapeutische und freizeitliche Aktivitäten.

Wer eine Spendenbescheinigung wünscht, gibt zusätzlich die komplette Adresse im Verwendungszweck an. „Sterntaler“ schickt den Bescheid dann per Post zu.

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