Nach vielen Jahren auf verschiedenen Motorrädern, darunter japanische und italienische Modelle, stand die Frage im Raum: Was macht eine Harley Davidson aus und wie fährt sie sich im Vergleich? Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit verschiedenen Harley-Davidson-Modellen, gibt Einblicke in Tuning-Möglichkeiten und betrachtet das Thema Harley Davidson in Verbindung mit Anhängern.
Erste Eindrücke und Umstieg auf Harley Davidson
Der Umstieg von einer Ducati 996 auf eine Harley-Davidson Fat Boy (Baujahr 1998) verlief überraschend gut. Die aufrechte Sitzposition, die bequemen Fußbretter und der komfortable Sitz wurden als angenehm empfunden. Allerdings wurde die Detailverarbeitung, insbesondere angesichts des hohen Preises, als enttäuschend empfunden. Billige, vernickelte Schrauben und eine dünne Nickelschicht auf Stahlteilen fielen negativ auf. Auch der anfängliche Sound des Evo-Motors wurde als staubsaugerartig beschrieben.
Die erste Probefahrt offenbarte ein ungewohntes Fahrgefühl, das an Räder erinnerte, die nicht in der Flucht stehen oder einen krummen Rahmen. Das Festhalten am Lenker bei bereits 100 km/h wurde als anstrengend empfunden. Zudem wurde die Leistung des Evo-Motors als schwach empfunden, was den Bedarf an Tuning-Artikeln verdeutlichte.
Die Leidenschaft der Harley-Fahrer
Trotz dieser anfänglichen Kritik wird betont, dass Harleyfahren mehr bedeutet als nur Geschwindigkeit. Es ist ein gemächliches Dahintuckern, ein besonderes Fahrgefühl, das man mit einem Cruiser erlebt. Das Fahrwerk einer Softail ist anders als das einer sportlichen Ducati, und der Sound kann durch den Austausch der Auspuffanlage verbessert werden. Die Vernickelung der Schrauben und die Preispolitik von Harley werden zwar kritisiert, aber die Leidenschaft für diese urwüchsigen und primitiven Maschinen überwiegt.
Ein Vergleich mit einem 40 Jahre alten englischen Sportwagen verdeutlicht die Hingabe, die viele Harley-Fahrer empfinden. Es geht nicht um Perfektion, sondern um ein einzigartiges Motorrad, das Charakter hat. Diese Leidenschaft lässt sich kaum in Worte fassen.
Kritik und Klischees
Es wird kritisiert, dass Harley-Fahrern oft Spass und Leidenschaft am Motorradfahren abgesprochen wird. Ihnen wird vorgeworfen, ihre Maschinen nur auf Pump zu kaufen oder lediglich auf dicke Hose zu machen. Es wird betont, dass Harley-Fahrer aus allen Gesellschaftsschichten kommen und dass es nicht um Statussymbole geht, sondern um die Erfüllung eines Traums.
Alternativen und Weiterentwicklungen
Der Twin Cam Motor wird als empfehlenswerte Alternative zum Evo-Motor genannt, da er durchzugsstärker und weniger störungsanfällig ist. Auch die Harley-Davidson Sportster 1000 oder 1200 werden als zügige Alternativen genannt. Die Street Rod wird als ein Modell hervorgehoben, das von Anfang an Spass macht.
Intoleranz und Träume
Es wird die Intoleranz in manchen Foren kritisiert und betont, dass jeder das Bike fahren sollte, was ihm Spass macht. Der Traum von einer Harley Davidson ist für viele ein lang gehegter Wunsch, der oft mit dem Kauf eines günstigen japanischen Motorrads beginnt. Um das Wunschgefühl zu mindern, wird das Objekt der Begierde dann oft kritisiert.
Harley Davidson mit Anhänger
Für Urlaubsfahrten in die Alpen mit der Harley Davidson wird eine Anhängerkupplung am Zugfahrzeug empfohlen. Diese gibt es oft in abnehmbaren oder abklappbaren Versionen. Innerhalb Deutschlands gilt eine Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h mit Anhänger, auf Bundesstraßen und Autobahnen unter bestimmten Voraussetzungen sogar 100 km/h. Es wird jedoch geraten, für seltene Gelegenheiten einen Mietanhänger in Betracht zu ziehen.
Für den Anhänger selbst ist eine stabile und nicht zu schmale Rampe wichtig. Es wird empfohlen, das Motorrad mit Hilfe einer zweiten Person auf den Hänger zu verladen. Der Händler kann bei der Wahl der richtigen Verzurrungspunkte helfen. Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob das Motorrad "fest" oder "mitschwingend" befestigt werden soll. Es wird von guten Erfahrungen mit der "mitschwingenden" Befestigung berichtet.
Eine Alternative zu Motorradanhängern sind Pferdeanhänger, die umgeschlüsselt werden können. Diese bieten eine breite Rampe, ein stabiles Fahrwerk und ausreichend Zuladung. Geschlossene Anhänger wie der Excalibur werden für den Transport von ein bis zwei Harleys nebst Gepäck empfohlen, da sie Schutz vor Schmutz und Feuchtigkeit bieten.
