Wenn aus dem Auspuff einer Harley-Davidson Sportster nur ein müdes "Pffftpfffftpffft" entweicht, anstelle des erwarteten, kernigen "Potatopotatopotato", dann ist Handlungsbedarf angesagt. Das Thema ist längst kein Minderheitenproblem mehr.
Wer sich vergegenwärtigt, dass Harley mittlerweile Platz drei der Zulassungshitparade belegt und die besagte Forty-Eight in schöner Regelmäßigkeit zu den 20 am besten verkauften Motorradmodellen in Deutschland gehört, ahnt vielleicht, über welche Stückzahlen man sich unterhält. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die aktuelle Sportster - zumindest in Auspuffdingen - nur unwesentlich von einer Sportster des Modelljahrs 2004 unterscheidet.
Es ist erfreulich, dass auch Anbieter zusagten, deren Anlagen vor ein paar Monaten noch nicht serienreif waren: Die Test-Teilnahme von Miller stellte sich als Glücksfall heraus. Zum einen die günstige, auch von ambitionierten Hobbyschraubern zu bewältigende Slip-on-Anlage von Miller.
Der Test im Detail
MOTORRAD holte sich tatkräftige Unterstützung ins Team: Lucas Schmidt von der Harley-Factory in Frankfurt. Und er ist der Herr über den Dynojet-Prüfstand, auf dem alle Anlagen beweisen mussten, ob sie neben dem Schalldruck auch noch anderweitig Druck machen können.
Ergebnisse der getesteten Auspuffanlagen
Im Folgenden werden die Ergebnisse der verschiedenen getesteten Auspuffanlagen zusammengefasst:
- Harley-Davidson Original: Elegante Form, sauber verarbeitet, passgenau gefertigt, aber mit schwachem Sounderlebnis.
- Akrapovic Slip-on: Aufwendig verarbeitet, toller Sound, bulliges Leistungsplus, passgenau und schnell montiert, aber kratzempfindliche Oberflächen (in matter Ausführung) und hält Fahrgeräusch-Grenzwert nicht ein.
- Jekill & Hyde Shorty Big Shot: Erstklassig verarbeitet, saubere Passform, irre Soundkulisse bei Einhaltung der Grenzwerte, tolle Leistungsentfaltung, aber Montage sehr aufwendig.
- Sebring Classic: Bis ins Detail sauber und ansehnlich verarbeitet, schnell und spannungsfrei zu montieren, Fahrgeräusche knapp über Limit, aber Sounderlebnis etwas mager, Leistungsausbeute dürftig.
- Termignoni HD 05: Sattes Leistungsplus in der Drehzahlmitte, aber Anbau durch viele Kleinteile fummelig, Schrauben zum Teil zu kurz, dürftige Passform, nur unter Spannung zu montieren.
- Zard Z HD 527 SKO-CR: Drehmomentstarke Landstraßenabstimmung, schön verarbeitete Oberflächen, aber Fahrgeräusche weit über dem Limit, Anbauteile z. T. ungenau gefertigt, Abstände z. T. knapp bemessen, verfärbt sich schnell.
Die Top-Empfehlung: Miller Silverado
Millers Silverado-Dämpferpaar überzeugt mit einem guten Gesamtpaket aus Leistung, Drehmoment und noch moderatem Fahrgeräusch.
Jenseits des gefühlten Sounderlebnisses schwingt sich die preiswerteste Anlage im Test auf. Zum Tabellenführer schwingt sich die preiswerteste Anlage im Test auf. Millers Silverado-Dämpferpaar überzeugt mit einem guten Gesamtpaket aus Leistung, Drehmoment und noch moderatem Fahrgeräusch.
Interview mit Harley-Händler Thomas Trapp
Thomas Trapp ist Geschäftsführer der Harley-Factory Frankfurt, Europas größtem Harley-Händler.
Wie viele Kunden kaufen bei Euch einen Zubehörauspuff?
Trapp: Jeder zweite Kunde ordert bereits beim Kauf der Neumaschine oder spätestens im Laufe der ersten Saison einen Zubehörauspuff. Es gibt keinen Kunden, der in den Laden kommt und nicht nach Sound fragt.
Was ist für die Kunden am wichtigsten: Sound, Leistung, Marke oder Preis?
Trapp: Ganz klar der Sound.
Wie läuft der Soundcheck in der Regel ab?
Trapp: Wir halten bei uns in der Factory mindestens ein Vorführfahrzeug aus jeder der fünf Harley-Baureihen mit einer Zubehör-Auspuffanlage zur Probefahrt bereit.
Welche Rolle spielen bei Euch die „illegalen“ Anlagen?
Trapp: Bei uns gehen nur Systeme raus, die legal sind.
Welche Auspufftrends sind zu beobachten?
Trapp: Der Trend geht ganz klar zu elektronisch gesteuerten (Klappen-)Systemen.
Dein abschließender Tipp für alle Auspuffumrüster?
Trapp: Behaltet unbedingt auch die Originalanlage; denn je älter eine Harley wird, desto mehr ist wieder ihr Originalzustand gefragt.
Nutzererfahrungen mit Miller Auspuffanlagen
Viele Harley-Fahrer haben bereits Erfahrungen mit Miller Auspuffanlagen gesammelt. Hier einige Meinungen aus verschiedenen Foren:
- Ein Nutzer ist mit den Miller-Töpfen an seiner Street Bob sehr zufrieden. Die Verarbeitung sei sehr gut, die mitgelieferten Schellen stabiler als die originalen und die Anlage habe eine Zulassung. Die Einsätze sind leicht zu entfernen.
- Ein anderer Nutzer vergleicht den Klang der Miller-Anlage in der legalen Version mit der Jekyll&Hyde und findet, dass sie da schon sehr nahe dran kommt.
- Wichtig ist auch, dass die Miller Auspuffanlagen aus Edelstahl gefertigt sind, was vor Rost schützt.
Zusammenfassung der Testergebnisse
Die folgende Tabelle fasst die Testergebnisse der verschiedenen Auspuffanlagen zusammen, wobei der Fokus auf Leistung, Sound und Preis liegt.
| Auspuffanlage | Leistung | Sound | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| Harley-Davidson Original | Befriedigend | Leise, verhalten | 954 Euro |
| Akrapovic Slip-on | Gut | Kernig, bissig | 1448 Euro |
| Jekill & Hyde Shorty Big Shot | Sehr gut | Vibrierend | ab 1639 Euro |
| Sebring Classic | Befriedigend | Leicht bollernd | 1150 Euro |
| Termignoni HD 05 | Befriedigend | Soft | 929 Euro |
| Miller Silverado II | Gut | Sportlicher Sound | ca. 1000 Euro |
| Zard Z HD 527 SKO-CR | Gut | Krawallig | ab 879 Euro |
Hinweis: Die Preise können je nach Händler und Ausführung variieren.
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