Zubehör und Modifikationen
Es gibt eine Vielzahl von Anbietern für Motorradteile und Zubehör, die es ermöglichen, die Harley Davidson individuell anzupassen. Dazu gehören Brems- und Kupplungshebel, Montageständer, Seitenkoffer und Satteltaschen.
Erfahrungsberichte und Kaufempfehlungen
Es werden verschiedene Anhängermodelle und Hersteller empfohlen, darunter Böckmann, Saris und Anssems. Wichtig sind eine gebremste Ausführung, eine 100er Zulassung, Aluminium-Bordwände, eine V-Deichsel und mindestens 13-Zoll-Räder. Die Länge sollte ca. 250 cm und die Breite ca. 130 cm betragen.
Für das Verladen des Motorrads auf den Anhänger wird eine belastbare Auffahrrampe benötigt. Es gibt verschiedene Lösungen, von einfachen Holzkonstruktionen bis hin zu professionellen Rampen aus Aluminium. Auch die Wahl der richtigen Zurrgurte ist wichtig, um das Motorrad sicher zu fixieren.
Harley-Davidson Sport Glide: Eine Alternative?
Die Harley-Davidson Sport Glide wird als "schnellster Cruiser" der Marke bezeichnet. Sie lässt sich mit wenigen Handgriffen vom Naked-Bike zum Tourenbike umwandeln. Der V2-Motor mit 84 PS und 145 Newtonmetern Drehmoment sorgt für ausreichend Leistung. Die Sport Glide bietet Komfort und Flexibilität für verschiedene Einsatzzwecke.
Technische Daten Sport Glide:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motor | Zweizylinder-Viertakt-V-Motor (45-Grad-Winkel), 62 kW/84 PS bei 5450 U/min |
| Drehmoment | 145 Nm bei 3000 U/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 190 km/h |
| Leergewicht | 317 kg |
| Preis | 19.995 Euro zuzügl. NK |
Langzeiterfahrungen mit der Harley-Davidson Electra Glide Limited
Ein Erfahrungsbericht schildert die Freude am Fahren einer Harley-Davidson Electra Glide Limited. Die Beratung beim Kauf wurde als sehr gut empfunden. Die erste Fahrt war von Stolz und Freude geprägt. Das Bike lässt sich auch im Zweipersonenbetrieb in engen Kehren angenehm hantieren. Der Sitzkomfort wird als sehr komfortabel bezeichnet. Eine verstellbare Fahrerrückenlehne wurde jedoch als wünschenswert empfunden.
Die Inspektionskosten wurden als angemessen empfunden. Es gab eine Rückruf-Aktion aufgrund eines Problems mit dem hinteren Bremskraftverstärker. Ein Pumpen im Handbremshebel wurde auf Kulanz behoben. Die Verarbeitung und Lackqualität werden als gut bis sehr gut bezeichnet. Der Kraftstoffverbrauch liegt bei 5-6 Liter Super bleifrei auf 100 km. Die Reichweite mit dem 22 Liter Tank beträgt ca. 400 km.
Pluspunkte der Harley E-Glide Limited:
- Prima Fahrverhalten, ob allein oder zu zweit
- Hoher Fahrkomfort
- Souveräner Vortrieb
- Gute Verarbeitung und Lackqualität
- Angemessene Unterhaltskosten
Minuspunkte der Harley E-Glide Limited:
- Hintere Luftfederung könnte mehr Federweg vertragen
- Innenverkleidung der Frontverkleidung könnte hochwertiger sein
Modellbau und Individualisierung
Ein Modellbauer berichtet von der Umgestaltung einer Harley Davidson in einen Bobber. Dabei wurde der Rahmen zerlegt, modifiziert und neu lackiert. Ein Einzelsitz wurde aus Messingblech gefertigt. Die Abgasanlage wurde mit Flashbonder und Nahtband neu gestaltet. Die Metall-Abdeckungen wurden aus dünnem Kupferblech gefertigt.
BMW R 18 vs. Harley-Davidson Fat Boy 114: Ein Vergleich
Die BMW R 18 und die Harley-Davidson Fat Boy 114 werden verglichen. Beide Modelle haben ihre Vor- und Nachteile. Der Antrieb ist optisch unterschiedlich, aber die wichtigsten Eckdaten sind ähnlich. Die BMW bietet verschiedene Fahrmodi, die die Gasannahme beeinflussen. Die Harley setzt auf pure Leistung ohne elektronische Spielereien. Die BMW ist mit 4,8 Litern sparsamer als die Harley mit 5,7 Litern. Die Harley beschleunigt etwas besser, aber die BMW bremst im normalen Leben angenehmer. In Kurven ist die Harley aufgrund ihrer breiten Reifen und geringen Schräglagenfreiheit weniger agil als die BMW.
Die BMW bietet eine aktivere Sitzposition, während man auf der Harley tiefer sitzt und die Füße variabel abstellen kann. Die BMW ist mit Rückfahrhilfe erhältlich. Die BMW kostet in der "First-Edition" ab 22.225 Euro, die Harley Fat Boy 114 ist ab 23.195 Euro erhältlich.
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